Micropterix

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Die Gattung Micropterix Hübner, [1825] umfasst die urtümlichsten Vertreter der Schmetterlinge in Europa. Die etwa 80 bekannten Arten sind in der gesamten Paläarktis verbreitet, der Schwerpunkt bezüglich Artenzahl liegt im Mittelmeerraum. Im Gegensatz zu den höher entwickelten Schmetterlingen besitzen die Micropterix-Arten keinen Saugrüssel, sondern voll funktionsfähige Kiefer, mit denen sie Pollenkörner verzehren.

Der folgende Schlüssel behandelt die 18 in Nord- und Mitteleuropa (einschließlich des Alpengebietes) vorkommenden Arten.


Micropterix, Nord- und Mitteleuropa (Arten) (Urmotten; Micropterigidae)
By: Michael Kurz
Micropterix Hübner, [1825] (Insecta: Lepidoptera)
Geographic Scope: Nord- und Mitteleuropa — Collaboration: open — Status: Version vom 2010.03.30Contributors: Michael Kurz
1
Vorderflügel einfärbig golden, höchstens mit winzigen rötlichen bis violetten Zeichnungselementen   ► 2
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1*
Vorderflügel anders   ► 6
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2 (1)
Haarförmige Schuppen am Kopf schmutzigweiß, gelb bis dunkelbraun   ► 3
2*
Haarförmige Schuppen am Kopf schwarz 
  Micropterix mansuetella
3 (2)
Basis des Vorderflügels über die gesamte Flügelbreite purpurn 
 Dotterblumenschabe  –  Micropterix calthella
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3*
Basis des Vorderflügels höchstens am Vorderrand purpurn; die folgenden drei Arten sind nur durch Genitaluntersuchung zu unterscheiden.   ► 4
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4 (3)
Männchen-Genitalapparat: Membranöser Lappen zwischen akzessorischen Klammerorganen und Uncus groß; Weibchen-Genitalapparat: Sternit IX stark reduziert, in der Mitte fast unterbrochen. 
  Micropterix aruncella
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4*
Genitalapparat von Männchen und Weibchen anders   ► 5
5 (4)
Männchen-Genitalapparat: Segment IX (Tegumen) und X (Uncus, akzessorische Klammerorgane) vollständig miteinander verschmolzen; akzessorische Klammerorgane mit sichelförmigen Stacheln; Weibchen-Genitalapparat: Von M. isobasella nicht mit Sicherheit zu unterscheiden. Normalerweise ist die Art purpurviolett mit goldener Zeichnung, eine einfärbig goldene Form ist bisher nur aus den Hochlagen der Südwestalpen (Marguareis) bekannt geworden, wo sie zusammen mit normal gezeichneten Exemplaren fliegt. 
  Micropterix paykullella
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5*
Männchen-Genitalapparat: Segment IX und X deutlich voneinander unterscheidbar; Weibchen-Genitalapparat: Von M. paykullella nicht unterscheidbar. Die Verbreitung der Art beschränkt sich auf die südliche Schweiz (Simplon-Gebiet) und die Hochlagen des angrenzenden Norditalien. 
  Micropterix isobasella
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6 (1)
Vorderflügel golden mit ausgedehnten, mehr oder weniger diffusen, purpurnen Zeichnungselementen   ► 7
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6*
Vorderflügel rötlich, kupfrig, purpurn oder tief violett mit silbernen oder goldenen Zeichnungselementen   ► 9
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7 (6)
Haarförmige Schuppen am Kopf schmutzigweiß, gelb bis braun   ► 8
7*
Haarförmige Schuppen am Kopf schwarz 
  Micropterix mansuetella
8 (7)
Basis des Vorderflügels über die gesamte Flügelbreite purpurn, andere purpurne Zeichnungselemente diffus 
  Micropterix calthella
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8*
Basis des Vorderflügels nicht ausgedehnt purpurn; in der Mitte des Flügels purpurne Binde deutlich gegabelt am Vorderrand und dadurch einen kleine goldenen Vorderrandsfleck einschließend 
  Micropterix tunbergella
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9 (6)
Vorderflügel bronzegolden oder kupfern mit mehr oder weniger deutlich, silbernen Zeichnungselementen: 2 Arten, bei denen nur die Männchen durch Genitaluntersuchung sicher zu unterscheiden sind.   ► 10
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9*
Vorderflügel rötlich, bräunlichgolden, purpurn oder purpurviolett mit mehr oder weniger deutlichen, hellgoldenen bis bronzegoldenen Zeichnungselementen   ► 11
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10 (9)
Männchen-Genitalapparat: Membranöser Lappen zwischen akzessorischen Klammerorganen und Uncus groß; akzessorische Klammerorgane spatelförmig; Weibchen: Üblicherweise ohne silberne Zeichnungen (Ausnahmen sind in den Ligurischen Alpen und in Mittelitalien möglich, wo die Weibchen oft kupferfarben mit deutlichen silbernen Binden sind). 
  Micropterix aruncella
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10*
Männchen-Genitalapparat: Lappen zwischen Uncus und akzessorischen Klammerorganen fehlend; akzessorische Klammerorgane sehr groß; Weibchen: Vorderflügel grünlich bronzegolden mit deutlichen silbernen Zeichnungselementen; die Art kommt nur in den Alpi Cozie vor. 
  Micropterix fenestrellensis
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11 (9)
Kleine Arten; Flügelspannweite unter 6,5 mm.   ► 12
11*
Größere Arten   ► 13
12 (11)
Vorderflügel mit drei breiten Querbinden, die über die gesamte Flügelbreite vom Vorderrand bis zum Innenrand reichen. 
  Micropterix rablensis
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12*
Vorderflügel mit zwei breiten Querbinden, die über die gesamte Flügelbreite reichen und einem großen Vorderrandsfleck außen, der aber nur bis zur Mitte des Flügels reicht. 
  Micropterix myrtetella
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13 (11)
Vorderflügel mit drei Querbinden, die über die gesamte Flügelbreite reichen. Ein kleiner Vorderrandsfleck kann zusätzlich vorhanden sein.   ► 14
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13*
Vorderflügel mit zusätzlichen oder anderen Zeichnungselementen   ► 17
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14 (13)
Äußere Querbinde dreieckig und extrem breit.   ► 15
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14*
Äußere Querbinde schmäler; manchmal Vorder- und Innenrand nicht ganz berührend.   ► 16
15 (14)
Kleiner Vorderrandsfleck normalerweise fehlend; Männchen-Genitalapparat: Akzessorische Klammerorgane etwas kürzer und breiter; Stacheln unterhalb des Uncus normalerweise vorhanden; Weibchen-Genitalapparat: Nicht unterscheidbar von M. allionella; Verbreitung auf eine kleine Region im italienisch-französischen Grenzgebiet beschränkt. 
  Micropterix trifasciella
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15*
Kleiner Vorderrandsfleck normalerweise vorhanden, oft auch Reste einer bronzegoldenen Außenrandsbestäubung; Männchen-Genitalapparat: Akzessorische Klammerorgane etwas länger und schmäler; Weibchen-Genitalapparat nicht unterscheidbar von M. trifasciella
  Micropterix allionella
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16 (14)
Die äußere Querbinde erreicht immer den Vorder- und Innenrand; Männchen-Genitalapparat: Lappen zwischen Uncus und akzessorischen Klammerorganen vollständig fehlend; Weibchen-Genitalapparat: Unbekannt; Verbreitung auf eine kleine Region in den französischen Hochalpen beschränkt (nur vom Typenfundort Marguareis bekannt). 
  Micropterix huemeri
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16*
Die äußere Querbinde erreicht den Vorder- und Innenrand normalerweise nicht; Männchen-Genitalapparat: Lappen zwischen Uncus und akzessorischen Klammerorganen deutlich entwickelt; Weibchen-Genitalapparat: Receptaculum seminis mäßig lang. 
  Micropterix aureatella
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17 (13)
Innenrand an der Basis nicht bronzegolden oder die bronzegoldene Innenrandsbestäubung zumindest nicht bis zur Binde bei 1/2 reichend.   ► 18
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17*
Innenrand mehr oder weniger deutlich von der Basis bis zur Binde bei 1/2 bronzegolden bestäubt.   ► 22
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18 (17)
Vorderflügel-Zeichnung besteht aus zwei goldenen Querbinden bei 1/4 und 1/2, sowie einem äußeren Fleck, der oft den Vorder- und Innenrand fast berührt. 
  Micropterix aureatella
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18*
Es sind zusätzliche Zeichnungselemente entwickelt.   ► 19
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19 (18)
Innenrand ohne bronzegoldene Bestäubung; äußere Querbinde sehr breit und dreieckig, über die gesamte Flügelbreite reichend.   ► 20
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19*
Innenrand mit bronzegoldener Bestäubung, der manchaml fast bis zur Binde bei 1/2 reichen kann; äußere Querbinde schmäler, nicht dreieckig und oft nicht über die gesamte Flügelbreite reichend.   ► 21
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20 (19)
Goldene Querbinden sehr breit, gelegentlich mit dem kleinen Costalfleck verbunden; bronzegoldene Bestäubung am Außenrand gut entwickelt; Männchen-Genitalapparat: akzessorische Klammerorgane breit dreieckig; proximale Stacheln nicht auf einem eigenen Fortsatz; Weibchen-Genitalapparat: Nicht von M. allionella unterscheidbar. 
  Micropterix rothenbachii
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20*
Goldene Querbinden bei 1/4 und 1/2 schmäler; bronzegoldene Bestäubung, besonders bei Männchen, oft reduziert; Männchen-Genitalapparat: akzessorische Klammerorgane nicht breit dreieckig; die beiden proximalen Stacheln auf einem eigenen Fortsatz; Weibchen-Genitalapparat: Von M. rothenbachii nicht unterscheidbar. 
  Micropterix allionella
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21 (19)
Bronzegoldene Innenrandsbestäubung fast bis zur Binde bei 1/2 reichend, äußerer Rand der bronzegoldenen Bestäubung und Binde bei 1/2 daher nicht parallel. 
  Micropterix paykullella
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21*
Bronzegoldene Innenrandsbestäubung nicht fast bis zur Binde bei 1/2 reichend, äußerer Rand der bronzegoldenen Bestäubung und Binde bei 1/2 parallel verlaufend. 
  Micropterix aglaella
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22 (17)
Grundfarbe oft mehr oder weniger rötlich, hellgoldene Zeichnungselemente oft undeutlich begrenzt, kleiner Vorderrandsfleck fehlt. 
  Micropterix aureoviridella
22*
Grundfarbe purpurn bis blauviolett, goldene Zeichnungen deutlich, kleiner goldener Vorderrandsfleck immer vorhanden.   ► 23
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23 (22)
Innere Querbinde oberhalb des bronzegoldenen Innenrandes im Zentrum hellgolden. 
  Micropterix schaefferi
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23*
Innere Querbinde und Innenrandsbestäubung einheitlich bronzegolden. 
  Micropterix osthelderi
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Literatur

  • Zeller-Lukashort, H. C., M. E. Kurz, D. C. Lees & M. A. Kurz (2007): A review of Micropterix Hübner, 1825 from northern and central Europe (Micropterigidae); Nota lepidopterologica 30 (2): 235 – 298