Digitaria ischaemum – Kahle Fingerhirse (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Digitaria ischaemum, die Kahle Fingerhirse oder Faden-Hirse, gehört zur Familie der Poaceae (Süßgräser). Der englische Name ist Smooth Finger-grass, Crabgrass. EPPO-Code DIGIS.

Die Kahle Fingerhirse ist ein Kosmopolit, auch in Mitteleuropa verbreitet, seltener allerdings in den deutschen Mittelgebirgen und im Norden. Sie wurde im frühen Mittelalter angebaut, in Osteuropa noch bis in das 19te Jahrhundert. Die Bluthirse und die Kahle Fingerhirse ähneln sich sehr. Selbst die Kahlheit ist nicht immer gegeben. Sie kommen außerdem an den gleichen Standorten vor: auf Mais- und Gemüsefeldern, in Obst- und Weingärten, auch an Eisenbahndämmen, in Rasen und Rainen.

Die einjährige Pflanze bildet wie die Bluthirse Horste. Die Halme sind niederliegend oder aufrecht wachsend und sehr dünn mit nur 3 bis 4 Knoten. Blattspreite und Blattscheide sind meistens grün, können aber auch leicht rötlich sein. Deswegen lässt sie sich nicht einfach von der Bluthirse unterscheiden. Aber den Landwirt sollte dies nicht beirren, denn dies ist für die Bekämpfung eigentlich uninteressant, da bei einer massenhaften Vermehrung gleiche Verfahren eingeleitet werden müssen. Die Ährchen haben helle Spelzen, leuchtend violette Narben und hell-lila Antheren. Die Rispen entfalten sich häufig erst, wenn die Blüte schon begonnen hat.

Verfasser: Wohlert Wohlers, Juli 2009