Käferlarven

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Deutscher Name: Käferlarven
Wissensch. Name: Larven der Coleoptera
Großgruppe: Insekten
Taxonomie: Ordnung Coleoptera / Familie
Deutsche Wikipedia-Seite

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • 3 Beinpaare, verstümmelte Beine oder gar keine
  • Körperform lang gestreckt, raupenförmig
  • wenig gegliederte Fühler
Käfer (Coleoptera) sind nicht nur die artenreichste Insektenordnung, sondern auch die größte Ordnung im ganzen Tierreich. Die Käferlarven sind außerordentlich vielgestaltig: mit Vertretern von < 1 mm bis ca. 45 mm Länge, mit unauffällig gefärbten bis hin zu auffällig gezeichneten Arten. Sie leben in den unterschiedlichsten Lebensräumen und besiedeln größtenteils terrestrische, aber auch limnische Habitate. Der Großteil der Larven hat einen langgestreckten und schlanken Körper, der hell gefärbt ist.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Ein Großteil der Käferarten verbringt den Hauptteil des Lebens im Larvenstadium, da für die Entwicklung oft mehrere Jahre benötigt werden. Wie groß der Käfer als Adult wird, hängt stark von den vorgefundenen Bedingungen ab, in der sich die Larven entwickeln und wachsen können. Die Larven leben in den unterschiedlichsten Lebensräumen und sind in der Larvalphase durch ihr Aussehen auf ihre unmittelbare Umgebung abgestimmt. Dementsprechend hat sich bei den Käferlarven ein vielseitiges Aussehen und Verhalten entwickelt. Sie haben wenig gegliederte Fühler und nur einfache Punktaugen (Ocelli). Sie besitzen entweder drei Beinpaare oder zu Stummeln verkümmerte oder überhaupt keine Beine. Die Körperbehaarung kann von nackt bis zu stark behaart varriieren.

Lebensweise und Fortpflanzung: Die Lebensweise der Larven entspricht häufig den der ausgewachsenen Tiere. Beim räuberisch lebenden Laufkäfer (Carabidae) leben die Larven ebenfalls räuberisch und haben für die Larvalzeit entsprechend gut ausgebildete Augen und Beine. Entsprechend der vegetarischen Lebensweise von adulten Blattkäfer (Chrymsomalidae) leben die Larven ebenfalls an Blättern. Sie ähneln in ihrer Gestalt den Schmetterlingsraupen. Es gibt auch Fälle, bei denen sich die Lebensweise von Larven und Adulten unterscheidet. Zum Beispiel beim Wasserkäfer (Hydrophilidae) leben die Larven räuberisch unter Wasser und die Adulten hingegen als einfache Pflanzenfresser an Land. Durch die Körperform sind die Larven optimal auf ihren Lebensraum angepasst. Die Larven des Bockkäfers (Cerambycidae) ernähren sich von Holz und bilden dadurch Fraßgänge. Sie haben ihre Beine zurückgebildet und sind damit für die Fortbewegung in den Gängen besser geeignet. Zusätzlich ist ihre Sklerotisierung des Körpers reduziert, da die Fraßgänge einen relativ guten Schutz bieten. Nur der Kiefer ist bei den Bockkäfern stark sklerotisiert, damit sie hartes Holz zerkleinern können.

Die Käferlarve durchläuft mehrere Häutungen, bevor sie sich schließlich in eine Puppe verwandelt. Vom Ei bis zum adulten Käfer vergeht in der Regeln ein Jahr. Wie die Käfer ernähren sich auch die Larven von Fleisch oder Pflanzenteile. Einige Larven gehören auch zu den Allesfressern. Bei den Puppen handelt es sich überwiegend um freie Puppen (Pupa libera). Bei dieser Puppenart sind die Körperanhänge wie Fühler-, Bein-und Flügelscheiden zu erkennen und nicht mit dem Körper verklebt. Wenn die Käferlarve schlüpft, platzt die Puppenhülle auf, und der ausgewachsene Käfer kommt zum Vorschein. Der daraus schlüpfende adulte Käfer ist noch weich und hat eine helle Körperfarbe. Die endgültige Färbung tritt mit der Verhärtung des Panzers ein.

Lebensraum: Je nach Käferart leben die Larven auf der Bodenoberfläche oder im Boden (unterirdisch an Wurzeln), fressen sich Gänge durch das morsche Holz toter Bäume oder kriechen auf Blättern und anderen Pflanzenteilen. Die meisten der Käferlarven entwickeln sich in der oberen Streuschicht des Bodens. Hier finden sie Blatt- und Holzreste oder bereits feiner zerlegtes organisches Material. Je nach Standort und Jahreszeit können sehr unterschiedliche Mengen an Larven angetroffen werden.

Verbreitung: Käferlarven kommen in ganz Deutschland vor.

Wissenswertes

  • Die Käferlarven unterscheiden sich stark in der Körperlänge:
  • Kartoffelkäferlarve: 12 mm
  • Glühwürmchen- und Marienkäferlarve: 15 mm
  • Schnellkäferlarve bis 20 mm
  • Laufkäferlarve bis zu 40 mm
  • Maikäferlarve bis zu 45 mm
  • Um sich vor Fraßfeinden zu schützen, bedecken manche Larvenarten ihren Körper mit Kot, Staub und Erde, wie beispielsweise die Larven der Schildkäfer (Cassidinae). Die Larven des Großen Büschelkäfers (Lomechusa strumosa) verbringen ihre gesamte Entwicklung in einem Kotpanzer, in den sie sich zurückziehen können und aus dem sonst nur der Kopf hinaussieht.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • R. Bährmann, G. Köhler, H. J. Müller: Bestimmung wirbelloser Tiere, Bildtafeln für zoologische Bestimmungsübungen und Exkursionen, 7. Auflage, 2015, Springer-Verlag Berlin Heidelberg.

An diesem Artikel sind folgende Autoren beteiligt: Katharina V., Lisa F., Stephanie R.