Lactuca serriola – Kompass-Lattich (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Lactuca serriola, der Kompass-Lattich oder Stachel-Lattich, gehört zur Familie der Asteraceae oder Compositae (Korbblütler). Der englische Name ist Prickly Lettuce. EPPO-Code LACSE.

Der Kompass-Lattich ist in Deutschland weit verbreitet. Nur im Alpenvorland und im Nordwesten ist er nicht zu finden. Ursprünglich aus Vorderasien und dem Mittelraum stammend hat er sich auch nach Nordamerika verbreitet. In Australien ist er viel, in Neuseeland nur wenig zu finden. Im Norden kommt er noch bis zum 61 Breitengrad vor, scheint aber weiter nach Norden zu wandern. Er liebt sonnige, trockene Standorte und ist an Wegrändern, auf freien, selten gemähten Flächen, aber auch in Feldern und Weinbergen zu finden.

Die einjährige Pflanze kann bis 1,80 m hoch werden. Anhand der bis 1 cm langen Borsten der Mittelrippe auf der Blattunterseite ist der Kompass-Lattich leicht zu erkennen. Allerdings gibt es auch Pflanzen ohne diese Beborstung. Die Blätter sind charakteristisch gelappt. Sie tragen Zähnchen am Rand. Bei Verletzungen tritt ein weißer Milchsaft aus. Die Pfahlwurzel von 2 m Länge ermöglicht das Wachstum auf trockenen, auch steinigen Standorten. Die Blätter richten sich immer nach der Sonne aus, daher der Name Kompass-Lattich. Der Blütenkorb ist meistens nur morgens geöffnet. Blütezeit ist Juni bis September.

Der Kompass-Lattich ist höchstwahrscheinlich der Vorfahre unseres Salats Lactuca sativa, zumindest nah verwandt, denn sie kreuzen sich. Im lateinischen Namen bedeutet der Bestandteil lac Milch: Die gesamte Gattung zeichnet sich durch weißen Milchsaft aus. Häufig wird der Kompass-Lattich auch Wilder Lattich genannt. Damit ist heute aber meistens Lactuca virosa, der seltene Gift-Lattich gemeint.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2019.

Fotos von Pollen des Salats Lactuca sativa siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank. Da der Kompasslattich der Vorfahre unserer Salatpflanze sein könnte, hat der Pollen wohl das gleiche Aussehen.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.