Bromus secalinus – Roggen-Trespe (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: Arno Littmann, JKI)

Bromus secalinus, die Roggen-Trespe, gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Der englische Name ist Rye Brome, Chess oder Cheat. EPPO-Code BROSE.

Die Roggen-Trespe wird heute als Zierpflanze angebaut. Früher war sie ein weit verbreitetes Ungras, das ursprünglich in Europa, Nordafrika und Westasien beheimatet war und das heute auch in Nordamerika zu finden ist. Die Roggen-Trespe hatte sich stark dem Getreidebau angepasst. So haben die Samen keine Keimruhe mehr und die Ährchen bleiben bei der Reife haften und wurden mitgeerntet. Sie wurde in Getreideresten aus der Jungsteinzeit gefunden und damals wohl auch mitgegessen. Seit Beginn des vorigen Jahrhunderts ist die Roggen-Trespe seltener geworden, da die Saatgutreinigung optimiert wurde. Sie war auf sauren Böden in nassen Jahren häufig. Heute kann man sie nur selten im Wintergetreide oder auf Ödland finden.

Die bis zu 1,50 m hohe Pflanze ist einjährig, manchmal auch zweijährig, und bildet Horste. Wie alle Trespen hat sie lockere, ansehnliche Rispen, kann aber durch die großen, bis 2,5 cm langen Ährchen leicht identifiziert werden. Die Grannen können 8 mm Länge erreichen. Blütezeit ist Juni und Juli.

Manchmal kann man sie als Ziergras (Bromus secalinus subsp. multiflorus oder grossus = Bromus grossus) getrocknet in Geschäften sehen. Sie bestockt sich gut mit bis zu 30 Stielen pro Pflanze. Die Halme müssen genügend lang sein, denn die Rispe misst bereits 15 cm. Sie wird kopfüber hängend getrocknet.

Die Roggen-Trespe kann vom Mutterkorn (Claviceps purpurea) befallen werden, einer Krankheit, die vor allem im Roggen verbreitet ist.

Verfasser: W. Wohlers, JKI. Mai 2011.