Fadenmolch – Lissotriton helveticus

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Deutscher Name: Fadenmolch
Wissensch. Name: Lissotriton helveticus
(Razoumowsky, 1789)
Wissensch. Synonyme: Triturus helveticus
Großgruppe: Amphibien
Taxonomie: Ordnung Caudata / Familie Salamandridae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • unbefleckte Kehle
  • Männchen mit fadenförmigen Aufsatz am Schwanzende während der Paarungszeit
Der Fadenmolch gehört mit einer Länge von ca. 8,5 cm zu der kleinsten mitteleuropäischen Molchart. Seine Oberseite ist gelblich-braun gefärbt, mit dunklen Flecken oder einer leichten Marmorierung. Die Bauchseite ist schwach, in der Regel gar nicht befleckt und in der Mitte gelblich-orange. Die Unterseite der Kehle ist weiß-rosa und ebenfalls unbefleckt. Während der Paarungszeit haben die Männchen einen fadenförmigen Schwanzfortsatz und auffallend große Schwimmhäute an den Hinterfüßen.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: An den Kopfseiten verlaufen dunkle Streifen durch die Augen. In den Sommermonaten tragen die Weibchen während der Landtracht eine orangefarbene Mittellinie auf dem Rücken, vor allem im vorderen Körperbereich.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Teichmolch Die Geschwisterart kann auch im gleichen Gewässer vorkommen. Alleinstellungsmerkmale beim Fadenmolch sind jedoch beim Männchen der fadenförmige Aufsatz am Schwanzende und bei beiden Geschlechtern die unbefleckte Kehle.

Verhalten: Die Sommerlebensräume und Winterquartiere des Fadenmolchs liegen in der engeren Gewässerumgebung. Tagsüber verbergen sich die Tiere meist unter Steinen oder Baumstümpfen und werden erst nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Im Mittel- und Westeuropa legt der Fadenmolch eine Winterruhe ein, während sie in milden, tieferen Lagen auch ausfallen kann.

Lebensweise und Fortpflanzung: Ein Fadenmolch wird nach 2 Jahren geschlechtsreif. Die Laichzeit ist regulär von März bis Juni, verschiebt sich aber auch in wärmeren oder kälteren Regionen. Nach den Balzspielen werden 300-450 Eier einzeln an Wasserpflanzen abgelegt. Die Larven schlüpfen nach 2-3 Wochen und nach weiteren 6-7 Wochen erreichen sie die Metamorphose.

Lebensraum: Der Fadenmolch ist vor allem in bewaldetem Hügelland in Höhen bis ca. 1000 m, in den Pyrenäen auch bis 2400 m, anzutreffen. Er besiedelt verschiedene stehende und schwach fließende Gewässer im Wald oder in Waldnähe. Bevorzugt werden dabei kühle, feuchte Verhältnisse.

Verbreitung: Der Fadenmolch ist eine atlantische Art mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Frankreich. Das gesamte Gebiet erstreckt sich von Nordportugal, Nordspanien bis nach Großbritannien und Mitteldeutschland bis ins nordwestliche Tschechien. Die Verbreitungsgrenzen decken sich dabei mit den Rändern der Mittelgebirge und des Hügellandes.

Mensch und Stadt

Aufgrund seiner weiten Bandbreite an Lebensräumen findet man den Fadenmolch in der Nähe sehr unterschiedlicher Gewässer. Dazu zählen z.B. Suhlen, Quelltöpfe, quellnahe Bachläufe, kleine und große Weiher, Teiche und Talsperren. Gebiete mit offenen Agrarlandschaften werden hingegen gemieden. Die Bestände des Fadenmolchs leiden unter der Beeinträchtigung und Zerstörung ihrer Lebensräume durch Zuschüttung oder dein Eintrag von Dünger, Umweltgiften und Müll. Auch der gezielte Eintrag von Fischen kann zu einem Zusammenbruch der Lurchpopulationen führen, da deren Laich und Larven von vielen Fischen erbeutet werden.

Wissenswertes

  • Name: Der Name ist auf den fadenförmigen Fortsatz der Männchen im Hochzeitskleid zurückzuführen.
  • Der Fadenmolch gehört zu der kleinsten mitteleuropäischen Molchart.
  • Alleinstellungsmerkmale beim Fadenmolch sind der fadenförmige Aufsatz am Schwanzende beim Männchen und die unbefleckte Kehle bei beiden Geschlechtern.
  • Aufgrund des nahen Verwandtschaftsverhältnisses kann es im Freiland hin und wieder zu einer Kreuzung von Faden- und Teichmolch kommen. Die Tiere besitzen dann Merkmale beider Elternarten, sind aber selsbt steril.
  • Alle europäischen Amphibien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Quellen, Literatur, Weblinks