Blindschleiche – Anguis fragilis

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Mit Formular bearbeiten
Deutscher Name: Blindschleiche
Wissensch. Name: Anguis fragilis
Weitere deutsche Namen: Westliche Blindschleiche
Großgruppe: Reptilien
Taxonomie: Ordnung Squamata / Familie Anguidae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: Vorwarnliste

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • Echsenkopf mit beweglichen Augenlidern
  • starre Fortbewegung
Die Blindschleiche ist braun bis kupferfarben und hat oft einen dunklen Rückenstreifen. Charakteristisch sind der typische Echsenkopf mit beweglichen Augenliedern und die starre Fortbewegung. Die Männchen sind oft heller als die Weibchen und haben keine Rückenlinie. Die Jungtiere sind meist hell silbergrau mit schwarzen Rückenstreifen.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Die Blindschleiche hat einen beinlosen, langgestreckten Körper, welcher der Schlangenform ähnelt. Charakteristisch ist die vergleichweise starre Fortbewegung und der plumpere Körperbau. Sie ist grau bis braun gefärbt und trägt oft einen dunklen Ruckenstreifen. An den Flanken sind manchmal blaugraue Augenflecken zu sehen. Die Beine sind stark zurückentwickelt. Sie erreicht eine Körperänge von etwa 58cm, wovon der stumpfe Schwanz etwas über die Hälfte der Gesamtlänge ausmacht. Bei Gefahr kann sie ihren Schwanz teilweise oder ganz abwerfen. Anders als bei anderen Eidechsenarten wächst dieser kaum nach.

Verhalten: Während der Sommerzeit sind Blindschleichen dämmerungsaktiv.

Lebensweise und Fortpflanzung: Die Blindschleiche frisst fast ausschließlich Regenwürmer und Nacktschnecken. Auf diese ist ihr Gebiss angepasst. Sie überwintert in frostgeschützten Bodenverstecken, wo man oft Massenansammlungen von Tieren vorfindet.

Lebensraum: Die Blindschleiche bevorzugt bodenfeuchte Standorte in halbschattiger Lage. Sie besiedelt vor allem lichte Laubwälder, Schneisen und Wegränder mit vegetationsreicher Bodendeckung.

Verbreitung: Die Blindschleiche ist in West-, Mittel- und Osteuropa sehr verbreitet und kommt im Flachland bis in hochalpiner Lage vor. Sie fehlt komplett in Irland, im Norden Skandinaviens und Russlands sowie auf den meisten Mittelmeerinseln. In Deutschland ist sie flächendeckend verbreitet.

Verbreitung nach Bundesland:
ganz Deutschland

Mensch und Stadt

Man findet Blindschleichen oft unter Totholz oder Steinen an Wiesen, Brachflächen, Waldrändern, Gärten und in Parkanlagen. Sie bevorzugen bodenfeuchte Standorte in halbschattiger Lage.

Wissenswertes

  • Name: Der deutsche Name "Blindschleiche" ist leicht verwirrend: das Althochdeutsche „plint“ bedeutet blendend und bezieht sich auf ihr kupferig-schillerndes Erscheinungsbild.
  • Giftigkeit: Die Blindschleiche ist für den Menschen völlig ungefährlich.
  • Verwendung: Der deutsche Name "Blindschleiche" ist leicht verwirrend: das Althochdeutsche „plint“ bedeutet blendend und bezieht sich auf ihr kupferig-schillerndes Erscheinungsbild.
  • Der lange, beinlose Körper sieht einer Schlange zwar ähnlich, doch zählt sie zu den Echsen. Die Beine haben sich während der Evolution zurückentwickelt. Beim näheren Hinschauen erkennt man die stark reduzierten Beinfortsätze am Schwanzansatz.
  • Bei Gefahr kann sie ihren Schwanz teilweise oder ganz abwerfen. Anders als bei anderen Eidechsenarten wächst dieser kaum nach.
  • Die Blindschleiche gebärt ihre voll entwickelten Jungen in einer dünnen Eihaut, die vom Jungtier kurz nach der Geburt durchbissen wird.
  • Sie überwintert in frostgeschützten Bodenverstecken. Dort findet man oft Massenansammlungen von Tieren.
  • Sie frisst fast ausschließlich Regenwürmer und Nacktschnecken. Ihr Gebiss ist auf diese Nahrung angepasst.
  • Alle europäischen Reptilien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Quellen, Literatur, Weblinks