Bestimmungsschlüssel für eingebürgerte und neophytische Panicum-Arten in Deutschland (Anette Rosenbauer und Uwe Amarell)

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Quelle: http://www.flora.naturkundemuseum-bw.de/BestimmungPanicum.pdf (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Anette Rosenbauer; Uwe Amarell (Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart) beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Zitiervorschlag: Rosenbauer, Anette & Amarell, Uwe 2012. Bestimmungsschlüssel für eingebürgerte und neophytische Panicum-Arten in Deutschland. http:/​/​offene-naturfuehrer.​de/​web/​Bestimmungsschlüssel_​für_​eingebürgerte_​und_​neophytische_​Panicum-Arten_​in_​Deutschland_​(Anette_​Rosenbauer_​und_​Uwe_​Amarell)


Zum Blütenaufbau von Panicum

Die Ährchen von Panicum sind immer zweiblütig, dabei ist jedoch nur das obere Blütchen fertil und vollständig entwickelt.

Von außen betrachtet sieht man am Ährchen 2 Hüllspelzen, die untere ist kürzer (ca. 1/2 der Ährchenlänge), die obere ist meist so lang wie das Ährchen.

Das untere Blütchen kann männlich sein (so z. B. bei P. laevifolium) oder steril (so bei P. miliaceum, P. capillare etc.) und ist dann häufig sehr stark reduziert.

Hinter der oberen Hüllspelze befindet sich die gut entwickelte Deckspelze des unteren (sterilen) Blütchens, die Vorspelze dieses (unteren) Blütchens ist meist auf ein winziges Rudiment reduziert und (bei P. capillare etc.) nahezu nicht sichtbar; dagegen sehr schmal, klein und häutig bei P. miliaceum, und recht deutlich erkennbar bei P. hillmanii.

Deckspelze und Vorspelze des oberen fertilen Blütchens sind beide gut entwickelt, verhärtend und sehr fest an die Karyopse gedrückt (aber nicht angewachsen), sie bilden die äußere Umhüllung der Spelzfrucht, dabei umfasst die (obere) Deckspelze die (obere) Vorspelze seitlich etwas, die eigentliche Karyopse bekommt man also bei Panicum nie zu sehen, es sei denn, man schält die Spelzfrucht mit Gewalt. Die beiden Spelzen bleiben auch bis zur Keimung erhalten, der Keimling durchbricht mit der Keimwurzel eine dünne Stelle im unteren Bereich der Deckspelze und die Koleoptile drückt an der Spitze Deck- und Vorspelze auseinander.


Zeichnung: Anette Rosenbauer
Panicum hillmanii, Zeichnung: Anette Rosenbauer


Schlüssel

Panicum (Poaceae)
Von: Anette Rosenbauer; Uwe Amarell
Geographischer Geltungsbereich: Mitteleuropa — Zusammenarbeit: offen
1
Blattscheiden kahl   ► 2
1*
Blattscheiden behaart   ► 3
2
Ährchen 2–2,6 mm lang und ca. 1,2 mm breit, untere Hüllspelze 3-nervig, unteres Blütchen männlich, Neophyt aus Südafrika 
  P. laevifolium
2*
Ährchen 2,4–3,2 mm lang und ca. 1 mm breit, untere Hüllspelze 1-nervig, unteres Blütchen steril, Neophyt aus N- und Mittelamerika 
  P. dichotomiflorum
3
Ährchen 2–3 mm lang, untere Hüllspelze 1/3 bis 1/2 so lang wie das Ährchen Artengruppe   ►► 4
  P. capillare agg.
3*
Ährchen 4–5 mm lang, untere Hüllspelze 2/3 so lang wie das Ährchen 
  ▼▼ A  –    P. miliaceum
A
Rispe aufrecht, steif stehend, Frucht 1,5-2 mm breit 
  P. miliaceum subsp. ruderale
A*
Rispe nickend, Rispenzweige überhängend, Frucht 2-2,3 mm breit   ► B
B
Frucht olivbraun, schokoladenbraun bis schwärzlich, zur Reifezeit leicht ausfallend 
  P. miliaceum subsp. agricola
B*
Frucht hellgelb oder rötlich, zur Reifezeit nicht ausfallend 
  P. miliaceum subsp. miliaceum
4
Fruchtende Deckspelzen dunkelbraun. Seitlich am Grund mit zwei deutlichen Schwellkörpern, Abbruchstelle der von Deckspelze und Vorspelze umschlossenen Frucht mit mondsichelförmigem Wulst. Vorspelze des sterilen unteren Blütchens entwickelt, ca. 1–1,5 mm lang. Neophyt aus Nordamerika 
  P. hillmanii
4*
Fruchtende Deckspelzen hell- bis olivbraun. Ohne seitliche Schwellkörper (selten angedeutet), Abbruchstelle der von Deckspelzen und Vorspelze umschlossenen Frucht ohne mondsichelförmigem Wulst, Vorspelze des sterilen unteren Blütchens fehlend oder sehr stark reduziert, maximal 0,3 mm lang   ► 5
5
Subterminale Ährchen deutlich gestielt und abgespreizt, Ährchenstiele haarfein, Ährchen 0,8–1,1 mm breit und 2–2,8 mm lang, mit kurzer Spitze, obere Hüllspelze und untere Deckspelzen 7–9 nervig 
  P. capillare
5*
Subterminale Ährchen sehr kurz gestielt und dem Stängel angedrückt, dadurch in 2er-Gruppen. Ährchen 0,7–0,8 mm breit und 2,3–3 mm lang, mit lang schwanzförmiger Spitze, obere Hüllspelze und untere Deckspelzen 5–7 nervig 
  P. riparium


Quellen

  • Barkworth, M.E., Capels, K.M., Long, S., Piep, M.B. (2003): Flora of North America Vol. 25
  • Fischer, M., Oswald, K., Adler, W. (2008): Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol, 3. Auflage
  • Hügin, G. (2010): Panicum dichotomiflorum, P. hillmanii, (P. laevifolium), P. miliaceum subsp. agricola, P. miliaceum subsp. ruderale und Setaria faberi in Südwestdeutschland und angrenzenden Gebieten. Berichte der Botanischen Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutschland, 31-68
  • Rothmaler, W. (2005): Exkursionsflora von Deutschland Band 4, 10. Auflage




Die Offenen Naturführer danken der Zentralstelle für die floristische Kartierung von Baden-Württemberg (www.flora.naturkundemuseum-bw.de, Staatliches Museum für Naturkunde, Rosenstein 1, 70191 Stuttgart) herzlich für die Unterstützung und die Lizenzierung dieser Bestimmungshilfe!

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Bestimmungsschlüssel für eingebürgerte und neophytische Panicum-Arten in Deutschland (Anette Rosenbauer und Uwe Amarell) (Zuletzt geändert:
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