Chelidonium majus – Schöllkraut (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W.Wohlers, JKI)

Chelidonium majus, das Schöllkraut, auch Schwalbenwurz und Warzenkraut gehört zur Familie der Papaveraceae (Mohngewächse). Der englische Name ist Greater Celandine. EPPO-Code CHQMA.

Das Schöllkraut ist eine alte Heilpflanze, die heute wild wachsend weit verbreitet ist, so auch in Deutschland. Es kommt in Europa und Asien vor und ist nach Nordamerika verschleppt worden, kommt dort aber noch nicht überall vor. Man findet es auf den so genannten Unkrautfluren, auch an Wegrändern und häufig auch in Gärten. Es liebt feuchten Boden und direkte Sonne, kann aber auch unter Sträuchern im Halbschatten gut gedeihen.

Die mehrjährige Pflanze kann bis zu 50 cm hoch werden. Dabei breitet sie sich durch die vielen Verzweigungen mit einem Umkreis von bis zu 70 cm aus. Die buchtig gelappten Blätter sind charakteristisch für das Schöllkraut. Die leuchtend gelben Blüten fallen nicht nur durch die Farbe, sondern bei näherem Anschauen auch durch die vielen Antheren und den bereits sichtbaren, schlanken Fruchtstand auf. Blütezeit ist in den Monaten von Mai bis September. Das Schöllkraut fängt mit dem Eintreffen der Schwalben an zu blühen und hört bei ihrem Abflug auf, zumindest in Griechenland und Italien um die Zeitenwende. Schon damals trug es den Name der Schwalbe, griechisch Chelidon.

Typisch für das Schöllkraut ist der orangefarbene Milchsaft, der aus Wurzeln, Stängeln und Blättern heraustritt, wenn sie verletzt werden und der alkaloidhaltig und giftig ist, siehe Datenblätter der Universität Zürich (Stichwort Chelidonium majus). Wegen des unangenehmen Geschmacks kommen Vergiftungsfälle kaum vor. Getrocknet ist die Pflanze ungiftig. Oberirdisch enthält die Pflanze unter anderem die Alkaloide Chelidonin, Coptisin u.a. mit etwa 1,1 %, in der Wurzel Chelerythrin u.a. mit 1,2 %.

In der Medizin wird das Schöllkraut vielseitig verwendet. Angebaut wird es in Deutschland nur wenig, aber das Bundessortenamt hat eine Sorte zugelassen. Geerntet wird das Kraut, das frisch geschnitten schnell getrocknet wird, sowie die Wurzeln. Der Saft wurde früher äußerlich als altes Hausmittel gegen Warzen eingesetzt. Daher kommt auch der Name Warzenkraut. Bestrichene Warzen leuchten unter Schwarzlichtlampen übrigens orange.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. April 2013