Camelina alyssum – Gezähnter Leindotter (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W.Wohlers, JKI)

Camelina alyssum, der Gezähnte Leindotter, gehört zur Familie der Brassicaceae, ehemals Cruciferae (Kreuzblütler). Der englische Name ist Flatseed, False Flax. EPPO-Code CMAAL.

Der Gezähnte Leindotter ist ausgestorben. Er war an Lebensbedingungen in Leinfeldern angepasst und verschwand aus unserer Kulturlandschaft, als der Leinanbau aufgegeben wurde, in denen er mit seiner dottergelben Blütenfarbe stark aufgefallen sein muss. Die fast 1 cm langen, birnenförmigen Schoten sind typisch für den Leindotter, auch für den Saat-Leindotter (Camelina sativa), der in letzter Zeit als Ölsaat wieder in Mode kommt und der bereits in der Bronzezeit angebaut wurde. Allerdings ist er als Speiseöl für menschliche oder allgemein für die tierische Ernährung nicht so geeignet, da der Gehalt an Eicosen- und Linolensäure recht hoch ist, kann aber in der Farbindustrie wie Leinöl verwendet werden. In einigen botanischen Werken wird der Gezähnte Leindotter nur als Unterart zum Saat-Leindotter (Camelina sativa subsp. alyssum) geführt.

Die einjährige, aufrecht wachsende Pflanze kann durchaus 1 m hoch werden. Die Blätter sind buchtig gezähnt, daher der Name, manchmal auch ganzrandig. Die Pflanze ist kahl, nur die Blüten sind spärlich behaart. Die Schoten sind kugelig bis birnenförmig, etwa 4 mm dick und bis 10 mm lang. Häufig haben sie eine Eindellung, die man später nach dem Samenausfall an den zurückbleibenden Scheidewänden, dem Replum, dem Rahmen, erkennen kann.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. April 2010