Campanula rapunculoides – Acker-Glockenblume (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W.Wohlers)

Campanula rapunculoides, die Acker-Glockenblume, auch Rapunzelartige Glockenblume gehört zur Familie der Campanulaceae (Glockenblumengewächse). Die englischen Namen sind Creeping oder Rampion Bellflower, auch Purple Bell. EPPO-Code CMPRA.

Die Acker-Glockenblume ist in Europa und Asien bis nach Westsibirien heimisch. In Deutschland gibt es nur wenige Gebiete, wo sie nicht wächst. Nach Nordamerika wurde sie verschleppt und ist dort vor allem im Norden zu finden. In Skandinavien kommt sie bis zum 66sten Breitengrad vor, vereinzelt auch noch am Polarkreis. In Australien und Neuseeland ist sie nur wenig verbreitet. Sie gedeiht gut auf kalkreichen Standorten, ist aber eigentlich anspruchslos und verträgt gut Trockenheit. Sie wächst heute höchstens noch auf extensiv bewirtschafteten Äckern.

Die Acker-Glockenblume wanderte mit Beginn des Ackerbaus auf unsere Felder, wo sie heute keine Rolle mehr spielt. Man sieht sie aber in Gärten als Zierpflanze. Durch ihre Ausläufer verbreitet sie sich schnell. Mit der richtigen Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) kann sie eigentlich kaum verwechselt werden, da ihre Grundblätter herzförmig und die immer nickenden Blüten zu einer Seite ausgerichtet sind. Die Rapunzel-Glockenblume soll die berühmte Pflanze aus dem Märchen sein. Auch die Rapunzelartige, also die Acker-Glockenblume kann verzehrt werden. Empfohlen werden die Wurzeln, aber sie schmecken gekocht ziemlich fade.

Die mehrjährige Pflanze kann bis 1 m hoch werden. Auf den Stängeln sitzen vierzig oder mehr Blüten, von denen immer ein halbes Dutzend ihr intensives Sommerblau zeigen. Die Blüte kann 3 cm lang sein. Die Kronblätter sind bis zur Mitte geteilt. Die Acker-Glockenblume blüht vom Juni bis in den September hinein.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.

Viele Bilder vom Pollen dieser Glockenblume siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.