Hausrotschwanz – Phoenicurus ochruros

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Deutscher Name: Hausrotschwanz
Wissensch. Name: Phoenicurus ochruros
(S. G. Gmelin, 1774)
Großgruppe: Vögel
Taxonomie: Ordnung Passeriformes / Familie Muscicapidae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: nicht gefährdet
Status: Teilzieher, Standvogel

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • rostroter Schwanz
Charakteristisch ist der rostrote Schwanz des kleinen, schlanken Hausrotschwanzes. Das Männchen ist schwarz bis dunkelgrau. Das Weibchen ist heller braungrau.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Hausrotschwänze haben eine Größe von 15 cm, eine Flügellänge von 8-9 cm, eine Schnabellänge von 1,5 cm und ein Gewicht von 14-20 g. Das Männchen hat eine grauschwarze Körperbefiederung, wobei die Kopfplatte und der Nacken deutlich grau, das Gesichtsfeld und die Brust schwarz sind. Die Flügel sind grauschwarz mit undeutlicher grauer Säumung, die Armschwingen haben eine auffällige weiße Färbung. Die Schwanzfedern sind rotbraun, die mittleren Schwanzfedern sind häufig dunkelbraun. Die Unterschwanzdecken sind beigebraun bis hellgrau. Schnabel und Beine sind schwarz. Die Weibchen haben ein einheitlich hellgraues bis hellbraunes Körpergefieder, die Ohrdecken sind manchmal rotbraun schattiert. Die Schwanzfedern sind rotbraun, jedoch etwas matter als beim Männchen. Die Flügel sind braun mit grauer Säumung. Beine und Schnabel sind schwarz oder hornfarben. In den ersten Lebenswochen haben Jungvögel die Gefiederfärbung adulter Weibchen. Das erste Sommerkleid junger Männchen zeigt dunkelbraune Flügel, einen weißen oder hellgrauen Bauch und ein überwiegend dunkelgraues Körpergefieder, wobei die Kehle und Teile der Brust bereits schwarz sind.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Gartenrotschwanz Der Gartenrotschwanz ist insgesamt heller. Das Männchen hat eine orangerote Brust und eine weiße Stirn. Das Weibchen hat eine beigeweiße, etwas orangene Brust. Gartenrotschwanz:  Thomas Kraft, CC BY-SA 2.5

Verhalten: Hausrotschwänze stehen oft aufrecht und wippen häufig mit den rotbraunen Schwanzfedern.

Laute: Der Gesang des Männchens ist insbesondere in den Morgenstunden oder am späten Abend zu hören und beschreibt ein lautes kratzendes titi-tititi-kschch-titi.

Datei „Phoenicurus_ochruros_TSA-medium.mp3“ herunterladen (?/i) Kurz: Datei „Phoenicurus_ochruros_TSA-short.mp3“ herunterladen (?/i)
Lebensweise und Fortpflanzung: Hausrotschwänze sind Zugvögel, die Mitte Oktober in die Mittelmeerländer nach Südeuropa ziehen oder ins nördliche Afrika und Mitte März wieder in Deutschland eintreffen. Immer häufiger überwintern Hausrotschwänze aber im Stadtgebiet und suchen dort auch Futterstellen auf. Lebensraum: Lebt an felsigen Hängen und Schluchten, in Großstädten, Dörfern, Gärten und Parks. Verbreitung nach Bundesland:
ganz Deutschland

Mensch und Stadt

Der Hausrotschwanz ist ein Kulturfolger und kommt häufig in der Nähe von Häusern vor. In der Stadt sieht man ihn vor allem in Gärten und Parks. Immer häufiger überwintern Hausrotschwänze im Stadtgebiet und suchen auch Futterstellen auf.

Wissenswertes

  • Bis in die Neuzeit dachte man, dass Rotschwänze und Rotkehlchen ein und dieselbe Art seien: Der Rotschwanz die Sommerform, das Rotkehlchen die Winterform.
  • Hausrotschwänze und andere Vögel mit roten Gefiederteilen galten im Mittelalter als verantwortlich für die häufigen Hausbrände. Man sagte, sie trugen Glut mit sich und entflammten so die Häuser.
  • Von März bis Juli beginnt sein Gesang ca. 70 Minuten vor Sonnenaufgang.
  • Hausrotschwänze sind Zugvögel, die ab Mitte Oktober im wärmeren Süden überwintern. Ab Mitte März kann man sie wieder in Deutschland beobachten.

Quellen, Literatur, Weblinks

An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Alice Chodura