Datura stramonium – Gemeiner Stechapfel (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Datura stramonium, der Weiße oder auch Gemeine Stechapfel, gehört zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Der englische Name ist Thornapple oder einfach Datura. EPPO-Code DATST.

Der Weiße Stechapfel ist häufig als Zierpflanze zu sehen. Früher wurde er viel als Heilpflanze angebaut, heute wird er aber wegen seiner hohen Giftigkeit weniger verwendet. Er ist schon seit langem in Mitteleuropa heimisch, wird aber allgemein als Neophyt, als eingewandert, angesehen. Die genaue Herkunft ist allerdings umstritten. Er ist in den letzten Jahrzehnten mit dem vermehrtem Maisanbau auf unsere Äcker gewandert. Zum Keimen braucht er Wärme und das bieten ihm Maisfelder, die erst im Juni oder sogar Juli einen dichten Bestand bilden. Vorher kann sich der offene Boden durch die Sonneneinstrahlung gut erwärmen. Der Stechapfel wächst ansonsten auf Schutt und an Wegrändern. Er tritt weltweit in den tropischen und in den gemäßigten Zonen auf. Er gedeiht gut auf allen nährstoffreichen Böden.

Der Weiße Stechapfel ist eine einjährige Pflanze, die unangenehm, seine Blüte jedoch süßlich riecht. Er wird über 1 m hoch und kann ohne Konkurrenz stark in die Breite wachsen. Die Blätter sind bis zu 20 cm lang und buchtig gezähnt mit 10 cm langem Stiel. Die Hüll-, ebenso wie die weißen, manchmal lila überhauchten Blütenblätter bilden einen trompetenförmigen Trichter, der 10 cm lang sein kann. Die sich abends öffnenden Blüten stehen fast aufrecht. Blütezeit ist Juni bis zu den kalten Nächten. Die Fruchtkapsel ist jung manchmal mit schwarzen Stacheln versehen, die schnell größer und dann grün werden. Die Kapsel kann aber auch glatt sein. Sie misst reif ca 4 cm im Durchmesser. Sie ist viergeteilt und öffnet sich bei Reife nach oben.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. August 2011.