Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkarmen Fließgewässern (Carsten Schmidt)

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Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland mit Taxaliste und Abbildungen. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes Brandenburg (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Carsten Schmidt beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Dieser Beitrag stammt von einem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).
Bestimmungsschlüssel für Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkarmen Fließgewässern (Aquatische Makrophyten in Deutschland)
Von: Carsten Schmidt
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes BrandenburgMitarbeit begrenzt auf: Carsten Schmidt
1
Blätter ohne Rippe   ► 2
1*
Blätter mit Rippe, diese manchmal gegabelt und nur sehr kurz (Pflanzen dann immer deutlich mehrreihig beblättert)   ► 15
2
Pflanze drehrund (dreireihig) beblättert, mittlere Laminazellen mindestens 6x so lang wie breit, ohne Ölkörper (Fontinalis)   ► 3
2*
Pflanze verflacht beblättert   ► 5
3
Sprosse mit wenigstens einzelnen gekielten Blättern 
  Fontinalis antipyretica Hedw.
Vor allem in Blattgestalt und Habitus sehr variabele Art (siehe Welch 1960, Nebel & Philippi 2001).
Fontinalis antipyretica
3*
alle Blätter ungekielt   ► 4
4
Blatt gesäumt (am Rand befinden sich 1-2 Reihen von Zellen, die deutlich schmaler als die übrigen Laminazellen sind) 
  Fontinalis squamosa Hedw.
Fontinalis hypnoides und F. squamosa
4*
Blatt ungesäumt 
  Fontinalis hypnoides Hartm.
Fontinalis hypnoides und F. squamosa
5 (2)
Laminazellen in der Blattmitte 2-3x so lang wie breit, ca. 50-100 µm breit, ohne Ölkörper 
  Hookeria lucens (Hedw.) Sm.
Hookeria lucens
5*
Laminazellen höchstens 1,5x so lang wie breit, immer < 50 µm breit, bei frischen Pflanzen mit Ölkörpern (beblätterte Lebermoose)   ► 6
6
Flankenblätter in Ober- und Unterlappen differenziert   ► 7
6*
Flankenblätter nicht in Ober- und Unterlappen differenziert   ► 8
7
Pflanzen mit Unterblättern 
  Porella cordaeana (Huebener) Moore
Porella cordaeana
7*
Pflanzen ohne Unterblätter 
  Scapania undulata (L.) Dumort.
Scapania nemorea (L.) Grolle wächst in nur selten überschwemmten Uferbereichen öfter zusammen mit S. undulata und ähnelt dieser Art habituell sehr. Beide Arten lassen sich anhand der Oberlappen ihrer Blätter leicht trennen: Bei S. nemorea läuft der Oberlappenansatz bogig ein Stück weit am Stängel herab, bei S. undulata nicht. Ferner sind die Gemmen von S. nemorea einzellig und im Alter gebräunt, die von S. undulata zweizellig und stets grün.
Scapania undulata
8 (6)
Pflanze mit Unterblättern (diese manchmal nur klein und von Rhizoiden verdeckt)   ► 9
8*
Pflanze ohne Unterblätter   ► 10
9
Unterblätter ungeteilt, Flankenblätter nierenförmig 
  Nardia compressa (Hook.) Gray
Nardia compressa
9*
Unterblätter gespalten, Flankenblätter nicht nierenförmig 
  Chiloscyphus polyanthos (L.) Corda
(= Chiloscyphus polyanthos var. polyanthos (L.) Corda, Chiloscyphus polyanthos var. rivularis (Schrad.) Nees)
Die Art ähnelt sehr dem ganz überwiegend an basenreichen Uferstandorten vorkommenden Chiloscyphus pallescens (Hoffm.) Dumort. (= Chiloscyphos polyanthos var. pallescens [Hoffm, = Chiloscyphus pallescens var. fragilis [G.Roth] Müll.Frib.). Eine Trennung juveniler fertiler Pflanzen ist leicht anhand der Perianthmündung möglich, deren Lappen bei C. pallescens stärker gefranst sind als bei C. polyanthos. Daneben finden sich auch Unterschiede in der Breite der Laminazellen in der Mitte des Blattes. Bei C. pallescens sind diese durchschnittlich 26-40 µm, bei C. polyanthos 20-30 µm breit.
Chiloscyphus polyanthos
10 (8)
Blätter vorne (leicht) eingeschnitten, Laminazellen mit 2-3 Ölkörpern   ► 11
10*
Blätter vorne abgerundet, Laminazellen mit meist mehr als 3 Ölkörpern   ► 12
11
Blätter zumindest bei kräftigeren Pflanzen basal am Rand schmal umgeschlagen, Blatteinschnitt maximal 1/3 der Blattlänge, Blattlappen distal schwach zugespitzt 
  Marsupella emarginata (Ehrh.) Dumort.
(= Marsupella aquatica (Lindenb.) Schiffn.)
Marsupella emarginata
11*
Blattrand auch bei kräftigeren Pflanzen am Blattgrund nicht umgeschlagen (lediglich die weiblichen Hüllblätter können basal einen schwach umgeschlagenen Rand aufweisen), Blatteinschnitt 1/4 bis 1/2 der Blattlänge erreichend, Blattlappen stumpf gerundet 
  Marsupella sphacelata (Lindenb.) Dumort.
Marsupella sphacelata
12 (10)
Pflanzen diözisch, Blätter abgerundet dreieckig (herzförmig), 1-3 mm breit, Blattbasis das Stämmchen umschließend, Perianth keulenförmig, ohne kielige Falten, Mündung ohne kurze Röhre 
  Jungermannia exsertifolia Steph.
Jungermannia hyalina Lyell, eine manchmal im Uferbereich von Fließgewässern vorkommende Art, die ebenfalls diözisch ist, unterscheidet sich von J. exertifolia durch ihre mehr quer angewachsenen, kreisrunden bis nierenförmigen Blätter, die maximal 1,5 mm breit werden. Zudem sind die Rhizoide bei J. hyalina oft rötlich-violett gefärbt, was bei J. exertifolia nie der Fall ist.

Die Bestimmung von sterilen Jungermannia-Proben bereitet große Schwierigkeiten und ist nicht immer möglich. Hilfreich sind die Bearbeitungen von Paton (1999) und Nebel & Philippi (2005).

Jungermannia exsertifolia
12*
Pflanzen parözisch, Blätter breit eiförmig bis elliptisch oder kreisförmig, maximal 1,5 mm breit, Blattbasis das Stämmchen nicht umschließend   ► 13
13
Pflanze frisch nach Möhren riechend, 2 Paar weibliche Hüllblätter mit dem Perianth in seiner unteren Hälfte verwachsen, Rhizoide oft rötlich gefärbt, ansonsten hyalin oder schwach bräunlich 
  Jungermannia obovata Nees
Jungermannia obovata
13*
Pflanze frisch nicht nach Möhren riechend, weibliche Hüllblätter nicht mit dem Perianth verwachsen, Rhizoide gewöhnlich farblos oder schwach bräunlich   ► 14
14
Blätter mehr oder weniger so lang wie breit, Perianth eiförmig, mit 5 kieligen Falten, an der Mündung in eine kurze Röhre auslaufend 
  Jungermannia sphaerocarpa Hook.
Jungermannia sphaerocarpa
14*
Blätter elliptisch, deutlich länger als breit, Perianth keulenförmig verlängert, seine Falten nicht gekielt und die Mündung nicht abgesetzt 
  Jungermannia pumila With.
(ohne Abb.)
Jungermannia leiantha Grolle, eine ebenfalls parözische Art, die im Uferbereich von Waldbächen zusammen mit J. pumila vorkommen kann, unterscheidet sich u. a. durch ihren kräftigeren Wuchs (Sprosslänge bei J. leiantha bis 2,5 cm, bei J. pumila < 1 cm) und ihre faltenlosen, zylindrischen Perianthien, die eine warzenförmige Mündung aufweisen.
15 (1)
Blätter basal mit einem Rückenflügel (die Lamina ist hier verdoppelt und bildet den sog. Scheidenteil des Blattes)   ► 16
15*
Blätter ohne Rückenflügel (Lamina nie doppelt)   ► 18
16
oberer Spreitenteil der Blätter 2-3x so lang wie der Scheidenteil, Blätter ungesäumt 
  Octodiceras fontanum (Bach.Pyl.) Lindb.
(= Fissidens fontanus (Bach.Pyl.) Steud.)
Octodiceras fontanum
16*
oberer Spreitenteil der Blätter kürzer, so lang oder wenig länger als der Scheidenteil, Blätter mit einem Saum aus schmalen prosenchymatischen Zellen   ► 17
17
Sprosse 2-5(-8) mm lang, reife Archegonien (250-)290-350(-440) µm lang, Peristomzähne an der Basis 30-47 µm breit 
  Fissidens pusillus (Wilson) Milde
Pflanzen auf beschattetem Gestein an Flüssen und Bächen wachsend (vorwiegend in den Mittelgebirgen).
Fissidens pusillus
17*
Sprosse meist 5-15 mm lang, reife Archegonien 300-460(-560) µm lang, Peristomzähne an der Basis 43-66 µm breit 
  Fissidens rufulus Bruch & Schimp.
An Gestein an Flüssen wachsend.
Fissidens rufulus
18 (15)
Rippe in der äußersten Blattspitze endend oder ± lang austretend, Blattlamina im distalen Drittel der Blätter nicht breiter als die Rippe   ► 19
18*
Rippe deutlich vor der Blattspitze endend oder wenn länger, dann Blattlamina im distalen Blattdrittel deutlich breiter als die Rippe   ► 20
19
Rippe ± lang austretend, Zellen an der Blattbasis auffällig orange-braun gefärbt, auffallend mit den grünlichen übrigen Laminazellen kontrastierend, diese dickwandig, verlängert rechteckig oder linealisch 
  Blindia acuta (Hedw.) Bruch & Schimp.
Blindia acuta
19*
Rippe in die Blattspitze eintretend oder kurz austretend, alle Laminazellen orange-braun gefärbt, mit Ausnahme des Blattgrundes im gesamten Blatt rundlich-quadratisch, Kapseln öffnen sich mit vier Klappen, die an der Spitze verbunden bleiben 
  Andreaea rothii F.Weber & D.Mohr
Im Gebiet sind zwei Unterarten vertreten, die subsp. rothii und die subsp. falcata (Schimp.) Lindb. (= Andreaea huntii Limpr.). Die Hauptunterschiede liegen in der Beblätterung (stark sichelig-einseitswendig bei der subsp. falcata, schwach sichelig-einseitswendig bei der subsp. rothii) und der Zelloberfläche (Dorsalansicht) der inneren Perichaetialblätter (mit hohen, dichtstehenden Papillen bei der subsp. falcata, ohne oder nur mit wenigen, niedrigen Papillen bei der subsp. rothii).
Andreaea rothii
20 (18)
Pflanze mit bäumchenförmigem Wuchs   ► 21
20*
Pflanze ohne bäumchenförmigem Wuchs   ► 23
21
Laminazellen in der Blattmitte rundlich oder vier- bis sechseckig und wenig länger als breit 
  Thamnobryum alopecurum (Hedw.) Nieuwl. ex Gangulee
Thamnobryum alopecurum
21*
Laminazellen in der Blattmitte prosenchymatisch   ► 22
22
Blätter stark faltig, zumindest die Spitze der Astblätter grob gesägt 
  Climacium dendroides (Hedw.) F.Weber & D.Mohr
Climacium dendroides
22*
Blätter nicht faltig, Blattrand nur fein gezähnt 
  Isothecium holtii Kindb.
Isothecium holtii
23 (20)
Laminazellen über dem Blattgrund verlängert und mit knotig verdickten Wänden, in der oberen Blatthälfte mit buchtigen Wänden und schwach papillös, Pflanzen schwarz-dunkelgrün   ► 24
23*
Laminazellen über dem Blattgrund nicht verlängert und zugleich mit knotig verdickten Wänden (höchstens etwas buchtig, dann aber alle Laminazellen völlig glatt)   ► 25
24
Blattspitze breit gerundet, am Rand gezähnt 
  Racomitrium aciculare (Hedw.) Brid.
Racomitrium aciculare und R. aquaticum
24*
Blattspitze schmaler, ungezähnt 
  Racomitrium aquaticum (Schrad.) Brid.
Racomitrium aciculare und R. aquaticum
25 (23)
Blattzellen in der oberen Blatthälfte etwa so lang wie breit   ► 26
25*
Blattzellen in der oberen Blatthälfte verlängert, mindestens doppelt so lang wie breit   ► 31
26
Laminazellen glatt   ► 27
26*
Laminazellen mamillös oder papillös   ► 29
27
Blattspitze abgerundet, Blätter vorne ± zungenförmig 
  Orthotrichum rivulare Turner
Orthotrichum rivulare
27*
Blätter allmählich zugespitzt   ► 28
28
Blätter schmal lanzettlich, Sporen < 16 µm 
  Schistidium apocarpum (Hedw.) Bruch & Schimp.
Schistidium apocarpum
28*
Blätter (breit) oval, Sporen 16-20 µm 
  Schistidium rivulare (Brid.) Podp.
Schistidium rivulare
29 (26)
Blätter lineal-lanzettlich, trocken stark spiralig gedreht, oft Teile der Blattlamina ausgebrochen 
  Oxystegus tenuirostris (Hook. & Taylor) A.J.E.Sm.
Oxystegus tenuirostris
29*
Blätter weniger lang und schlank, trocken nur leicht verdreht, Blattlamina intakt   ► 30
30
Blätter maximal 4x so lang wie breit, am Rand ± gleichmäßig gezähnt (oft nur schwach), Kapsel ± geneigt 
  Dichodontium pellucidum (Hedw.) Schimp.
Dichodontium pellucidum
30*
Blätter 4-6x so lang wie breit, am Rand unregelmäßig gesägt oder gezähnt (meist stark), Kapsel aufrecht 
  Dichodontium flavescens (Dicks.) Lindb.
Die Unterscheidung von nicht fruchtenden Pflanzen beider Arten ist schwierig. Nähere Angaben hierzu finden sich bei Werner (2002).
Dichodontium flavescens
31 (25)
Laminazellen mamillös   ► 32
31*
Laminazellen glatt (bei Hyocomium amoricum [Brid.] Wijk & Margad. schwach prorat)   ► 34
32
Sprosse auffallend spiralig beblättert, Blattgrundzellen neben der Rippe kurz (15-36 µm), ihre Wände derb und gebräunt 
  Philonotis seriata Mitt.
Philonotis seriata
32*
Sprosse nicht auffallend spiralig beblättert, Blattgrundzellen länger, dünnwandig und hyalin   ► 33
33
Sprosse leicht einseitswendig beblättert, Zellnetz auch oberhalb vom Blattgrund locker 
  Philonotis caespitosa Jur.
Philonotis caespitosa
33*
Sprosse nicht oder nur schwach einseitswendig beblättert, Zellen in der oberen Blatthälfte schmal, Zellnetz deutlich fester als im Basalteil 
  Philonotis fontana (Hedw.) Brid.
Die Art ist formenreich. Koperski et al. (2000) akzeptieren allerdings neben der typischen Varietät nur noch die var. pumila (Turner) Brid. Kennzeichnend für letztere sind u. a. ihre schlankeren, ± lanzettlichen Blätter sowie die spitzen Perigonialblätter (bei var. fontana stumpf).
Philonotis fontana
34 (31)
Blattrand mit einem deutlich abgesetzten Saum aus verlängerten Zellen, übrige Laminazellen verlängert rautenförmig   ►► 35
  Bryum
Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit Vertretern der Gattung Rhizomnium, insbesondere dem an Bachufern häufigen Rhizomnium punctatum (Hedw.) T.J.Kop. Bei den drei heimischen Rhizomnium-Arten sind die mittleren Laminazellen kurz rautenförmig und 35-50 µm breit, bei den Bryum-Arten im Gebiet höchstens 30(-35) µm breit.
34*
Blattrand ungesäumt, Laminazellen kurz rechteckig oder prosenchymatisch   ► 36
35
Blattgrund rötlich gefärbt, einen deutlichen Kontrast zur übrigen grünen Blattlamina bildend 
  Bryum pseudotriquetrum (Hedw.) P.Gaertn., E.Mey. & Scherb.
Es kann zwischen der zweihäusigen var. pseudotriquetrum und der einhäusigen var. bimum (Schreb.) Lilj. (= Bryum bimum [Schreb.] Turner) unterschieden werden.
Bryum pseudotriquetrum
35*
Blattgrund wie die übrige Blattlamina ± grün gefärbt 
  Bryum schleicheri DC.
In den höheren Mittelgebirgen immer in der sehr kräftigen, geschwollen beblätterten Varietät latifolium (Schwaegr.) Schimp. In den Alpen kommt auch die zierlichere typische Varietät vor.
Bryum schleicheri
36 (34)
Blätter breit eiförmig oder annähernd rund, distal ± abgerundet, Blattränder ± glatt, Stämmchen ohne Hyalodermis (Querschnitt)   ► 37
36*
Blätter ± spitz zulaufend, Blattränder deutlich gezähnt oder ± glatt, Stämmchen mit oder ohne Hyalodermis   ► 38
37
Blattrippe zumeist einfach 
  Hygrohypnum smithii (Sw.) Broth.
Hygrohypnum smithii
37*
Blattrippe gegabelt 
  Hygrohypnum duriusculum (De Not.) D.W.Jamieson
Hygrohypnum duriusculum
38 (36)
Rippe in den allermeisten Blättern gegabelt und kurz, maximal etwa die Hälfte der Blattlänge erreichend   ► 39
38*
Rippe einfach, zumeist mehr als die Hälfte der Blattlänge erreichend   ► 41
39
Pflanzen stark fiedrig verzweigt, Ast- und Stammblätter am Rand deutlich gezähnt, Stämmchen ohne abgesetzte Hyalodermis (Querschnitt) 
  Hyocomium armoricum (Brid.) Wijk & Margad.
Hyocomium armoricum
39*
Pflanzen nur wenig gabelig verzweigt, Ast- und Stammblätter am Rande höchstens mit schwach vorspringenden Zellecken, Stämmchen mit ± deutlich abgesetzter Hyalodermis   ► 40
40
Rippe sehr schwach, oft nur 1/5 oder weniger der Blattlänge erreichend 
  Hygrohypnum eugyrium (Schimp.) Broth.
Hygrohypnum eugyrium
40*
Rippe kräftiger, zumeist 1/3 bis 1/2 der Blattlänge erreichend 
  Hygrohypnum ochraceum (Wilson) Loeske
Hygrohypnum ochraceum
41 (38)
Sprosse aufrecht wachsend, gabelig verzweigt oder ± unverzweigt, Blätter mit scheidiger Basis das Stämmchen umschließend, das übrige Blatt stark abspreizend bis sparrig zurückgebogen, Blattspitze vorn stumpf gerundet und am Rand oft etwas gekerbt 
  Dicranella palustris (Dicks.) Crundw. ex E.F.Warb.
(= Dicranella squarrosa (Schrad.) Schimp., Diobelon squarrosum (Schrad.) Hampe, Dichodontium palustre (Dicks.) Stech)
Dicranella palustris
41*
Sprosse kriechend oder aufsteigend, unregelmäßig verzweigt oder auch kaum verzweigt, Blätter nicht sparrig zurückgebogen oder wenn doch, dann Blattränder auf weite Strecken stark gezähnt und Blattspitze scharf   ► 42
42
Blätter ± ganzrandig   ► 43
42*
Blattrand zumindest gegen die Spitze gezähnelt   ► 44
43
Blätter eiförmig, kurz zugespitzt, Laminazellen in der Blattmitte 3-6x so lang wie breit 
  Amblystegium fluviatile (Hedw.) Schimp.
(= Hygroamblystegium fluviatile (Hedw.) Loeske)
Amblystegium fluviatile
43*
Blätter schmall lanzettlich, gleichmäßig in eine lange Spitze ausgezogen, Laminazellen 6-15x so lang wie breit 
  Leptodictyum riparium (Hedw.) Warnst.
(= Amblystegium riparium (Hedw.) Schimp.)
Leptodictyum riparium
44 (42)
Stämmchen ± regelmäßig fiedrig verzweigt, Stammblätter aus breiter Basis in eine zurückgebogene schlanke Spitze verschmälert, bei den Astblätter tritt die Endzelle der Rippe fast immer dornig aus 
  Eurhynchium praelongum (Hedw.) Schimp.
Eurhynchium praelongum
44*
Stämmchen wenig verzweigt, wenn doch stärker, dann nur unregelmäßig, Spitze der Stammblätter nie zurückgebogen, höchstens einzelne Astblätter mit dornig austretender Rippenendzelle   ► 45
45
Stämmchenblätter mit größter Breite nahe der Blattbasis, Blattflügelzellen ± deutlich differenziert   ► 46
45*
Stämmchenblätter mit größter Breite bei etwa 1/3 der Blattlänge, ohne deutlich differenzierte Blattflügelzellen   ► 49
46
Stämmchenquerschnitt deutlich abgerundet dreikantig, Äste und/oder Stämmchen mit Paraphyllien, basale Laminazellen neben der Rippe orangebraun gefärbt 
  Climacium dendroides (Hedw.) F.Weber & D.Mohr
Climacium dendroides
46*
Stämmchenquerschnitt rund, Äste und Stämmchen ohne Paraphyllien, Laminazellen an der Blattbasis grünlich oder hyalin   ► 47
47
Blattflügelzellgruppe sehr deutlich abgegrenzt, aus aufgeblasenen hyalinen Zellen bestehend (zumindest bei älteren Blättern), die am Stämmchen breit herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt abrupt, Stammblätter typischerweise in eine kurze, breite Spitze auslaufend 
  Brachythecium rivulare Schimp.
Brachythecium rivulare
47*
Blattflügelzellgruppe meist nur schwach abgegrenzt, gewöhnlich aus zumindest leicht chlorophyllhaltigen, derbwandigeren Zellen bestehend, die im Vergleich zu denen der vorigen Art meist nur kurz und weniger breit am Stämmchen herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt allmählicher, Spitze der Stammblätter schlanker   ► 48
48
Seta auf der gesamten Länge mit kleinen Wärzchen besetzt (rauh), Pflanzen gewöhnlich drehrund, seltener etwas einseitswendig beblättert, Blätter in eine kurze oder seltener auch längere Spitze ausgezogen, ± faltig, Blattrand (stark) gezähnt, selten auch ± ganzrandig, Blattflügelzellen gewöhnlich (verlängert) rechteckig 
  Brachythecium rutabulum (Hedw.) Schimp.
Die Art zählt zu den häufigsten Moosen Deutschlands und ist sehr vielgestaltig. In Überschwemmungsbereichen können Formen auftreten, die sich in ihrer Merkmalsausprägung sehr stark der vorherigen Art annähern und Probleme bei der Abgrenzung bieten (vgl. Landwehr 1984, Touw & Rubers 1989).
Brachythecium rutabulum
48*
Seta im oberen Abschnitt rauh, unten ± glatt, Pflanzen gewöhnlich deutlich einseitswendig beblättert, Blätter in eine längere Spitze auslaufend, nicht oder nur mäßig faltig, Blattrand fein gezähnelt, Blattflügelzellen abgerundet-quadratisch oder (kurz) rechteckig 
  Brachythecium plumosum (Hedw.) Schimp.
Brachythecium plumosum
49 (45)
Blätter meist > 1,6 mm lang, dem Stämmchen meist nur locker anliegend oder aufrecht abstehend, selten streckenweise auch dicht anliegend, Laminazellen in der Blattmitte 6-11 µm breit 
  Platyhypnidium riparioides (Hedw.) Dixon
(= Rhynchostegium riparioides (Hedw.) Card.)
1999 wurde eine dem P. riparioides nächst verwandte Art, Platyhypnidium mutatum Ochyra & Vanderp., beschrieben. Während die Blattlamina von P. riparioides überall einschichtig ist, zeigt jene von P. mutatum vielfach streifenförmige Abschnitte, die zwei- oder mehrschichtig sind. P. mutatum wird als somatische Mutation von P. riparioides aufgefasst und ist bislang nur von einem Wasserfall im Schwarzwald bekannt (Stech & Frahm 1999).

Bisher nur an einer Stelle in den Sudeten ist Platyhypnidium grolleanum Ochyra & Bednarek-Ochyra gefunden worden. Die Blattlamina ist wie bei P. riparioides nahezu überall einschichtig, die Blätter sind jedoch schlanker (sie ähneln in der Form sehr denen von Amblystegium fluviatile [Hedw.] Schimp.) und die Rippe tritt in die Spitze ein. Auf die Art bleibt zukünftig in den hercynischen Mittelgebirgen zu achten.

Platyhypnidium riparioides
49*
Blätter meist < 1,6 mm lang, zumindest streckenweise dem Stämmchen dicht anliegend und sich gegenseitig stark überdeckend (die Blätter an submersen Sprossabschnitten stehen dagegen nicht selten aufrecht ab), Laminazellen in der Blattmitte 4-8 µm breit 
  Platyhypnidium lusitanicum (Schimp.) Ochyra & Bednarek-Ochyra
(= Platyhypnidium alopecuroides (Brid.) Koperski & M.Sauer, Rhynchostegium alopecuroides (Brid.) A.J.E.Sm.)
P. lusitanicum und P. riparioides stehen sich in ihren mikroskopischen Merkmalen äußerst nahe. Lediglich in der Größe und im Habitus sind (vage) Unterschiede auszumachen, die aber auch als Umweltanpassungen gedeutet werden könnten. Eine ausführliche Beschreibung der beiden Arten geben Caspari et al. (1998), in der sie auch auf die bestimmungsrelevanten Merkmale eingehen. P. lusitanicum ist im Gebiet bisher nur von wenigen Stellen in der Eifel, im Sauerland und im Schwarzwald bekannt geworden.
Platyhypnidium lusitanicum
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkarmen Fließgewässern (Carsten Schmidt) (Zuletzt geändert:
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30 Oktober 2012 15:10:51). Abgerufen am 13. September 2017, 07:32 von https://offene-naturfuehrer.de/web/Laubmoose_und_beblätterte_Lebermoose_in_oder_an_kalkarmen_Fließgewässern_(Carsten_Schmidt)