Die häufigsten Arten der Weißfische (Karpfenfische) Baden-Württembergs nach äußeren Merkmalen

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Weißfische Baden-Württembergs (Übergeordneter Schlüssel)
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Von: Sven Gemballa
In Baden-Württemberg sind im Verlauf der letzten 100 Jahre 28 Weißfischarten nachgewiesen worden. Von diesen gehört 1 Art (Blaubandbärbling) nicht zur ursprünglichen Fischfauna des Gebietes. Die Bestände dieser Art haben sich aber sehr stabil entwickelt, so dass sie hier berücksichtigt wird. Andere eingeführte Arten (Gras-, Marmor- und Spiegelkarpfen) sind nach ihrer Einfuhr gezielt wieder zurückgedrängt worden und nur noch in Restbeständen präsent. Sie finden hier keine Berücksichtigung. Einige einheimische Arten hingegen sind aus verschiedenen Gründen verschwunden oder verschollen und werden daher nicht mehr berücksichtigt (Frauennerfling, Zährte, Zobel). Die verbleibenden 22 Arten werden aufgeschlüsselt. Der Gebrauch des Schlüssels kann es ermöglichen, Fische auch im Aquarium oder nach einem Tauchgang zu bestimmen. Gerade bei Weißfischen ist das jedoch nur mit viel Erfahrung sicher möglich. Zum Erlernen der einheimischen Weißfischfauna bleibt es unerlässlich, die Bestimmung mit Handexemplaren einzuüben.

Als aktuelle Literatur zum baden-württembergischen Weißfischbestand wird Dußling & Berg (2001) empfohlen.

Abkürzungen: A= Analis, Afterflosse; C= Caudalis, Schwanzflosse; D= Dorsalis, Rückenflosse; P= Pectoralis, -ia, Brustflosse(n); V= Ventralis, -ia, Bauchflosse(n); K= Körper; S= Schnorcheln; T= Tauchen
Geographischer Geltungsbereich: Baden-Württemberg — Quelle: Dieser Bestimmungsschlüssel, bei dem Mitarbeit willkommen ist, basiert auf dem Autorenschlüssel „Bestimmungsschlüssel für die häufigsten Arten der Süßwasserfische Mitteleuropas nach äußeren Merkmalen“ von Sven Gemballa sowie einem älteren Schlüssel von S. Gemballa, Dezember 2001. Die Illustrationen sind unabhängige Beiträge von Michael Pfeiffer, Andreas Plank, und anderen. — Zielgruppe: Allgemein • insbesondere auch Taucher und Schnorchler — Mitarbeit begrenzt auf: Sven Gemballa
1a
mit 2 oder 4 Barteln   ► 2
1b
ohne Barteln   ► 5
2a
mit 4 Barteln; in Flussmittelläufen, nicht gefährdet; L: V-VII 
  Barbe (Barbus barbus)
Barbe (Barbus barbus), Foto:  Neil Phillips
Barbe (Barbus barbus), Foto: Neil Phillips
Junge Barbe (Barbus barbus), Foto: S. Petersen
Junge Barbe (Barbus barbus), Foto: S. Petersen
Barbe (Barbus barbus), Foto: M. Pfeiffer
2b
mit 2 Barteln   ► 3
3a
Körper flachrückig, spindelförmig, kleinwüchsige Tiere; schwarzes gezacktes Längsband an k-seiten; in mäßig bis kräftig strömenden Fließgewässern; nicht gefährdet; L: V-VI 
  Gründling (Gobio gobio)
Gründling (Gobio gobio), Foto: Michal Maňas
Gründling (Gobio gobio), Foto: Michal Maňas
Gründling (Gobio gobio), Foto: Piet Spaans
Gründling (Gobio gobio), Foto: Piet Spaans
Gründling (Gobio gobio), Foto: M. Pfeiffer
3b
andere Merkmalskombination   ► 8
4a
Tiere großschuppig, hochrückig, Basis der D lang; weichgründige, warme, stehende Gewässer mit Pflanzen; Zuchtform häufig; Wildform gefährdet; L: V-VI 
  Karpfen (Cyprinus carpio)
4b
Tiere kleischuppig, Basis der D kurz; weichgründige, warme, stehende Gewässer mit Pflanzen; nicht gefährdet; L: V-VI 
  Schleie (Tinca tinca)
5a
Basis D sehr lang, etwa 1/4 der Körpergesamtlänge einnehmend   ► 6
5b
Basis D max. 1/6 der Körpergesamtlänge einnehmend   ► 7
6a
Rand von D leicht konvex gebogen; Bauchfell hell; außerhalb des Bodenseesystems stark gefährdet; stehende Gewässer, Überlebenskünstler; L: V-VI 
  Karausche (Carassius carassius)
6b
Rand von D gerade oder leicht konkav gebogen; Bauchfell dunkel; nicht gefährdet; L: Weibchen zusammen mit anderen Cypriniden, deren Spermien nur den Entwicklungsanstoß auslösen (Gynogenese) 
  Giebel (Carassius gibelio)
Weiblicher Giebel (Carassius gibelio), mit deutlich ausgeprägter Seitenlinie. Foto: G. Chernilevsky
Weiblicher Giebel (Carassius gibelio), mit deutlich ausgeprägter Seitenlinie. Foto: G. Chernilevsky
Kopf eines Giebels (Carassius gibelio). Foto: G. Chernilevsky
Kopf eines Giebels (Carassius gibelio). Foto: G. Chernilevsky
Giebels (Carassius gibelio). Kupferstich aus M.E. Bloch (1782): Naturgeschichte der ausländischen Fische
Giebels (Carassius gibelio). Kupferstich aus M.E. Bloch (1782): Naturgeschichte der ausländischen Fische
(Carassius gibelio), Foto: M. Pfeiffer
7a
Kleinwüchsige Arten von nicht mehr als 15 cm   ► 8
7b
Arten größer 15 cm   ► 12
8a
K hochrückig; stehende pflanzenbewachsene, schlammige bis sandige Gewässer; Teichmuschelvorkommen für Laichakt nötig; Weibchen legt Eier über Legeröhre in Mantelraum; vom Aussterben bedroht; L: IV-VIII 
  Bitterling (Rhodeus amarus)
Bitterlinge (Rhodeus amarus), Foto: Piet Spaans
Bitterlinge (Rhodeus amarus), Foto: Piet Spaans
Bitterling  (Rhodeus amarus), Foto: USGS, in Leo Nico & Pam Fuller 2011
Bitterling (Rhodeus amarus), Foto: USGS, in Leo Nico & Pam Fuller 2011
Bitterlinge  (Rhodeus amarus), Foto: M. Pfeiffer
8b
K spindelförmig   ► 9
9a
Maul oberständig zur Aufnahme von Anflugnahrung   ► 10
9b
Maul endständig   ► 11
10a
Schwarmfisch der oberen Wasserschicht, stehende pflanzenreiche Gewässer, gefährdet; L: V-VII 
  Moderlieschen (Leucaspius delineatus)
10b
Schwarmfisch der oberen Wasserschicht, stehende Gewässer, nicht gefährdet; L: IV-VI 
  Ukelei (Alburnus alburnus)
Ukelei, Laube (Alburnus alburnus), Foto: M. Pfeiffer
11a
Schuppen klein, kaum sichtbar; schwarmbildende Art in sauberem, sauerstoffreichem Wasser; wenig gefährdet; L: IV-VI 
  Elritze (Phoxinus phoxinus)
Elritzen (Phoxinus phoxinus) im Laichkleid, Foto: M. Pfeiffer
Elritzen (Phoxinus phoxinus) im Laichkleid, Foto: M. Pfeiffer
Elritzen (Phoxinus phoxinus), Foto: M. Pfeiffer
11b
Schuppen deutlich; silbrig mit dunklem Längsband, aus Asien eingeführt, Status noch unklar; in allen Gewässertypen; L: mehrfach von III-VII 
  Blaubandbärbling (Pseudprasbsora parva)
Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva), Foto: M. Pfeiffer
12a
Basis der A lang, gut zweimal so lang wie die Höhe des Schwanzstieles   ► 13
12b
Basis der A kurz, etwa der Höhe des Schwanzstieles entsprechend   ► 14
13a
Abstand Kopfspitze bis Augenvorderrand größer als Augendurchmesser, in stehenden Gewässern und größeren Fließgewässern; anspruchslos, nicht gefährdet; L: V-VII 
  Brachsen (Abramis brama)
Brachsen, Foto: M. Pfeiffer
13b
Abstand Kopfspitze bis Augenvorderrand kleiner oder gleich Augendurchmesser, in stehenden Gewässern und größeren Fließgewässern; anspruchslos, nicht gefährdet; stärker ufergebunden als Brachsen, L: V-VII 
  Güster, Blikke (Abramis bjoerkna)
Güster, Blikke (Abramis bjoerkna), Foto: M. Pfeiffer
14a
unterständiges Maul unter einem „nasenartigen“ Vorsprung, scharfkantige, hornige Unterlippe; Art sauberer kräftig strömender Gewässer, stark gefährdet; L: III-IV 
  Nase (Chondrostoma nasus)
14b
Maul endständig, ohne „nasenartigen“ Vorsprung   ► 15
15a
saubere, strukturreiche, schnellfließende Gewässer; vom Aussterben bedroht; L: III-V 
  Strömer (Leuciscus souffia)
Strömer (Leuciscus souffia), Foto: M. Pfeiffer
15b
Seitenlinie in Doppelreihe dunkler Punkte eingefasst; strömende mittelgroße Fließgewässer; gefährdet; L: V-VI 
  Schneider (Alburnoides bipunctatus)
Schneider (Alburnoides bipunctatus), Foto: M. Pfeiffer
16a
Hinterrand der A im ausgebreiteten Zustand konkav gebogen; Flüsse mit kiesig bis sandiger Stromsohle; kaum gefährdet; L: III-IV 
  Hasel (Leuciscus souffia)
Hasel (Leuciscus souffia), Foto: M. Pfeiffer
16b
Hinterrand der A im ausgebreiteten Zustand konvex gebogen; anspruchslose Art vieler Gewässerformen; nicht gefährdet; L: IV-VI 
  Döbel (Leuciscus cephalus)
Döbel (Squalius cephalus), Foto: M. Pfeiffer
17a
größere mäßig strömende Fließgewässer, stark gefährdet; L: IV-VI 
  Aland (Leuciscus idus)
17b
Freiwasser tieferer Flüsse; einziger räuberischer Weißfisch; nicht gefährdet; L: III-V 
  Rapfen (Aspius aspius)
18a
Vorderrand der Basis von V steht unter dem Vorderrand der Basis von D; Auge rot; typischer Bewohner stehender und größerer langsam fließender Gewässer; nicht gefährdet; L: IV-V 
  Plötze, Rotauge (Rutilus rutilus)
18b
Vorderrand der Basis von V steht vor dem Vorderrand der Basis von D; Auge nicht rot; typischer Bewohner stehender Gewässer; nicht gefährdet; L: IV-V 
  Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), Foto: M. Pfeiffer

Hier nicht berücksichtigt, siehe Einleitung zur Bestimmungshilfe:

Zobel (Abramis sapa), Foto: M. Pfeiffer
Zobel (Abramis sapa), Foto: M. Pfeiffer 
Zährte (Vimba vimba), Foto: M. Pfeiffer
Zährte (Vimba vimba), Foto: M. Pfeiffer 
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: M. Pfeiffer
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: M. Pfeiffer 
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: P. Halasz
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: P. Halasz 
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: R. Kramer
Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella), Foto: R. Kramer 

Weiterführende Literatur

Dußling, U. & Berg, R.; Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (Hrsg.) 2001: Fische in Baden-Württemberg. ─ Hinweise zur Verbreitung und Gefährdung der freilebenden Neunaugen und Fische. 2. Auflage. S. 176.
Quelle: http://offene-naturfuehrer.de/web/Die_häufigsten_Arten_der_Weißfische_(Karpfenfische)_Baden-Württembergs_nach_äußeren_Merkmalen
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