Juncus – Binse (Deutschland und Österreich)

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Juncus (Binse; Juncaceae)
Von: Jürgen Klotz
(Anmerkung zur Bestimmung: Die Perigonblätter sind nicht selten eingerollt und erscheinen dadurch auch dann spitz, wenn sie es gar nicht sind.)
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland und Österreich — Quelle: Abgeleitet vom Schlüssel zu den Juncaceae und Typhaceae in Deutschland und Österreich (Jürgen Klotz); die hier vorliegende Fassung darf verändert und illustriert werden. Verwendete Literatur: Jäger et al. (2011), Fischer et al. (2008), Oberdorfer (1983). — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: Jürgen Klotz
1
Blätter seitlich zusammengedrückt (schwertlilienähnlich), dadurch 2-schneidig, mehrröhrig, durch unvollständige Querwände gekammert, 2–6 mm breit, Stängel zusammengedrückt und schmal geflügelt, Pflanze mit langen Ausläufern, Gesamtblütenstand (Spirre) aus 1–6 Köpfchen bestehend, diese kugelig, dicht und reichblütig, mit ca. 1 cm Durchmesser. 
 Schwertblatt-Binse  –  Juncus ensifolius Wikstr.
Perigonblätter spitz, Höhe 25–80 cm, Blüte Juni–August.
Vernässte (quellnasse) Weiderasen, Ruderalfluren, Feldwege, Teichränder (Biotopanlagen); Zierpflanze, Neophyt (1970; Heimat Nordamerika); angesalbt oder verwildert; selten, aber potentiell invasiv.
1*
Blätter nicht seitlich zusammengedrückt, sondern stielrund oder vom Rücken her zusammengedrückt (röhrig, rinnig oder borstig), nicht oder vollständig gekammert, wenn Stängel am Grund zusammengedrückt, dann mit abgerundeten Kanten, nicht geflügelt, Pflanze vegetativ nicht einer kleinen Schwertlilie ähnlich, mit Ausläufern oder (dicht) horstig, Gesamtblütenstand nicht aus kugeligen Köpfchen zusammengesetzt (wenn dichte, bis 1 cm große Köpfchen vorhanden, dann diese weder reichblütig noch kugelig)   ► 2
2
Blütenstand scheinbar seitenständig, indem an seinem Grund ein einzelnes großes, stielrundes Stängelblatt (Tragblatt der Spirre) genau in die Richtung des Stängels gestellt ist und dadurch wie dessen Fortsetzung erscheint (nicht einmal um 1° von der Stängelachse abweichend), Stängel daher scheinbar blattlos, nur am Grund mit spreitenlosen Niederblättern oder mit 1–2 grundständigen Blättern, die dem Stängel sehr ähnlich sehen, wenn Stängelblatt ausnahmsweise im Winkel und in der Form etwas vom Stängel abgesetzt, dann Blütenstand scheinbar deutlich gestielt   ► 3
2*
Blütenstand deutlich endständig (keine Blätter den Stängel geradlinig fortsetzend, aber oberste den Blütenstand teilweise seitlich überragend, Stängel meist auch im mittleren Abschnitt beblättert   ► 10
3
Blütenstand ein einzelnes, vielblütiges Köpfchen mit kurzem, dieses nur wenig überragendem Tragblatt, vom Stängel (vom obersten Stängelblatt) scheinbar etwas abstehend (daher gestielt aus der Scheidenöffnung des obersten Blatts herausragend), grundständige Blätter sehr dünn, den Stängel etwas überragend. 
 Jacquin-Binse (Gämsen-Binse)  –  Juncus jacquinii L.
Perigonblätter 4–8 mm lang, glänzend schwarzbraun, pfriemlich zugespitzt, Staubblätter 6, Höhe 10–25 cm, Blüte Juli–September.
(Sub)alpine, mäßig frische bis sickerfeuchte Silikatmagerrasen, Quellfluren, Bachufer; kalkmeidend; nur Alpen
3*
Blütenstand eine Spirre, nicht vom Stängel scheinbar abstehend (daher nicht gestielt aussehend), sondern scheinbar unmittelbar am Stängel sitzend, grundständige Blätter so dick wie der Stängel, aber nicht höher   ► 4
4
Das den Stängel geradlinig fortsetzende Stängelblatt stechend spitz, etwa so lang wie der Blütenstand, grundständige Blätter stielrund, alle Blätter hart wie ein Kaktusdorn (mühelos Bekleidung durchdringend und schmerzhaft stechend), Gefäßbündel über den größten Teil des Blatt- und Stängelquerschnitt gleichmäßig verteilt. 
 Strand-Binse  –  Juncus maritimus Lam.
Pflanze dicht horstig, Blätter mit brauner Scheide, Blütenstand aus 2–3-blütigen Köpfchen zusammengesetzt, Perigonblätter etwa so lang wie die Frucht, Samen beiderseits mit kleinem, stumpfem häutigem Anhängsel, Höhe 30–100 cm, Blüte Juli–August.
Feuchte bis nasse Salzwiesen, Brackwasserröhrichte, zeitweilig durch Salzwasser überflutete Küstendünentäler, salzbeeinflusste Gräben und Hutweiden; basenhold, im Binnenland sehr selten.
4*
Das den Stängel geradlinig fortsetzende Stängelblatt spitz und oft derb, aber nie stechend, viel länger als der Blütenstand (diesen 3- bis mehr als 10-fach überragend), Gefäßbündel auf dem Blatt- und Stängelquerschnitt meist nur unter der Oberhaut angeordnet   ► 5
5
Rhizom waagrecht kriechend, daran die Stängel in einer Reihe kammförmig angeordnet, zwischen den Stängeln bzw. Blättern deutliche Zwischenräume, Pflanzen unter 75 cm hoch, Blütenstand (1–)2–25-blütig (selten reichblütiger)   ► 6
5*
Rhizom gestaucht, stark verzweigt (Pflanze horstbildend), Stängel bzw. Blätter gedrängt stehend, Pflanzen oft über 60 cm hoch, Blütenstand stets mehr als (15–)20-blütig   ► 8
6
Pflanze zierlich, Stängel auffällig dünn (nur 1 mm Durchmesser), zart gestreift, schwach glänzenden, mit meist strohfarbigen Grundscheiden, Spirre mäßig locker, 3–7(–10)-blütig, ihr Tragblatt etwas so lang wie der Stängel, Spirre daher scheinbar etwa in der Mitte des Stängels, Perigonblätter weißlich bis gelblich, 3–4 mm lang, alle fein zugespitzt und gleich lang, Kapsel gelblich, fast kugelig. 
 Faden-Binse  –  Juncus filiformis L.
Höhe 15–45 cm, Blüte Juni–August.
Sümpfe, Quell- und Niedermoore, feuchte bis staunasse Wiesen, Feuchtheiden, nasse Küstendünentäler, Schneetälchen, auch an ruderalisierten Feuchtstellen (Moorwege, nasse Sandgruben); kalkmeidend.
6*
Pflanze kräftig, Stängel nicht auffällig dünn (mindestens 2 mm Durchmesser), ganz glatt, nur trocken schwach gestreift, mit stark glänzenden, hellbraunen Grundscheiden, Spirre lockerästig oder dicht kopfig, ihr Tragblatt deutlich kürzer als der Stängel, Spirre daher scheinbar im obersten Viertel des Stängels, Perigonblätter braun, mit grünem Mittelstreifen, 4–5 mm lang, äußere zugespitzt, innere stumpf, etwas kürzer als äußere, Kapsel (rot-)braun, 3-kantig   ► 7
7
Alpenpflanze, Spirre dicht kopfig, 2–12-blütig, Perigonblätter dunkel- bis schwarzbraun. 
 Arktische Binse  –  Juncus arcticus Willd.
Höhe 15–40(–50) cm, Blüte Juli–August.
(Sub)alpine, sandige, von Schlamm durchsetzte, ständig feuchte Alluvionen von Gletscherbächen, Moränen; nur Alpen (Österreich).
7*
Meeresküstenpflanze, Spirre locker, bis 25(–80?)-blütig, Perigonblätter rot- bis kastanienbraun. 
 Baltische Binse  –  Juncus balticus Willd.
(= Juncus arcticus subsp. balticus (Willd.) Hyl.)
Höhe 30–75 cm, Blüte Juli–August.
Feuchte bis nasse Strandwiesen und Dünentäler; salztolerant; nur nord(ost)deutsche Küsten.
8 (5)
Stängel und Blätter stark blau- bis graugrün, durch Markquerwände gekammert (Mark durch Zwischenräume unterbrochen), deutlich fein 12–20-rippig, grundständige Blattscheiden (Niederblätter) schwarzbraun, stark glänzend, Spirre locker, nie geknäuelt, Staubblätter 6. 
 Blaugrüne Binse  –  Juncus inflexus L.
(= Juncus glaucus Sibth.)
Höhe 30–130(–150) cm, Blüte Juni–August.
Nasse Wiesen, wechselfeuchte bis nasse, oft gestörte, ruderalisierte und verdichtete Weiden, Sümpfe, Niedermoore, nasse Stellen in Waldschlägen und an Waldrändern, Ufer stehender und fließender Gewässer; nährstoffanspruchsvoll, etwas kalkliebend, salztolerant.
8*
Stängel und Blätter grasgrün, mit zusammenhängendem Mark, mit 15–24 deutlichen Längsrippen oder glatt bis feingestreift grundständige Blattscheiden (Niederblätter) gelb bis (rot)braun, glanzlos, Spirre etwas locker bis sehr dicht geknäuelt, Staubblätter meist 3   ► 9
9
Stängel matt, kaum glänzend, etwas graugrün (aber nie blaugrün), mit 15–24 (besonders unter der Spirre deutlichen) etwas aufwärts rauen Längsrippen, zäh, das den Stängel geradlinig fortsetzende Blatt mit stark aufgeblasener Scheide (diese etwa doppelt so breit wie der Stängel), 5–15 cm lang, Spirre meist in 1 Köpfchen zusammengezogen, seltener mit mehreren gestielten Köpfchen oder locker verzweigt („var. laxus“: Verwechslungsgefahr mit Juncus effusus), Staubbeutel bandförmig, länger als die Staubfäden, Griffel 1/3 so lang wie der Fruchtknoten, Griffelrest in der Vertiefung der Kapselspitze auf einem kleinen Höcker sitzend. 
 Knäuel-Binse  –  Juncus conglomeratus L.
(= Juncus leersii T. Marsson)
Höhe 20–100 cm, Blüte Mai–Juli.
Wechselfeuchte bis nasse, oft gestörte, moorige Wiesen, Niedermoore, Sümpfe, Gräben, Waldschläge und ruderalisierte Waldwege, feuchte Küstendünentäler; kalkmeidend.
9*
Stängel glänzend, grasgrün bis gelblichgrün, glatt, nur gestreift (nur trocken mit 30–60 ganz feinen Rillen), leicht zerreißbar, das den Stängel geradlinig fortsetzende Blatt mit nicht oder kaum aufgeblasener Scheide, 15–30 cm lang, Spirre meist locker verzweigt, seltener in ein dichtes Köpfchen zusammengezogen („var. compactus“: Verwechslungsgefahr mit Juncus conglomeratus), Staubbeutel oval, kürzer als die Staubfäden, Griffel (fast) fehlend, Griffelrest an der gestutzten oder meist vertieften Kapselspitze nicht auf einem Höcker sitzend. 
 Flatter-Binse  –  Juncus effusus L.
Höhe 30–150 cm, Blüte Juni–August.
Feuchte bis staunasse, meist gestörte Wiesen und Weiden, Sümpfe, Quell- und Niedermoore, Bruchwälder, Gräben, feuchte bis nasse Waldschläge; nährstoffanspruchsvoll, etwas kalkmeidend.
10 (2)
Jede einzelne Blüte am Grund mit 2 häutigen Vorblättern   ► 11
10*
Die einzelnen Blüte am Grund ohne Vorblätter, Blüte zu knäueligen Köpfchen vereinigt, diese oft von Hochblättern umgeben (Hochblätter nicht mit den Vorblätter der einzelnen Blüten zu verwechseln)   ► 22
11
Pflanze einjährig, ohne Rhizom, nur mit einem zarten Wurzelbüschel, alle Triebe blühend, Stängel nur am Grund büschelig verzweigt   ► 12
11*
Pflanze ausdauernd, mit kriechendem oder kurzem, mehrköpfigem Rhizom und nichtblühenden Trieben, mit kräftigem Wurzelsystem, Stängel nur oberwärts verzweigt   ► 16
12
Blattscheiden an der Spitze mit 2 seitlichen Öhrchen, unverzweigter unterer Stängelteil meist länger als der blütentragende, verzweigte obere Teil, Perigonblätter braun mit grünem Mittelstreifen, (fast) so lang wie die kugelige Kapsel. 
 Sand-Binse (Schlamm-Binse)  –  Juncus tenageia L. f.
Perigonblätter schmal hautrandig, Höhe 5–30 cm, Blüte Juni–August.
Offene, feuchte bis nasse, zeitweilig auch überflutete kalkarme Sand- und Lehmböden (Zwergbinsenrasen) an Ufern, in abgelassenen Fischteichen, Wegränder und Wegrinnen, auch feuchte Ruderalstellen an Wegen und in Kiesgruben; kalkmeidend, sehr selten.
12*
Blattscheiden ohne Öhrchen, unverzweigter unterer Stängelteil meist viel kürzer als der blütentragende Teil, Perigonblätter grün oder weißlichgrün, etwa so lang wie oder länger als die fast kugelige oder längliche Kapsel   ► 13
13
Frucht fast kugelig, Perigonblätter viel länger als die Kapsel, von dieser aufrecht abstehend, alle Perigonblätter spitz, weißlichgrün, breit hautrandig, Blüten an den Spirrenästen stets einzeln, Äste teilweise herabgebogen. 
 Kugelfrucht-Binse  –  Juncus sphaerocarpus Nees
Kapsel blassbraun, Höhe 5–20 cm, Blüte Juni–August.
Wechselfeuchte bis (wechsel)nasse, zeitweise auch überflutete, schlammige (Teich-)Ufer, Gräben und lehmige bis tonige Ackerrinnen (Zwergbinsenrasen); basenhold, sehr selten.
13*
Frucht länglich, Perigonblätter etwa so lang wie die Kapsel oder nur wenig länger, von dieser nur wenig abstehend, alle Perigonblätter spitz oder innere stumpf, weißlich mit grünem Mittelstreifen, Blüten an den Spirrenästen zu 1–3, Äste nicht herabgebogen. (Artengruppe Juncus bufonius agg.)   ► 14
14
Äußere Perigonblätter kurzspitzig, innere stumpf und höchstens so lang wie die Kapsel, diese oben gestutzt bis eingedellt (Kapselklappen nach dem Aufspringen durch Einklappen der Spitze gestutzt erscheinend), Griffelrest daher von außen nicht sichtbar, Samen etwa 0,5 mm lang, Blüte an bogigen Ästen, meist einzeln oder seltener zu 2–3 einander genähert, untere Blattscheiden meist rot. 
 Frosch-Binse  –  Juncus ranarius J. O. E. Perrier & Songeon
(= Juncus ambiguus auct.)
Höhe 5–20 cm, Blüte Mai–August.
Feuchte bis nasse offene Stellen in Wiesen, Zwergbinsenfluren, feuchte Ruderalstellen an Wegen und in Kiesgruben; kalkmeidend, etwas salztolerant.
14*
Perigonblätter länger als die Kapsel, äußere lang zugespitzt, innere durch den austretenden Mittelnerv spitz bis zugespitzt, Kapsel oben (fast) spitz, Griffelrest von außen sichtbar, Samen meist 0,3–0,5 mm lang, Blüten einzeln an geraden Ästen, untere Blattscheiden meist gelbbraun   ► 15
15
Staubblätter (meist) 6, Staubbeutel 0,5(–1)-mal so lang wie die Staubfäden, 0,5–1,7 mm lang, 4–10-mal so lang wie breit, Perigonblätter (4–)6–8 mm lang, die äußeren breit hautrandig, trockenhäutige Hochblätter unterhalb der Blüte 1,5–2,5 mm lang, Blüten meist chasmogam, Kapsel 3–5 mm lang; Samen 0,4–0,55 mm lang. 
 Kröten-Binse  –  Juncus bufonius L.
Höhe 5–30(–40) cm, Blüte Mai–August.
Nasse offene Böden, schlammige, zweitweise trockenfallende Flachufer, feuchte bis nasse Wege (Spurrinnen), krumen- oder staufeuchte Äcker und Ruderalstellen; etwas kalkmeidend.
15*
Staubblätter 3 (selten 6), Staubbeutel 1/4- bis 1/3-mal so lang wie die Staubfäden, 0,2–0,6 mm lang, 2–4-mal so lang wie breit, Perigonblätter 3,5–4,5(–6,5) mm lang, breit hautrandig, trockenhäutige Hochblätter unterhalb der Blüte 1–1,5 mm lang, Blüten kleistogam, Kapsel 2,5–3 mm lang, Samen 0,3–0,45 mm lang. 
 Winzige Binse  –  Juncus minutulus (Albert & Jahand.) Prain
Höhe 0,5–5(–10) cm, Blüte Mai–Juli.
Feuchte bis nasse offene Böden an lehmigen bis sandigen Ufern.
16 (11)
Blattscheiden in lange, tief geschlitzte Öhrchen auslaufend, Blattspreiten am Rand fein gesägt, Blütenstand 1–4-blütig, Staubbeutel vom spitzen Mittelband etwas überragt (Artengruppe Juncus trifidus agg.)   ► 17
16*
Blattscheiden ohne tiefgeschlitzte Öhrchen, Blattspreiten am Rand glatt oder Blätter stielrund, Blütenstand mehr als 5-blütig, Staubbeutel vom Mittelband nicht überragt   ► 18
17
Oberste Grundblätter ohne oder mit höchstens 1 cm langer, borstenförmiger Spreite, Stängel mit meist 3 fadenförmigen Blättern im obersten Drittel des Stängels, die den Blütenstand weit überragen, Spirre (l–)2–4-blütig, Perigonblätter 2–4 mm lang. 
 Dreispaltige Binse (Gamsbart)  –  Juncus trifidus L.
Höhe 8–25 cm, Blüte Juli–August.
(Sub)alpine, mäßig frische Steinrasen, Zwergstrauchfluren, (windexponierte) Felsspalten; kalkmeidend; nur Alpen, Bayerischer Wald.
17*
Oberste Grundblätter mit 5–10(–15) cm langer, borstenförmiger Spreite, Stängel auf der ganzen Länge mit entfernt stehenden Blättern, nur das oberste Stängelblatt als Tragblatt der Spirre ausgebildet und den Blütenstand nur wenig überragend, Spirre 1(–3)-blütig, Perigonblätter 4–5 mm lang. 
 Einblütige Binse  –  Juncus monanthos Jacq.
(= Juncus trifidus subsp. hostii Hartm., Juncus trifidus subsp. monanthos (Jacq.) K. Richt.)
Höhe 8–25(–40) cm, Blüte Juli–August.
(sub)alpine Steinrasen, Felsspalten, Schuttfluren; kalkstet; nur Alpen.
18 (16)
Stängel in der Mitte mit 1–2 Blättern, Blätter rinnenförmig, Rhizom lang kriechend, Perigonblätter stumpf. – (Artengruppe Juncus compressus agg.)   ► 19
18*
Stängel in der Mitte blattlos, außer den obersten Stängelblättern (am Grund des Blütenstands) nur grundständige Blätter vorhanden, Blätter borstlich oder grasartig, Rhizom kurz, stark verzweigt, Perigonblätter spitz oder stumpf   ► 20
19
Perigonblätter 2(–2,5) mm lang, meist gelbbraun, selten dunkelbraun, breit weißlich berandet, Kapsel fast kugelig, gelblich- bis kastanienbraun, meist fast doppelt so lang wie die Perigonblätter, Griffel zur Blütezeit 1/2 so lang wie der Fruchtknoten, Staubbeutel etwa 1 mm lang, etwa 1,5-mal so lang wie der Staubfäden, Narbe hell fleischrot, Samen 0,3–0,4 mm lang, Spirre ziemlich breit, mit aufrecht bis schräg abstehenden Zweigen, meist von ihrem Tragblatt überragt, Stängel etwas zusammengedrückt, (auffällig dunkel) graugrün. 
 Platthalm-Binse (Zusammengedrückte Binse)  –  Juncus compressus Jacq.
Höhe 15–30(–50) cm, Höhe Juli–August.
Niedermoore, feuchte bis nasse, trittgestörte Wiesen, Weiden, feuchte, sandig-kiesige oder lehmige Ruderalstellen, Weg- und Straßenränder, Kiesgruben, Dorfteiche, Gräben und Flussufer; nährstoffanspruchsvoll, etwas salztolerant.
19*
Perigonblätter 2,5–3(–3,5) mm lang, dunkelbraun mit grünem Mittelstreifen, schmal weißlich berandet, Kapsel ellipsoidisch, rot- bis schwarzbraun, meist nur wenig länger als die Perigonblätter, Griffel zur Blütezeit etwa so lang wie der Fruchtknoten, Staubbeutel 1,3–2 mm lang, etwa 3-mal so lang wie der Staubfäden, Narbe dunkel purpurrot, Samen 0,5–0,6 mm lang, Spirre relativ schmal, mit fast aufrechten Zweigen, nicht von ihrem Tragblatt überragt, Stängel fast stielrund, grasgrün. 
 Salz-Binse (Bodden-Binse)  –  Juncus gerardii Loisel. subsp. gerardii
Höhe 15–30(–50) cm, Blüte Juni–Juli.
Feuchte bis nasse, zeitweise überflutete Salzwiesen, salzbeeinflusste Gewässerränder und Röhrichte, Salinen, Solgräben, feuchte Kalihalden.
20 (18)
Fast alle Blätter grundständig, ihre Scheiden erweitert, Öhrchen (am oberen Ende der Blattscheide) verschieden lang, Grundblätter bogig abstehend, starr, dick borstlich, oberstes Stängelblatt höchstens so lang wie der Blütenstand, Spirre ziemlich dicht, meist länger als ihr Tragblatt, Perigonblätter braun oder oliv, breit hautrandig, stumpf, etwa so lang wie die reife, rotbraune Kapsel. 
 Sparrige Binse  –  Juncus squarrosus L.
Höhe 15–30 cm, Blüte Juni–August.
Feuchte bis nasse, oft trittgestörte Sand- und Silikatmagerrasen, am Rand von Quell- und Niedermooren, Wald- und Moorwege, feuchte Küstenheiden; streng kalkmeidend.
20*
Blätter nicht nur grundständig, wenigstens 1–2 auch im unteren Teil des Stängels, 1/3 bis fast so lang wie dieser, Blätter grasartig (nicht starr), ihre Scheiden schmal, nicht erweitert, Öhrchen (am oberen Ende der Blattscheide) (1–)2–3(–6) mm lang, ziemlich spitz, zart, häutig, trocken weißlich, Grundblätter aufrecht, weich, Spirre locker, von ihrem Tragblatt weit überragt, Perigonblätter gelbgrün, nicht hautrandig, spitz, länger als die reife, gelbbraune Kapsel. (Artengruppe Zarte Binse   ►► 21
 Artengruppe Zarte Binse  –  Juncus tenuis agg.)
21
Blattscheiden oben mit 2 seitlichen, 1–3 mm langen, zarten, spitzlichen, trocken weißen Öhrchen, Blätter 1/2 bis fast so lang wie der Stängel, Spirre 1–8 cm lang, wenigblütig bis mäßig vielblütig. 
 Zarte Binse  –  Juncus tenuis Willd.
(= Juncus macer Gray)
Höhe 15–40 cm, Blüte Juni–September.
Frische bis feuchte, trittverdichtete, sandige oder lehmige Wald- und Heidewege und Ruderalstellen; kalkmeidend; Neophyt (1834; Heimat Nordamerika), häufig, in weiterer Arealausdehnung.
21*
Blattscheiden oben mit 2 seitlichen, wenig abgesetzten, kürzeren, derben, stumpfen, trocken strohgelben bis bräunlichen Öhrchen, Blätter 1/3 bis 1/2 so lang wie der Stängel, Spirre 2–5 cm lang, wenigblütig. 
 Dudley-Binse  –  Juncus dudleyi Wiegand
(= Juncus tenuis subsp. dudleyi (Wiegand) P. Fourn.)
Höhe 30–80 cm, Blüte Juni–August.
Feuchtwiesen, feuchte, sandige bis lehmige Waldwege; Neophyt (20. Jhd.; Heimat Nordamerika); sehr selten, aber sich vielleicht einbürgernd.
22 (10)
Stängel schlaff, oft kriechend oder im Wasser flutend, am Grund oft knotig (angedeutet zwiebelförmig) angeschwollen; Blütenstand wenigblütig, oft mit büscheligen Laubtrieben („vivipar“). 
  ▼▼ a  –   Zwiebel-Binse (Rasen-Binse)  –  Juncus bulbosus L.
(= Juncus supinus Moench)
Blätter halbstielrund, röhrig, fadenförmig, undeutlich querwandig, oberseits etwas rinnig, Frucht stumpf, stachelspitzig, etwa so lang wie die lanzettlichen Perigonblätter; Staubblätter 3(6), Höhe 3–30 cm, Blüte Juli–September.
Moore, Sümpfe, seichte Gewässer, Ufer, nasse Spurrillen, auch Waldschläge bodensaurer Fichtenforste; kalkmeidend.
a
Staubblätter meist 3, Staubbeutel etwa so lang wie die Staubfäden, Perigonblätter grün bis rötlich, die äußeren spitz, die inneren stumpf, Kapsel länglich, mit stumpfer Spitze, etwa 2,5–3 mm lang, Stängel aufrecht, aufsteigend, niederliegend oder flutend. 
 Gewöhnliche Zwiebel-Binse  –  Juncus bulbosus L. subsp. bulbosus
Höhe 3–15(–30) cm.
Wie die Art.
a*
Staubblätter meist 6, Staubbeutel etwa halb so lang wie die Staubfäden, Perigonblätter hell- bis rotbraun, alle spitzlich, Kapsel verkehrt-eiförmig, mit ausgerandeter Spitze, etwa 2 mm lang, Stängel fast immer aufrecht oder aufsteigend, selten flutend. 
 Kochsche Zwiebel-Binse  –  Juncus bulbosus subsp. kochii (F. W. Schultz) Reichg.
(= Juncus kochii F. W. Schultz)
Höhe 10–25 cm.
Nasse Sand- und Torfböden.
22*
Stängel steif und meist (schräg) aufrecht, nur selten flutend (aber dann nicht blühend), am Grund nicht knotig angeschwollen, Blütenstand wenig- oder vielblütig, nicht mit büscheligen Laubtrieben   ► 23
23
Pflanze einjährig, ohne Rhizom, nie mit Ausläufern, Wurzeln nur aus einem zarten Büschel bestehend, Stängel unter 1 mm dick, mit 1–4 Köpfchen, Pflanzen nur bis 10 cm hoch   ► 24
23*
Pflanze ausdauernd, mit Rhizom (dieses gestaucht oder ausläuferartig verlängert, daher Pflanzen horstförmig oder rasig), Wurzeln nicht nur aus einem zarten Büschel bestehend, Stängel über 1 mm dick, mit 1–4 Köpfchen oder Blüten in reichblütigen Spirren, wenn Pflanzen nur bis 10 cm hoch, dann mit nur einem endständigen Köpfchen, sonst 20–120 cm hoch   ► 25
24
Stängel fadenförmig, stets aufrecht, unbeblättert, Blätter rinnig, nicht quergefächert, Blattscheiden ohne Öhrchen, Köpfchen 6–8(–10)-blütig, einzeln endständig (oder oft zusätzlich 1–3 seitenständig und deutlich tiefer stehend), Perigonblätter 3–4 mm lang, weißlich bis gelblich, später rotbraun, die äußeren grannenspitzig, an der Frucht abstehend, Kapsel stumpf, Tragblatt länger als die Spirre. 
 Kopf-Binse  –  Juncus capitatus Weigel
Kapsel kürzer als die schmal lanzettlichen Perigonblätter, Staubblätter 3, Samen 0,3–0,4 mm lang, Höhe 3–10(–15) cm, Blüte Juni–September.
Wechselnasse Ufer stehender Gewässer, Torfsümpfe, frische bis feuchte, lehmige Wegränder, zeitweise überflutete, sandige Äcker; sehr selten.
24*
Stängel dünn, aber nicht fadenförmig wirkend, aufrecht, selten liegend, meist unter der Mitte mit einem schmalen, seitlich zusammengedrückten Blatt, Blätter röhrig, undeutlich quergefächert, Blattscheiden mit Öhrchen, Köpfchen meist 4–6-blütig, einzeln endständig (oder zu 2–4 meist dicht übereinander stehend), Perigonblätter 3–6 mm lang, grün oder rötlich, hautrandig, nicht haarspitzig, an der Frucht eng anliegend, Kapsel zugespitzt, Tragblatt nur wenig länger als die Spirre. 
 Zwerg-Binse  –  Juncus pygmaeus Thuill.
(= Juncus mutabilis auct.)
Kapsel kürzer als die schmal lanzettlichen Perigonblätter, Staubblätter ? (@prüfen), Höhe 2–10 cm, Blüte Mai–September.
Nasse Küstendünentäler und Senken, Teichränder; sehr selten.
25
Normale, nicht tragblattartige Blätter alle grundständig, Spreiten höchstens das obere Drittel der Stängellänge erreichend, Blütenstand aus einem einzigen, endständigen Köpfchen bestehend, Blätter rinnenförmig, ohne Querwände   ► 26
25*
Wenigstens 1 normales Blatt in oder oberhalb der Stängelmitte vorhanden, Spreiten bis (fast) zum Blütenstand reichend, Blütenstand nicht aus einem einzigen Köpfchen bestehend (zumindest nicht bei allen Stängeln eines Bestandes), sondern aus 2 oder mehr Köpfchen zusammengesetzt oder aus zahlreichen, locker angeordneten einzelnen Blüten bestehend, Blätter nicht rinnenförmig, mit Querwänden   ► 27
26
Blätter höchstens 1/3 (bis 1/2) so lang wie der Stängel, Stängel nur am Grund beblättert, also kein Stängelblatt unmittelbar unter dem Blütenstand; Blüten (2–)3(–5), dicht nebeneinander stehend, Frucht bespitzt. 
 Dreiblütige Binse  –  Juncus triglumis L.
Blattscheiden oben zu seitlichen Öhrchen verlängert, Tragblätter kürzer als die Köpfe, rotbraun, Perigonblätter stumpf oder spitz, rotbraun, Höhe 6–15(–18) cm, Blüte Juli–August.
(Sub-)alpine Niedermoore, Niedermoorwiesen, Quellfluren; kalkmeidend.
26*
Blätter 1/2 bis 2/3 so lang wie der Stängel, ein kleines, tragblattartiges, den Blütenstand überragendes Stängelblatt unmittelbar unter dem Blütenstand, Blüte (1–)2(–4), dicht übereinander stehend, Frucht oben nabelförmig eingedellt. 
 Zweiblütige Binse  –  Juncus biglumis L.
Tragblätter kürzer als die Köpfe, rotbraun, Perigonblätter stumpflich, rotbraun, Höhe 4–15(–20) cm, Blüte Juli–August.
Alpine basenreiche Quellfluren; kalkliebend; sehr seltenes Glazialrelikt (Alpen; nur 3 Fundstellen in Österreich).
27
Blüten in höchstens drei 2–6-blütigen Köpfchen, Pflanzen 10–40 cm hoch, Rhizom nicht kriechend oder mit sehr langen Ausläufern   ► 28
27*
Blütenstand stets eine reichblütigen Spirre, Pflanzen 20–120 cm hoch (oder lang), Rhizom kurz kriechend, aber nicht mit langen Ausläufern   ► 29
28
Pflanzen ohne Ausläufer, Stängel mit einem einzelnen, borstlichen, 1–1,5 mm dicken Blatt, selten mit 2 Blättern im mittleren Teil, Blüten in 1–3 locker angeordneten Köpfen, diese 2–3-blütig, Tragblatt meist deutlich kürzer als der Gesamtblütenstand (ihn mitunter auch knapp überragend), Perigonblätter spitz, strohgelb bis weißlich-grün, reife Kapsel bis 5 mm lang, (hell-)braun, 1,5-mal so lang wie die 3–4 mm langen Perigonblätter. 
 Moor-Binse  –  Juncus stygius L.
Blattscheiden oben mit undeutlichen, abgerundeten Öhrchen, Höhe 10–25 cm, Blüte Juli–August.
Zeitweise überflutete Moorschlenken und Zwischenmoore.
28*
Pflanzen mit bis 20 cm langen unterirdische Ausläufern, Stängel unterhalb des Blütenstandes mit 2–3 rinnigen, bis 4 mm breiten Blättern, Blütenstand aus 1 endständigem und 1 seitenständigem (2–6-blütigen) Köpfchen bestehend, die dicht übereinander stehen, Tragblatt den Gesamtblütenstand überragend, Perigonblätter oft etwas stumpflich, braun, reife Kapsel auffallend groß (7–10 mm lang), schwarzbraun, fast doppelt so lang wie die 4–6 mm langen Perigonblätter. 
 Kastanien-Binse  –  Juncus castaneus Sm.
Höhe 10–40 cm, Blüte Juli–August.
(Sub)alpine Quellfluren, Bachufer, sumpfige Stellen; nur Alpen (Österreich).
29
Spirre mit spreizenden bis zurückgebogenen Ästen (häufig rechte Winkel bildend), daher meist auffällig sparrig verzweigt, alle Perigonblätter sehr stumpf, nicht bespitzt, gleich lang, grünlich oder bleich strohfarbig, selten hell rötlichbraun, Kapsel 3-fächrig, hellbraun, nichtblühende Triebe den Stängeln der Blühtriebe gleich und am Grund nur mit spreitenlosen Niederblättern, Stängel und Blätter innen mit Quer- und Längswänden versehen (daher mehrröhrig). 
 Stumpfblütige Binse (Knötchen-Binse)  –  Juncus subnodulosus Schrank
(= Juncus obtusiflorus Hoffm.)
Höhe: 50–120 cm, Blüte Juli–August.
Feuchte bis sickernasse Wiesen, Großseggenriede, Quell- und Niedermoore, Gräben; nährstoffanspruchsvoll, kalkstet, schwach salztolerant.
29*
Spirre mit aufrechten bis spreizenden Ästen (nur spitze Winkel bildend), mitunter ausladend, aber nicht sparrig verzweigt, Perigonblätter (zumindest äußere) spitz oder stumpf mit kleiner aufgesetzter Spitze, ungleich lang, (dunkel- bis schwarz-)braun, höchstens am Grund oder am Mittelstreifen grün, Kapsel 1-fächrig, rot- bis schwarzbraun, nichtblühende Triebe den blütentragenden Stängel nicht gleichend, am Grund mit Blättern, Stängel und Blätter ohne Längswände (daher einröhrig)   ► 30
30
Obere Blätter (schon im frischen Zustand) deutlich 5–9-kantig, trocken deutlich längsrippig, mit undeutlichen, 1–2 cm weit voneinander entfernten Querwänden, Pflanze graugrün. 
 Schwarze Binse (Schwarzblütige Binse)  –  Juncus atratus Krock.
Perigonblätter (schon zur Blütezeit) (schwarz-)braun, mit grünem Mittelstreifen, etwa gleich lang oder die äußeren etwas kürzer, Kapsel plötzlich in den Schnabel verschmälert, so lang wie das Perigon, Höhe: 30–100 cm, Blüte Juli–September.
Stau- bis wechselnasse Feucht- und Moorwiesen, an Gräben und Ufern; basenhold.
30*
Obere Blätter im frischen Zustand völlig ungerippt, nur trocken fein runzelig-gestreift, mit deutlichen Querwänden, Pflanze grasgrün oder dunkelgrün   ► 31
31
Innere, fast begrannte Perigonblätter deutlich länger als die äußeren, Kapsel nicht glänzend? (@prüfen), von Grund an allmählich in einen 0,5–1 mm langen Schnabel verschmälert, länger als das lederbraune Perigon, Blattspreiten im Durchmesser elliptisch, undeutlich quergefächert (Querwände beim Darüberstreichen nicht als Knoten spürbar), Rhizom 5–12 mm im Durchmesser, Pflanzen oft über 50 cm hoch. 
 Spitzblütige Binse  –  Juncus acutiflorus Hoffm.
(= Juncus sylvaticus auct.)
Höhe 30–100 cm, Blüte Juli–September.
Feuchte Wälder und Gebüsche, Waldsümpfe, feuchte bis sickernasse und moorige Wiesen(brachen), Niedermoore, an Gräben; kalkmeidend.
31*
Alle Perigonblätter stets gleich lang, die inneren spitz oder stumpf, dunkelbraun bis schwarz, Kapsel glänzend, von Grund an allmählich oder plötzlich in einen 0,2–0,5 mm langen Schnabel verschmälert, Blattspreiten deutlich quergefächert (Querwände beim Darüberstreichen als Knoten spürbar), Rhizom 1–3 mm im Durchmesser, Pflanzen meist unter 50 cm hoch   ► 32
32
Alle Perigonblätter spitz oder die inneren stumpflich, mit breitem, farblosem Rand, meist 2,5–3,5 mm lang, Kapsel schmal ellipsoidisch, meist allmählich in einen Schnabel zugespitzt, Spirrenäste (weit) abstehend, spreizend, Blätter stark quergefächert, Rhizomglieder meist sehr kurz; mitunter in Gewässern flutend („var. fluitans“). 
 Glieder-Binse  –  Juncus articulatus L.
(= Juncus lamprocarpus Hoffm.)
Höhe (10–)20–60 cm, Blüte Juli–September.
Feuchte bis sickernasse Wiesen, Niedermoore, Sümpfe, Ufer, Gräbern, Tagebaue, feuchte Ruderalstellen und Waldwegränder.
32*
Innere Perigonblätter stumpf (trocken durch Zusammenrollen scheinbar spitz), die äußeren meist unterhalb der stumpfen Spitze fein stachelspitzig, meist bis 2,5 mm lang, Kapsel breit ellipsoidisch, meist plötzlich, selten allmählich in einen sehr kurzen (fast fehlenden) Schnabel verschmälert oder stumpf, Spirrenäste meist schräg aufrecht bis aufrecht abstehend, nicht spreizend, Blätter mäßig stark quergefächert, Rhizomglieder meist 1–10 mm lang   ► 33
33
Blütenstand dicht, Staubbeutel 0,4–0,7 mm lang, Perigonblätter deutlich kürzer als die Kapsel, diese stumpf, zuweilen mit aufgesetztem, sehr kurzem Schnabel, Blätter im Querschnitt rund. 
 Alpen-Binse (Gebirgs-Binse)  –  Juncus alpinoarticulatus Chaix
(= Juncus alpinus Vill.)
Höhe: 20–50 cm, Blüte Juli–August.
Feuchte bis (wechsel)nasse Wiesen, Nieder- und Quellmoore, Sümpfe, Ufer, Gräben, Teiche, auch neuangelegte Kiesgruben (Baggerseen); basenhold.
33*
Blütenstand locker, Staubbeutel 0,8–1 mm lang, Perigonblätter kaum kürzer als die kurz zugespitzte Kapsel, Blätter im Querschnitt rund oder etwas seitlich zusammengedrückt. 
 Zweischneidige Binse  –  Juncus anceps Laharpe
(= Juncus atricapillus Lange)
Höhe: 20–50 cm, Blüte Juli–August.
Frische bis nasse Salzwiesen und Küstendünentäler; basenhold, salztolerant; nur Küsten der Nord- und Ostsee (und küstennahe Gebiete)
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Juncus – Binse (Deutschland und Österreich) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
16 Januar 2017 15:10:06). Abgerufen am 23. September 2017, 07:28 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Juncus_–_Binse_(Deutschland_und_Österreich)