Legousia speculum-veneris – Echter Frauenspiegel (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: Arno Littmann, JKI)

Legousia speculum-veneris, der Echte Frauenspiegel, auch Venus-Frauenspiegel oder Großer Venusspiegel, gehört zur Familie der Campanulaceae (Glockenblumengewächse). Der englische Name ist Large Venus’s Looking Glass. EPPO-Code LEGSV.

Der Echte Frauenspiegel ist etwas häufiger als der Kleinblütige, aber auch er ist gefährdet. Er wächst im Rheintal und in Bayern und ist sonst äußerst selten. Er kommt ursprünglich nur in Europa vor, im Mittelmeerraum, in der Schweiz und Österreich, in Skandinavien nur wenig. In Californien und in Pennsylvanien kann man ihn jetzt auch finden. Getreidefelder, aber auch Weinberge und Ödflächen sind seine Standorte, möglichst trockene, stickstoffarme Kalklehmböden.

Die einjährige Pflanze wird bis zu 40 cm hoch. Die Stängel sind kantig und kahl. Die unteren Blätter sind oval, die oberen länglich und ungestielt, ganzrandig oder leicht gekerbt. Die leuchtend dunkelvioletten, ganz ausgebreiteten Blüten mit dem weißen Zentrum fallen sofort auf. Blütezeit ist Mai bis August.

Woher der deutsche und auch der englische Name kommt ist unklar, wahrscheinlich ein Hinweis auf die Schönheit der Pflanze. Auf jeden Fall korrespondiert er mit dem lateinischen Artnamen, der Venusspiegel bedeutet. Mit dem lateinischen Gattungsnamen Legousia wurde der Botaniker und Naturwissenschaftler Bénigne Legouz de Gerland (1695–1774) geehrt, der in Dijon den botanischen Garten gründete.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2017.

Fotos vom Pollen des Kleinblütigen Frauenspiegels gibt es bei PalDat, einer palynologischen Datenbank, zu sehen.