Gypsophila muralis – Mauer-Gips- oder Mauer-Schleierkraut (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Gypsophila muralis, das Mauer-Schleierkraut, auch Mauer-Gipskraut oder Einjähriges Schleierkraut, gehört zur Familie der Caryophyllaceae (Nelkengewächsen). Der englische Name ist Annual Gypsophila. EPPO-Code GYPMU.

Wer diese Pflanze bei sich im Garten findet, der muss sich glücklich schätzen, denn das Mauer-Schleierkraut ist selten und steht auf der Roten Liste als gefährdet. Man sollte die Pflanzen also stehen lassen, zumal sie mit ihren kleinen rosa Blüten ganz hübsch aussehen und den Gartenbewuchs bereichern. Außerdem sind sie mit ihren feinen Stängeln und Blättern keine Konkurrenz für andere Pflanzen. Man kann Samen sogar kaufen.

Das Mauer-Schleierkraut kommt in Europa und bis nach Sibirien vor, in Deutschland aber nur in einigen Gebieten. Nach Nordamerika wurde es verschleppt und wächst dort bisher nur im Nordosten. Es bevorzugt feuchte Böden und wuchs früher manchmal auf Getreidefeldern nach der Ernte, wenn die Böden vernässt waren. Es wächst gerne auf Mauern, daher der Name, auch im Lateinischen. Unter dem Namen Mauer-Gipskraut ist es ebenfalls bekannt, denn es bevorzugt kalkreiche Böden.

Die einjährige Pflanze kann bis zu 20 cm lange, dünne Stängel bilden, die meistens liegend und verzweigt sind. Die Blätter sind schmal lanzettlich. Die Blüten haben einen Durchmesser von bis zu 8 mm und sind weiß und rosa gestreift. Blütezeit ist Juni bis Oktober.

Die Gattung Gypsophila hat mehr als ein Dutzend Arten, von denen mindestens drei in Mitteleuropa wild wachsen. Die Zierpflanze Gypsophila paniculata, das Garten-Schleierkraut, ist die bekannteste Art der Gattung. Im Englischen wird sie in der Umgangssprache mit dem lateinischen Gattungsnamen benannt.

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. Mai 2012