Dorngrasmücke – Sylvia communis

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Deutscher Name: Dorngrasmücke
Wissensch. Name: Sylvia communis
(Latham, 1787)
Großgruppe: Vögel
Taxonomie: Ordnung Passeriformes / Familie Sylviidae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: nicht gefährdet
Status: Zugvogel

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • typischer Gesang
  • rotbraune Flügel
Die Dorngrasmücke ist klein und relativ unauffällig. Die Oberseite ist graubraun, die Flügel sind rotbraun und die Unterseite ist hell gefärbt. Charakteristisch sind der relativ lange Schwanz, die weiße Kehle und die hellen Beine. Das Männchen erkennt man an seinem grauen Kopf, der rot-ockerfarbenen Iris und der rosa Brust. Das Weibchen hat eine hellbeige Brust, einen braunen Kopf und eine braune Iris.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Dorngrasmücken haben eine Größe von 12-15 cm, eine Flügellänge von 7-8 cm und eine Schnabellänge von 1-1,5 cm. Ihr Gewicht beträgt ca. 10-15 g.

Kein Geschlechtsdimorphismus vorhanden.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Gartengrasmücke Die Gartengrasmücke ist einheitlicher graubraun mit dunklen Beinen und einem kurzen Schnabel. Gartengrasmücke:  Billy Lindblom, CC BY 2.0
Klappergrasmücke Die Klappergrasmücke hat einen graubraunen Rücken und graubraune Flügel, dunkle Beine und einen kurzen Schnabel. Klappergrasmücke:  Martin Mecnarowski, CC BY-SA 3.0

Laute: Der Lockruf besteht aus leisen zweisilibigen tze-Rufen, die mit großer Pause vorgetragen werden. Der Gesang beginnt mit leisem, rauem Gezwitscher, das sich langsam zu einem klangvollen, flötenähnlichen Gesang steigert und teilweise mit kratzenden Geräuschen unterlegt ist. Häufig wird dieser Gesang auch im Flug vorgetragen.

Datei „Sylvia_communis_TSA-medium.mp3“ herunterladen (?/i) Kurz: Datei „Sylvia_communis_TSA-short.mp3“ herunterladen (?/i)
Lebensweise und Fortpflanzung: Zugverhalten: Zugvogel, der Anfang Oktober ins tropische Afrika zieht und Ende April wieder in Deutschland eintrifft. Lebensraum: Die Dorngrasmücke lebt in offenen Landschaften mit dornigen Gebüschen und Sträuchern als Nistplatz, z. B. dornigen Feldhecken oder Feldrainen mit einzelnen Dornenbüschen, oder auf Bahndämmen und in alten Kiesgruben.

Mensch und Stadt

Die Dorngrasmücke kommt in offenen Gärten und Parks oder auf Brachflächen mit dornigen Gebüschen und Hecken vor. Diese meist eher als ungepflegt wahrgenommenen Strukturen werden häufig vom Menschen „aufgeräumt“ und zerstört.

Wissenswertes

  • Name: Der Gattungsname "Sylvia" ist vom lateinischen Wort "silva" abgeleitet, was "Flur", "Park" oder "Wald" bedeutet, das Artepitheton "communis" ist das lateinische Wort für "gewöhnlich", welches auf das ursprünglich häufige Vorkommen dieser Art hinweist.
  • Eselsbrücken: Als Merksatz für den Gesang gilt – „Mach ich doch! Hab ich doch gesagt!“ – schnell aufgesagt.
  • Er ist ein Zugvogel, der Anfang Oktober ins tropische Afrika zieht. Ende April trifft er wieder in Deutschland ein.
  • Die Dorngrasmücke war bis ins späte 20. Jahrhundert ein sehr häufiger Vogel. Die Populationen brachen aber im Frühjahr 1969 stark ein. Grund hierfür waren schwerer Dürren im Winterquartier südlich der Sahara.
  • Die Dorngrasmücke ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, Spinnen und Beeren.
  • Das napfförmige Nest aus Gräsern, Wurzeln und Haaren wird bodennah im dichten Gestrüpp versteckt.
  • Die Eier werden in der Hauptbrutzeit Mai bis Juli abwechselnd von beiden Partnern bebrütet.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Wikipediaartikel "Dorngrasmücke" (Abgerufen: 3. Februar 2016)
  • Witt, K. & Steiof, K. (2013): Rote Liste und Liste der Brutvögel von Berlin, 3.Fassung, 15.11.2013. In: Berliner Ornithologische Arbeitsgemeinschaft e.V. (Hrsg.): Berliner Ornithologischer Bericht, Berlin, 23: 1-23.
  • Wolfgang Fiedler (2015): Die Vögel Mitteleuropas sicher bestimmen - Schlüssel zur Art-, Alters- und Geschlechtsbestimmung: S.201, 422, Quelle & Meyer, Wiebelsheim.
  • Wolfgang Makatsch (1989): Wir bestimmen die Vögel Europas: S.412, Neumann Verlag, Leipzig.
  • Alwin Voigt (2006): Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen: S.218, Quelle & Meyer, Heidelberg.
  • Lars Svensson (2011): Der Kosmos Vogelführer - Alle Arten Europas, Nordafrikas und Vorderasiens: S.304, Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart.
  • Collin Harrison (1975): Jungvögel, Eier und Nester aller Vögel Europas, Nordafrikas und des Mittleren Ostens - Ein Naturführer zur Fortpflanzungsbiologie: S.256, Verlag Paul Parey, Hamburg und Berlin.
  • Artenfinder (2016) http://arten.deinfo.eu/elearning/voegel/speciesportrait/3116 (Abgerufen: 15. April 2016)]