Cuscuta – Seide (Deutschland und Österreich)

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Cuscuta (Seide (Teufelszwirn); Convolvulaceae)
Von: Jürgen Klotz
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland und Österreich — Quelle: Abgeleitet vom Schlüssel zu den Convolvulaceae – Windengewächsen in Deutschland und Österreich (Jürgen Klotz); die hier vorliegende Fassung darf verändert und illustriert werden. Verwendete Literatur: Jäger et al. (2011), Fischer et al. (2008), Oberdorfer (1983). — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: Jürgen Klotz
1
Griffel 1, mit 2-teiliger Narbe, Blüten und Früchte meist zu 4–7 in 1,5–3 cm langen, lockeren bis dichten, ährenförmigen (bis rispenförmigen) Zymen, Krone 4–5 mm lang, Frucht 6–7 mm lang, quer aufspringend, Stängel (0,7–)1–3 mm dick, warzig-rau, purpurn bis gelblich und purpurn punktiert. 
 Pappel-Seide (Baum-Seide)  –  Cuscuta lupuliformis Krock.
Krone röhrenförmig bis glockig, 5-zipfelig, Zipfel ⅓ so lang wie die Kronröhre, weiß bis rötlich, Schlundschuppen der Kronröhre angedrückt, Höhe (Länge) 0,2–2 m, Blüte Juli–September.
Feuchte, auch zeitweise überflutete Uferstaudensäume, Weidengebüsche, lichte Weichholz-Auen, v. a. in Stromtälern, nährstoffanspruchsvoll, v. a. auf Salix und Populus; in Deutschland Neophyt (Heimat Europa).
1*
Griffel 2(–4), Blüten oder zumindest Früchte in (dichten) Knäueln, Krone höchstens 4 mm (nur bei C. europaea bis 5 mm) lang, Frucht 1,5–4 mm lang, Stängel 0,2–1(–2) mm dick, glatt, selten etwas rau   ► 2
2
Narben fädlich, Frucht quer aufspringend, Krone sich lösend und die Frucht kapuzenförmig bedeckend, Blüten sitzend oder kurz gestielt, stets in dichten, kugeligen Knäueln, Stängel purpurrot, weiß oder gelblich   ► 3
2*
Narben kopfig, Frucht nicht oder nur unregelmäßig aufreißend, Krone(außer bei C. gronovii) bleibend und die Frucht am Grund umgebend, Blüten gestielt, in bis 1,5 cm langen, lockeren Trauben oder Rispen, selten in lockeren, kugeligen Knäueln, Stängel kräftig orange bis gelblich   ► 5
3
Schlundschuppen zusammengeneigt, die Kronröhre (fast) verschließend, spatelförmig, gleichmäßig gefranst, Griffel mit Narben 1,4–2 mm lang, viel länger als der kugelige Fruchtknoten, Blüten stets 5-zählig. 
 Quendel-Seide (Gemeine Kleeseide)  –  Cuscuta epithymum (L.) L.
(= inkl. Cuscuta trifolii Bab & Gibson)
Stängel meist purpurrot, Krone weiß, rosa oder rötlich, kurzröhrig-glockig, Knäuel 6–10 mm dick, Höhe (Länge) 20–80 cm, Blüte Juli–September.
(Mäßig) trockene Magerrasen, Felsrasen, Heiden, Weinberge, Äcker; besonders auf Calluna, Thymus, Fabaceae.
3*
Schlundschuppen aufrecht, der Kronröhre angedrückt und diese nicht verschließend, gestutzt oder 2-spaltig, ungleichmäßig gefranst, Griffel mit Narben 0,6–1,2 mm lang, kürzer als der Fruchtknoten, Blüten 4- oder 5-zählig.   ► 4
4
Blüten meist 4-zählig, einige 5-zählig, 3–4(–5) mm lang, kurz gestielt, Kelchzipfel eiförmig, stumpf, sich nicht überlappend, Kronzipfel fast so lang wie die Kronröhre, eiförmig, stumpflich, aufrecht abstehend, Griffel mit Narben etwa so lang wie die Krone, Kapsel kugelig-konisch, Stängel 1–2 mm dick, verzweigt, erst gelblich, später meist rötlich. 
 Nessel-Seide (Hopfen-Seide)  –  Cuscuta europaea L.
(= Cuscuta viciae F. Schultz ex Des Moul.)
Stängel 1–2 mm dick, anfangs gelblich, später rot überlaufen bis purpurrot, Krone weiß, rosa oder rötlich, kurzröhrig-glockig, Schlundschuppen meist 2-spaltig, meist nur wenig gefranst, Knäuel 10–15 mm dick, Höhe (Länge) 30–150 cm, Blüte Juni–August.
Feuchte, auch zeitweise überflutete Uferstaudensäume, Gebüsche, nährstoffanspruchsvoll, vorwiegend Stromtalpflanze; besonders auf Urtica, Humulus, Salix, Alnus.
4*
Alle Blüten 5-zählig, 2,5–3 mm lang, sitzend, Kelchzipfel breit dreieckig, spitz, sich am Grund überlappend, Kronzipfel deutlich kürzer als die Kronröhre, dreieckig, meist spitz oder zugespitzt, aufrecht, Griffel mit Narben kürzer als die Krone, Kapsel abgeplattet kugelig, Stängel 0,5–1 mm dick, einfach oder oberwärts wenig verzweigt, grünlichgelb. 
 Flachs-Seide  –  Cuscuta epilinum Weihe
Krone urnenförmig, grünlich- bis gelblichweiß, Höhe (Länge) 30–50 cm, Blüte Juni–August.
Leinäcker (Flachsäcker); nur(?) auf Linum usitatissimum; ausgestorben (aktuell selten unbeständig).
5 (2)
Blüten 2–3 mm lang, Kelchzipfel etwa so lang wie die Kronröhre, Frucht kugelig, oben abgeplattet, Stängel 0,3–1,2 mm dick, Schlundschuppen viel kürzer oder etwas länger als die Kronröhre (aber nicht ¾ so lang)   ► 6
5*
Blüten 3–4(–5) mm lang, Kelchzipfel ½–¾ so lang wie die Kronröhre, Fruchtknoten (verkehrt-)eiförmig, Schlundschuppen etwa ¾ so lang wie die Kronröhre   ► 7
6
Kelchzipfel eiförmig, sich nicht überlappend, Kronzipfel eiförmig, stumpflich, Schlundschuppen viel kürzer als die Kronröhre, 2-teilig, Griffel ungleich lang, kürzer als der Fruchtknoten, Blüten duftend. 
 Südliche Seide (Knöterich-Seide)  –  Cuscuta scandens Brot. s. l.
(= C. australis R. Br., inkl. C. cesatiana Bertol.)
Krone weißlich, Höhe (Länge) 20–50 cm, Blüte Juni–August.
Frische Ruderalstellen, Äcker; besonders auf Trifolium, Medicago; Neophyt (1897; Heimat Australien?).
6*
Kelchzipfel breit eiförmig-rundlich, sich am Grund überlappend, Kronzipfel dreieckig, spitz, Schlundschuppen die Kronröhre etwas überragend, dicht gefranst, Blüten 5-zählig, Griffel gleich lang, etwa so lang wie der Fruchtknoten, Blüten nicht duftend. 
 Nordamerikanische Seide  –  Cuscuta campestris Yunck.
(= Cuscuta arvensis auct.)
Stängel oft kräftig (gelb)orange, Krone kurz glockig, grünlich weiß, Kronzipfel an der Spitze oft etwas nach innen gebogen, Höhe (Länge) 20–50 cm, Blüte Juni–September.
Einjährige Flussufersäume, Äcker, Gärten, Ruderalstellen (v. a. auf Bahngelände); besonders auf Xanthium albinum, Apiaceae, Fabaceae (v. a. Trifolium, Medicago ×varia), Lamiaceae, Chenopodiaceae; Neophyt (1898; Heimat Subtropen?).
7
Kelchzipfel ⅓–½ so lang wie die Kronröhre, kurz dreieckig, sich nicht überlappend, Kronzipfel aufrecht, zugespitzt, Fruchtknoten verkehrt eiförmig, Krone bleibend und die Frucht am Grund umgebend, Blüten duftend, 3–6 mm lang gestielt, Stängel 0,5–1 mm dick, glatt. 
 Chilenische Seide  –  Cuscuta suaveolens Ser.
Krone weißlich, Schlundschuppen groß, die Kronröhre verschließend, Höhe (Länge) 20–50 cm, Blüte August–September.
Äcker; auf Trifolium, Medicago; Neophyt (1842; Heimat Chile).
7*
Kelchzipfel ½–¾ so lang wie die Kronröhre, breit eiförmig, sich am Grund überlappend, Kronzipfel abstehend oder zurückgeschlagen, stumpf, Fruchtknoten eiförmig-konisch, Krone sich lösend und die Frucht kapuzenartig bedeckend, Blüten nicht duftend, 1,5–3 mm lang gestielt, Stängel 1–1,5 mm dick, rau. 
 Gronovius-Seide (Weiden-Seite)  –  Cuscuta gronovii Schult.
Höhe (Länge) 50–200 cm, Blüte August–September.
Feuchte, auch zeitweise überflutete Uferstaudensäume, Weidengebüsche, nährstoffanspruchsvoll; besonders auf Salix, Populus, Urtica, Brassica nigra; Neophyt (1881; Heimat: ?).
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Cuscuta – Seide (Deutschland und Österreich) (Zuletzt geändert:
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16 Januar 2017 23:33:10). Abgerufen am 23. September 2017, 03:58 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Cuscuta_–_Seide_(Deutschland_und_Österreich)