Lonicera – Geißblatt, Heckenkirsche (Deutschland und Österreich)

Aus Offene Naturführer
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lonicera (Geißblatt, Heckenkirsche, Doppelbeere; Caprifoliaceae)
Von: Jürgen Klotz
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland und Österreich — Quelle: Abgeleitet vom Schlüssel zu den Adoxaceae (s.l.), Linnaeaceae und Caprifoliaceae in Deutschland und Österreich (Jürgen Klotz); die hier vorliegende Fassung darf verändert und illustriert werden. Verwendete Literatur: Jäger et al. (2011), Fischer et al. (2008), Oberdorfer (1983). — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: Jürgen Klotz
1
Windende Sträucher (Lianen), Blüten in meist 6-blütigen, sitzenden, kopfig gedrängten Scheinquirlen   ► 2
1*
Aufrechte Sträucher, wenn ausnahmsweise windend, dann Blätter immergrün, Blüten zu 2 auf gemeinsamem Stiel   ► 3
2
Oberste Blätter der blühenden Zweige paarweise teller- bis schwach trichterförmig verwachsen (aber Schattenpflanzen oft ohne blühende Triebe), Blätter kahl, breit eiförmig-rundlich, stets ungelappt, unterseits meist nur schwach blaugrün, 4–8(–10) cm lang, kurz gestielt bis sitzend, Blütenköpfe (Scheinquirle) in den Blatttellern sitzend, Kelch und Krone nicht drüsenhaarig?, Frucht korallenrot (orangerot). 
 Echtes Geißblatt (Jelängerjelieber)  –  Lonicera caprifolium L.
Höhe (Länge) 3–5(–10) m, Blüte Mai–Juni.
Mäßig trockene Säume, Gebüsche und Laubwälder, kalkhold, oft nur verwildert; auch Zierstrauch.
2*
Alle Blätter getrennt, unterseits zerstreut behaart, eiförmig bis länglich-elliptisch, einzelne Blätter schwach bis stark gelappt (eichenblattähnlich), unterseits oft stark blaugrün, 4–6 cm lang, 2–5 mm lang gestielt (oberste Blätter mitunter sitzend), Blütenköpfe (Scheinquirle) gestielt, an den Zweigenden kopfig gedrängt, Kelchzipfel und Krone außen drüsenhaarig, Frucht dunkelrot. 
 Deutsches Geißblatt (Wald-Geißblatt)  –  Lonicera periclymenum L.
Höhe (Länge) 2–3(–6) m, Blüte Juni–August.
Mäßig frische bis feuchte Waldschläge und -säume, Gebüsche, Laubwälder, Nadelforste, kalkmeidend, oft nur verwildert; auch Zierstrauch.
3
Windender oder niederliegender immergrüner Strauch, blühende Knoten zu einer endständigen Ähre gedrängt. 
 Henry-Geißblatt  –  Lonicera henryi Hemsl.
Höhe (Länge) 4–10 m, Blüte Juni–August.
Häufiger Zierstrauch (Heimat China), selten in siedlungsnahen Gebüschen verwildert.
3*
Aufrechte sommergrüne Sträucher, blühende Knoten nicht ährenförmig gedrängt   ► 4
4
Die 2 Fruchtknoten jedes Blütenpaares fast völlig miteinander verwachsen, Fruchtstand eine Doppelbeere   ► 5
4*
Die 2 Fruchtknoten jedes Blütenpaares vollständig getrennt oder nur am Grund miteinander verwachsen   ► 6
5
Krone gelblichweiß, fast radiär (höchstens schwach 2-lippig), nickend, gemeinsamer Blütenstiel kürzer als die Blüten, Doppelbeeren 5–10 mm lang gestielt, blauschwarz, bereift, Blätter 2–5 mm lang gestielt, Spreite (2–)4–7 cm lang, (1–)2–3 cm breit, elliptisch bis schmal-verkehrt eiförmig, stumpflich. 
 Blaue Heckenkirsche (Blaue Doppelbeere)  –  Lonicera caerulea L.
Frucht mit heidelbeerartigem Geschmack, Höhe 0,6–1(–1,5) m, Blüte Mai–Juni.
Feuchte bis nasse Fichtenwälder, Kiefern-Hochmoore, Legföhren-Gebüsche, kalkmeidend.
5*
Krone gelblich-trübrot, deutlich 2-lippig, gemeinsamer Blütenstiel bis doppelt so lang wie die Blüten, Doppelbeeren kirschrot, glänzend, nicht bereift, Blätter ca. 1 cm lang gestielt, Spreite 6–8(–10) cm lang, 3–5 cm breit, elliptisch bis verkehrt eiförmig, zugespitzt, unterseits stark glänzend. 
 Alpen-Heckenkirsche (Alpen-Doppelbeere)  –  Lonicera alpigena L.
Höhe 0,6–1,5(–2) m, Blüte Mai–Juli.
Montane, frische Buchen- und Bergmischwälder auf steinigen bis tonigen Böden, kalkstet.
6
Zweige mit weißem Mark, gemeinsamer Blütenstiel 2–4-mal so lang wie die Blüten, Blätter länglich-elliptisch bis verkehrt eiförmig, kahl oder unterseits auf den Nerven zerstreut flaumig, Krone weiß oder teilweise purpurrosa überlaufen, Beeren schwarz, bläulich bereift. 
 Schwarze Heckenkirsche  –  Lonicera nigra L.
Blätter 3–7(–9) cm lang und 1,5–3(–4) cm breit, Höhe 0,5–1,5(–2) m, Blüte Mai–Juni.
(Sub)montane bis subalpine, frische Laub – und Nadelmischwälder, Gebüsche, nährstoffanspruchsvoll, kalkmeidend.
6*
Zweige ohne Mark, hohl, Blätter elliptisch oder herz-eiförmig, gemeinsamer Blütenstiel 1–2-mal so lang wie die Blüten, Beeren rot oder gelblich   ► 7
7
Blätter elliptisch bis (verkehrt) eiförmig, 3–6(–7) cm lang, 5–10 mm lang gestielt, beiderseits dicht und fein weichhaarig, unterseits graugrün, blassgrün, Krone gelblichweiß, Beeren scharlachrot. 
 Rote Heckenkirsche  –  Lonicera xylosteum L.
Höhe 1–2 m, Blüte Mai–Juni.
Frische Laub- und Nadelmischwälder, Gebüsche, nährstoffanspruchsvoll, kalkhold; auch Zierstrauch.
7*
Blätter herz-eiförmig bis eilanzettlich, 3–5(–6) cm lang, 2–6 mm lang gestielt, fast kahl, Krone dunkelrosa bis weiß, Beeren scharlachrot oder (seltener) gelblich. 
 Tataren-Heckenkirsche  –  Lonicera tatarica L.
Höhe 1–3 m, Blüte Mai–Juni.
Häufiger Zierstrauch (Heimat Ost-Europa bis Mittelasien; in Deutschland nicht einheimisch), selten in siedlungsnahen Hecken und Gebüschen verwildert, aber öfter auch in der freien Feldflur gepflanzt.
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Lonicera – Geißblatt, Heckenkirsche (Deutschland und Österreich) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
17 Januar 2017 00:43:40). Abgerufen am 23. September 2017, 07:17 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Lonicera_–_Geißblatt,_Heckenkirsche_(Deutschland_und_Österreich)