Gräser-Bestimmungsschlüssel für das Regnitzgebiet (Werner Nezadal)

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Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit dem Autornamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Werner Nezadal beschränkt. Auf der Diskussionseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge jedoch sehr willkommen!
Dieser Beitrag stammt von einem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).
Gräser-Bestimmungsschlüssel für das Regnitzgebiet (= für die außeralpinen, küstenfernen Sippen) nach Oberdorfer, verändert (Version 7, Juli 2009); Autor: W. Nezadal Geographischer Geltungsbereich: Bayern — Zielgruppe: Studenten — Mitarbeit: Autor — Stand: in Eingabe — Initiator(en): FIM — Bearbeitet von: N. Poelloth, G. Schmidt; Ergänzt durch: Gatterer K. und Nezadal W. Flora des Regnitzgebietes;

Dieser Schlüssel richtet sich vorwiegend an Studenten der Biologie, die den grundsätzlichen Aufbau der Grasblüten und der Blütenstände der Süßgräser kennen.

Er ist in drei Teilschlüssel unterteilt, die für die drei Formen der Blütenstände stehen (siehe Rispengräser, Ährenrispengäser und Ähren- und Fingergräser auf Wikipedia).

Grasbluete.png
Rispengras
Inflorescences Panicle Kwiatostan Wiecha.svg
Ährenrispengras
Inflorescences Muktispike Kwiatostan aehrenrispe.svg
Ähren- und Fingergras
Inflorescences Spike finger.svg


Rispengräser im Regnitzgebiet
Von: Werner Nezadal
Geographischer Geltungsbereich: Mitteleuropa — Zielgruppe: Studenten • Interessierte — Mitarbeit begrenzt auf: W. Nezadal
1
Halm nur unten mit Knoten   ► 2
1
Halm auch oben mit Knoten   ► 3
2 (1)
Ährchen 1-6-blütig, gekielt; großes Horstgras: unterste Blattspreite sehr kurz, verbreitet 
 Pfeifengras  –  Molinia caerulea
Molinia caerulea
2
Ährchen 3-blütig; Hüllspelzen gelbbraun, trockenhäutig; Cumarinduft, selten 
 Darrgras  –  Hierochloe australis
Hierochloe australis = 2
3 (1’)
Ährchen 1 1/2-blütig (1 ♂♀ + 1 ♂) Tipp: Sich merken, wie die 3 hierunter fallenden, häufigen Arten aussehen!   ► 4
3
Ährchen 1-blütig   ► 5
3’’
Ährchen 2- bis mehrblütig   ► 13
4 (3)
Ährchen 8-10 mm lang, mit 1 geknieten Granne; Pflanze unten kahl, überall sehr häufig 
 Glatthafer  –  Arrhenatherum elatius
Arrhenatherum elatius
4
Ährchen bis 5 mm lang, bleichgrün bis rosa, Knoten behaart 
 Honiggras  –  Holcus (2 Arten in Bayern)
2 Arten: Holcus mollis und H. lanatus; beide häufig
Holcus lanatus
Holcus lanatus
Holcus mollis
5 (3’)
Ährchen mit (manchmal versteckter) Granne   ► 6
5
Ährchen ohne Granne   ► 8
6 (5)
Ährchen am Grunde mit deutlichem Haarkranz und Granne (manchmal versteckt) 
 Reitgras  –  Calamagrostis (5 Arten im Gebiet)
häufig: C. epigejos, zerstreut C. arundinacea
6
Ährchen ohne oder mit ganz kurzen Haaren, mit deutlicher Granne   ► 7
7 (6’)
Granne sehr lang (10-15 cm), zerstreut; nur Windsheimer Bucht 
 Federgräser  –  Stipa
7
Granne 5-8 mm lang, ca. 3x Ährchenlänge 
 Windhalm  –  Apera
im Gebiet: A. spica-venti häufig, als Neophyt auch A. interrupta s. selten
A: Apera spica-venti
8 (5’)
Spelzen am Rücken abgerundet, Ährchen hirseähnlich   ► 9
8
Spelzen am Rücken gekielt   ► 12
9 (8)
Blattscheiden abstehend behaart, 3 Hüllspelzen, ruderal, alle 6 Arten zerstreut bis s. selten 
 Hirsen  –  Panicum (6 Arten im Gebiet)
9
Blattscheiden kahl   ► 10
10 (9’)
Wenige 5-7 mm lange Ährchen mit kolbenförmiger, verkümmerter Blüte 
 Perlgras  –  Melica (3 Arten im Gebiet)
M. nutans: häufigste; M. uniflora: häufig im Nordosten; M. picta: selten (Windsheimer Bucht)
Melica
10
Viele 2-4 mm lange Ährchen   ► 11
11 (10’)
Groß, Blätter bis 1,5 cm breit, Äste hängend; blaß; im Wald, zerstreut 
 Flattergras  –  Milium effusum
Milium effusum
11
Kleiner, am Wasser; Spelzen oft violett; s. selten an Quellhorizonten 
 Quellgras  –  Catabrosa aquatica
Catabrosa aquatica
12 (8’)
Sehr groß, schilfähnlich, Ligula bis 6 mm, verbreitet und meist häufig 
 Glanzgras  –  Phalaris arundinacea
Phalaris arundinacea
12
Kleiner, Ährchen 2-3 mm 
 Straußgräser  –  Agrostis (~ 5 Arten im Gebiet)
A. canina verbreitet; A. capillaris und A. stolonifera häufig; A. gigantea zerstreut
12’’
Blätter gelbgrün, am Rand und Blattscheiden sehr rau, zerstreut, blüht nur in warmen Sommern 
 Reisquecke  –  Leersia oryzoides
Leersia oryzoides
13 (3’)
Schilf, 1,5-4 m hoch, Ligula als feiner Haarkranz, verbreitet 
 Schilf  –  Phragmites australis
Phragmites australis
13
Kleiner   ► 14
14 (13’)
Hüllspelze (längere) mindestens 2/3 der Ährchenlänge (Hüllspelze lang)   ► 15
14
Hüllspelze (kürzere) deutlich kürzer als die Ährchenlänge (< 2/3) (Hüllspelze kurz)   ► 22
15 (14)
Ährchen ohne Granne   ► 16
15
Ährchen mit Granne (manchmal versteckt)   ► 17
16 (15)
Blattgrund mit Haaren, blaugrün; Blattscheiden abgeflacht, verbreitet 
 Traubenhafer  –  Danthonia decumbens
Danthonia decumbens
16
Blattgrund ohne Haare; grün 
 Perlgras  –  Melica (5 Arten im Gebiet )
häufigste: M. nutans; in Nordostbayern auch M. uniflora häufig
17 (15’)
Ährchen ziemlich groß (5-20 mm), Granne lang ("Hafer")   ► 18
17
Ährchen klein (2-6 mm), Granne kurz   ► 20
18 (17)
Ährchen mit nur einer geknieten Granne; unten kahl, sehr häufig 
 Glatthafer  –  Arrhenatherum elatius
Arrhenatherum elatius = 1
18
Ährchen mit 2-5 Grannen   ► 19
19 (18’)
Ährchen 5-8 mm, Rispe goldgelb, 2-3 Grannen, häufig 
 Wiesen-Goldhafer  –  Trisetum flavescens
Trisetum flavescens
19
Ährchen > 10 mm 
 Hafer  –  Avena sensu latu (darunter Helictotrichon, Avena, Ventenata (erloschen))
Avena sativa
20 (17’)
Graugrünes Horstgras, Rollblätter unten rosa; Granne keulig, auf Flugsanden 
 Silbergras  –  Corynephorus canescens
Blüte
20
Ährchen bleich bis rosa; Knoten behaart; Blätter flach 
 Honiggras  –  Holcus (2 Arten im Gebiet, H. mollis und H. lanatus)
2 Arten: Holcus mollis und H. lanatus; beide häufig
20’’
Nicht so   ► 21
21 (20’)
Pflanze einjährig, klein; Deckspelze 2-spitzig, s. selten 
 Haferschmiele  –  Aira (A. caryophyllea, A. praecox)
A: Aira caryophyllea
21
Pflanze ausdauernd, groß; Deckspelze 4-zähnig, s.häufig 
 Schmielen  –  Deschampsia flexuosa
(= Avenella flexuosa)
Deschampsia felxuosa
22 (14’)
Ährchen am Rücken gekielt, abgeflacht   ► 23
22
Ährchen am Rücken gerundet   ► 25
23 (22)
Ährchen an den Rispenenden geknäuelt, untere Blattscheiden flach, sehr häufig 
 Knäuelgräser  –  Dactylis glomerata agg.
Dactylis glomerata (links)
23
Rispe dicht, schlank (Ährenrispe); Ährchen stachelspitzig, gekielt, bewimpert 
 Kammschmiele  –  Koeleria pyramidata agg.
im Gebiet K. pyramidata (verbreitet) und K. macrantha (selten)
23’’
Rispe locker („normal“)   ► 24
24 (23’)
Ährchen 3-7-blütig, Blattgrund nicht bewimpert; Schienenblätter 
 Rispengras  –  Poa (> 10 Arten im Gebiet)
häufig: P. annua, P. pratensis, P. angustifolia, P. trivialis, P. nemoralis, P. palustris
24
Ährchen 8-20-blütig, Blattgrund bewimpert, ruderal 
 Liebesgras  –  Eragrostis (4 Arten im Gebiet)
häufigste: E. minor
25 (22’)
Spelzen stumpflich, ohne Grannen   ► 26
25
Spelzen zugespitzt bzw. mit Grannen   ► 28
26 (25)
Ährchen rundlich-herzförmig, an dünnen Stielen hängend, Magerrasen, häufig 
 Gemeines Zittergras  –  Briza media
Briza media
26
Ährchen länglich; ähnlich Poa meist feuchtnasse Standorte   ► 27
27 (26’)
Ährchen 2-blütig, klein, violett, s. selten an Quellhorizonten 
 Quellgras  –  Catabrosa aquatica
Catabrosa aquatica
27
Ährchen 5-11-blütig, Blätter > 5 mm breit; im Nassen, häufig 
 Schwaden  –  Glyceria (~ 4 Arten im Gebiet)
im Gebiet Glyceria fluitans agg., Glyceria maxima
G. maxima, G. fluitans = spectabilis
27’’
Ährchen 4-6-blütig, Blätter schmal; Salzstellen (Straßenränder); Poa-Habitus 
 Gewöhnliche Salzschwaden  –  Puccinellia distans
(im Gebiet verbreitet, oft an Strassenrändern (Salz))
Puccinellia distans
28 (25’)
Granne unterhalb der gespaltenen Spelzenspitze inseriert, Ährchen > 1 cm 
 Trespen  –  Bromus (> 10 Arten im Gebiet)
28
Granne die Spelzenspitze verlängernd, Ährchen < 1 cm   ► 29
29 (28’)
Pflanze ausdauernd, Granne kurz; Narben an der Spitze des Knotens 
 Schwingel  –  Festuca (> 10 Arten im Gebiet)
häufig: F. ovina, F. rubra, F. gigantea, F. pratensis
29
Pflanze einjährig, Granne lang, oft überhängend, selten 
 Federschwingel  –  Vulpia (3 Arten im Gebiet)
Im Gebiet V. bromoides s. selten, Vulpia myuros selten, Vulpia ciliata s. selten



Ährenrispengräser im Regnitzgebiet
Von: Werner Nezadal
Geographischer Geltungsbereich: Mitteleuropa — Zielgruppe: Studenten • Interessierte — Mitarbeit begrenzt auf: W. Nezadal
1
Ährchen 1-blütig   ► 2
1
Ährchen 2- bis mehrblütig   ► 6
2 (1)
Ährchen von langen Borsten umgeben 
 Borstenhirse  –  Setaria (> 5 Arten im Gebiet)
häufig: S. viridis
2
Ährchen ohne Borsten   ► 3
3 (2’)
Hüllspelze breit weiß berandet, geflügelt; Ährenrispe eiförmig ruderal 
 Glanzgras  –  Phalaris canariensis
rechts: Phalaris canariensis
3
Hüllspelze nicht breit weiß berandet   ► 4
4 (3’)
Ähre locker, Hüllspelzen (insges. 4) lang, obere (kleine) Deckspelze begrannt; Cumarin-Duft, v. und h. 
 Ruchgras  –  Anthoxanthum odoratum agg.
selten (im Aischgrund und bei Ansbach), auch Anthoxanthum aristatum
rechts Anthoxanthum odoratum
4
Ähre dicht   ► 5
5 (4’)
Ährchen 2-spitzig, stiefelknechtartig oder „Haifisch-Ei“ 
 Lieschgras  –  Phleum (> 5 Arten im Gebiet)
häufigste: P. pratense
5
Ährchen ei-lanzettlich, Deckspelze mit kurzer Granne 
 Fuchsschwanzgräser  –  Alopecurus (> 4 Arten im Gebiet)
6 (1’)
Ährenrispe eiförmig   ► 7
6
Ährenrispe langwalzig   ► 8
7 (6)
Pflanze aufrecht, Schienen- und Kapuzenblätter, nur in der fränkischen Alb 
 Gewöhnliches Blaugras  –  Sesleria albicans
Sesleria albicans
7
Pflanze niederliegend; Blattscheiden abgeflacht, Trittpflanze, ss: nur Windsheimer Bucht 
 Hartgras  –  Sclerochloa dura
Sclerochloa dura
8 (6’)
Ährchen mit kammartiger Hülle, verbreitet - lokal häufig 
 Wiesen-Kammgras  –  Cynosurus cristatus
Cynosurus cristatus
8
Ährchen dicht weißzottig bewimpert, selten 
 Wimper-Perlgras  –  Melica ciliata s.l.
Melica ciliata
8’’
Deckspelze stachelspitzig, gekielt, bewimpert 
 Pyramiden-Kammschmiele  –  Koeleria pyramidata
Koeleria pyramidata



Ähren- und Fingerrispengräser im Regnitzgebiet
Von: Werner Nezadal
Geographischer Geltungsbereich: Mitteleuropa — Zielgruppe: Studenten • Interessierte — Mitarbeit begrenzt auf: W. Nezadal
1
Mehrere Ähren (Fingergräser)   ► 2
1
Nur eine Ähre (Ährengräser)   ► 5
2 (1)
Ährchen am Grund lang und zottig behaart mit geknieter Granne, nur noch auf der Ehrenbürg 
 Gemeines Bartgras  –  Bothriochloa ischaemum
Bothriochloa ischaemum
2
Ährchen kahl   ► 3
3 (2’)
Pflanze ausdauernd, glauk, mit Ausläufern, Blattgrund behaart, Scheiden flach, lokal, in Stadtgebieten 
 Hundszahngras  –  Cynodon dactylon
Cynodon dactylon
3
Pflanze einjährig   ► 4
4 (3’)
Ähren traubig-rispig stehend, Pflanze kräftig; Blattscheiden abgeflacht 
 Hühnerhirse  –  Echinochloa crus-galli
5 Arten im Gebiet, aber nur diese häufig, andere lokal und selten
rechts Echinochloa crus-galli
4
Ähren fingerförmig genähert, Pflanze niederliegend, v. 
 Fingerhirsen  –  Digitaria im Gebiet D. ischaemum und D. sanguinalis
Digitaria sanguinalis
5 (1’)
Ährchen einzeln auf den Absätzen der Ährenachse   ► 6
5
Ährchen zu 2-4 auf den Absätzen der Ährenachse   ► 12
6 (5)
Ährchen meist 1-blütig   ► 7
6
Ährchen 2- bis mehrblütig   ► 9
7 (6)
Ährchen allseitswendig in walzlicher Ähre 
 Borstengersten  –  Setaria (5 Arten im Gebiet; häufig: S. viridis)
7
Ährchen einseitswendig   ► 8
8 (7’)
Sehr kleines einjähriges Gras mit 1-2 mm langen Ährchen 
 Zwerggras  –  Mibora minima
Mibora minia = M. verna
8
Horstgras mit borstlichen Blättern, Ährchen 7-15 mm lang, dünn, begrannt, v. und h.; im Malm fehlend 
 Borstgras  –  Nardus stricta
Nardus stricta
9 (6’)
Ährchen mit der Schmalseite gegen Ährenachse gestellt, nur 1 Hüllspelze 
 Lolch oder Weidelgras  –  Lolium (im Gebiet L. perenne ind. L. multiflorum)
9
Ährchen mit der Breitseite gegen Ährenachse gestellt, 2 Hüllspelzen   ► 10
10 (9’)
Ähren dünn, lang   ► 11
10
Ähren dick, walzlich (Getreide), Ährchen dicht gestellt 
 (Roggen, Weizen und Kreuzungen)  –  Secale, Triticum, Triticale (Kulturarten; auf Äckern, teilweise verschleppt)
11 (10)
Ährchen 2-4 cm lang, ganz kurz gestielt, 6-24-blütig 
 Zwenken  –  Brachypodium
Brachypodium pinnatum agg. h, Brachypodium sylvaticum h, Brachypodium rupestre v
A: Links Brachypodium sylvaticum
11
Ährchen 0,8-2 cm lang, sitzend, 3-6-blütig 
 Quecken  –  Elymus (im Gebiet E. caninus h; E. repens sh)
(vgl. auch Agropyron cristatus)
12 (5’)
Ährchen sitzend, mit langen Grannen; Blattöhrchen sichelförmig; einjährig 
 Gersten  –  Hordeum (H. vulgare als Kulturart, 3 weitere selten v. a. H. murinum)
12
Ährchen kurz gestielt; Blattscheiden zottig; ausdauernde Waldpflanze 
 Waldgerste  –  Hordelymus europaeus
(nur in der Frankenalb verbreitet)
Quelle: http://offene-naturfuehrer.de/web/Gräser-Bestimmungsschlüssel_für_das_Regnitzgebiet_(Werner_Nezadal)
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