Equisetum (Deutschland)

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Equisetum (Schachtelhalm; Übergeordneter Schlüssel: Bärlapppflanzen und Farne)
Von: H. Wilfried Bennert, Karsten Horn
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Quelle: Dieser Schlüssel basiert auf dem „Schlüssel zu den Familien der Bärlapppflanzen und Farne in Deutschland“ von H. Wilfried Bennert & Karsten Horn. Ergänzungen an Text oder Illustrationen sind in dieser Fassung willkommen. Für eine unveränderte Originalversion bitten wir den obigen Originalschlüssel zu konsultieren. — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: H. Wilfried Bennert & Karsten Horn
1
Sporophyllstand stumpf endend, Spaltöffnungen nicht versenkt, sichtbar (Lupe!)   ► 2
Sporophyllstand mit deutlicher Spitze, Spaltöffnungen brunnenartig versenkt, nicht direkt sichtbar (Lupe!)   ► 8
2
Fertile Sprosse bräunlich bis weißlich, zumindest anfangs ohne Seitenäste, Sporenreife März bis April   ► 3
Fertile Sprosse grün, astlos oder mit Seitenästen, Sporenreife Mai bis August   ► 6
3
Fertile Sprosse groß (bis 40 cm hoch und 2 cm dick), Sporophyllstand später absterbend und nicht ergrünend, Blattscheiden mit bis zu 40 langen, begrannten Zähnen 
 Riesen-Schachtelhalm  –  Equisetum telmateia
Fertile und sterile Sprosse verschieden gestaltet, fertile im Frühjahr erscheinend und nach Ausstreuen der Sporen absterbend und nicht ergrünend, sterile Sprosse fast gleichzeitig oder etwas später erscheinend, erst im Herbst absterbend; fertile Sprosse bis 25 cm hoch, weißlich, astlos; sterile Sprosse 50–200 cm hoch, regelmäßig quirlig verzweigt, Zentralhöhle etwa die Hälfte des Sprossdurchmessers einnehmend, Internodien elfenbeinweiß.
Fertile Sprosse kleiner (bis 20 cm hoch und bis 1 cm dick), Sporophyllstand nach der Sporenreife absterbend oder ergrünend, Blattscheiden mit höchsten 30 Zähnen   ► 4
4
Zähne der Blattscheiden nicht getrennt, sondern zu wenigen fuchsrot-bräunlichen Lappen vereinigt 
 Wald-Schachtelhalm  –  Equisetum sylvaticum
Fertile und sterile Sprosse anfangs verschieden gestaltet, gleichzeitig erscheinend; fertile Triebe erst bleich und astlos, nach Entlassen der Sporen ergrünend, Seitenäste bildend und den sterilen Sprossen ähnlich werdend; sterile Sprosse 20–50 cm hoch, regelmäßig quirlig verzweigt und mit Seitenästen zweiter Ordnung; Zentralhöhle etwa die Hälfte des Sprossdurchmessers einnehmend; Zähne der Blattscheiden zu wenigen fuchsrot-bräunlichen, häutigen Lappen vereinigt.
Zähne der Blattscheiden einzeln und nicht in Lappen zusammenhängend   ► 5
5
Fertile Sprosse nach der Sporenreife ergrünend und Seitenäste bildend, Blattscheiden der fertilen Sprosse mit 15–20 Zähnen 
 Wiesen-Schachtelhalm  –  Equisetum pratense
Fertile und sterile Sprosse anfangs verschieden gestaltet, gleichzeitig erscheinend; fertile Triebe erst bleich und astlos, nach Entlassen der Sporen ergrünend, Seitenäste bildend und den sterilen Sprossen ähnlich werdend; sterile Sprosse 10–60 cm hoch, mit 10–12 Rippen, einfach quirlig verzweigt (selten auch mit Seitenästen zweiter Ordnung); Zentralhöhle etwa die Hälfte des Sprossdurchmessers einnehmend; Blattscheiden graugrün mit 15–20 feinen, schmal-länglichen Zähnen.
Fertile Sprosse nach der Sporenreife absterbend und nicht ergrünend, Blattscheiden der fertilen Sprosse mit 10–12 Zähnen 
 Acker-Schachtelhalm  –  Equisetum arvense
Fertile und sterile Sprosse verschieden gestaltet, fertile im Frühjahr erscheinend, nach Ausstreuen der Sporen absterbend und nicht ergrünend, sterile Sprosse fast gleichzeitig oder etwas später erscheinend, erst im Herbst absterbend; fertile Sprosse bis 20 cm hoch, hellbraun bis rötlich, astlos; sterile Sprosse 10–50 cm hoch, quirlig verzweigt, mit 6–20 glatten Rippen; Zentralhöhle eng, etwa ⅕ des Sprossdurchmessers einnehmend; Seitenast-Internodium so lang bis deutlich länger als die angrenzende Blattscheide des Haupttriebes.
6
Sprosse im Querschnitt mit sehr großer Zentralhöhle (9/10 des Sprossquerschnitts einnehmend) 
 Teich-Schachtelhalm  –  Equisetum fluviatile
Fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet, oberirdische Sprosse astlos oder in der oberen Hälfte locker quirlig verzweigt, 20–150 cm hoch, ungefurcht, im Querschnitt mit sehr großer Zentralhöhle, Sporophyllstand breit eiförmige bis fast kugelig, stumpf; Blattscheiden bis 10 mm lang, bis auf die obersten eng anliegend, mit 10–20 schmalen, dunkelbraunen, sehr schmal weißhäutig gesäumten Zähnen.
Sprosse im Querschnitt mit kleinerer Zentralhöhle (höchstens ⅔ des Sprossquerschnitts einnehmend)   ► 7
7
Zentralhöhle klein, ⅓ des Sprossquerschnitts einnehmend, Sporen normal ausgebildet 
 Sumpf-Schachtelhalm  –  Equisetum palustre
Fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet, oberirdische Sprosse 10–50 cm hoch, quirlig verzweigt, mit bogenförmig aufsteigenden Seitenästen oder selten unverzweigt, an der Spitze oft peitschenförmig verlängert, gefurcht; Zentralhöhle eng, etwa ⅓–⅙ des Sprossdurchmessers einnehmend; Blattscheiden doppelt so lang wie breit, mit 4–12 Zähnen; erstes Seitenast-Internodium deutlich kürzer als die angrenzende Blattscheide des Haupttriebes (im Unterschied zu sterilen Trieben von E. arvense); Zähne der Seitenäste schwarzspitzig.
Zentralhöhle die Hälfte bis ⅔ des Sprossquerschnitts einnehmend, Sporen abortiert 
 Ufer-Schachtelhalm  –  Equisetum × litorale
Hybride zwischen E. arvense und E. fluviatile; häufig, aber nicht immer zusammen mit den Elternarten vorkommend, durch vegetative Vermehrung oft ausgedehnte Bestände bildend; oberirdische Sprosse aufrecht und meist regelmäßig quirlästig; erstes Seitenast-Internodium unten +/- gleich lang wie die angrenzende Blattscheide des Haupttriebes, nach oben hin deutlich länger als diese (bis 2-mal so lang); Sporophyllstände an der Spitze grüner, quirlästiger Sprosse, deren oberste 4–5 Knoten astlos sind, zumeist jedoch fehlend; Sporen abortiert (im Unterschied zu den Elternarten).
8
Ausgewachsene Pflanzen regelmäßig quirlig verzweigt, oberirdische Sprosse im Winter vollständig absterbend 
 Ästiger Schachtelhalm  –  Equisetum ramosissimum
Fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet, oberirdische Sprosse bei uns im Herbst absterbend, zumeist aufrecht, bis 1,3 m lang, vor allem in der Mitte oder in der oberen Hälfte verzweigt, seltener ohne Seitenäste; Internodien 3–10 cm, mit 6–15 Rippen, Zentralhöhle groß, 1/2–2/3 des Stängeldurchmessers einnehmend; Blattscheiden bis 22 mm lang und 8 mm breit, nach oben schmal trichterförmig erweitert; Zähne mit dreieckiger, schwarzbrauner, meist bleibender Basis, schmal weißhäutig berandet, die Spitze später oft abfallend; Sporophyllstand 6–30 mm lang, zugespitzt.
Pflanzen nicht regelmäßig quirlig verzweigt, oberirdische Sprosse im Winter nicht vollständig absterbend   ► 9
9
Pflanzen klein, 10–30 cm hoch, Zähne der Blattscheiden bleibend 
 Bunter Schachtelhalm  –  Equisetum variegatum
Fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet; Rhizom in geringer Tiefe kriechend, reich verzweigt; oberirdische Sprosse rasig, niederliegend bis bogenförmig aufsteigend oder aufrecht, 10–40 (–70) cm hoch, unverzweigt oder mit 1–2 grundständigen Seitenästen; Internodien 1–3 (–6) cm lang; Zentralhöhle 1/4 bis 1/3 des Stängeldurchmessers einnehmend, selten fehlend; Blattscheiden 3–6 (–10) mm lang, anliegend und allmählich erweitert, unten zur Hälfte oder ganz schwarz, weiter oben grün mit schmaler oder breiter schwarzer Querbinde; Scheidenzähne 4–10, bleibend, ganz weiß oder häufig von einem braunen oder schwarzen Mittelstreifen durchzogen, grannenartig zugespitzt; Sporophyllstand eiförmig bis länglich, 5–10 mm lang, stachelspitzig.
Pflanzen größer, 40–150 cm hoch, Zähne der Blattscheiden frühzeitig abfallend   ► 10
10
Oberirdische Sprosse vollständig wintergrün, nur bei Verletzungen gelegentlich Seitenäste bildend, Sporen normal ausgebildet 
 Winter-Schachtelhalm  –  Equisetum hyemale
Fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet; oberirdische Sprosse 30–120 cm hoch, nur nach Verletzungen schwach verzweigt, mit 18–24 Rippen; Zentralhöhle relativ groß, etwa ⅔ des Sprossdurchmessers einnehmend; Blattscheiden annähernd quadratisch oder länger als breit, anliegend, oben und unten mit einer schwarzen Querbinde, Zähne früh abfallend; Sporophyllstand 8–15 mm lang, zugespitzt.
Oberirdische Sprosse im Winter teilweise absterbend, nicht selten (unregelmäßig) verzweigt, Sporen abortiert 
 Moores Schachtelhalm  –  Equisetum × moorei
Hybride zwischen E. hyemale und E. ramosissimum; durch vegetative Vermehrung meist ausgedehnte Bestände bildend, wobei eine oder auch beide Elternarten in der Umgebung fehlen können; Pflanze hell graugrün, groß (50–150 cm), meist unverzweigt, aber gelegentlich auch schwach quirlästig; Blattscheiden hellbraun mit schmaler, schwarzer Binde am Grund; Zähne früh abfallend und einen Knorpelwulst zurück lassend, im oberen Bereich teilweise aber auch bleibend; Sporen abortiert (im Unterschied zu den Elternarten).




Anmerkung: Für diese Gattung existiert ein aktueller und reich illustrierter Bestimmungsschlüssel, mit dem sämtliche in Deutschland bekannten Hybriden bestimmt werden können: Lubienski, M.: Die Schachtelhalme (Equisetaceae, Pteridophyta) der Flora Deutschlands - ein aktualisierter Bestimmungsschlüssel. Online-Veröffentlichung Bochumer Bot. Ver. 2, 82-100 (2010). http://www.botanik-bochum.de/publ/OVBBV2_6_Lubienski_Equisetum.pdf

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Equisetum (Deutschland) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
7 Juli 2015 12:05:46). Abgerufen am 19. November 2017, 08:35 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Equisetum_(Deutschland)