Feuersalamander – Salamandra salamandra

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Deutscher Name: Feuersalamander
Wissensch. Name: Salamandra salamandra
(Linnaeus, 1758)
Großgruppe: Amphibien
Taxonomie: Ordnung Caudata / Familie Salamandridae
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • schwarze Grundfarbe mit gelb-roten Flecken- oder Streifenmuster
Der Feuersalamander ist schwarz glänzend mit auffälligen gelben, orangefarbenen oder rötlichen unregelmäßigen Flecken oder Streifen auf der Oberseite. Er hat einen kräftigen, gedrungenen Körper mit einem flachen, breiten Kopf und deutlich hervorstehenden Augen. Seine Länge beträgt 14-18 cm, selten auch 20 cm und mehr.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: In Deutschland kommen zwei Unterarten vor, die sich anhand des Zeichenmusters unterscheiden lassen. Ein Streifenmuster ist für die westliche Unterart, den gestreiften Feuersalamander, typisch und ein Fleckenmuster für die östliche Unterart, den gefleckten Feuersalamander. Da diese Muster bei jedem Feuersalamander unterschiedliche ausgeprägt sind können die Tiere individuell erkannt werden.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Salamandra atra pasubiensi Die Art kommt nur sehr lokal in Oberitalien vor und kann auch gelbe Flecken haben.

Verhalten: Der Feuersalamander hält sich in der Regel auf dem Land auf. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen oder Baumwurzeln. In der Dämmerung oder Nacht jagen sie ihre Beute, darunter Nacktschnecken, Würmer und Insekten. Nach starkem Regen sind sie aber auch am Tag aktiv. In West- und Mitteleuropa trifft man sie vor allem zwischen März bis Oktober an, während der Winter in kaltgeschützten Höhlen verbracht wird. Bekannt sind z.B. alte Bergstollen, in denen sie zusammen mit Fledermäusen überwintern. In Südeuropa hingegen können sich die Hauptaktivitätsmonate in die milden, regenreichen Herbst- und Wintermonate verlagern.

Lebensweise und Fortpflanzung: Die Paarung erfolgt zwischen März und September an Land, was eine Besonderheit bei den heimischen Amphibien darstellt. Nach der Paarung sind die Weibchen in der Lage, die Samenmasse des Männchens mehrere Jahre im Körper zu konservieren. So ist es ihnen möglich in den kommenden Jahren auch ohne Sexualpartner für Nachwuchs zu sorgen. Die Larven werden in der Regel im Spätherbst am Uferrand abgesetzt. Je nach Nahrungsangebot und Temperatur der Gewässer vollzieht sich die Metamorphose vom kiemenatmenden Wasserbewohner zum lungenatmenden Landtier nach zwei bis sechs Monaten. Je günstiger das Futterangebot und wärmer die Wassertemperatur, desto schneller können sich die Larven entwickeln.

Lebensraum: Feuersalamander kommen vor allem in Laub- und Mischwäldern, bevorzugt in Buchenwäldern vor. Zum Absetzen der Larven werden naturnahe und sauerstoffreiche Quellbäche, Wagenspuren aber auch stehende Gewässer aufgesucht. Wichtig sind vor allem viele Strukturen und Versteckmöglichkeiten in ihrem Lebensraum. In südlichen Bereichen werden auch offene Lebensräume, wie Viehweiden oder lichte Trockenwälder besiedelt.

Verbreitung: Das große Verbreitungsgebiet des Feuersalamanders umfasst West-, Zentral-, Süd- und Südosteuropa, von Portugal bis in die Karpaten. Die Art kommt häufig in Mittelgebirgen zwischen 600 und 1000 m, auf dem Balkan und in Zentralspanien auch bis 2500 m vor.

Mensch und Stadt

Oft besiedelt die Art auch bewohnte Gebiete, in denen naturnahe Gärten und Parkanlagen als Lebensraum dienen. Sie besiedeln z.B. Friedhöfe die in Waldnähe liegen.

Wissenswertes

  • Name: Irrtümlicherweise warf man den Feuersalamander in früheren Jahrhunderten ins Feuer, da man annahm, sie könnten es löschen.
  • Giftigkeit: Die Haut des Feuersalamanders scheidet ein Gift aus, welches sie vor natürlichen Feinden schützt. Dieses Gift wird Salamandrin genannt und kann auf Schleimhäuten sehr brennen.
  • Aufgrund der unterschiedlich ausgeprägten Zeichenmuster können die Tiere individuell bestimmt werden.
  • Die Paarung erfolgt an Land, was eine Besonderheit bei den heimischen Amphibien darstellt.
  • Nach der Paarung sind die Weibchen in der Lage, die Samenmasse des Männchens mehrere Jahre im Körper zu konservieren. So ist es ihnen möglich in den kommenden Jahren auch ohne Sexualpartner für Nachwuchs zu sorgen.
  • Es wurde dokumentiert, dass Feuersalamander Bergstollen aufsuchen, in denen sie zusammen mit Fledermäusen überwintern.
  • Alle europäischen Amphibien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Quellen, Literatur, Weblinks