Achillea millefolium – Gewöhnliche Schafgarbe (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Achillea millefolium, die Gewöhnliche Schafgarbe gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütengewächse). Der englische Name ist Common Yarrow. EPPO-Code ACHMI.

Die Schafgarbe ist ein sehr bekanntes Kraut und hat daher viele, teilweise nur regional verbreitete Namen. Sie eine ausdauernde Gewürz-, und Heilpflanze, die wild überall an Wald- und Wegrändern wächst, auch in Deutschland. Es gibt viele Unterarten, die nur regional vorhanden sind, aber sich teilweise weltweit in gemäßigtem Klima verbreitet haben, auch nach Nordamerika, sowie nach Neuseeland und Australien, wo es aber nur in alpinen und in den südöstlichen Hochlandgebieten Probleme bereitet. Im Norden reicht ihr Verbreitungsgebiet über den Polarkreis hinaus. Sie bevorzugt trockene Standorte. Auf Wiesen und im Rasen ist sie nicht gern gesehen. Im wenig gemähten Gras kann sie sich stark ausbreiten. Sobald wöchentlich gemäht wird, wird sie jedoch zurückgedrängt.

Die Schafgarbe ist eine Staude, deren Blütenstand 80 cm hoch werden kann. Die Blätter können 20 cm lang sein, federartig mit bis zu 40 Fiederblättchen, die zwei bis dreifach gefiedert sind. Der lateinische Artname lässt tausend Blättchen vermuten; und wenn man alle Fiederchen zählt, könnte das sogar stimmen. Die filzig behaarten Stängel sind häufig rötlich gefärbt. Die Schafgarbe bildet unterirdische Ausläufer. Viele Einzelblüten bilden Trugdolden. Die Blüten haben Röhrenblüten und randständige weiße oder auch rosa Zungenblüten. Für Zierformen werden Pflanzen mit dunkelrosa Blüten angeboten. Sie blühen von Ende Mai bis in den Spätherbst.

Auf Schafweiden mindert die Schafgarbe zwar den Ertrag, aber aufgrund ihrer Schmackhaftigkeit wird sie gerne gefressen. Sie wird als Heilkraut angebaut, in Thüringen allein auf 30 ha (2008), siehe auch das Anbautelegramm. Die Pflanze hat einen leicht erkennbaren Geruch, der auf verschiedene flüchtige Inhaltsstoffe zurückzuführen ist. Zu den Wirkstoffen zählen Pyrrolidin-Alkaloide, auch Achillicin. Sie wurde gegen Arthritis, Erkältungen und Bluthochdruck eingesetzt, heute vor allem bei Verdauungsbeschwerden. Der Gattungsname weist auf ihre lang geschätzte Heilwirkung hin, denn im Trojanischen Krieg soll der griechische Held Achilles die Pflanze zur Wundheilung bei seinen Mitstreitern verwendet haben.

Verfasser: Wohlert Wohlers. November 2017.

Fotos von Pollen: Halbritter H (2016) Achillea millefolium. In: PalDat - a palynological database

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Achillea millefolium – Gewöhnliche Schafgarbe (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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6 Juli 2018 05:44:11). Abgerufen am 4. September 2018, 00:22 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Achillea_millefolium_–_Gewöhnliche_Schafgarbe_(JKI-Pflanzenportraits)