Gemeiner Mehlkäfer (Tenebrio molitor)

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Gemeiner Mehlkäfer
Puppe des Gemeinen Mehlkäfers
Larve des Gemeinen Mehlkäfers

Biologie

Der Mehlkäfer ist in Mühlenbetrieben und Bäckereien Mitteleuropas seit Jahrhunderten ein häufig anzutreffender Gast. Unter den vorratsschädlichen Insekten ist er am größten. Da er deshalb auch leicht wahrgenommen wird, kommt es nur noch selten zu massenhaftem Auftreten. Seine Larven können auch in morschem Holz mit holzschädlichen Insekten und in Vogelnestern auftreten, wo dann Mehlkäfer gelegentlich mit Holzschädlingen verwechselt werden. Als "Mehlwürmer" sind die Larven bei Haltern von Fischen, Reptilien und Vögeln als Futter beliebt. Unterhalb von 5 °C sterben die Larven, die Temperaturen von 9 °C noch länger ertragen können, ab. Die normale Entwicklung des Mehlkäfers verläuft im Temperaturbereich zwischen 18 °C und 35 °C, optimal sind 26 °C und 65 % rel. Feuchte. Frisch geschlüpfte Käfer ertragen selbst 42 °C noch über drei Stunden, ohne zu sterben. Der Käfer benötigt in ungeheizten Lägern in Deutschland mit winterlicher Unterbrechung etwa ein Jahr für eine vollständige Entwicklung bei konstanten 20 °C etwa acht Wochen. Die Larven können ohne Futter bis zu neun Monate hungern. Etwa zehn Tage nach dem Schlupf beginnen die Weibchen mit der Ablage von insgesamt bis zu etwa 500 Eiern, die sie in kleineren Gruppen bis zu 16 deponieren. Nach etwa sechs Wochen sterben die Käfer ab. Die Abbildung gibt die typischen Laufspuren des Käfers auf einer mit Mehl eingestaubten Oberfläche wieder.