Dittrichia graveolens – Klebriger Alant (JKI-Pflanzenportraits)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Dittrichia graveolens (= Erigeron graveolens, Inula graveolens), der Klebrige Alant, auch Schmalblättriger Kleb-Alant, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Asterngewächse oder Korbblütler). Die englischen Namen sind Stinkwort, Stinking Fleabane, Khaki Weed. EPPO-Code INUGR.

Der Kleb-Alant kommt aus dem Mittelmeerraum. Er hat die Alpen vor weniger als hundert Jahren überquert. In Deutschland hat er sich etabliert, ist allerdings nicht überall zu finden, vor allem nicht im Norden. Nach Nordamerika wurde er verschleppt. Dort ist er bisher nur im Nordosten in wenigen Staate und in Californien zu finden, wo er stellenweise häufig ist, ebenso wie in Australien und Neuseeland, wo eine strikte Bekämpfung empfohlen wird. Im Norden, in Skandinavien kommt er nicht vor.

Der Kleb-Alant ist wärmeliebend und wächst an trockenen Ruderalstellen, auch an Eisenbahngleisen und Autobahnen. Die Winterstreuung scheint ihm nicht viel auszumachen. Die Pflanze wird bis 1,30 m hoch und stinkt, daher auch der lateinische Artname grave-olens – stark oder auch übel riechend, unter anderem nach Campher. Die Pflanze ist dicht mit Drüsenhaaren besetzt. Tiere fressen ihn ungern, seine Inhaltstoffe verändern den Geschmack von Milch und Fleisch. Aufgrund der Borsten auf dem Pappus des Samens ist der Kleb-Alant gefährlich für Tiere. Er kann bei Kontakt Dermatitis hervorrufen und bei Fraß durch Verletzung der Magenhäute sogar zum Tod führen. Auch beim Menschen kann er Irritationen der Haut verursachen.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2019.

Literatur: Brullo S, de Marco G 2000. Taxonomical Revision of the Genus Dittrichia (Asteraceae) Portugaliae Acta Biol. 19: 341-354