Einkeimblättrige Pflanzen (Deutschland und Österreich)

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Einkeimblättrige Pflanzen (Bedecktsamer)
Von: Jürgen Klotz
Bestimmungsschlüssel für die Einkeimblättrige Pflanzen (Monocots nach APG III) für Deutschland und Österreich, ohne ähnlich aussehende Dicots (z. B. ohne Wasserpflanzen wie Callitriche, Elatine, Hippuris, Tillaea)
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland und Österreich — Quelle: Abgeleitet vom "Schlüssel zu den Gruppen der Einkeimblättrigen Pflanzen in Deutschland und Österreich (Jürgen Klotz)"; die hier vorliegende Fassung darf verändert und illustriert werden. Verwendete Literatur: Rothmaler (2005), Fischer et al. (2008), Oberdorfer (1983). — Zusammenarbeit: offenMitwirkende: Jürgen Klotz
1
Wasserpflanze (Schwimm- oder Tauchpflanze), (weitgehend) untergetaucht und wurzelnd, frei im Wasser schwebend oder auf der Wasseroberfläche schwimmend; teilweise ohne erkennbares oder im Gewässerboden befestigtes Wurzelsystem (abgerissene Sprossstücke); an austrocknenden Wasserstellen lose und schlaff auf dem Substrat liegend, rasch austrocknend   ► 2
1*
Land- oder Sumpfpflanze, entweder ganz an Land oder im Wasser stehend, aber höchstens die Sprossbasis untergetaucht (Röhrichtpflanze) bzw. Pflanze nur bei Hochwasser überflutet, stets über dem Wasser blühend   ► 13
2
Ganze Pflanze frei schwimmend oder knapp unter der Wasseroberfläche schwebend, keine Differenzierung von Spross und Blättern erkennbar, „Blätter“ (eigentlich blattartige Sprossabschnitte) linsenförmig oder eiförmig-lanzettlich, nur 1–10 mm lang, meist zwei- bis mehrgliedrig verwachsen, mehrere Einzelpflanzen oft zu losen Verbänden verwoben; Blüten selten und sehr klein, nur mit Lupe erkennbar; kleine Wurzeln (wenn vorhanden) frei im Wasser flutend 
  Lemnaceae (excl. Araceae s. str.)
2*
Pflanze (weitgehend) untergetaucht oder mit Schwimmblättern, meist wurzelnd, in Spross und Blätter differenziert oder wenn nur Blätter vorhanden, dann diese deutlich über 10 mm lang   ► 3
3
Blütenhülle aus 3 grünen Kelchblättern und 3 weißen bis rosa Kronblättern, diese auffällig und mindestens 2,5 mm lang, Blätter rosettig (grundständig) oder wechselständig; wenn Blütenhülle unauffällig und unter 2 mm lang, dann auch männliche Blütenstände und weibliche Blüten grundständig, an unbeblätterten Stielen (Vallisneria  ► 4
3*
Blütenhülle fehlend oder unauffällig, höchstens 2 mm lang, wenn in Kelch und Krone gegliedert, dann Blätter gegenständig oder quirlig   ► 5
4
Pflanzen im Boden wurzelnd, oft weit aus dem Wasser ragend, amphibisch wachsend (auch mit Landform) Blüten zwittrig, Kronblätter 2,5–10 mm lang, Fruchtknoten 8 bis zahlreich, oberständig 
  Alismataceae (Wasserformen)
4*
Pflanzen (zur Blütezeit) frei schwimmend oder submers schwebend, Blüten zweihäusig, Kronblätter 10–30 mm lang, Fruchtknoten 1, unterständig, Griffel 6, mit je 2 Narben 
  Hydrocharitaceae p. p.
5
Blätter wechselständig (höchstens das oberste Blattpaar gegenständig) oder nur grundständig   ► 6
5*
Blätter quirlig oder (fast) gegenständig (zumindest an blühenden Stängeln)   ► 10
6
Blüten in kugeligen, 1geschlechtlichen Köpfen in zusammengesetzten Blütenständen, obere Köpfe männlich, untere weiblich (morgensternförmig), Blätter 2-zeilig 
  Sparganiaceae (Wasserformen)
6
Blüten in Ähren, wenn diese kugelig, dann nicht in zusammengesetzten Blütenständen und Blüten zwittrig   ► 7
7
Ähre submers, zur Blütezeit ganz in eine Blattscheide eingeschlossen, Pflanzen grasartig, nur in Meerwasser 
  Zosteraceae
7*
Ähre zur Blütezeit aus dem Wasser ragend oder Pflanzen nicht im Meerwasser   ► 8
8
Ähre nur mit zwei Blüten, die auf entgegengesetzten Seiten stehen, Früchtchen 4 (–10), an einem meist stark verlängerten dünnen Stiel 
  Ruppiaceae
Pflanzen nur in Salz- oder Brackwasser.
8*
Ähre mit zahlreichen (selten nur 3–5) Blüten, diese allseitswendig, Früchtchen sitzend   ► 9
Pflanzen in Süß- oder (selten) Brackwasser, nicht im Meer.
9
Perigon-, Staubblätter und Fruchtknoten je 4, Ähren meist über 5 mm lang, Blätter mit achselständigen oder am oberem Scheidenende ansitzenden Nebenblättern 
  Potamogetonaceae
9*
Perigon fehlend, durch 1 Spelze ersetzt, Staubblätter 3, Fruchtknoten 1, mit 2 Narben, Blätter mit Scheiden, aber ohne Nebenblätter, Ähren bis 5 mm lang, an sehr langen Stielen 
  Scirpidiella fluitans (Cyperaceae)
(= Isolepis fluitans)
10 (5)
Blätter am Grund mit kurzer Scheide oder röhriger Nebenblattscheide, weibliche Blüten einzeln und sitzend   ► 11
10*
Blätter ohne jegliche Scheide oder Scheide sehr kurz und kaum erkennbar, weibliche Blüten einzeln gestielt oder in gestielt Blütenständen   ► 12
11
Blätter schmal linealisch bis fadenförmig, ganzrandig, mit Nebenblattscheide, Fruchtknoten 4 
  Zannichelliaceae
11*
Blätter linealisch, derb, stachelspitzig gezähnt, teilweise stechend, mit kurzer (undeutlicher) Scheide, Fruchtknoten 1 
  Najadaceae
12
Alle Blätter (fast bzw. scheinbar) gegenständig, zweizeilig, mit breitem Grund halb stängelumfassend, über 4 mm breit, ganzrandig 
  Groenlandia densa
12*
Blätter (überwiegend) quirlig (höchstens die untersten Blätter von Seitenzweigen gegenständig), fein gesägt oder gezähnt (Lupe) 
  Hydrocharitaceae p. p.
13 (1)
Alle Blüten in einem endständigen Kolben (oder Kolben scheinbar seitenständig, aber dann nur von einem einzelnen, stängelähnlichen Blatt (Spatha) überragt   ► 14
13*
Blüten nicht in Kolben (selten mehrere weibliche Kolben seitenständig in Blattachseln)   ► 16
14
Blätter am Stängel verteilt, wechselständig, linealisch bis grasartig, Kolben endständig und ohne Spatha (aber oft mit kleinen Hochblättern), unterer Teil weiblich, oberer männlich 
  Typhaceae
14*
Blätter grundständig, herz-, pfeil- oder schwertförmig, selten auch 3-teilig, Kolben endständig, von einer breiten, offenen Scheide (Spatha) eingehüllt oder scheinbar seitenständig, von einer stängelähnlichen Spatha überragt   ► 15
15
Blätter herz- oder pfeilförmig oder 3-teilig mit lanzettlichen Fiedern, endständiger Kolben aufrecht, von einer lanzettlichen bis eiförmigen, blütenblattähnlichen Spatha eingehüllt 
  Araceae (excl. Lemnaceae)
15*
Blätter lang schwertförmig, scheinbar seitenständiger Kolben schräg abstehend oder nach oben gebogen, von einer schwertförmigen, stängel- oder blattähnlichen Spatha weit überragt 
  Acoraceae
16
Blüten in kugeligen, eingeschlechtlichen Köpfen, obere männlich, untere weiblich (morgensternförmig), Blätter 2-zeilig, teils 3-kantig, weich (vgl. Butomus
  Sparganiaceae (Landformen)
16*
Blüten nicht in eingeschlechtlichen Köpfen (wenn in Köpfen oder Blüten kopfig gedrängt, dann zwittrig, und Blätter nicht 2-zeilig)   ► 17
17
Blütenhülle fehlend oder nur aus Borsten oder Haaren bestehend, Blüten von 1–2 kahnförmigen, oft trockenhäutigen Hochblättern (Spelzen) eingehüllt, zu kleinen (wenige mm bis ca. 3 cm großen) Ährchen vereinigt, diese oft zu komplexeren Blütenständen zusammengesetzt, Blätter grasartig (linealisch, schmal band- oder schwertförmig) oder borstig (stielrund bis elliptisch im Querschnitt)   ► 18
17*
Blütenhülle vorhanden (mitunter unauffällig oder hinfällig, dann aber Blüten in einfachen Trauben) und Pflanze nicht grasartig; falls Blüten trockenhäutig, spelzenartig, und Pflanze grasartig, dann Perigonblätter 6, in 2 Kreisen   ► 19
18
Stängel 3-kantig, seltener rund, markig (selten hohl), schwer zusammenzudrücken, Blätter 3-zeilig (am Stängel springbrunnenartig ansetzend) oder grundständig, oder Stängel (scheinbar) blattlos (und nur am Grund mit spreitenlosen, kurzen Niederblättern oder Scheiden), stift- oder stielartig und völlig ungegliedert, Blattscheiden geschlossen, am Grund nicht knotig verdickt, Blätter oft doppelt gefaltet (w-förmig im Querschnitt), ansonsten glatt, ohne Längsrillen oder Riefen, Blattspreite meist derb und zäh, schwer zu zerreißen, Blatthäutchen an der Spreitenbasis fehlend oder nur als dünne Schwiele oder sehr schmaler Hautsaum, nie als Haarkranz; jede Blüte mit einer Deckspelze, Blüte und Frucht oft in einen krugförmigen Schlauch (Utriculus) eingeschlossen 
  Cyperaceae
18*
Stängel rund oder im Querschnitt abgeflacht (elliptisch bis linsenförmig), stets hohl, leicht zusammenzudrücken, Blätter 2-zeilig, Blattscheiden meist offen, am Grund stets knotig verdickt, daher Stängel („Halm“) knotig gegliedert, Blätter höchstens einmal gefaltet (v-förmig im Querschnitt), oft längs gerieft, Blattspreite meist weich, leicht zu zerreißen. Blatthäutchen an der Spreitenbasis als sehr schmaler bis sehr breiter (zungenförmiger), mitunter zerfranster Hautsaum oder in einen Haar- oder Wimpernkranz umgewandelt; jede Blüte von meist 2 Spelzen umgeben, nie in einen krugförmigen Schlauch eingeschlossen 
  Poaceae
19
Blütenhülle in 3-blättrigen grünen Kelch und 3-blättrigen weiße, rosa oder blaue Krone gegliedert, Fruchtknoten 1 oder zahlreich   ► 20
19*
Blütenhülle nur aus gleichfarbigen Perigonblättern, zu 4–6, diese entweder alle kronblattartig auffällig (sehr verschieden gefärbt) oder kelchblattartig unauffällig bis spelzenartig (bisweilen hinfällig), Fruchtknoten 1–6   ► 21
20
Fruchtknoten zahlreich, alle Blätter grundständig, Blütenstängel und Blütenstand blattlos, Blüten weiß bis hellrosa, nie blau, in lockeren, traubigen bis rispigen (quirlig verzweigten) Blütenständen 
  Alismataceae (Landformen)
(Meist heimische) Wasser- oder Sumpfpflanze.
20*
Fruchtknoten 1, Blütenstängel beblättert, ohne grundständige Blattrosette, Blüten meist oder überwiegend blau(-violett), in dichten, knäuelarteigen Blütenständen, von großen Hochblättern (spathaförmig) eingehüllt oder überragt 
  Commelinaceae
Landpflanze (nur Zier- oder Adventivpflanze).
21
Fruchtknoten unterständig, wenn nur männliche Blüten vorhanden, dann Pflanze windend und mit herzförmigen (bis fast pfeilförmigen) Blättern, oder Fruchtknoten unterirdisch, nur Perigon (mit langer Röhre) samt 3 Staubblättern und Narbe sichtbar, dann Blätter pfriemlich bis linealisch, mit auffällig hellem (weißem) Mittelnerv   ► 22
21*
Fruchtknoten oberständig, wenn nur männliche Blüten vorhanden, dann Pflanze nicht windend, oder Fruchtknoten unterirdisch, nur Perigon (mit langer Röhre) samt 6 Staubblättern und Narbe sichtbar, dann Blätter lanzettlich, ohne weißem Mittelnerv, oder Blätter zur Blütezeit ganz fehlend (und zur Fruchtzeit keine verwelkten Blüten vorhanden)   ► 25
22
Perigon zygomorph (zweilippig), oft gespornt, mit oft in Farbe und Form sehr ungleichartigen Blütenblättern, Staubblätter 1 (–2), mit dem Griffel und der großen Narbe zu einer kleinen Säule verwachsen, Fruchtknoten meist gedreht, Samen winzig, staubartig; Pflanzen mitunter bleich bis braun, ohne Blattgrün (vgl. Monotropa, Orobanche
  Orchidaceae
22*
Perigon radiärsymmetrisch, Perigonblätter alle gleichartig; wenn Perigonblätter bzw. zipfel unterschiedlich geformt, dann mit drei Symmetrieachsen, wenn schwach zygomorph, dann 3 Narben; Staubblätter 3 oder 6, nicht mit dem Griffel verwachsen, Fruchtknoten nie gedreht, Samen nicht staubartig   ► 23
23
Pflanze 2-häusig, Stängel windend, Blätter herzförmig (bis fast pfeilförmig), fiederbogen- bis netznervig, rote Beerenfrüchte 
  Tamus (Dioscoreaceae)
23*
Blüten zwittrig, Stängel nie windend, Blätter linealisch, pfriemlich oder schwertförmig, parallelnervig, Kapselfrüchte   ► 24
24
Staubblätter 6, Narbe einfach oder 3-lappig, klein, Blüten einzeln oder in Dolden, stets nickend, alle Laubblätter grundständig, mit stumpfer, zungenförmiger Spitze 
  Amaryllidaceae
24*
Staubblätter 3, Narben 3, oft groß und auffällig, auch zerschlitzt, Griffeläste oft kronblattartig verbreitert, Blüten einzeln oder in wenigblütiger Infloreszenz, aufrecht, wenn nickend, dann in dichten, fast ährenartigen Trauben. Laubblätter grundständig, mit weißem Mittelnerv, oder zweizeilig (reitend), schwertförmig oder grasartig, meist mit deutlicher Spitze 
  Iridaceae
25 (21)
Perigon kronenartig, meist auffällig gefärbt (nur selten grünlich oder bräunlich), wenn dünnhäutig bis spelzenartig, dann Pflanze mit Lauchgeruch   ► 26
25*
Perigon kelchartig, meist trocken- oder dünnhäutig, meist braun, strohfarben oder grün (spelzenartig; selten weiß), Pflanze ohne Lauchgeruch, Blätter gras- bis binsenartig oder linealisch und fleischig   ► 27
26
Staubblätter 9, Fruchtknoten 6, kleine Balgfrüchte, Blüten stets in langgestielten Dolden, Perigonblätter frei, Blätter grundständig, linealisch, dreikantig, etwas derb (vgl. Sparganium
  Butomus (Butomaceae)
Wasser- und Sumpfpflanze (Röhrichtpflanze).
26*
Staubblätter 6 (selten 4 oder 8, nie 9), Fruchtknoten 1, Kapsel- oder Beerenfrüchte, Blüten in Dolden oder anders, Perigonblätter frei oder verwachsen 
  Lilienblütenähnliche, „Liliaceae“ (Lilianae p. p., Asparaganae p. p.)
Meist Landpflanze, vereinzelt Sumpfpflanze.
27
Blüten in Rispen (oft Spirren) oder Zymen, zuweilen kopfig gedrängt, Kapselfrüchte, Blätter rinnig bis röhrig (binsenartig) oder grasartig, dann Blattspreite oder wenigstens die Mündung der Blattscheide (lang) bewimpert 
  Juncaceae
Sumpf- oder Landpflanze.
27*
Blüten in Trauben, Spalt- oder Sammelbalgfrüchte, Blätter stets binsenartig, kahl   ► 28
Moor- und Sumpfpflanze oder an Salzstellen.
28
Alle Blätter grundständig, Traube reichblütig, gestreckt (sehr schmal), ährenartig, Blüten kurz gestielt, ohne Deckblätter, Perigon hinfällig, Fruchtblätter in ganzer Länge verwachsen, bei der Reife von unten her aufspreizend 
  Triglochin (Juncaginaceae)
28*
Stängel beblättert, Traube 3–10-blütig, Blüten lang gestielt, mit langen, laubblattartigen Deckblättern, Perigon bleibend, Fruchtblätter nur am Grund verwachsen, oben frei 
  Scheuchzeria (Scheuchzeriaceae)
Quelle: http://offene-naturfuehrer.de/web/Einkeimblättrige_Pflanzen_(Deutschland_und_Österreich)
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