Europäischer Biber – Castor fiber

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Mit Formular bearbeiten
Deutscher Name: Europäischer Biber
Wissensch. Name: Castor fiber
(Linnaeus, 1758)
Weitere deutsche Namen: Biber,Eurasischer Biber
Großgruppe: Säugetiere
Taxonomie: Ordnung Rodentia / Familie Castoridae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: gefährdet
Rote Liste Berlin: vom Erlöschen bedroht

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • platter, schuppiger Schwanz
  • Kopf und Nacken während des Schwimmens erkennbar
Der Biber ist das größte einheimische Nagetier. Unverwechselbar ist sein langer platter, schuppiger Schwanz. Er ist grau bis dunkelbraun mit einem helleren Bauch. Während des Schwimmens schauen Kopf und Nacken aus dem Wasser. Meist sieht man jedoch nur seine Spuren: Biberburgen, Dämme und abgenagte Baumstämme. Er hat fünf fingerartige Zehen, zwischen denen sich Schwimmhäute befinden. Auf weichem Untergrund kann man die Abdrücke der Schwimmhäute und der Hauptfußballen meist gut erkennen.

Bilder

Beschreibung

Verwechslungsmöglichkeiten:

Nutria Nutria haben einen runden Schwanz. Die Schnurhaare sind weiß. Während des Schwimmens schaut auch der Rücken aus dem Wasser. Am fünften Zeh fehlt die Schwimmhaut. Nutria:  Christian Fischer, CC BY-SA 3.0
Bisamratte Die Bisamratte ist deutlich kleiner. Sie hat einen seitlich abgeplatteten Schwanz. Der Kopf ist eher spitz. Sie hat keine Schwimmhäute zwischen den Zehen. Bisamratte:  Dave Menske, PD


Mensch und Stadt

Biber findet man in der Nähe von Gewässern mit einer Mindesttiefe von 60-90cm und geeigneten Bereichen für den Bau von Biberburgen. In Berlin wurden Biberpopulationen u.a. im Schlosspark Charlottenburg, dem Tiergarten und im Bereich der Rummelsburger Bucht gemeldet.

In ländlichen Gebieten kommt es häufiger zu Konflikten, da Biber die Landschaft aktiv verändern und unter anderem Wasserstände beeinflussen. Auch richten sie an Obst- und Kulturbäumen große Schäden an. Der Einzug von Bibern in die Innenstadt wird von der Presse dagegen positiv aufgenommen. Hier fallen sie jedoch häufig dem Strassenverkehr zum Opfer.

Wissenswertes

  • Biber nutzen beim Schwimmen ihren Schwanz als Steuerruder.
  • Im Mittelalter wurde er als Fisch deklariert, damit er zur Fastenzeit gegessen werden konnte.
  • Heute ist der Biber in Deutschland weit verbreitet. Grund hierfür sind sowohl Wanderbewegungen wie auch gezielte Einführungen zu Jagdzwecken.
  • Mittels spezieller Drüsen kann der Biber sein dichtes Haarfell einfetten. So schützt er sich vor Auskühlung im Wasser.
  • Seine langen, spitzen Schneidezähne wachsen kontinuierlich. Diese wetzt er an jungen Trieben und Baumstämmen ab. Als typische Spuren hinterlässt er spitz abgenagte Baumstämme sowie tiefe Kratzspuren.
  • Im 20. Jahrhundert wurde der Biber in Europa wiedereingebürgert. Hierbei wurden unter anderem auch gebietsfremde Arten wie z.B. der Kanadische Biber angesiedelt.

Quellen, Literatur, Weblinks