Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkreichen Fließgewässsern (Carsten Schmidt)

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Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland mit Taxaliste und Abbildungen. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes Brandenburg (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Carsten Schmidt beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Dieser Beitrag stammt von einem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).
Bestimmungsschlüssel für Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkreichen Fließgewässern (Aquatische Makrophyten in Deutschland)
Von: Carsten Schmidt
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes BrandenburgMitarbeit begrenzt auf: Carsten Schmidt
1
Sprosse auffallend verflacht zweireihig beblättert, Blätter mit Rippe, basal mit einem Rückenflügel (die Lamina ist hier verdoppelt und bildet den sog. Scheidenteil des Blattes)   ► 42
1*
Sprosse nicht auffallend verflacht zweireihig beblättert oder wenn doch, dann Blätter ohne Rückenflügel und ohne Rippe   ► 2
2
Blätter ohne Rippe oder mit sehr kurzer Doppelrippe   ► 3
2*
Blätter mit einfacher Rippe, die zumeist mindestens bis zur Blattmitte reicht   ► 8
3
Blätter tief in 3-5 (zumeist 4) schmale Zipfel geteilt, diese am Rand mit zahlreichen feinen Zilien, Pflanzen von watteartiger Textur 
  Trichocolea tomentella (Ehrh.) Dumort.
Trichocolea tomentella
3*
Blätter ungeteilt oder vorne höchstens schwach ausgerandet   ► 4
4
Pflanzen verflacht beblättert, Blätter ± abgerundet, Laminazellen höchstens 1,5x so lang wie breit, im lebenden Zustand mit Ölkörpern   ► 5
4*
Pflanzen nicht verflacht beblättert, Blätter ± zugespitzt, Laminazellen mehrfach länger als breit, stets ohne Ölkörper   ► 6
5
Stämmchen mit Unterblättern 
  Chiloscyphus pallescens (Hoffm.) Dumort.
(= Chiloscyphos polyanthos var. pallescens (Hoffm.) Dumort., Chiloscyphus pallescens var. fragilis (G.Roth) Müll.Frib.)
Chiloscyphus pallescens
5*
Stämmchen ohne Unterblätter 
  Jungermannia atrovirens Dumort.
Jungermannia atrovirens
6 (4)
Sprosse fiedrig oder unregelmäßig verzweigt, Blattränder gezähnt, Zellen prorat 
  Ctenidium molluscum (Hedw.) Mitt.
Ctenidium molluscum
6*
Sprosse gabelig verzweigt, Blattränder ± ungezähnt (höchstens an der Blattspitze schwach gezähnt), Zellen glatt   ► 7
7
wenigsten einzelne Blätter einer Pflanze gekielt 
  Fontinalis antipyretica Hedw.
Vor allem in Blattgestalt und Habitus sehr variabele Art (siehe Welch 1960, Nebel & Philippi 2001).
Fontinalis antipyretica
7*
alle Blätter ungekielt 
  Fontinalis hypnoides Hartm.
Fontinalis hypnoides und F. squamosa
8 (2)
Laminazellen papillös, mamillös oder prorat (die distale Zellecke steht jeweils etwas aus der Laminaebene hervor)   ► 9
8*
Laminazellen glatt (vgl. auch Didymodon tophaceus [Brid.] Lisa unter 18*, das selten nahezu glatte Laminazellen aufweisen kann) oder undeutlich papillös (Cinclidotus riparius [Brid.] Arn.  ► 19
9
Blätter mit ± deutlicher Blattflügelzellgruppe, Pflanzen fiedrig oder unregelmäßig verzweigt, Stämmchen zumindest mit vereinzelten Paraphyllien 
  ▼▼ a  –    Palustriella commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum (Hedw.) G.Roth)
a
Sprosse ± regelmäßig fiedrig verzweigt, Blattbasis herzförmig, Blattflügelzellgruppe groß und auffallend 
  P. commutata var. commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. commutatum (Hedw.) G.Roth)
Palustriella commutata var. commutata
a*
Sprosse unregelmäßig verzweigt, Blattbasis schmaler, Blattflügelzellgruppe kleiner, oft unauffällig 
  P. commutata var. falcata (Brid.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. falcatum (Brid.) Mönk.)
Palustriella commutata var. falcata
9*
Blätter ohne deutliche Blattflügelzellgruppe, Pflanzen fiedrig verzweigt oder nicht, Stämmchen ohne Paraphyllien   ► 10
10
Hauptspross kriechend (dem Substrat seiner Länge nach anhaftend), unregelmäßig fiedrig verzweigt, Seitenäste bogig abstehend, ± einseitswendig beblättert, 1 Papille pro Zelle 
  Leskea polycarpa Ehrh. ex Hedw.
(ohne Abb.)
10*
Hauptspross aufrecht, gabelig verzweigt oder ± unverzweigt, eine oder mehrere Papillen bzw. Mamillen pro Zelle   ► 11
11
Blattrand basal gezähnt, Zellen des Blattgrundes hyalin (chlorophyllfrei) und sehr dünnwandig, Pflanzen häufig mit Kalkauflagerungen 
  Eucladium verticillatum (Brid.) Bruch & Schimp.
Eucladium verticillatum
11*
Blattrand basal nicht gezähnt   ► 12
12
Blätter im Umriß eiförmig mit einer sehr kurz austretenden Rippe oder zungenförmig abgerundet   ► 13
12*
Blätter schmaler und in eine kurze oder längere Spitze auslaufend   ► 14
13
Blätter eiförmig, mit wulstigem Rand, ohne Gemmen, Rippe kurz austretend 
  Dialytrichia mucronata (Brid.) Broth.
(= Cinclidotus mucronatus (Brid.) Guim.)
Neuerdings ist mit Dialytrichia fragilifolia (Bizot & J. Roux) F.Lara (= Dialytrichia mucronatus var. fragilifolia [Bizot & J. Roux], = Cinclidotus mucronatus var. fragilifolius auct.) eine zweite Dialytrichia-Sippe nachgewiesen worden. Sie unterscheidet sich von D. mucronata nach Oesau (2007) u. a. durch kürzere Blätter (2,0-2,6 mm lang; 2,8-3,2 mm lang bei D. mucronata), die stark brüchig sind und deutlich gekerbte Ränder aufweisen (bei D. mucronata erodieren die Blätter nur in sehr turbulenten Gewässerbereichen und die Blattränder sind glatt).
Dialytrichia mucronata
13*
Blätter breit zungenförmig abgerundet, randlich nicht wulstig gesäumt, oberseits mit vielen Gemmen, Rippe nicht austretend 
  Tortula latifolia Bruch ex Hartm.
Tortula latifolia
14 (12)
Blätter lineal-lanzettlich, trocken stark spiralig gedreht, oft Teile der Blattlamina ausgebrochen 
  Oxystegus tenuirostris (Hook. & Taylor) A.J.E.Sm.
(= Trichostomum tenuirostre (Hook. & Tayl.) Lindb.)
Habituell ähnlich ist Tortella tortuosa (Hedw.) Limpr., ein häufiges Kalkmoos, dessen Wuchsorte aber höchstens einmal bei Hochwasser überspült werden. Während sich bei O. tenuirostris der Übergang von den verlängerten chlorophyllfreien Zellen des Blattgrundes zu den rundlichen chlorophyllhaltigen Zellen der oberen Blattlamina ganz allmählich vollzieht, ist dieser bei T. tortuosa sehr scharf. Barbula sinuosa (Mitt.) Delogne, eine weitere O. tenuirostris habituell ähnliche Moosart, unterscheidet sich u. a. durch seine nur schwach papillösen Laminazellen.
Oxystegus tenuirostris
14*
Blätter weniger lang und schlank, trocken höchstens leicht verdreht, Blattlamina intakt   ► 15
15
Blattspitze deutlich gezähnt   ► 16
15*
Blattspitze ungezähnt   ► 17
16
Blätter maximal 4x so lang wie breit, am Rand ± gleichmäßig gezähnt (oft nur schwach), Kapsel ± geneigt 
  Dichodontium pellucidum (Hedw.) Schimp.
Dichodontium pellucidum
16*
Blätter oft 4-6x so lang wie breit, am Rand unregelmäßig gesägt oder gezähnt (meist stark), Kapsel aufrecht 
  Dichodontium flavescens (Dicks.) Lindb.
Die Unterscheidung nicht fruchtender Pflanzen beider Arten ist schwierig. Nähere Angaben hierzu finden sich bei Werner (2002).
Dichodontium flavescens
17 (15)
Pflanzen ohne Kalkauflagerungen, Blattrand im vorderen Blattdrittel 2-3 schichtig, Laminazellen 6-8 µm breit, Blätter in der Spitze ventral meist mit Gemmen über der Rippe 
  Didymodon nicholsonii Culm.
(= Barbula nicholsonii Culm.)
Didymodon nicholsonii
17*
Pflanzen oft mit Kalkauflagerungen, Blattrand überall einschichtig, Blätter ohne Gemmen, Laminazellen 8-12 µm breit   ► 18
18
viele Laminazellen in der vorderen Blatthälfte in Aufsicht mit mehr als 2 Papillen, Blattrand basal auf einer Seite schwach zurückgebogen 
  Hymenostylium recurvirostrum (Hedw.) Dixon
Hymenostylium recurvirostrum
18*
Laminazellen in der vorderen Blatthälfte in Aufsicht ganz überwiegend mit 1-2 Papillen, Blattränder beiderseits meist deutlich und über eine weite Strecke zurückgebogen 
  Didymodon tophaceus (Brid.) Lisa
(= Barbula tophacea (Brid.) Mitt.)
Didymodon spadiceus (Mitt.) Limpr. (= Barbula spadicea [Mitt.] Braithw.), das manchmal an Karbonatbächen wächst, unterscheidet sich von D. tophaceus durch seine stärker und länger zugespitzten Blätter.
Didymodon tophaceus
19
Blattrand wulstig gesäumt, mehrschichtig, flach   ► 20
19*
Blattrand nicht wulstig gesäumt, einschichtig oder mehrschichtig, dann aber streckenweise eng umgebogen (bei Schistidium)   ► 23
20 (8)
Blätter an der Basis am breitesten, Rippe sehr kräftig (> 150 µm, 1/5-1/2 der Breite vom Blattgrund einnehmend)   ► 21
20*
Blätter in der Mitte oder im unteren Drittel am breitesten, Rippe schwächer (< 150 µm, weniger als 1/6 der Breite vom Blattgrund einnehmend)   ► 22
21
Blätter feucht stark sichelförmig einseitswendig, Stämmchem bis 40 cm lang, Laminazellen 9-12 µm breit 
  Cinclidotus aquaticus (Hedw.) Bruch & Schimp.
Cinclidotus aquaticus
21*
Blätter feucht aufrecht stehend bis schwach sichelförmig einseitswendig, Stämmchem bis 5 cm lang, Laminazellen 12-15 µm breit 
  Cinclidotus danubicus Schiffn. & Baumgartner
Cinclidotus danubicus
22 (20)
Blattrandwulst innen mit prosenchymatischen Zellen (im optischen Schnitt gut sichtbar), Blätter verlängert lanzettlich, mehr als 4x so lang wie breit 
  Cinclidotus fontinaloides (Hedw.) P.Beauv.
Cinclidotus fontinaloides und C. riparius
22*
Blattrandwulst innen mit parenchymatischen Zellen (im optischen Schnitt gut sichtbar), Blätter länglich zungenförmig, bis 3x so lang wie breit 
  Cinclidotus riparius (Brid.) Arn.
(= Cinclidotus nigricans (Brid.) Wijk & Margad.)
Cinclidotus fontinaloides und C. riparius
23 (19)
Laminazellen in der Blattmitte etwa so lang wie breit   ► 24
23*
Laminazellen in der Blattmitte mindestens 2x so lang wie breit   ► 31
24
Blattränder an der Blattbasis etwas nach oben gebogen, ansonsten flach, Blattspitze unregelmäßig gezähnt 
  Hyophila involuta (Hook.) A.Jaeger
Hyophila involuta
24*
Blattränder eng nach unten umgeschlagen, Blätter ganzrandig oder zur Spitze hin mit kleinen stufigen Absätzen   ► 25
25
Blattränder zur Spitze hin mit kleinen stufigen Absätzen   ► 26
25*
Blattränder zur Spitze hin ± glatt   ► 28
26
Blätter schmal lanzettlich, Sporen < 16 µm 
  Schistidium apocarpum (Hedw.) Bruch & Schimp.
Schistidium apocarpum
26*
Blätter (breit) oval, Sporen 16-20 µm   ► 27
27
Exothecialzellen dünnwandig, Pflanzen von weicher Textur 
  Schistidium platyphyllum (Mitt.) Kindb.
Schistidium platyphyllum
27*
Exothecialzellen dickwandig, Pflanzen von derber Textur 
  Schistidium rivulare (Brid.) Podp.
Schistidium rivulare
28 (25)
Breite der Laminazellen in der vorderen Blatthälfte > 14 µm, Blattoberseite oft mit Gemmen 
  Orthotrichum sprucei Mont.
Orthotrichum sprucei
28*
Breite der Laminazellen in der vorderen Blatthälfte < 14 µm, Blätter ohne Gemmen   ► 29
29
Blätter distal stumpf gerundet, Laminazellen in der vorderen Blatthälfte 10-14 µm breit 
  Orthotrichum rivulare Turner
Orthotrichum rivulare
29*
Blätter zugespitzt, Laminazellen in der vorderen Blatthäfte 8-10 µm breit 
  Orthotrichum cupulatum var. riparium Huebener
Orthotrichum cupulatum var. riparium
30
Sprosse mit blattachselständigen Bulbillen und kugeligen Rhizoidgemmen, Sprosse nur vereinzelt gabelig verzweigt, Rippe an der Basis 75-100 µm breit 
  Bryum gemmiparum De Not.
Sehr seltene Art, in Deutschland aktuell nur an wenigen Stellen am Oberrhein.

Einige weit verbreitete Bryum-Arten, Bryum argenteum Hedw. (incl. Bryum gerwigii [Müll.Hal.] Limpr. und Bryum veronense [De Not.] J.J.Amann), Bryum dichotomom Hedw. (= Bryum bicolor Dicks., incl. Bryum barnesii J.B.Wood) und Bryum gemmiferum R.Wilczek & Demaret, bilden ebenfalls blattachselständige Bulbillen aus. Diese Moose treten gelegentlich auch im Überschwemmungsbereich von Fluss- und Bachufern auf und weichen dann nicht selten von ihrer typischen Gestalt erheblich ab. Bei ihnen ist die Rippenbreite an der Blattbasis aber immer < 75 µm, so dass eine Unterscheidung von B. gemmiparum leicht möglich ist. Zur Bestimmung von Bryum-Arten sollte in jedem Fall auf Spezialliteratur (z. B. Nebel & Philippi 2001, Smith 2004) zurückgegriffen werden.

Bryum gemmiparum
30*
Sprosse ohne Bulbillen in den Blattachseln und ohne Rhizoidgemmen   ► 31
31 (23)
Blätter deutlich längsfaltig, Stämmchen mit Paraphyllien 
  ▼▼ a  –    Palustriella commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum (Hedw.) G.Roth)
a
Sprosse ± regelmäßig fiedrig verzweigt, Blattbasis herzförmig, Blattflügelzellgruppe groß und auffallend 
  P. commutata var. commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. commutatum (Hedw.) G.Roth)
Palustriella commutata var. commutata
a*
Sprosse unregelmäßig verzweigt, Blattbasis schmaler, Blattflügelzellgruppe kleiner, oft unauffällig 
  P. commutata var. falcata (Brid.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. falcatum (Brid.) Mönk.)
Palustriella commutata var. falcata
31*
Blätter ohne Falten oder wenn faltig, dann ohne Paraphyllien   ► 32
32
Blattränder deutlich gezähnt   ► 33
32*
Blattränder ungezähnt oder nur an der Spitze schwach gezähnt   ► 37
33
Laminazellen 2-4(-6)x so lang wie breit, Blätter typischerweise mit einer großen, am Stämmchen herablaufenden, im Alter oft gelblich-orangebraun gefärbten Blattflügelzellgruppe 
  Cratoneuron filicinum (Hedw.) Spruce
Bei Pflanzen, die starker Strömung ausgesetzt sind, ist die Blattflügelzellgruppe oft erheblich reduziert, die Rippe stark verbreitert und z. T. auch als Stachel ± lang austretend; die Blätter sind schlanker, kaum gezähnt und oft bis auf die Rippe erodiert (var. atrovirens [Brid.] Ochyra). Diese Form nähert sich in ihrer Merkmalsausprägung sehr den entsprechenden rheophilen Formen von Amblystegium tenax (Hedw.) C.E.O.Jensen an.
Cratoneuron filicinum
33*
viele Laminazellen mindestens 6x so lang wie breit, Blattflügelzellgruppe nicht gelblich-orangebraun gefärbt oder fehlend   ► 34
34
Laminazellen 6-10 µm breit, viele > 60 µm lang, Rippe meist einfach, sehr selten gegabelt, ihre Endzelle nur bei einzelnen Astblättern dornig austretend   ► 35
34*
Laminazellen 5-7(-10) µm breit und überwiegend < 60 µm lang, an den Enden etwas gebogen (wurmförmig), Rippe nicht selten gegabelt, ihre Endzelle bei ± allen Astblättern dornig austretend 
  Scleropodium cespitans (Müll.Hal.) L.F.Koch
Zwei habituell ähnliche Arten, Eurhynchium crassinervium (Wilson) Schimp. und Rhynchostegium murale (Hedw.) Schimp., können auch gelegentlich an zeitweise überschwemmten Uferstandorten basenreicher Fließgewässer auftreten. E. crassinervium unterscheidet sich von S. cespitans u. a. durch seine an den Enden spitz zulaufenden Laminazellen, R. murale durch die nicht dornig austretende Rippenendzelle sowie die nie gegabelte Rippe, die zudem an der Basis nicht so stark entwickelt ist wie bei S. cespitans. Weitere Angaben zur Unterscheidung der drei Arten siehe Homm (1995), Koperski (1996) und Caspari et al. (1998).
Scleropodium cespitans
35
ohne deutlich differenzierte Blattflügelzellgruppe, grösste Blattbreite bei etwa 1/3 der Blattlänge 
  Platyhypnidium riparioides (Hedw.) Dixon
(= Rhynchostegium riparioides (Hedw.) Card.)
Platyhypnidium riparioides
35*
Blattflügelzellgruppe ± deutlich differenziert, Blätter nahe der Basis am breitesten   ► 36
36
Blattflügelzellgruppe sehr deutlich differenziert, aus aufgeblasenen hyalinen Zellen bestehend (zumindest bei älteren Blättern), die am Stämmchen breit herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt abrupt, Stammblätter typischerweise in eine kurze, breite Spitze auslaufend 
  Brachythecium rivulare Schimp.
Brachythecium rivulare
36*
Blattflügelzellgruppe weniger deutlich differenziert, gewöhnlich aus zumindest schwach chlorophyllhaltigen, derbwandigeren Zellen bestehend, die im Vergleich zu denen der vorigen Art meist nur kurz und weniger breit am Stämmchen herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt allmählicher, Spitze der Stammblätter schlanker 
  Brachythecium rutabulum (Hedw.) Schimp.
Die Art zählt zu den häufigsten Moosen Deutschlands und ist sehr vielgestaltig. In Überschwemmungsbereichen können Formen auftreten, die sich in ihrer Merkmalsausprägung sehr stark der vorherigen Art annähern und Probleme bei der Abgrenzung bieten (vgl. Landwehr 1984, Touw & Rubers 1989).
Brachythecium rutabulum
37 (32)
Pflanzen zierlich, Blattlänge < 1 mm, Stammblätter lanzettlich   ► 38
37*
Pflanzen kräftiger, Blattlänge meist > 1 mm, wenn kürzer, dann Stammblätter nicht lanzettlich   ► 39
38
Laminazellen (6-)8-10x so lang wie breit, oft über 50 µm lang, Rippe ca. 2/3-3/4 oder mehr der Blattlänge erreichend, Pflanzen matt, dunkelgrün 
  Rhynchostegiella teneriffae (Mont.) Dirkse & Bouman
(= Rhynchostegiella jacquinii (Garov.) Limpr., Rhynchostegiella teesdalei (Milde) Limpr.)
Rhynchostegiella teneriffae
38*
Laminazellen 4-8x so lang wie breit, höchstens 50 µm lang, Rippe nur bis 1/2-2/3 der Blattlänge erreichend, Pflanzen ± glänzend, gelbgrün 
  Rhynchostegiella curviseta (Brid.) Limpr.
Rhynchostegiella curviseta
39 (37)
Blätter eiförmig, in eine kurze Spitze auslaufend, oft einseitswendig, Rippe in manchen Blättern gegabelt 
  Hygrohypnum luridum (Hedw.) Jenn.
Rhynchostegium murale (Hedw.) Schimp., ein häufiges Gesteinsmoos, das an Uferstandorten H. luridum bisweilen habituell recht ähnlich sieht, unterscheidet sich von diesem dadurch, dass seine Blätter nie eine gegabelte Rippe haben sowie weiter herab und deutlicher gezähnt sind. Bei H. luridum sind die Blätter höchstens an der Spitze schwach gezähnt.
Hygrohypnum luridum
39*
Blätter lang und scharf zugespitzt, Rippe nie gegabelt   ► 40
40
Laminazellen 6-15x so lang wie breit 
  Leptodictyum riparium (Hedw.) Warnst.
(= Amblystegium riparium (Hedw.) Schimp.)
Leptodictyum riparium
40*
Laminazellen nur 2-4(-6)x so lang wie breit   ► 41
41
Rippe an der Blattbasis < 45 µm, Stammblätter aus (breit) bauchigem Grund recht schnell in die Spitze verschmälert 
  Amblystegium varium (Hedw.) Lindb.
Amblystegium varium
41*
Rippe an der Basis > 45 µm, Stammblätter aus ovalem Grund ziemlich allmählich in die Spitze verschmälert 
  Amblystegium tenax (Hedw.) C.E.O.Jensen
(= Hygroamblystegium tenax (Hedw.) Jenn.)
Manch rheophytische Form der Art, bei der die Rippe austritt, ist von Cratoneuron filicinum var. atrovirens (Brid.) Ochyra, wenn überhaupt, dann nur mit viel Erfahrung zu trennen.
Amblystegium tenax
42 (1)
Alle Blätter ohne Saum aus verlängerten schmalen Zellen   ► 43
42*
Blätter mit einem Saum aus verlängerten schmalen Zellen, zumindest im Scheidenteil der Perichaetialblätter (bei Fissidens exiguus Sull.  ► 45
43
Oberer Spreitenteil der Blätter 2-3x so lang wie der Scheidenteil mit dem Rückenflügel 
  Octodiceras fontanum (Bach.Pyl.) Lindb.
(= Fissidens fontanus (Bach.Pyl.) Steud.)
Octodiceras fontanum
43*
Oberer Spreitenteil der Blätter kürzer, so lang oder wenig länger als der Scheidenteil mit dem Rückenflügel   ► 44
44
Pflanzen > 1 cm lang, Lamina zur Rippe hin mehrschichtig 
  Fissidens grandifrons Brid.
Fissidens grandifrons
44*
Pflanzen höchstens 5 mm lang, Lamina einschichtig 
  Fissidens arnoldii R.Ruthe
Fissidens arnoldii
45 (42)
Blattsaum aus verlängerten Zellen nur im Scheidenteil der obersten Stämmchenblätter und der Perichaetialblätter entwickelt, sehr zierliche Pflanzen (< 5 mm) 
  Fissidens exiguus Sull.
Fissidens exiguus
45*
Blattsaum aus verlängerten Zellen bei allen Blättern ± deutlich entwickelt   ► 46
46
Reife Archegonien (an der orange-braunen Färbung erkennbar) 420–660 µm lang, viele Laminazellen > 15 µm lang 
  Fissidens crassipes Wilson ex Bruch & Schimp.
Fissidens crassipes
46*
Reife Archegonien zumeist < 420 µm (bei Fissidens rufulus Bruch & Schimp. selten einmal über 460 µm lang), Laminazellen ganz überwiegend < 15 µm lang   ► 47
47
Der kräftige Blattsaum aus verlängerten Zellen vereinigt sich in der Blattspitze mit der kurz austretenden Rippe, Pflanzen 5–11(-17) mm lang, Blätter (3-)4-6x so lang wie breit, Antheridien überwiegend in kleinen blattachselständigen "Knospen", sehr seltene Art an Gestein in Mittelgebirgsbächen 
  Fissidens rivularis (Spruce) Bruch & Schimp.
Fissidens rivularis
47*
Rippe vor der Blattspitze endend oder wenn in die Blattspitze eintretend, dann nicht mit dem schmalen Blattsaum aus verlängerten Zellen vereinigt   ► 48
48
Reife Archegonien 200-310 µm lang, Antheridien zumeist nackt in den oberen Blattachseln, Sprosse 2,5–6(-9) mm lang, Blätter 2-3(-4)x so lang wie breit, Peristomzähne an der Basis 38-54 µm breit, Pflanzen gewöhnlich auf Holz in Flussauen wachsend (seltener hier auch auf überschlicktem Gestein) 
  Fissidens gymnandrus Buse
Fissidens bryoides Hedw., ein häufiges Erdmoos, das auch einmal an entsprechenden Uferstandorten wachsen kann, unterscheidet sich dadurch, dass die Antheridien in kleinen blattachselständigen "Knospen" gebildet werden.
Fissidens gymnandrus
48*
Reife Archegonien (250-)290-350(-440) µm lang, Antheridien terminal, nie nackt in den oberen Blattachseln, Sprosse 2-5(-8) mm lang, Blätter (2,5-)3-5(-6)x so lang wie breit, Peristomzähne an der Basis 30-47 µm breit, Pflanzen auf beschattetem Gestein an Flüssen und Bächen wachsend (vorwiegend in den Mittelgebirgen) 
  Fissidens pusillus (Wilson) Milde
Fissidens pusillus
48**
Reife Archegonien 300-460(-560) µm lang, Antheridien terminal, nie nackt in den oberen Blattachseln, Sprosse meist 5-15 mm lang, Blätter 2,5-4,5x so lang wie breit, Peristomzähne an der Basis 43-66 µm breit, an Gestein an Flüssen wachsend 
  Fissidens rufulus Bruch & Schimp.
Fissidens rufulus
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Laubmoose und beblätterte Lebermoose in oder an kalkreichen Fließgewässsern (Carsten Schmidt) (Zuletzt geändert:
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22 Oktober 2012 00:59:25). Abgerufen am 12. September 2017, 04:27 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Laubmoose_und_beblätterte_Lebermoose_in_oder_an_kalkreichen_Fließgewässsern_(Carsten_Schmidt)