Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Gräser SH (E.-W. Raabe, 1975)

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(Siehe auch Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Gräser SH (E.-W. Raabe, überarbeitet))

Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Gräser Schleswig-Holsteins im blütenlosen Zustand (Gräser)
Von: E.-W. Raabe
Diese Arbeit von 1975 (ursprünglich erschienen als Raabe, E.-W. (1975): Gramineen-Bestimmungsschlüssel. Kieler Notizen zur Pflanzenkunde in Schleswig-Holstein 7(2): 1–44) ist ein Meilenstein in der Entwicklung vegetativer Bestimmungshilfen in Deutschland. Er wird hier zur Nutzung auf Mobilgeräten, aber auch als Grundlage für weitere Überarbeitung eingestellt. Ein Anfrage zur Republikation an Prof. Klaus Dierßen, Kiel, wurde von diesem positiv beschieden; die weitere Unterstützung der Offenen Naturführer durch die Arbeitsgemeinschaft Geobotanik in Schleswig-Holstein und Hamburg e. V. wird auf deren nächster Jahreshauptversammlung diskutiert werden.
Geographischer Geltungsbereich: Schleswig-Holstein — Quelle: Raabe, E.-W. 1975. Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Gräser Schleswig-Holsteins im blütenlosen Zustand. Kieler Notizen 2 (7. Jg.), 18-44. — Zielgruppe: Experten — Zusammenarbeit: offen
1
Blätter borstlich, höchstens flache Stengelblätter bis 2 mm breit   ► 2
1
Blätter nicht borstlich, flach. Stengelblätter über 2 mm breit   ► 25
2 (1)
Blatthäutchen sehr kurz, unter 1 mm lang   ► 3
2
Blatthäutchen über 1 mm lang   ► 14
3 (2)
Blatt mit Doppelrille (Skispur), (Abb. 1)   ► 4
Abb. 1
3
Blatt ohne Doppelrille   ► 8
4 (3)
Dichtes Horstgras, Blatt stechend steif, am Rande rauh, im unteren Teil bisweilen bewimpert. Scheide rückwärts rauh 
 Wiesenhafer  –  Helictotrichon pratense
4
Gras lockerrasig oder lockeres Horstgras, Blatt nichtstechend steif   ► 5
5 (4’)
Lockeres Horstgras, Blatthäutchen rein weiß, deutlich sichtbar   ► 6
5
Gras lockerrasig mit unterirdischen Ausläufern; Blatthäutchen sehr. kurz, kaum erkennbar, nicht rein weiß   ► 7
6 (5)
Pflanze ausdauernd, mit Kriechtrieben, Blattspitze in Seitenansicht kahnförmig, (Abb. 2) 
 Andel  –  Puccinellia maritima
Abb. 2
6
Pflanze einjährig, nur mit Blütentrieben, Blattspitze in Seitenansicht gleichmäßig spitz auslaufend, (Abb. 3) 
 Abstehender Schwaden  –  Puccinellia distans
Abb. 3
7 (5’)
Blattoberseite erhaben längsgerieft 
 Rotschwingel  –  Festuca rubra
7
Blattoberseite flach, nur Skispur 
 Schmalblättrige Rispe  –  Poa angustifolia
8 (3’)
Blatt starr, untere Scheiden ohne Spreite als graugelbe glänzende Schuppen, in harten brettartigen Büscheln 
 Borstgras  –  Nardus stricta
8
Blatt nicht starr. Triebe am Grunde nicht in harten brettartigen Büscheln   ► 9
9 (8’)
ausdauerndes dichtes Horstgras   ► 10
9
Pflanze lockerrasig, oder einjähriges lockeres Horstgras   ► 12
10 (9)
Blatthäutchen an der Spitze eingekerbt, in zwei Lappen auslaufend (Abb. 4). Pflanze sich etwas fettig anfühlend 
 Heideschmiele  –  Deschampsia flexuosa
Abb. 4
10
Blatthäutchen an der Spitze nicht eingekerbt, Pflanze sich nicht fettig anfühlend   ► 11
11. (10’)
Blatthäutchen an der Seite zu ganz kurzen Rundungen emporgezogen, junge Triebe von alten Blattscheiden umscheidet. Stengelblätter meist borstlich 
 Schafschwingel  –  Festuca ovina
11
Blatthäutchen an der Seite nicht zu kurzen Öhrchen hoch- gezogen, junge Triebe nicht von gemeinsamen alten ausdauernden oft strohigen Scheiden umgeben, Stängelblätter meist flach 
 Rotschwingel  –  Festuca rubra subsp. fallax Hackel
12 (9’)
Blatthäutchen ein sehr schmaler Saum, kaum sichtbar Pflanze ausdauernd, lockerrasig 
 Rot Schwingel  –  Festuca rubra subsp. genuina Hackel
12
Blatthäutchen kurz aber deutlich. Pflanze einjährig   ► 13
13 (12’)
Blatthäutchen an den Seiten zu zwei kurzen Höckern hochgezogen, Wurzeln gelblich. Pflanze nur am Salzstrand 
 Dünnschwanz  –  Parapholis strigosa
13
Blatthäutchen nur ein kurzer Saum ohne Höcker, Wurzeln nicht gelblich. Pflanze nie am Salzstrand 
 Mäuseschwanz–Federschwingel  –  Vulpia bromoides
14 (2’)
Blatthäutchen über 10 mm lang, Durchmesser des gerollten Blattes über 2 mm   ► 15
14
Blatthäutchen unter 10 mm lang, Durchmesser des gerollten Blattes unter 2 mm   ► 16
15 (14)
Blatt oberseits hell blaugrün, bis 8 mm breit; Riefen sehr kräftig, 6–10; Knoten fast doppelt so lang wie breit, meistGelb-grünlich 
 Strandhafer  –  Ammophila arenaria
15
Blatt oberseits graugrün, bis 10 mm breit; Riefen schmal, 8–14; Knoten so lang wie breit, meist rot-grünlich 
 Baltischer Strandhafer  –  Ammophila x baltica A. arenaria x Calamagrostis epigeios
16 (14’)
Blatt unter 5 cm lang   ► 17
16
Blatt über 5 cm lang   ► 22
17 (16.)
Wurzeln gelblich. Knoten oft mit Seitentrieben, Blatthäutchen an den Seiten mit hochgezogenem Höcker 
 Dünnschwanz  –  Parapholis strigosa
17
Wurzeln nicht gelblich, Blatthäutchen ohne seitliche Höcker   ► 18
18 (17’)
Blatt etwas dicklich, schwach sukkulent, Strandpflanzen, seltener auch an salz- und nitrathaltigen Stellen des Binnenlandes   ► 19
18
Blatt nicht schwach sukkulent. Pflanze nie an salzhaltigem Standort   ► 20
19 (18)
Pflanze ausdauernd, mit Kriechtrieben, Blattspitze in Seitenansicht kahnförmig, (Abb. 2) 
 Andel  –  Puccinellia maritima
Abb. 2
19
Pflanze einjährig, nur mit Blühtrieben, Blattspitze in Seitenansicht gleichmäßig spitz auslaufend, (Abb. 3) 
 Abstehender Schwaden  –  Puccinellia distans
Abb. 3
20 (18’)
Pflanze ausdauernd, dichte silbergraue bis rötlichgraue Horste bildend 
 Silbergras  –  Corynephorus canescens
20
Pflanze einjährig, in lockeren grünen Horsten   ► 21
21 (20’)
Blatthäutchen am Grunde gelblich, Blatt gerollt mit kahnförmig zusammengezogener Spitze, Blatt dunkelgrün 
 Frühe Schmiele  –  Aira praecox
21
Blatthäutchen weißlich, am Grunde oft rötlich; Blatt nicht mit kahnförmig zusammengezogener Spitze, meist flach und spitz auslaufend; Blatt meergrün 
 Nelkenschmiele  –  Aira caryophyllea
22 (16’)
Blatthäutchen an der Spitze eingekerbt, in zwei Lappen auslaufend (Abb. 4), Pflanze sich etwas fettig anfühlend 
 Heideschmiele  –  Deschampsia flexuosa
Abb. 4
22
Blatthäutchen mit einfacher Spitze, stumpf oder spitz   ► 23
23 (22’)
Blatthäutchen mit stumpflicher Spitze, untere Scheiden rosarot bis purpurn 
 Silbergras  –  Corynephorus canescens
23
Blatthäutchen spitz, lang ausgezogen. Scheiden nicht rötlich   ► 24
24 (23’)
Dichtes Horstgras mit dichten Büscheln alter z.T. blattloser Scheiden; Scheiden hellgrau; Blatthäutchen der Stängelblätter bis 9 mm lang, in lange Fransen auslaufend 
 Zweifarbige Schmiele  –  Deschampsia setacea
24
Horste ohne dichte Büschel blattloser Scheiden; Blatthäutchen nie in lange Fransen zerschlitzt 
 Hundsstraußgras  –  Agrostis canina
25 (1’)
Jüngstes Blatt gefaltet, (Abb. 5)   ► 26
Abb. 5
25
jüngstes Blatt gerollt, (Abb. 6)   ► 60
Abb. 6
26 (25)
Statt des Blatthäutchens ein Haarbüschel, Bart; Pflanze dicht horstig 
 Dreizahn  –  Sieglingia decumbens
26
Blatthäutchen vorhanden. Blattgrund ohne Bart   ► 27
27 (26’)
Blatt mit Doppelrille, Skispur, (Abb. 1)   ► 35
Abb. 1
27
Blatt ohne Doppelrille   ► 28
28 (27’)
Blatt sehr stark gerieft, Riefen oft so hoch wie breit, (Abb. 7)   ► 29
Abb. 7
28
Blatt nicht auffällig stark gerieft   ► 30
29 (28)
Blatt oberseits rückwärts sehr rauh, frischgrün bis dunkelgrün, nicht sukkulent; Riefen sich im Gegenlicht scharf dunkelgrün/weiß abhebend 
 Rasenschmiele  –  Deschampsia caespitosa
29
Blatt oberseits nur schwach rauh, oft etwas sukkulent, graugrün bis meergrün 
 Stromschmiele  –  Deschampsia wibeliana
30 (28’)
Blatt über 3 mm breit; Scheiden sehr flach zweischneidig zusammengedrückt; Blatthäutchen lang, über 2.5 mm   ► 31
30
Blatt unter 5 mm breit; Scheiden nicht sehr flach zweischneidig; Blatthäutchen kurz, unter 2,5 mm   ► 32
31 (30)
Blatt unter 7 mm breit, frischgrün; Pflanze mit unterirdischen Ausläufern; reines Waldgras 
 Wald–Knaulgras  –  Dactylis aschersoniana
31
Blatt über 5 mm breit, graugrün; Pflanze ohne unterirdische Ausläufer 
 Knaulgras  –  Dactylis glomerata
32 (30’)
Blatt zum Grunde hin stark verschmälert; blaugrün; Triebe am Grunde zwiebelig verdickt 
 Schillergras  –  Koeleria glauca
32
Blatt zum Grunde nicht stark verschmälert, grün; Triebe am Grunde nicht zwiebelig verdickt   ► 33
33 (32’)
Blatt mit 5–7 Riefen, 1–3 (–5) mm breit; Pflanze lockerrasig 
 Rotschwingel  –  Festuca rubra subsp. genuina
33
Blatt mit über 7 Riefen; Pflanze horstig   ► 34
34 (33’)
Untere Blattscheiden rötlich; Pflanze lebhaft grün 
 Deutsches Weidelgras  –  Lolium perenne
34
Untere Blattscheiden gelblich; Blatt etwas graugrün 
 Kammgras  –  Cynosurus cristatus
35 (27)
Blattscheiden mit Querverbindungen zwischen den Längsadern, (Abb. 8)   ► 36
Abb. 8
35
Blattscheiden ohne Querverbindungen   ► 43
36 (35)
Scheide und Blatt beiderseits frischgrün, meist glänzend, etwas derb   ► 37
36
Scheide und Spreite beiderseits mehr graugrün, matt, weich   ► 39
37 (36)
Blatthäutchen kurz mit aufgesetzter Mittelspitze (Abb. 9); Blattscheide der sterilen Triebe leicht auffaltbar 
 Wasserschwaden  –  Glyceria maxima
Abb. 9
37
Blatthäutchen ohne besondere Spitze; Blattscheiden steriler Triebe sehr schwer auffaltbar   ► 38
38 (37’)
Blatthäutchen sehr kurz, etwa 1 mm, derb grün-bräunlich; Blatt derb, bisweilen etwas lederig, mit plötzlicher Kapuzenspitze; Pflanze auf trockenen sauren Böden 
 Bergrispe  –  Poa chaixii
38
Blatthäutchen bis 4 mm lang. weißlich; Blatt weich, unregelmäßig längs-knickig wie Carex strigosa; Pflanze in und an Waldbächen und Quellen 
 Quellrispe  –  Poa remota
39 (36’)
Blatt nicht oder undeutlich gekielt, sich vom Grunde an allmählich verschmälernd; Stängel rundlich 
 Quellgras  –  Catabrosa aquatica
39
Blatt meist mit deutlich durchgehendem Kiel; Blattkiel in der zweischneidigen Scheide fortgesetzt; Blatt linealisch   ► 40
40 (39’)
Blatt parallelrandig mit plötzlicher Kapuzenspitze (Abb. 10), Spreite meist nicht über 10 cm lang; Blatthäutchen seitlich überstehend, an der Scheide herablaufend; Pflanze bis ca. 35 cm hoch; Deckspelzen abgerundet mit drei sehr deutlichen Zähnen 
 Gezähnter Schwaden  –  Glyceria declina
Abb. 10
40
Blattspreiten mit meist allmählich zulaufender Spitze (Abb. 11), bis 30 cm lang; Blatthäutchen seitlich nur wenig vorstehend; Pflanze bis 1 m hoch; Deckspelzen ohne deutliche Zähnchen   ► 41
Abb. 11
41 (40’)
Blatt und Scheiden schwach gerieft; Riefen meist rundlich flach; Blatt oberseits glatt oder schwach rauh, biegsam, beim Knicken sich geradlinig faltend 
 Flutender Schwaden  –  Glyceria fluitans
41
Blatt und Scheiden stark gerieft; Riefen dreieckig bis vierkantig hoch; Blatt oberseits rückwärts rauh, beim Knicken unregelmäßig brechend   ► 42
42 (41’)
Blatthäutchen am Rande in lange weiße Fransen aufgelöst; der an der Scheide herablaufende Rand des Blatthäutchens gefranst; ältere Blatthäutchen nach Abfall der Fransen kurz, bis 2 mm, zerrissen, schmutzig weiß; Blatt bis7 mm breit 
 Waldschwaden  –  Glyceria nemoralis
42
Blatthäutchen höchstens zerschlitzt; Blatt bis 12 mm breit 
 Stumpfer Schwaden  –  Glyceria plicata
43 (35’)
Blatt etwas sukkulent, meergrün; Pflanze nur auf salzhaltigen oder nitratreichen Böden   ► 44
43
Blatt nicht sukkulent; Pflanze nur ausnahmsweise auf salzhaltigem Boden   ► 45
44 (43)
Pflanze ausdauernd mit wurzelnden Kriechtrieben; Blattspitze kapuzenförmig zusammengezogen, (Abb. 2) 
 Andel  –  Puccinellia maritima
Abb. 2
44
Pflanze einjährig, horstig, nur mit Blühtrieben; Blattspitze allmählich spitz ausgezogen. (Abb. 3) 
 Abstehender Schwaden  –  Puccinellia distans
Abb. 3
45 (43’)
Untere Blätter am Rande entfernt lang bewimpert, (Abb. 12) 
 Aufrechte Trespe  –  Bromus erectus
Abb. 12
45
Untere Blätter am Rande nicht bewimpert   ► 46
46 (45’)
Blattscheiden behaart   ► 47
46
Blattscheiden kahl   ► 48
47 (46)
Blatt zum mindesten im unteren Teil in der Regel lang behaart; Scheiden, besonders die unteren, oft zottig 
 Flaumhafer  –  Helictotrichon pubescens
47
Blattspreite höchstens im unteren Teil und Blattscheide nur ganz kurzhaarig 
 Wiesenrispe  –  Poa pratensis
48 (46’)
Blatt steif starr; Blattrand etwas knorpelig verdickt 
 Wiesenhafer  –  Helictotrichon pratense
48
Blatt nicht starr und steif; Blattrand nicht verdickt   ► 49
49 (48’)
Blatt 7 mm breit und darüber; Triebe scharf zweischneidig zusammengedrückt; Pflanze kräftig horstig   ► 50
49
Blatt und Triebe unter 7 mm breit   ► 51
50 (49)
Blatthäutchen sehr kurz, etwa 1 mm, derb. grün-bräunlich; Blatt derb. mit plötzlicher Kapuzenspitze; Pflanze auf trockenen sauren Böden 
 Bergrispe  –  Poa chaixii
50
Blatthäutchen bis 4 mm lang, weiß; Blatt weich, unregelmäßig längsknickig wie Carex strigosa; Pflanze in und an Waldbächen und Quellen 
 Quellrispe  –  Poa remota
51 (49’)
Blatt deutlich gerieft   ► 52
51
Blatt nur undeutlich gerieft   ► 53
52 (51)
Untere Blattscheiden rötlich 
 Deutsches Weidelgras  –  Lolium perenne
52
Untere Blattscheiden gelblich 
 Kammgras  –  Cynosurus cristatus
53 (51’)
Blatt linealisch mit plötzlicher Kapuzenspitze, (Abb. 13)   ► 54
Abb. 13
53
Blatt vom Grunde an allmählich zugespitzt, (Abb. 14)   ► 57
Abb. 14
54 (53)
Blatthäutchen kurz, an unteren Blättern oft nur ein Saum, niemals lang und spitz auslaufend   ► 55
54
Blatthäutchen auch an Grundblättern etwas ausgezogen   ► 56
55 (54)
Blattgrund gänzlich kahl 
 Wiesenrispe  –  Poa pratensis
55
Blattgrund oberseits sehr kurz locker weißfilzig; Blattspreite immer auffällig blaugrün, breit und derb, kräftiger als Poa pratensis; Pflanze nur in Quellwiesen 
 Bruchrispe  –  Poa athroostachya
56 (54’)
Blatthäutchen weiß, länglich; Blatt oft quergewellt, weich, hellgrün; Pflanze einjährig 
 Einjährige Rispe  –  Poa annua
56
Blatthäutchen weiß, so lang wie der Blattgrund; Triebe stumpf flachgedrückt, gekniet oder bogig aufsteigend, blaugrün, etwas steif 
 Gedrückte Rispe  –  Poa compressa
57 (53’)
Blatthäutchen sehr kurz, fast fehlend; Doppelrille im Alter leicht schwindend 
 Waldrispe  –  Poa nemoralis
57
Blatthäutchen länglich, abgerundet bis spitz   ► 58
58 (57’)
Blatt schmal, bis 3 mm breit, beiderseits matt; Scheiden matt   ► 59
58
Blatt bis 6 mm breit, unterseits in der Jugend stark glänzend; Scheide aufwärts rauh, in der Jugend stark glänzend 
 Gemeine Rispe  –  Poa trivialis
59 (58)
Triebe deutlich flachgedrückt, deutlich gekniet oder bogig aufsteigend; Pflanze mit langen Ausläufern 
 Gedrückte Rispe  –  Poa compressa
59
Triebe rundlich, nur am Grunde schwach bogig; Pflanze ohne Ausläufer 
 Sumpfrispe  –  Poa palustris
60 (25’)
Blattgrund mit Öhrchen, (Abb. 15)   ► 61
Abb. 15
60
Blattgrund ohne Öhrchen   ► 84
61 (60)
Blattgrund mit Haarbüscheln (Abb. 16); Pflanze nach Kumarin, Wurzelwerk nach Kuhstall duftend   ► 62
Abb. 16
61
Blattgrund ohne Haarbüschel; Pflanze nicht nach Kumarin duftend   ► 63
62 (61)
Stängel verzweigt; Blatthäutchen oft länger als der Stängel breit; Barthaare größtenteils aufwärts stehend; Pflanze einjährig, hellgrün, nur im Acker 
 Ackerruchgras  –  Anthoxanthum aristatum
62
Stängel nicht verzweigt; Blatthäutchen meist kürzer als der Stängel breit; Barthaare gerade abstehend; Pflanze ausdauernd, grün bis hellgrün, nur selten im Acker 
 Ruchgras  –  Anthoxanthum odoratum
63 (61’)
Blattscheiden verwachsen, eine geschlossene Röhre bildend   ► 64
63
Blattscheiden nicht bis über ein Drittel verwachsen, bei vorsichtigem Biegen lösen sich die dicht anliegenden Scheidenränder ab   ► 66
64 (63)
Pflanze mit Ausläufern, rasig; Blatthäutchen bis 1 mm lang, gestutzt, gezähnt; Öhrchen sehr kurz 
 Wehrlose Trespe  –  Bromus inermis
64
Pflanze ohne Ausläufer, horstig; Blatthäutchen 1 mm lang, eiförmig; Öhrchen ein langer schmaler Zahn   ► 65
65 (64’)
Blattscheiden sämtlich rauhhaarig 
 Zottige Waldtrespe  –  Bromus ramosus subsp. euramosus
65
Oberste Blattscheiden dicht weich kurzhaarig 
 Haarige Waldtrespe  –  Bromus ramosus subsp. benekeni
66 (63’)
Blattgrund und Öhrchen mit Borsten (Abb. 17), Blattrand oft sehr rauh; großes dichtes Horstgras bis 1,50 m Höhe 
 Rohrschwingel  –  Festuca arundinacea
Abb. 17
66
Blattgrund und Öhrchen ohne Borsten   ► 67
67 (66’)
Öhrchen 2 mm und länger; Blatt 6–15 mm breit   ► 68
67
Öhrchen unter 2 mm lang   ► 69
68 (67)
Blatt graublau, steif, oberseits matt; Scheiden jung rötlich; Strand- und Ruderalgras 
 Strandgerste (-roggen)  –  Elymus arenarius
68
Blatt grasgrün, glänzend; untere Scheiden immer purpur-rötlich; Schattengras 
 Riesenschwingel  –  Festuca gigantea
69 (67’)
Blatt deutlich gerieft; Riefen bisweilen so hoch wie breit   ► 70
69
Blatt weniger deutlich gerieft; Riefen flach   ► 75
70 (69)
Pflanze mit langen Ausläufern, lockerrasig   ►► 71
  Agropyron x acutum A. junceum x A. repens
70
Pflanze ohne Ausläufer, horstig   ► 72
71 (70)
Auf jedem Blattnerv mit einer einzigen Haar- oder Höckerreihe 
 Bastardquecke  –  Agropyron x acutum f. subrepens
71
auf jedem der genähert stehenden Nerven mit mehreren Haar- oder Höckerreihen 
 Bastardquecke  –  Agropyron x acutum f. subjunceum
72 (70’)
Blatthäutchen kurz, bis 1 mm lang. kürzer als der Blattgrund   ► 73
72
Blatthäutchen 1–3 mm lang, so lang oder länger als der Blattgrund   ► 74
73 (72)
Pflanze ausdauernd, mit nichtblühenden Trieben 
 Wiesenschwingel  –  Festuca pratensis
73
Pflanze einjährig, nur mit blühenden Trieben; reines Ackerunkraut 
 Taumellolch  –  Lolium temulentum
74 (72’)
Pflanze ausdauernd, mit nichtblühenden Trieben 
 Welsches Weidelgras  –  Lolium multiflorum
74
Pflanze einjährig, nur mit blühenden Trieben; reines Ackerunkraut 
 Leinlolch  –  Lolium remotum
75 (69’)
Öhrchen derb, krallenartig, gelblich bis braungrün; Blatthäutchen sehr kurz und derb; Blattgrund nicht auffällig schmaler als die größte Spreitenbreite   ► 76
75
Öhrchen weichhäutig, weiß bis weißgrün, Blatthäutchen nicht derb; Blattgrund meist auffällig schmaler als die größte Spreitenbreite   ► 81
76 (75)
Pflanze mit langen Ausläufern   ► 77
76
Pflanze ohne Ausläufer, Horstgras, reines Waldgras 
 Hundsquecke  –  Agropyron caninum
77 (76)
Rand der Blattscheide mit kammartigem Haarsaum, (Abb.15)   ► 78
Abb. 15
77
Rand der Blattscheide ohne kammartigen Haarsaum   ► 80
78 (77)
Rippen der Spreitenoberseite mit mehreren Reihen kurzer Samthaare oder Höcker 
  Agropyron x obtusiusculum A.junceum x A.litorale
78
Rippen der Spreitenoberseite nur mit einer einzigen Reihe von Höckern oder Haaren   ► 79
79 (78’)
Blattrand meist eingerollt; Spreite spitz, etwas stechend; Rippen nur mit kleinen Höckern; Pflanze steif aufrecht, bis 1 m hoch, hell blaugrau 
 Strandquecke  –  Agropyron litorale
79
Spreite meist flach, weicher; Rippe mit einzelnen Haaren; Pflanze niedriger, meist nicht steif aufrecht 
  Agropyron x pungens A. litorale x A.repens
80 (77’)
Rippen der Spreitenoberseite nur mit einer einzigen Haarreihe 
 Quecke  –  Agropyron repens
80
Rippen der Spreitenoberseite mit mehreren Reihen kurzer Samthaare und vereinzelten gewöhnlichen Haaren 
 Bastardquecke  –  Agropyron x acutum A. repens x A.junceum
81 (75’)
Blatt bis 15 mm breit. Knotenpartie mit dichter zottiger Behaarung; reines Waldgras 
 Waldgerste  –  Elymus europaeus
81
Blatt bis 8 mm breit. Knotenregion meist kahl; Pflanze nie im Wald   ► 82
82 (81)
Unterste Blattscheiden meist kahl; reine Ruderalpflanze (selten an Deichen) 
 Mäusegerste  –  Hordeum murinum
82
Unterste Blattscheiden behaart, reine Grünlandpflanze, besonders in Küstennähe   ► 83
83 (82’)
Triebe am Grunde zwiebelig verdickt, obere Scheiden eng anliegend 
 Wiesengerste  –  Hordeum nodosum
83
Triebe am Grunde nicht zwiebelig verdickt; obere Scheiden aufgeblasen 
 Deichgerste  –  Hordeum maritimum
84 (60’)
Blatt mit weißlich, gelblich bis rötlich gefärbtem breitem, oft, etwas glasigem Mittelstreifen; Blattkiel breit rundlich   ► 85
84
Blatt ohne auffällig anders gefärbten Mittelstreifen und Kiel, dieser nicht glasig   ► 92
85 (84)
Blatthäutchen vorhanden, weißlich   ► 86
85
Blatthäutchen fehlend oder durch Haarkranz ersetzt   ► 87
86 (85)
Scheiden lang bewimpert, Blatt bewimpert und behaart 
 Bluthirse  –  Digitaria sanguinalis
86
Scheide und Blatt meist kahl, wenigstens nie lang bewimpert 
 Kahle Hirse  –  Digitaria ischaemum
87 (85’)
Blatthäutchen durch Haarkranz ersetzt   ► 88
87
Blatthäutchen und Haarkranz fehlend 
 Hühnerhirse  –  Echinochloa crus-galli
88 (87)
Blatt mehr oder minder behaart; Scheidenrand nicht auffällig dicht behaart   ► 89
88
Blatt kahl; Scheidenrand meist mit dichter Haarleiste   ► 90
89 (88)
Blatt graugrün; auf dem Grunde der Blattoberseite vor dem Haarkranz bis 10 mm lange gewellte Wimpern 
 Graugrüne Hirse  –  Setaria pumila
89
Blatt hellgrün; Blattoberseite am Grunde nicht auffällig bewimpert 
 Saathirse  –  Panicum miliaceum
90 (88’)
Scheidenrand nur im oberen Teil mit kurzem Haarsaum 
 Quirlige Hirse  –  Setaria verticillata
90
Scheidenrand in ganzer Länge mit Haarleiste   ► 91
91 (90’)
Pflanze oft knickig aufsteigend; Blatt bis 10 mm breit; Randleiste des Blattes grob gesägt; Pflanze grau-grünlich, bisweilen rot überlaufen, im Jugendstadium meist hell gelbgrün 
 Grüne Hirse  –  Setaria viridis
91
Pflanze aufrecht; Blatt bis 15 mm breit; weiße Randleiste des Blattes fein gesägt; Pflanze gelbgrünlich, im ganzen heller, größer und weicher als Setaria viridis 
 Italienische Hirse  –  Setaria italica
92 (84’)
Blatthäutchen durch Haarkranz ersetzt   ► 93
92
Blatthäutchen vorhanden   ► 97
93 (92)
Pflanze in dichten, mehrjährigen Horsten, nie im Acker   ► 94
93
Pflanze nicht in dichten, ausdauernden Horsten, höchstens in einjährigen, lockeren Büscheln   ► 95
94 (93)
Alle Blätter fast grundständig; Stängel nur am Grunde mit Knoten; der oberste Knoten bis zu 5 cm über dem Grunde; Blatt nicht scharf gegen die Scheide abgesetzt; Grund der Blattscheide knotig verdickt (Blatt abreißen!); (Abb. 18), Pflanze nie auf Salzboden 
 Bentgras  –  Molinia coerulea
Abb. 18
94
Stängel auch höher über dem Grunde mit Knoten; Blätter nicht alle fast grundständig; Blatt gegen die Scheide deutlich abgesetzt; Pflanze nur auf Salzboden 
 Schlickgras  –  Spartina townsendii
95 (93’)
Pflanze ausdauernd; mit Ausläufern; Scheide mit Querverbindungen 
 Reth  –  Phragmites communis
95
Pflanze einjährig, ohne Ausläufer; Scheiden ohne Querverbindungen   ► 96
96 (95’)
Blattgrund mit langen Wimpern, Scheidenrand nicht auffällig dicht behaart 
 Graugrüne Hirse  –  Setaria pumila
96
Blattgrund ohne lange Wimpern, Scheidenrand mit dichter Haarleiste 
 Grüne Hirse  –  Setaria viridis
97 (92’)
Zu Seiten des Blattgrundes ein deutlicher Haarbart (Abb. 16), Pflanze nach Kumarin duftend   ► 98
Abb. 16
97
Zu Seiten des Blattgrundes kein deutlicher Haarbart; Pflanze fast nie nach Kumarin duftend   ► 99
98 (97)
Stängel verzweigt; Blatthäutchen oft länger als der Stängel breit. Barthaare größtenteils aufwärts stehend; Pflanze einjährig, hellgrün, nur im Acker 
 Ackerruchgras  –  Anthoxanthum aristatum
98
Stängel nicht verzweigt; Blatthäutchen meist kürzer als der Stängel breit; Barthaare gerade abstehend; Pflanze ausdauernd, nur selten im Acker 
 Ruchgras  –  Anthoxantum odoratum
99 (97)
Blattscheide bis über die Hälfte verwachsen   ► 100
99
Blattscheide nicht oder nur im unteren Drittel verwachsen   ► 110
100 (99)
Scheide durch herablaufenden Blattkiel durchgehend gekielt, unmittelbar unter dem Blattgrund verwachsen   ► 101
100
Halm rundlich, nicht durch herablaufenden Blattkiel durchgehend gekielt; Blattscheide unter dem Blattgrund oft noch ein kurzes Stück offen   ► 102
101 (100)
Blatthäutchen mit lanzettlichem Anhängsel gegenüber der Blattspreite, Blatthäutchen gewissermaßen um180 Grad verschoben, (Abb.19) 
 Einblütiges Perlgras  –  Melica uniflora
Abb. 19
101
Blatthäutchen ohne ein solches Anhängsel, sehr kurz nur ein bräunlicher Saum 
 Nickendes Perlgras  –  Melica nutans
102 (100’)
Knoten behaart   ► 103
102
Knoten kahl   ► 108
103 (102)
Ackerunkraut und Ruderalpflanze   ► 104
103
Pflanze nicht im Acker   ► 105
104 (103)
Blattscheiden rückwärts gerichtet behaart, obere bisweilen kahl; Blatt beiderseits behaart, obere Blätter bisweilen unterseits kahl; Blatthäutchen 1-3 mm lang. gefranst; Blatt bis 8 mm breit 
 Ackertrespe  –  Bromus arvensis
104
Blattscheiden kahl, untere bisweilen behaart; Blatt bis über 10 mm breit, oberseits behaart, unterseits kahl, am Rande bewimpert; Blatthäutchen kurz, starkgezähnt 
 Roggentrespe  –  Bromus secalinus
105 (103’)
Knoten sehr gleichmäßig kurz rückwärtsstehend behaart, länger als breit (Abb. 20); unterer Knotenrand nie bärtig; Scheide und Stengel in der Regel gleichmäßig kurz etwas rückwärtsstehend behaart 
 Wiesentrespe  –  Bromus racemosus
Abb. 20
105
Knoten mit kürzeren und längeren Haaren ungleichmäßig behaart; unterer Rand des Knotens oft etwas bärtig; Stengel und Scheide oft ungleichmäßig behaart   ► 106
106 (105’)
Triebe alle seitlich niederliegend, kaum über 15 cm lang; Spelzen kahl und glänzend; Pflanze der Küste, besonders des Strandwalles 
 Strandtrespe  –  Bromus hordeaceus
106
Triebe mehr oder minder aufrecht   ► 107
107 (106’)
Spelzen behaart 
 Weiche Trespe  –  Bromus mollis subsp. vulgaris
107
Spelzen kahl 
 Kahle Trespe  –  Bromus mollis subsp. lepidus
108 (102’)
Pflanze ausdauernd mit Ausläufern; Blatt oberseits meist kahl, unterseits nur an der Mittelrippe behaart 
 Wehrlose Trespe  –  Bromus inermis
108
Pflanze einjährig, ohne Ausläufer; Blatt oberseits behaart, selten kahl   ► 109
109 (108’)
Stängel gänzlich kahl; Blatt unterseits etwas glänzend, meist kahl, seltener kurz behaart, bis 6 mm breit; Blatthäutchen 1-4 mm lang, stark zerschlitzt 
 Taube Trespe  –  Bromus sterilis
109
Stängel oberwärts kurz behaart; Blatt unterseits matt, meist dicht kurzhaarig, bis 4 mm breit; Blatthäutchen bis 2 mm lang, kurz zerschlitzt 
 Dachtrespe  –  Bromus tectorum
110 (99’)
Blattscheiden behaart, wenigstens die unteren; Knoten meistens behaart   ► 111
110
Blattscheiden alle kahl; selten nur Knoten behaart   ► 118
111 (110)
Untere Blattscheiden rosarot-grün gestreift (Pyjamagras); Pflanze horstig 
 Wolliges Honiggras  –  HoIcus lanatus
111
Untere Scheiden nicht so gestreift, oder selten, dann Pflanze aber nicht horstig   ► 112
112 (111’)
Pflanze kräftig, robust, mit langen Ausläufern; Spreite bis 15 mm breit, derb und fest. Graugrün 
 Landschilf  –  Calamagrostis epigeios
112
Spreite bis 10 mm breit; weich; Pflanze nicht derb und robust   ► 113
113 (112’)
Knoten kahl; Pflanze einjährig 
 Deichgerste  –  Hordeum maritimum
113
Knoten behaart, selten kahl; Pflanze mehrjährig   ► 114
114 (113’)
Blatt vom ersten Drittel her zum Grunde stark und gleichmäßig keilförmig verschmälert (Abb. 21); Blattgrund dem Stengel meist anliegend   ► 115
Abb. 21
114
Blatt zum Grunde nicht lang keilförmig stark verschmälert; Blattgrund vom Stengel gewöhnlich abstehend, (Abb. 22)   ► 116
Abb. 22
115 (114)
Pflanze horstig ohne Ausläufer; reines Waldgras; Blatt unterseits dunkelgrün 
 Waldzwenke  –  Brachypodium silvaticum
115
Pflanze lockerrasig mit Ausläufern; Blatt unterseits matt hellgrün; Pflanze warmer, lichtreicher, kalkreicher Böden 
 Fiederzwenke  –  Brachypodium pinnatum
116 (114’)
Knoten auffällig dicht behaart; im Gegensatz zum Stängel untere Scheiden in der Jugend bisweilen rötlich gestreift; Pflanze mit Ausläufern rasig 
 Weiches Honiggras  –  Holcus mollis
116
Pflanze horstig ohne Ausläufer; Knoten nicht auffällig dichter behaart, jedoch bisweilen stärkere Behaarung eben ober- und unterhalb des Knotens   ► 117
117 (116’)
Blatt bis 8 mm breit; beiderseits mit schwachem Seidenglanz; Blattoberseite meist behaart 
 Glatthafer  –  Arrhenatherum elatius
117
Blatt bis 5 mm breit, ohne Seidenglanz, frisch- bis stumpfgrün; unter- und oberhalb des Knotens oft ein Kranz rückwärts stehender längerer Härchen, die besonders unterhalb des Knotens eng anliegen und eine Haarkrause bilden, (Abb. 23) 
 Goldhafer  –  Trisetum flavescens
Abb. 23
118 (110’)
Knoten behaart; Zähne der Blattränder im unteren Drittel nach rückwärts, in der oberen Hälfte nach vorwärts gerichtet 
 Wilder Reis  –  Leersia oryzoides
118
Knoten unbehaart; Zähne des Blattrandes alle gleichgerichtet   ► 119
119 (118’)
Riefen der Blattoberseite dicht kurzhaarig wie Fischgrätenmuster (Abb. 24); Blatt oft etwassukkulent und eingerollt, bis 6 mm breit 
 Dünenquecke  –  Agropyron junceum
Abb. 24
119
Blattriefen nicht wie Fischgrätenmuster behaart   ► 120
120 (119’)
Blatt derb, steif, auf Dünen und sandigen Triften   ► 121
120
Blatt nicht auffällig derb und steif   ► 123
121 (120)
Blatthäutchen abgerundet, nicht über 10 mm lang. nicht tief gespalten 
 Landschilf  –  Calamagrostis epigeios
121
Blatthäutchen bis über 10 mm lang ausgezogen, tief eingespalten   ► 122
122 (121’)
Blatt meist flach, oberseits graugrün, bis 10 mm breit; Riefen schmal. 8–14; Knoten so lang wie breit, meist rotgrünlich 
 Baltischer Strandhafer  –  Ammophila x baltica A. arenaria x Calamagrostis epigeios
122
Blatt meist gerollt, oberseits hell blaugrün, etwas sukkulent, bis 8 mm breit; Riefen sehr kräftig, 6-10; Knoten fast doppelt so lang wie breit, meist gelbgrünlich 
 Strandhafer  –  Ammophila renaria
123 (120’)
Blatt oberseits auffällig erhaben gerieft; Riefen so hoch wie breit, (Abb. 7)   ► 124
Abb. 7
123
Blatt oberseits nicht auffällig erhaben gerieft; Riefen nicht so hoch wie breit   ► 127
124 (123)
Blatt meist über 15 cm lang. wenigstens die grundständigen; Pflanze dicht horstig, ausdauernd   ► 125
124
Blatt meist unter 15 cm lang, weich; Pflanze lockerhorstig bis rasig   ► 126
125 (124)
Blatt oberseits rückwärts sehr rauh, dunkelgrün, nicht sukkulent; Riefen sich im Gegenlicht scharf dunkelgrün/weiß abhebend 
 Rasenschmiele  –  Deschampsia caespitosa
125
Blatt oberseits nur schwach rauh, etwas sukkulent, graugrün bis meergrün 
 Stromschmiele  –  Deschampsia wibeliana
126 (124’)
Blatt graugrün; Knoten oft violett-braun überlaufen 
 Knickfuchsschwanz  –  Alopecurus geniculatus
126
Pflanze oft hechtgrün überlaufen; Knoten meist gelblich grün, oft glasig 
 Rostgelber Fuchsschwanz  –  Alopecurus aequalis
127 (123’)
Blatt vom ersten Drittel her zum Grunde stark keilförmig verschmälert, zum mindesten bei den grundständigen Blättern (Abb. 21); Blattgrund dem Halm meist anliegend   ► 128
Abb. 21
127
Blatt vom ersten Drittel her nicht auffällig stark verschmälert; Blattgrund dem Halm meist nichtdicht anliegend, abstehend   ► 134
128 (127)
Pflanze dicht horstig, ohne Ausläufer; reine Waldgräser   ► 129
128
Pflanze lockerrasig mit Ausläufern   ► 130
129 (128)
Blattgrund auf der Rückseite mit bärtigem Haargrund, besonders bei grundständigen Blättern, (Abb. 25) 
 Waldreitgras  –  Calamagrostis arundinacea
Abb. 25
129
Blattgrund auf der Rückseite nicht mit bärtigem Haarkranz 
 Waldschwingel  –  Festuca altissima = F. silvatica
130 (128’)
Stängel am Grunde mit mehreren genäherten Knoten; Pflanze nach Waldmeister duftend 
 Mariengras  –  Hierochloa odorata
130
Stängel am Grunde ohne genäherte Knoten; Pflanze nicht nach Waldmeister duftend   ► 131
131 (130’)
Rand des Blattgrundes oft mit einigen bärtigen Haaren; Blatt besonders beiderseits des Blattgrundes und Stängel ober- und unterhalb der Knoten oft mit hellem abwischbarem Wachsüberzug 
 Flattergras  –  Milium effusum
131
Blattgrund gänzlich unbehaart; Pflanze ohne Wachsüberzug   ► 132
132 (131’)
Blatt unterseits grasgrün, oft stark glänzend; Spreite oft wie ein Carex-Blatt längs-gefaltet 
 Wiesenreitgras  –  Calamagrostis canescens
132
Blatt unterseits meist graugrün, nur schwach glänzend oder matt; Spreite nie Carex-artiggeknickt   ► 133
133 (132’)
Blatt über 5 mm breit, mit farblosem Rand;Scheiden rauh 
 Landschilf  –  Calamagrostis epigeios
133
Blatt bis 5 mm breit, ohne farblosen Rand; Scheiden meist glatt 
 Übersehenes Reitgras  –  Calamagrostis neglecta
134 (127’)
Blattgrund am Rande oft mit einigen bärtigen Haaren; Blatt besonders beiderseits des Blattgrundes und Stängel ober- und unterhalb der Knoten oft mit hellem abwischbarem Wachsüberzug 
 Flattergras  –  Milium effusum
134
Blattgrund kahl; Pflanze ohne Wachsüberzug   ► 135
135 (134’)
Blatt riedartig, bis 20 mm breit, im Mittel 7-12 mm; Pflanze bis 2 m hoch, nur auf nassen bis feuchten Böden; Blatthäutchen weiß, groß, lang ausgezogen; Scheide mit Querverbindungen 
 Rohrglanzgras  –  Phalaris arundinacea
135
Blatt nicht Reth-artig, höchstens bis 10 mm breit, im Mittel nicht über 7 mm; Blatthäutchen selten über 5 mm lang. selten über 3 mm breit; Scheide meist ohne Querverbindungen   ► 136
136 (135’)
Blatthäutchen tief zerschlitzt, gefranst (Abb. 26); Blatt oberseits mit dichtem, sehr kurzem Haarüberzug; Ackerunkraut 
 Windhalm  –  Apera spica-venti
Abb. 26
136
Blatthäutchen nicht tief zerschlitzt   ► 137
137 (136’)
Blatthäutchen an einer Seite mit einem hochgezogenen Zahn (Abb. 27); Stängel am Grunde meist knollig verdickt 
 Wiesenlieschgras  –  Phleum pratense
Abb. 27
137
Blatthäutchen ohne solchen Zahn; Stängel am Grunde nicht knollig verdickt   ► 138
138 (137’)
Ränder der Blattspreite im unteren Teil bewimpert; reines Ackerunkraut 
 Flughafer  –  Avena fatua
138
Spreitenränder gänzlich kahl   ► 139
139 (138’)
Blatt oberseits behaart. Horstgräser trockenen, nicht beweideten Grünlandes   ► 140
139
Blatt oberseits kahl   ► 141
140 (139)
Blatt bis 8 mm breit, schwach seidenglänzend 
 Glatthafer  –  Arrhenatherum elatius
140
Blatt bis 5 mm breit, matt; unterhalb der Knoten oft ein Kranz längerer, rückwärts stehender, eng anliegender Härchen wie eine Haarkrause, (Abb. 23) 
 Goldhafer  –  Trisetum flavescens
Abb. 23
141 (139’)
Pflanze einjährig, locker büschelig, nur mit blüh-Trieben   ► 142
141
Pflanze ausdauernd, auch mit nichtblühenden Trieben   ► 143
142 (141)
Pflanze 3–10 cm hoch, nur am Sandstrand der Küste 
 Sandlieschgras  –  Phleum arenarium
142
Pflanze über 20 cm hoch, reines Ackerunkraut, neuerdings auch ruderal 
 Ackerfuchsschwanz  –  Alopecurus myosuroides
143 (141’)
Blatthäutchen der grundständigen Blätter kurz, bis 1 mm lang. gerade abgeschnitten   ► 144
143
Blatthäutchen der grundständigen Blätter über 1 mm lang, rundlich bis spitzlich ausgezogen   ► 145
144 (143)
Blatt in der Durchsicht dreifarbig gerieft, etwas blaugrün, etwas dicklich-derb, bisweilen mit deutlich abgesetztem hellem Kiel 
 Zittergras  –  Briza media
144
Blatt in der Durchsicht nicht deutlich dreifarbig gerieft, stumpf-grün, nicht derb, ohne deutlich abgesetzten hellen Kiel 
 Rotes Straußgras  –  Agrostis tenuis
145 (143’)
Grundständige Blätter unter 2 mm breit 
 Hundsstraußgras  –  Agrostis canina
145
Grundständige Blätter über 2 mm breit   ► 146
146 (145’)
Gras offener trockener Sandböden 
 Heide-Hunds Straußgras  –  Agrostis canina arida
146
Gras nicht auf trockenen offenen Sandböden   ► 147
147 (146’)
Blatthäutchen nicht lang ausgezogen, abgerundet oder gestutzt   ► 148
147
Blatthäutchen lang ausgezogen, spitzlich oder abgerundet, rein weiß   ► 149
148 (147)
Blatthäutchen schmutzig-weiß, abgerundet, derb; Blattgrund meist bogig ansetzend (Abb. 28); Blattränder im unteren Drittel bogig verlaufend 
 Wiesenfuchsschwanz  –  Alopecurus pratensis
Abb. 28
148
Blatthäutchen weißlich, quer gestutzt und gezähnelt; Blattgrund; eckig ansetzend (Abb. 29); Blattränder im unteren Drittel geradlinig 
 Glatthafer  –  Arrhenatherum elatius
Abb. 29
149 (147’)
Pflanze mit unterirdischen Ausläufern, queckenähnlich 
 Riesenstraußgras  –  Agrostis gigantea
149
Pflanze mit oberirdischen Kriechtrieben   ► 150
150 (149’)
Triebe aufrecht oder aufsteigend. Pflanze lockerhorstig 
 Fioringras  –  Agrostis stolonifera = A. alba subsp. genuine
150
Pflanze mit niederliegenden Kriechtrieben   ► 151
151 (150’)
Kriechtriebe sehr lang; Blattspreite meist über 5 cm lang 
 Flecht Straußgras  –  Agrostis stolonifera subsp. prorepe
151
Kriechtriebe kurz; Blattspreite 2-6 cm lang; zart, flach; Pflanze nur auf Salzböden 
 Küstenstraußgras  –  Agrostis stolonifera subsp. nov. salina


Kulturgräser

In unserem Gramineenschlüssel sind nun nicht enthalten die reinen Kulturgräser. Von diesen macht der Mais, Zea mais, schon durch seine ungewöhnlichen Größenverhältnisse, keine Schwierigkeit des Erkennens. Etwas anders verhält es sich allerdings mit unseren althergebrachten Getreide-Arten Weizen, Roggen, Gerste und Hafer. Was dem Landwirt allein schon vom Aspekt her eine Selbstverständlichkeit ist, das bereitet dem Biologen bisweilen Ungelegenheit, wenn er nämlich im Frühsommer etwa vor einem Getreidefeld steht, in dem noch keine Blütentriebe zu sehen sind, und dann sagen soll, um welche Fruchtart es sich hier handele. Also:

Kulturgräser (Gräser)
Von: E.-W. Raabe
Der Bestimmungsschlüssel wird hier in Absprache mit Prof. Klaus Dierßen, Kiel republiziert.
Geographischer Geltungsbereich: Schleswig-Holstein — Zielgruppe: Experten — Zusammenarbeit: offen
1
Blattgrund ohne Öhrchen 
  Hafer
1
Blattgrund mit Öhrchen   ► 2
2
Öhrchen und Blattgrund mit Borsten 
  Weizen
2
Öhrchen und Blattgrund ohne Borsten, kahl   ► 3
3
Öhrchen lang krallig ausgezogen, oft über 2 mm lang 
  Gerste
3
Öhrchen kurz, derb, unter 2 mm lang 
  Roggen
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Bestimmungsschlüssel der wichtigsten Gräser SH (E.-W. Raabe, 1975) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
15 Februar 2013 13:32:19). Abgerufen am 22. September 2017, 08:34 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Bestimmungsschlüssel_der_wichtigsten_Gräser_SH_(E.-W._Raabe,_1975)