Fliegenlarven (Maden)

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Deutscher Name: Fliegenlarven
Wissensch. Name: Larven der Brachycera
Großgruppe: Insekten
Taxonomie: Ordnung Diptera / Familie
(abgerufen am 14.07.2017) Deutsche Wikipedia-Seite

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • Fehlen einer Kopfkapsel
  • Fehlen von echten Gliedmaßen
Fliegenmaden sind beinlos und ihnen fehlt eine Kopfkapsel. Der Kopf ist undeutlich zugespitzt und auf zangenartige Mundhaken reduziert. Der Körper ist wurmförmig und oft vorne spitz und hinten am breitesten. Die Haut ist weich und bleich. Der Körperquerschnitt der Fliegenmaden ist drehrund bis oval, gestreckt oder gebogen. Die Länge beträgt 1-30 mm. Der Körper wird von einer mehr oder weniger festen äußeren Cuticula gestützt.

Bilder

Beschreibung

Verwechslungsmöglichkeiten:

Mückenlarven (Nematocera) Mückenlarven besitzen Stummelfüße und eine Kopfkapsel. Mückenlarven (Nematocera):
Käferlarven (Coleoptra) Käferlarven besitzen eine große und deutliche Kopfkapsel. Käferlarven (Coleoptra):
Stechimmen (Apocrita) Stechimmen leben in Waben und besitzen eine kleine und oft undeutliche Kopfkapsel.


Lebensweise und Fortpflanzung: Viele Fliegenmaden leben als Aasfresser in verwesenden Leichen; andere leben als Pflanzenfresser. Manche Larven leben als Parasitoide in lebenden Gliederfüßern oder sie entwickeln sich als Parasiten an oder in lebenden Wirbeltieren.

Lebensraum: Fliegenmaden besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. Sie leben im Boden, an oder in lebenden oder abgestorbenen Pflanzen (insbesondere in totem Holz und in Pilzen), in Kot, in toten Tieren, in Lebensmitteln wie Fleisch oder Käse und im Wasser. Manche Arten leben auch in lebendem Gewebe und lösen dort als Krankheitserreger eine Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) aus. Im Wasser findet man vor allem Larven von Bremsen (Tabanidae) und Schwebfliegen (Syrphidae). Letztere sind an einem langen Schwanz zu erkennen („Rattenschwanzlarven“). Echte Fliegen (Muscidae), zu denen die Stubenfliege (Musca domestica) gehört, sind vor allem in sich zersetzendem organischen Material wie Kot, Müll, Kompost oder Nahrungsmittel zu finden.

Verbreitung nach Bundesland:
ganz Deutschland

Mensch und Stadt

Fliegenmaden besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. Sie leben im Boden, an oder in lebenden oder abgestorbenen Pflanzen (insbesondere in totem Holz und in Pilzen), in Kot, in toten Tieren, in Lebensmitteln wie Fleisch oder Käse und im Wasser. Manche Arten leben auch in lebendem Gewebe und lösen dort als Krankheitserreger eine Myiasis (Fliegenmadenkrankheit) aus. Im Wasser findet man vor allem Larven von Bremsen (Tabanidae) und Schwebfliegen (Syrphidae). Letztere sind an einem langen Schwanz zu erkennen („Rattenschwanzlarven“). Echte Fliegen (Muscidae), zu denen die Stubenfliege (Musca domestica) gehört, sind vor allem in sich zersetzendem organischen Material wie Kot, Müll, Kompost oder Nahrungsmittel zu finden.

Wissenswertes

  • Madenartige Larven kommen auch in vielen anderen Ordnungen vor (z.B. bei Bienen, Ameisen oder Bockkäfern).
  • In der Medizin wird die Madentherapie für die Behandlung von chronischen Wunden z.B. bei Diabetikern verwendet (Wundreinigung, Vernichtung von Bakterien und Stimulation der Wundheilung).
  • In der Forensik können Maden dazu dienen, Hinweise hinsichtlich des Todeszeitpunkts einer Leiche zu erhalten.
  • Häufig treten Maden in großen Mengen als „Madenteppich“ auf. Die Tiere reiben aneinander, sodass spürbare Wärme und ein hörbares Rauschen entsteht.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • R. Bährmann, G. Köhler, H. J. Müller: Bestimmung wirbelloser Tiere, Bildtafeln für zoologische Bestimmungsübungen und Exkursionen, 7. Auflage, 2015, Springer-Verlag Berlin Heidelberg.
  • B. Klausnitzer: Stresemann - Exkursionsfauna von Deutschland, Band 2: Wirbellose: Insekten, 11. Auflage, 2011, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, S. 919–932.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Fliegen (abgerufen am 14.07.2017)

An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Katharina V., Lisa F., Stephanie R.