Moose in Stillgewässern und Quellfluren im Offenland (Carsten Schmidt)

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Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland mit Taxaliste und Abbildungen. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes Brandenburg (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Carsten Schmidt beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Dieser Beitrag stammt von einem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).
Bestimmungsschlüssel für Moose in Stillgewässern und Quellfluren im Offenland (Aquatische Makrophyten in Deutschland)
Von: Carsten Schmidt
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Quelle: van de Weyer, K. & Schmidt, C. 2007. Bestimmungsschlüssel für die aquatischen Makrophyten (Gefäßpflanzen, Armleuchteralgen und Moose) in Deutschland. Version 1.1 (20.05.2007) PDF-Datei beim Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) des Landes BrandenburgMitarbeit begrenzt auf: Carsten Schmidt
1
Blätter an den Stamm- und Astenden zu stechenden Spitzen zusammengewickelt, Blattrippe fehlt oder sehr kurz und gegabelt, Stämmchen mit einer deutlich abgesetzten, einschichtigen Hyalodermis (Querschnitt) 
  Calliergonella cuspidata (Hedw.) Loeske
Calliergonella cuspidata
1*
Blätter an den Stamm- und Astenden nicht zu stechenden Spitzen zusammengewickelt   ► 2
2
Alle Blätter ohne Rippe   ► 3
2*
Blätter mit Rippe, die meist mindestens bis zur Blattmitte reicht, seltener nur kurz und gegabelt oder als kurze Doppelrippe ausgebildet ist (in einzelnen Blättern kann die Rippe dann auch ganz fehlen)   ► 28
3
Sprosse mit quirlig angeordneten Seitenästen, Lamina der Astblätter mit Chloro- und Hyalocyten, die alternierend angeordnet sind, Hyalocyten der Astblätter mit Fibrillen und meist auch mit Membranporen   ►► 4
  Sphagnum
Die Gattung Sphagnum ist in Deutschland mit etwa 35 Arten vertreten, von denen nachfolgend nur jene verschlüsselt werden, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch submers wachsend anzutreffen sind. Zur Bestimmung aller Arten muß auf Spezialliteratur zurückgegriffen werden (z. B. Daniels & Eddy 1990, Dierssen 1996, Bouman 2002, Smith 2004, Ludwig 2005, Nebel & Philippi 2005).

Anmerkung: Bei Tiefwasserformen ist es möglich, dass die Differenzierung in Spross und Seitenäste entfällt und die Blattlamina ± allein aus Chlorocyten gebildet wird. Solche Formen sind dann nur noch nach eingehender Analyse als Sphagnum erkennbar und allgemein sehr schwer zu bestimmen.

3*
Sprosse nicht mit quirlig angeordneten Seitenästen, alle Blätter ohne alternierende Chloro- und Hyalocyten   ► 11
4
Astblätter ± oval oder lanzettlich, trocken nicht verbogen, Chlorocyten der Astblätter im Querschnitt elliptisch oder rechteckig, Hyalocyten im obersten Drittel der Astblätter dorsal mit vielen randständigen, beringten Membranporen   ► 5
4*
Astblätter schmal lanzettlich, trocken wellig verbogen, Chlorocyten der Astblätter haben im Querschnitt ± die Form eines Dreiecks, dessen Basis auf der dorsalen Blattseite liegt, Hyalocyten im obersten Drittel der Astblätter dorsal höchstens mit wenigen randständigen, unberingten Poren   ► 8
5
Stamm mit einer zwei- oder dreischichtigen Hyalodermis (Querschnitt)   ► 6
5*
Stammhyalodermis einschichtig   ► 7
6
Zierliche Pflanzen, Stammblattlänge < 1,2 mm, Astblätter ± einseitswendig 
  Sphagnum contortum Schultz
Sphagnum contortum
6*
Kräftige Pflanzen, Stammblattlänge 1,2 - 2,3 mm, Astblätter nicht einseitswendig 
  Sphagnum platyphyllum (Braithw.) Sull. ex Warnst.
Sphagnum platyphyllum
7
Stammblattlänge < 1 mm, Hyalocyten der Stammblätter nur an der äußersten Spitze mit Fibrillen 
  Sphagnum subsecundum Nees
Sphagnum subsecundum
7*
Stammblattlänge > 1 mm, Hyalocyten der Stammblätter mindestens im oberen Blattviertel fibrillös 
  Sphagnum denticulatum Brid.
(= Sphagnum auriculatum Schimp.)
Sphagnum inundatum Russow (= Sphagnum denticulatum subsp. inundatum [Russow] Kartt.) wird oft als eigenständiges Taxon neben S. denticulatum geführt (z. B. Dierssen 1996, Smith 2004), soll hier aber nicht näher behandelt werden. Die Unterschiede zwischen beiden Sippen sind nämlich gering und anscheinend auch nicht konstant (siehe Bouman 2002), die Bestimmung mithin oft problematisch.
Sphagnum denticulatum
8
Stammblätter zungenförmig abgerundet   ► 9
8*
Stammblätter dreieckig verschmälert, zugespitzt   ► 10
9
Hängende Äste kaum differenziert, dem Stamm nicht dicht anliegend, Hyalocyten der Blätter abstehender Äste im oberen Blattdrittel dorsal mit gereihten Membranporen, die etwas von den Zellwänden abgesetzt sind 
  Sphagnum majus (Russow) C.E.O.Jensen
Sphagnum majus
9*
Hängende Äste differenziert (deutlich schwächer entwickelt als die abstehenden und dem Stamm dicht anliegend), Hyalocyten der Blätter abstehender Äste im oberen Blattdrittel dorsal ohne Membranporen, im unteren Blattdrittel ventral und oft auch dorsal am Blattrand mit sehr kleinen, schwachen Membranporen (nur bei stärkster Färbung erkennbar) 
  Sphagnum obtusum Warnst.
Ähnlich ist Sphagnum flexuosum Dozy. & Molk., das jedoch kaum submers vorkommt. Bei dieser Art fehlen die beschriebenen kleinen Membranporen im unteren Drittel der Blätter an abstehenden Ästen. Ferner zeigen die Hyalocyten der Blätter an den hängenden Ästen dorsal einige auffällige und große Membranporen (Durchmesser > 10 µm), während diese bei S. obtusum wiederum klein und unauffällig sind (Durchmesser < 10 µm).
Sphagnum obtusum
10
Stammblätter 1,0-1,6 mm lang, viele Astblätter mehr als 4x so lang wie breit, Stamm mit einer ± deutlich abgesetzten Außenrinde aus mehreren Schichten großlumiger Zellen (Querschnitt) 
  Sphagnum cuspidatum Hoffm. em. Warnst.
Sphagnum cuspidatum
10*
Stammblätter 0,7-1,1 mm lang, Astblätter gewöhnlich höchstens 4x so lang wie breit (bei manchen Wasserformen auch etwas schmaler), Stamm ohne deutlich abgesetzte Außenrinde aus großlumigen Zellen (Querschnitt) 
  Sphagnum fallax (H.Klinggr.) H. Klinggr.
Sphagnum fallax
11
Laminazellen mehrmals länger als breit, stets ohne Ölkörper   ► 12
11*
Laminazellen rundlich, im lebenden Zustand mit Ölkörpern (beblätterte Lebermoose)   ► 14
12
Sprosse gewöhnlich fiedrig, seltener unregelmäßig verzweigt, Stamm- und Astblätter von der Blattbasis bis zur Spitze deutlich gezähnt, Laminazellen prorat 
  Ctenidium molluscum (Hedw.) Mitt.
Ctenidium molluscum
12*
Sprosse unreglmäßig oder gabelig verzweigt, Stamm- und Astblätter höchstens an der Blattspitze schwach gezähnelt, Laminazellen glatt   ► 13
13
Wenigstens einzelne Blätter eines Sprosses gekielt 
  Fontinalis antipyretica Hedw.
Vor allem in Blattgestalt und Habitus sehr variabele Art (siehe Welch 1960, Nebel & Philippi 2001).
Fontinalis antipyretica
13*
Alle Blätter eines Sprosses ungekielt 
  Fontinalis hypnoides Hartm.
Fontinalis hypnoides und F. squamosa
14
Blätter in Ober- und Unterlappen differenziert   ►► 15
  Scapania
Die Bestimmung der hier in Frage kommenden Arten ist nur mit einiger Erfahrung möglich. Gute Bestimmungshilfe leisten die Arbeiten von Paton (1999) und Nebel & Philippi (2005).
14*
Blätter nicht in Ober- und Unterlappen differenziert   ► 20
15
Oberlappen nur wenig kleiner als der Unterlappen (meist mindestens 3/4 so groß), Oberlappen oft nach vorne geklappt 
  Scapania subalpina (Lindenb.) Dumort.
Scapania subalpina
15*
Oberlappen gewöhnlich nicht nach vorne geklappt, meist nur ca. 1/2 so groß wie der Unterlappen oder noch kleiner, selten bis ca. 3/4 so groß (bei Scapania undulata [L.] Dumort.  ► 16
16
Oberlappen nicht über das Stämmchen übergreifend, nicht herablaufend 
  Scapania irrigua (Nees) Nees
Scapania irrigua
16*
Oberlappen über das Stämmchen übergreifend, herablaufend oder nicht   ► 17
17
Oberlappen ± nierenförmig, am Stämmchen breit herablaufend, Pflanzen dunkelrot bis schwarzrot gefärbt 
  Scapania uliginosa (Lindenb.) Dumort.
Scapania uliginosa
17*
Oberlappen ± herz-, halbkreis- oder abgerundet trapezförmig, nicht oder nur schmal am Stämmchen herablaufend, Pflanzen meist grünlich gefärbt, manchmal mit braunem Anflug, seltener dunkelrot bis schwarzrot (bei Scapania undulata [L.] Dumort.)   ► 18
18
Oberlappen herz- oder halbkreisförmig, deutlich am Stämmchen (schmal) herablaufend, ohne Gemmen 
  Scapania paludosa (Müll.Frib.) Müll.Frib.
Scapania paludosa
18*
Oberlappen nicht am Stämmchen herablaufend, manchmal mit an den Blatträndern gebildeten Gemmen   ► 19
19
Kiellinie (der Abschnitt, wo Ober- und Unterlappen zusammengewachsen sind) deutlich gebogen (halbkreisförmig), Oberlappen herzförmig oder breit halbkreisförmig gebogen, die Spitze des Oberlappens zeigt gewöhnlich in Richtung Sprossende, Pflanzen gelbgrün-bräunlich, nie gerötet, ältere Gemmen bräunlich, rosa oder rötlich 
  Scapania paludicola Loeske & Müll.Frib.
Scapania paludicola
19*
Kiellinie meist flach, Oberlappen abgerundet trapezförmig oder breit halbkreisförmig, aber nie herzförmig, die stumpfe Spitze des Oberlappens zeigt meist nach außen, Pflanzen grünlich, seltener dunkelrot bis schwarzrot, ältere Gemmen grünlich oder gerötet, nie bräunlich 
  Scapania undulata (L.) Dumort.
Scapania undulata
20
Stämmchen mit Unterblättern, diese vielzellig   ► 21
20*
Stämmchen ohne Unterblätter oder diese sehr rudimentär (höchstens aus wenigen, ± in einer Reihe stehenden Zellen aufgebaut)   ► 26
21
Unterblätter mittig ± tief eingeschnitten oder wenn nahezu ungeteilt, dann fast rund   ► 22
21*
Unterblätter (schmal) lanzettlich, ungeteilt, höchstens am Rand mit kurzen Zellfäden (bei Cladopodiella fluitans [Nees] H.Buch können einzelne Unterblätter vorne etwas eingekerbt sein)   ► 25
22
Flankenblätter in zwei lange, spitze Zipfel auslaufend 
  Lophocolea bidentata (L.) Dumort.
(= Lophocolea bidentata var. rivularis (Raddi) Schiffn., Lophocolea cuspidata (Nees) Limpr.)
Lophocolea bidentata
22*
Flankenblätter vorne ± abgerundet oder seicht eingebuchtet   ► 23
23
Unterblätter in zwei abgerundete Lappen gespalten, diese am Rand höchstens mit einem stumpfen Vorsprung oder Unterblätter ± ungeteilt und fast rund 
  Calypogeia spec.
Mehrere Calypogeia-Arten können submers wachsen. Eine sichere Unterscheidung der verschiedenen Wasserformen ist kaum möglich. Man sollte daher das Umfeld der Fundstelle einer solchen Wasserform nach Pflanzen absuchen, die in trockeneren Bereichen wachsen und diese ggf. zur Bestimmung heranziehen, wozu sich z. B. die Werke von Gradstein & van Melick (1996) sowie Paton (1999) eignen.
Calypogeia spec.
23*
Unterblätter in zwei längere, schmale Zipfel gespalten, diese am Rand einseitig oder beiderseits mit einem Zahn oder längeren Zellfaden   ► 24
24
Lappen der Perianthmündung ganzrandig oder schwach gezähnt (Zähne kurz), Zellen in der Mitte der Flankenblätter 20-35(-40) µm breit 
  Chiloscyphus polyanthos (L.) Corda
(= Chiloscyphus polyanthos var. polyanthos (L.) Corda, Chiloscyphus polyanthos var. rivularis (Schrad.) Nees)
Chiloscyphus polyanthos
24*
Lappen der Perianthmündung ± stark gezähnt bis gewimpert, Zellen in der Mitte der Flankenblätter 30-40 µm breit 
  Chiloscyphus pallescens (Hoffm.) Dumort.
(= Chiloscyphos polyanthos var. pallescens (Hoffm.) Dumort., Chiloscyphus pallescens var. fragilis (G.Roth) Müll.Frib.)
Chiloscyphus pallescens
25
Unterblätter auffällig, die größten mindestens 0,5 mm lang 
  Harpanthus flotovianus (Nees) Nees
Leicht zu verwechseln mit Leiocolea bantriensis (Hook.) Jörg. Diese Art unterscheidet sich von H. flotovianus durch etwas größere Laminazellen in der Blattmitte (oft 40-60 µm breit bzw. lang, gegenüber 30-35[-40] µm) und die im Schnitt geringere Anzahl der Ölkörper (meist 2-4 gegenüber 4-8).
Harpanthus flotovianus
25*
Unterblätter unauffällig, höchstens 0,35 mm lang 
  Cladopodiella fluitans (Nees) H.Buch
Cladopodiella fluitans
26
Blätter zumeist mit 3 abgerundeten oder etwas zugespitzten Blattzipfeln, Laminazellen mit markanten Eckverdickungen 
  Tritomaria polita (Nees) Jörg.
Tritomaria polita
26*
Blätter stets mit 2 Blattzipfeln, Laminazellen in den Ecken ohne auffallende Wandverdickungen   ► 27
27
Blattlappen ± zugespitzt 
  Cephalozia macrostachya Kaal.
Einige weitere Cephalozia-Arten, wie z. B. C. connivens (Dicks.) Lindb. und C. pleniceps (Austin) Lindb., können ausnahmsweise auch einmal in Moorschlenken ± submers angetroffen werden. Die Bestimmung steriler Pflanzen ist schwierig und erfolgt am besten mit Paton (1999).
Cephalozia macrostachya
27*
Blattlappen abgerundet 
  Gymnocolea inflata (Huds.) Dumort.
Die Art ähnelt im sterilen Zustand Cladopodiella fluitans (Nees) H.Buch sehr. Neben den Unterblättern bieten auch die Laminazellen Unterschiede. Bei G. inflata sind diese in den Blattzipfeln meist 25-30 µm, bei C. fluitans dagegen 30-40 µm lang.
Gymnocolea inflata
28
Blätter basal mit einem Rückenflügel (die Lamina ist verdoppelt und bildet den sog. Scheidenteil des Blattes) 
  Fissidens adianthoides Hedw.
Fissidens osmundoides Hedw., eine Art, die in nassen Niedermooren sehr selten den Standort mit F. adianthoides teilt, lässt sich von dieser am besten anhand der Zähne am Blattrand unterscheiden: Bei F. adianthoides sind die Blattränder sehr grob und unregelmäßig, bei F. osmundoides fein und gleichmäßig gezähnt.
Fissidens adianthoides
28*
Blätter ohne Rückenflügel (Lamina überall einfach)   ► 29
29
Laminazellen mamillös, papillös oder deutlich prorat (die distale Zellecke steht jeweils etwas aus der Laminaebene hervor)   ► 30
29*
Laminazellen glatt   ► 38
30
Laminazellen mit mehreren unregelmäßig über die Zelloberfläche verteilten Papillen 
  Hymenostylium recurvirostrum (Hedw.) Dixon
Hymenostylium recurvirostrum
30*
Laminazellen in Blattaufsicht nur nahe den Querwänden mit einer Mamille bzw. Papille oder Laminazellen prorat   ► 31
Bei Paludella squarrosa (Hedw.) Brid., eine sehr seltene Flachmoorart, tragen die Laminazellen im distalen Blattabschnitt eine zentrale Mamille bzw. Papille und die Blätter sind stark sparrig zurückgebogen.
31
Blätter mit sehr kurzer Doppelrippe 
  Ctenidium molluscum (Hedw.) Mitt.
Ctenidium molluscum
31*
Blätter mit einfacher Rippe, die mindestens die Blattmitte erreicht   ► 32
32
Blätter deutlich längsfaltig, Stämmchen zumindest mit vereinzelten Paraphyllien, ohne Zentralstrang   ► 33
32*
Blätter ohne Falten oder wenn faltig, dann Stämmchen ohne Paraphyllien, aber mit Zentralstrang   ► 34
33
Viele basale Laminazellen mit einer hohen, spitzen Papille, andere prorat 
  Palustriella decipiens (De Not.) Ochyra
(= Cratoneuron decipiens (De Not.) Loeske)
Palustriella decipiens
33*
Einzelne basale Laminazellen prorat 
  ▼▼ a  –    Palustriella commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum (Hedw.) G.Roth)
Bei Helodium blandowii (F.Weber & D.Mohr) Warnst., eine sehr seltene Flachmoorart, sind die basalen Laminazellen glatt, während jene im mittleren Blattabschnitt eine hohe, spitze Papille und die im distalen Blattabschnitt eine eher niedrige Papille tragen. Helodium zeichnet sich gegenüber Palustriella ferner durch seine auch an den basalen Blatträndern und der basalen Rippenrückseite mit vereinzelten Paraphyllien besetzten Stammblätter aus (Paraphyllien finden sich bei Palustriella nur an den Stämmchen und Seitenästen).
a
Sprosse ± regelmäßig fiedrig verzweigt, Blattbasis herzförmig, Blattflügelzellgruppe groß und auffallend 
  P. commutata var. commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. commutatum (Hedw.) G.Roth)
Palustriella commutata var. commutata
a*
Sprosse unregelmäßig verzweigt, Blattbasis schmaler, Blattflügelzellgruppe kleiner, oft unauffällig 
  P. commutata var. falcata (Brid.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. falcatum (Brid.) Mönk.)
Palustriella commutata var. falcata
34
Nahezu alle Laminazellen in der Blattaufsicht mit einer Mamille nahe der distalen Querwand 
  Philonotis marchica (Hedw.) Brid.
Philonotis marchica
34*
Viele Laminazellen in der Blattaufsicht mit einer Mamille nahe der basalen Querwand, nur am Blattrand und in der Blattspitze auch nahe der distalen Querwand   ► 35
35
Rippe sehr kräftig, am Blattgrund oft über 100 µm breit, basale Laminazellen neben der Rippe 60-100 µm lang, Blattgrund nicht deutlich verbreitert, Blätter verschmälern sich allmählich zur Spitze hin, meist einseitswendig (alle diese Merkmale sind an gut ausgebildeten Blättern normaler Sprossabschnitte zu prüfen, da die Verhältnisse bei juvenilen sowie Perichaetial- und Perigonialblättern deutlich abweichen können) 
  Philonotis calcarea (Bruch & Schimp.) Schimp.
Philonotis calcarea
35*
Rippe weniger kräftig, meist unter 100 µm breit, basale Laminazellen neben der Rippe höchstens 60 µm lang, Blätter verschmälern sich aus (breit) bauchiger Basis recht schnell zur Spitze hin   ► 36
36
Blätter stehen leicht einseitswendig, Zellnetz auch oberhalb vom Blattgrund locker 
  Philonotis caespitosa Jur.
Philonotis caespitosa
36*
Blätter kaum einseitswendig, Zellen in der oberen Blatthälfte schmal, Zellnetz deutlich fester als im Basalteil 
  Philonotis fontana (Hedw.) Brid.
Die Art ist formenreich. Koperski et al. (2000) akzeptieren allerdings neben der typischen Varietät nur noch die var. pumila (Turner) Brid. Kennzeichnend für letztere sind u. a. ihre schlankeren, ± lanzettlichen Blätter sowie die spitzen Perigonialblätter (bei var. fontana stumpf).
Philonotis fontana
37
Blattrand mit einem deutlich abgesetzten Saum aus verlängerten Zellen, übrige Laminazellen (verlängert) rautenförmig   ►► 38
  Bryum
Es bestehen Verwechslungsmöglichkeiten mit einigen in Flachmooren und Quellsümpfen wachsenden Vertretern der Familie Mniaceae, die ± die gleichen Blattmerkmale zeigen: Cinclidium stygium Sw. ex Anon., Plagiomnium spec., Pseudobryum cinclidioides (Huebener) T.J.Kop. und Rhizomnium spec. Diese unterscheiden sich von den Bryum-Arten im Gebiet entweder durch ihre von der Blattspitze bis mindestens zur Blattmitte herab (zumindest schwach) gezähnten Blattränder (bei Bryum-Arten höchstens an der Blattspitze gezähnt) oder wenn ihre Blattränder glatt sind, durch die gewöhnlich (2,5-)3-6 mm breiten Blätter (bei Bryum höchstens 2,5 mm breit).

Auch das in Kalkflachmooren und alpinen Rieselfluren auftretende, im Gebiet sehr seltene Amblyodon dealbatus (Hedw.) Bruch & Schimp. ist hier anzuschließen. Bei dieser Art sind die Blattränder allerdings nur undeutlich durch eine Reihe etwas schmalerer Zellen gesäumt. Am sichersten erfolgt die Unterscheidung von ähnlichen Bryum-Arten anhand der reifen Kapsel. Bei A. dealbatus sind die äußeren Peristomzähne nur etwa halb so lang wie die inneren, bei allen Bryum-Arten sind beide gleich lang oder die inneren Zähne sind kürzer als die äußeren.

37*
Blattrand ungesäumt, Laminazellen kurz rechteckig oder prosenchymatisch   ► 39
38
Blätter in eine kurze, flache Spitze ausgezogen, Rippe meist etwas austretend und gezähnt, Blätter weit am Stämmchen herablaufend 
  Bryum pseudotriquetrum (Hedw.) P.Gaertn., E.Mey. & Scherb.
Es kann zwischen der zweihäusigen var. pseudotriquetrum und der einhäusigen var. bimum (Schreb.) Lilj. (= Bryum bimum [Schreb.] Turner) unterschieden werden.

Bryum weigelii Spreng., eine habituell ähnliche Art, lässt sich von B. pseudotriquetrum anhand der Färbung des Blattgrundes unterscheiden. Dieser Bereich ist bei B. pseudotriquetrum rötlich gefärbt und kontrastiert damit zum übrigen grünlichen Laminabereich, während bei B. weigelii die Lamina überall grünlich oder schwach rötlich gefärbt ist. Zudem laufen die Blätter bei B. weigelii viel breiter am Stämmchen herab, als es bei B. pseudotriquetrum der Fall ist.

Bryum pseudotriquetrum
38*
Blätter distal abgerundet oder etwas zugespitzt, oft ± hohl und kapuzenförmig, Rippe nur selten etwas austretend, Blätter nicht weit am Stämmchen herablaufend 
  Bryum neodamense Itzigs. ex Müll.Hal.
Bryum cyclophyllum (Schwaegr.) Bruch & Schimp., eine habituell ähnliche Art, lässt sich von B. neodamense anhand der Färbung des Blattgrundes unterscheiden. Dieser Bereich ist bei B. neodamense rötlich gefärbt und kontrastiert damit zum übrigen grünlichen Laminabereich, während bei B. cyclophyllum die Lamina überall grünlich gefärbt ist.
Bryum neodamense
39
Blätter mit scheidiger Basis das Stämmchen umschließend, das übrige Blatt stark abspreizend bis sparrig zurückgebogen, Rippe erstreckt sich bis in die Blattspitze, diese vorn stumpf gerundet und am Rand oft etwas gekerbt, Sprosse aufrecht wachsend, gabelig verzweigt oder ± unverzweigt 
  Dicranella palustris (Dicks.) Crundw. ex E.F.Warb.
(= Dicranella squarrosa (Schrad.) Schimp., Diobelon squarrosum (Schrad.) Hampe, Dichodontium palustre (Dicks.) Stech)
Dicranella palustris
39*
Blätter nicht sparrig zurückgebogen oder wenn doch, dann entweder Blattränder auf weite Strecken stark gezähnt und Blattspitze scharf oder Blattrippe nur kurz und nicht die halbe Blattlänge erreichend   ► 40
40
Blätter distal abgerundet, völlig stumpf oder in einem aus 2-3 Zellen gebildeten, aufgesetzten Spitzchen endend   ► 41
40*
Blätter distal zugespitzt, oft in eine lange Spitze auslaufend   ► 48
41
Blätter linear-lanzettlich, Laminazellen bis 3x so lang wie breit 
  Meesia uliginosa Hedw.
Seit über 50 Jahren im Gebiet ausgestorben sind Meesia hexasticha (Bruch) Funck und Meesia longiseta Hedw. Ihre Blätter verschmälern sich im Gegensatz zu denen von M. uliginosa aus eiförmiger Basis allmählich in eine schmale, etwas abgerundete Spitze. Bei M. hexasticha sind die Blattränder ähnlich wie bei M. uliginosa umgebogen, während sie bei M. longiseta +/- flach erscheinen.
Meesia uliginosa
41*
Blätter breiter, Laminazellen mindestens 6x so lang wie breit   ► 42
42
Rippe vieler Blätter gegabelt 
  Calliergon richardsonii (Mitt.) Kindb.
Calliergon megalophyllum und C. richardsonii
42*
Rippe der meisten Blätter nicht gegabelt   ► 43
43
Pflanzen sehr kräftig, Blätter 5-6 mm lang 
  Calliergon megalophyllum Mikut.
Calliergon megalophyllum und C. richardsonii
43*
Pflanzen weniger kräftig, Blätter höchstens 4 mm lang   ► 44
44
Sprosse nicht oder kaum verzweigt (± schnurförmig), oft fast anliegend beblättert   ► 45
44*
Sprosse stärker verzweigt oder wenn kaum verzweigt, dann Blätter ± abstehend   ► 47
45
Blätter rundlich oder breit oval 
  Pseudocalliergon trifarium (F.Weber & D.Mohr) Loeske
(= Calliergon trifarium (F.Weber & D.Mohr) Kindb.)
Pseudocalliergon trifarium
45*
Blätter oval oder oval-lanzettlich   ► 46
46
Pflanzen strohfarben oder hellgrün, Blätter vorne vollkommen gerundet 
  Straminergon stramineum (Brid.) Hedenäs
(= Calliergon stramineum (Brid.) Kindb.)
Straminergon stramineum
46*
Pflanze zumindest in Teilen purpurrot, Blatt vorne oft mit einem aus wenigen Zellen gebildeten Spitzchen (am besten an jungen Blättern zu sehen) 
  Warnstorfia sarmentosa (Wahlenb.) Hedenäs
(= Calliergon sarmentosum (Wahlenb.) Kindb.)
Warnstorfia sarmentosa
47
Pflanzen einhäusig, meist nur locker verzweigt, Blattflügelzellgruppe differenziert, aber nicht scharf abgesetzt, Laminazellen 8-12 µm breit 
  Calliergon cordifolium (Hedw.) Kindb.
Calliergon cordifolium
47*
Pflanzen zweihäusig, oft regelmäßig fiedrig verzweigt, Blattflügelzellgruppe scharf abgesetzt, Laminazellen 5-10 µm breit 
  Calliergon giganteum (Schimp.) Kindb.
Calliergon giganteum
48
Pflanze dreireihig beblättert, Blätter feucht sparrig zurückgebogen, Blattrand fast bis zum Blattgrund grob gesägt 
  Meesia triquetra (Richt.) Ångstr.
Meesia triquetra
48*
Pflanzen vielreihig beblättert oder wenn dreireihig beblättert, dann Blätter feucht ± einseitswendig und höchstens an der Spitze schwach gezähnt   ► 49
49
viele Blätter deutlich längsfaltig, Äste und/oder Stämmchen zumindest mit vereinzelten Paraphyllien   ► 50
49*
Blätter ohne Falten oder wenn faltig, dann Äste und Stämmchen ohne Paraphyllien   ► 52
50
Blätter nie sichelig, in eine breite, gesägte Spitze auslaufend 
  Climacium dendroides (Hedw.) F.Weber & D.Mohr
Climacium dendroides
50*
Blätter oft stark sichelig gebogen, in eine sehr lange, schlanke Spitze verschmälert 
  ▼▼ a  –    Palustriella commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum (Hedw.) G.Roth)
a
Sprosse ± regelmäßig fiedrig verzweigt, Blattbasis herzförmig, Blattflügelzellgruppe groß und auffallend 
  P. commutata var. commutata (Hedw.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. commutatum (Hedw.) G.Roth)
Palustriella commutata var. commutata
a*
Sprosse unregelmäßig verzweigt, Blattbasis schmaler, Blattflügelzellgruppe kleiner, oft unauffällig 
  P. commutata var. falcata (Brid.) Ochyra
(= Cratoneuron commutatum var. falcatum (Brid.) Mönk.)
Palustriella commutata var. falcata
51
Stämmchen (zumindest partiell) mit einer einschichtigen Hyalodermis (Querschnitt)   ► 52
51*
Stämmchen ohne einschichtige Hyalodermis, oft dagegen mit englumiger Außenrinde (Querschnitt)   ► 55
52
Blätter schlank, allmählich in eine lange Spitze verschmälert, stark sichelig gebogen   ► 53
52*
Blätter breit oval und hohl, kurz zugespitzt, höchstens schwach sichelig gebogen   ► 54
53
Laminazellen 20-100(-120) µm lang, viele < 70 µm lang, Pflanzen zweihäusig 
  Scorpidium cossonii (Schimp.) Hedenäs
(= Drepanocladus cossonii (Schimp.) Loeske)
Scorpidium cossoni und S. revolvens
53*
Laminazellen 60-140(-200) µm, viele > 80 µm lang, Pflanzen einhäusig 
  Scorpidium revolvens (Sw. ex Anon.) Rubers
(= Drepanocladus revolvens Vorlage:Smallcaps(Sw. ex Anon.) Wanrst.)
Scorpidium cossoni und S. revolvens
54
Blätter schwach einseitswendig, Laminazellen in der Blattmitte 10-20x so lang wie breit 
  Scorpidium scorpioides (Hedw.) Limpr.
Scorpidium scorpioides
54*
Blätter aufrecht abstehend, Laminazellen in der Blattmitte 5-9x so lang wie breit 
  Pseudocalliergon turgescens (T.Jensen) Loeske
(= Scorpidium turgescens (T.Jensen) Loeske)
Pseudocalliergon turgescens
55
Rippe kurz (höchstens 1/3 der Blattlänge erreichend), oft bei einzelnen Blättern fehlend, Stamm- und Astblätter typischerweise stark vom Stämmchen abgespreizt, die Beblätterung der Sprosse erscheint dementsprechend von oben betrachtet oft sternförmig 
  Campylium stellatum (Hedw.) C.E.O.Jensen
Campylium stellatum
55*
Rippe bei der Mehrzahl der Blätter 1/2 oder mehr der Blattlänge erreichend, zumindest die Astblätter ganz überwiegend nicht stark vom Stämmchen abgespreizt (vgl. Drepanocladus polygamus [Schimp.] Hedenäs unter 72*, bei dem einzelne Sprossabschnitte eine leicht sternförmige Beblätterung aufweisen können)   ► 58
56
Lamina in der Blattspitze oft mit Rhizoidinitialzellen (mehrere Blätter untersuchen), Sprosse gewöhnlich wenigstens an der Spitze einseitswendig beblättert, Blätter meist in eine sehr lange, schlanke Spitze ausgezogen, Blattrand wenigstens dort mit leicht vorspringenden Zellecken   ► 57
56*
Lamina in der Blattspitze ohne Rhizoidinitialzellen   ► 58
57
Rippe kräftig, 3/4 oder mehr der Blattlänge erreichend, größte Blattfügelzellen 70-150 µm lang, Pflanzen zweihäusig 
  Warnstorfia exannulata (Schimp.) Loeske
(= Drepanocladus exannulatus (Schimp.) Warnst.)
Warnstorfia exannulata
57*
Rippe dünn, bis zur Blattmitte oder noch etwas weiter reichend, größte Blattfügelzellen bis 70 µm lang, Pflanzen einhäusig 
  Warnstorfia fluitans (Hedw.) Loeske
(= Drepanocladus fluitans (Hedw.) Warnst.)
Warnstorfia pseudostraminea (Müll.Hal.) Tuom. & T.J.Kop. (= Drepanocladus pseudostramineus [Müll.Hal.] G.Roth) hat nach Hedenäs (2003) eine von W. fluitans abweichende Blattflügelzellgruppe und weniger spitz auslaufende Blätter, die darüber hinaus auch nicht oder nur schwach gesichelt sind. In der Praxis gelingt eine Ansprache aber nur bei typischen Aufsammlungen, während in den Merkmalen intermediäre Formen, die offenbar nicht allzu selten vorkommen, nicht oder nicht sicher zu benennen sind.
Warnstorfia fluitans
58
Blattrippe ± lang austretend   ► 59
58*
Blattrippe maximal bis in die äußerste Blattspitze reichend, aber nicht austretend   ► 62
59
Blattflügelzellen nicht differenziert, Sprosse dreireihig beblättert 
  Dichelyma capillaceum (Dicks.) Myrin
In Deutschland aktuell nur von einem Waldtümpel in der Ville bei Köln bekannte Art.
Dichelyma capillaceum
59*
Blattflügelzellgruppe deutlich differenziert, Sprosse nicht dreireihig beblättert   ► 60
60
Sprosse gabelig verzweigt, aufrecht, Blattflügelzellgruppe klein, auf die Blattecken beschränkt 
  Blindia acuta (Hedw.) Bruch & Schimp.
Blindia acuta
60*
Sprosse fiedrig oder unregelmäßig verzweigt, aufrecht, niederliegend oder flutend, Blattflügelzellgruppe groß, bis nahe an die Rippe reichend   ► 61
61
Sprosse ± aufrecht, Stammblätter mit herzförmiger Basis, Laminazellen 2-4(-6)x so lang wie breit 
  Cratoneuron filicinum (Hedw.) Spruce
Cratoneuron filicinum
61*
Sprosse niederliegend oder flutend, Stammblattbasis schmaler, Laminazellen 6-20x so lang wie breit 
  Drepanocladus longifolius (Mitt.) Broth. ex Paris
(= Drepanocladus capillifolius (Warnst.) Warnst.)
Drepanocladus longifolius
62
Blattränder deutlich gezähnt   ► 63
62*
Blattränder ungezähnt oder nur vereinzelt mit leicht vorspringenden Zellecken   ► 66
63
Laminazellen der Stammblätter 20-60 µm lang, Stämmchen ± regelmäßig fiedrig oder unregelmäßi verzweigt   ► 64
63*
Laminazellen der Stammblätter 60-100(-120) µm lang, Stämmchen unregelmäßig verzweigt   ► 65
64
Blattflügelzellgruppe nur schwach differenziert, klein, Stammblätter aus breiter Basis in eine oft sparrig zurückgebogene, schlanke Spitze verschmälert, bei den Astblättern tritt die Endzelle der Rippe fast immer dornig aus 
  Eurhynchium praelongum (Hedw.) Schimp.
Eurhynchium praelongum
64*
Blattflügelzellgruppe deutlich differenziert, groß und bis an die Rippenbasis reichend, Spitze der Stammblätter nicht sparrig zurückgebogen, Astblätter ohne dornig austretende Rippenendzelle 
  Cratoneuron filicinum (Hedw.) Spruce
Cratoneuron filicinum
65
Blattflügelzellgruppe sehr deutlich differenziert, aus aufgeblasenen, hyalinen Zellen bestehend (zumindest bei den älteren Blättern), die am Stämmchen breit herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt abrupt, Stammblätter typischerweise in eine kurze, breite Spitze auslaufend 
  Brachythecium rivulare Schimp.
Brachythecium rivulare
65*
Blattflügelzellgruppe weniger deutlich differenziert, gewöhnlich aus zumindest schwach chlorophyllhaltigen, etwas derbwandigeren Zellen bestehend, die im Vergleich zu denen der vorigen Art meist nur kurz und weniger breit am Stämmchen herablaufen, der Übergang zu den angrenzenden Laminazellen erfolgt allmählicher, Spitze der Stammblätter schlanker 
  Brachythecium rutabulum (Hedw.) Schimp.
Die Art zählt zu den häufigsten Moosen Deutschlands und ist sehr vielgestaltig. In Überschwemmungsbereichen können Formen auftreten, die sich in ihrer Merkmalsausprägung sehr stark der vorherigen Art annähern und Probleme bei der Abgrenzung bieten (vgl. Landwehr 1984, Touw & Rubers 1989).
Brachythecium rutabulum
66
Blattflügelzellgruppe nur schwach differenziert oder fehlend   ► 67
66*
Blattflügelzellgruppe ± deutlich differenziert   ► 68
67
Blätter stark sichelig-einseitswendig gebogen, schwach faltig, ohne Blattflügelzellen, Pflanzen zweihäusig 
  Hamatocaulis vernicosus (Mitt.) Hedenäs
(= Drepanocladus vernicosus (Mitt.) Warnst.)
Eine zweite Hamatocaulis-Art, H. lapponicus (Norrl.) Hedenäs (= Drepanocladus lapponicus (Norrl.) Smirn.), ist in Deutschland seit über 100 Jahren ausgestorben. Sie unterscheidet sich von H. vernicosus u. a. durch kräftigeren Wuchs und geringere Verzweigung der Sprosse.
Hamatocaulis vernicosus
67*
Blätter aufrecht abstehend oder leicht einseitswendig gebogen, nicht faltig, Blattflügelzellgruppen schwach differenziert, Pflanzen einhäusig 
  Leptodictyum riparium (Hedw.) Warnst.
(= Amblystegium riparium (Hedw.) Schimp.)
Amblystegium humile (P.Beauv.) Crundw. (= Amblystegium kochii Schimp., = Leptodictyum kochii [Schimp.] Warnst..) und Amblystegium varium (Hedw.) Lindb., als dessen Synonym A. humile von verschiedenen Autoren betrachtet wird, können in Sümpfen zusammen mit L. riparium auftreten und dieser Art habituell sehr ähneln. Sie unterscheiden sich durch ihre Laminazellen, die nur 2-4(-5)x so lang wie breit sind, während jene von L. riparium (5-) 6-15x so lang wie breit sind.

Amblystegium radicale (P.Beauv.) Schimp. (= Amblystegium hygrophilum [Jur.] Schimp., = Campylium radicale [P.Beauv.] Grout), das den Standort öfter mit den genannten Arten teilt und diesen auch ähnelt, nimmt hinsichtlich der Zellmaße schließlich eine Mittelstellung ein. Seine Laminazellen sind 4-7(-10)x so lang wie breit. Im Unterschied zu den anderen Arten laufen bei A. radicale einzelne Blätter mit einem (sehr) schmalen Zellband ein Stück das Stämmchen herab. Im Vergleich zu A. humile und A. varium sind seine Laminazellen zudem tendenziell schmaler: Zellbreite 6-9 µm bei A. radicale, 8-10(-12) µm bei den beiden anderen genannten Amblystegium-Arten. Zur Unterscheidung dieser schwierigen Artengruppe (zuzüglich Amblystegium serpens [Hedw.] Schimp.) bietet sich die Bearbeitung von Smith (2004) an.
Auch Catoscopium nigritum (Hedw.) Brid., eine sehr seltene Art der Kalkflachmoore und alpinen Rieselfluren schlüsselt an dieser Stelle aus. Die Art unterscheidet sich leicht von Leptodictyum riparium und den genannten Amblystegium-Arten durch seinen aufrechten Wuchs (meist in ± dichten Polstern) und die vom Blattgrund bis fast zur Blattspitze deutlich umgebogenen Blattränder (bei Leptodictyum und Amblystegium wachsen die niederliegenden bis aufsteigenden Sprosse in lockeren Matten und die Blattränder sind überall flach).

Leptodictyum riparium
68
Blätter in eine sehr lange, schlanke Spitze ausgezogen, in die in vielen Fällen die Rippe weit hineinreicht, Blätter meist aufrecht abstehend, abschnittsweise manchmal auch leicht einseitswendig, Blattfügelzellgruppe deutlich, im Alter gelb-orangebraun gefärbt, Blattränder teilweise durch leicht vorspringende Zellecken gezähnt 
  Campyliadelphus elodes (Lindb.) Kanda
(= Campylium elodes (Lindb.) Kindb.)
Campyliadelphus elodes
68*
Blätter nicht in eine sehr lange, schlanke Spitze ausgezogen oder wenn doch, dann Blätter entweder stark sichelig-einseitswendig oder aufrecht abstehend und mit einer Rippe, die nur bis ca. 3/4 der Blattlänge reicht   ► 69
69
Blätter aufrecht abstehend oder der Sprossachse ± anliegend, nie deutlich sichelig-einseitswendig, ± gleichmäßig in die Spitze verschmälert, Blattflügelzellgruppe recht deutlich differenziert, auch im Alter hyalin oder grünlich gefärbt 
  Brachythecium mildeanum (Schimp.) Schimp. ex Milde
In vielen Fällen ist die Unterscheidung steriler Pflanzen von Brachythecium mildeanum und B. rutabulum problematisch. Fruchtende Pflanzen lassen sich leicht an der Seta unterscheiden. Diese ist bei B. mildeanum glatt, bei B. rutabulum rau (d. h. mit kleinen Wärzchen besetzt).
Brachythecium mildeanum
69*
Sprosse zumeist mindestens an der Spitze deutlich sichelig-einseitswendig beblättert, wenn alle Blätter ± gerade, dann Blätter entweder aus bauchiger Basis in eine recht kurze Spitze auslaufend oder Blätter ± gleichmäßig in die Spitze verschmälert und mit einer im Alter auffällig gelb-orangebraun gefärbten, großen Blattflügelzellgruppe   ► 70
70
Blattflügelzellgruppe klein und auf die Blattecken beschränkt oder mittelgroß und höchstens 2/3 der Distanz zwischen Rippe und Blattrand ausfüllend   ► 71
70*
Blattflügelzellgruppen groß, oft bis fast an die Rippenbasis reichend   ► 72
71
Pflanzen feucht geschwollen beblättert, Blätter leicht einseitswendig, in eine recht kurze Spitze auslaufend, nur wenige Blattflügelzellen differenziert 
  Pseudocalliergon lycopodioides (Brid.) Hedenäs
(= Drepanocladus lycopodioides (Brid.) Warnst.)
Pseudocalliergon lycopodioides
71*
Pflanzen feucht nicht geschwollen beblättert, Blätter ± stark einseitswendig, in eine lange Spitze auslaufend, Blattflügelzellen zahlreicher 
  Drepanocladus sendtneri (H.Muell.) Warnst.
Hedenäs (2003) erwähnt neu für Deutschland Drepanocladus sordidus (Müll.Hal.) Hedenäs (= Drepanocladus tenuinervis T.J.Kop.), ein Moos, das D. sendtneri habituell sehr ähnlich ist. Nach Hedenäs (2003) zeigen beide Arten, wenn man die Quotienten von gemittelten Blatt- und Zellmaßen berechnet, unterschiedliche Wertespannen. Nur die Feststellung des jeweiligen Quotienten soll eine sichere Bestimmung ermöglichen, während die früher dazu benutzten Blattmerkmale (u. a. Rippenbreite) als unzuverlässig eingestuft werden. In der Praxis erweist sich die neue Vorgehensweise allerdings als nicht ganz unproblematisch. Neben der Trennung der beiden genannten Arten ist zudem auch deren Abgrenzung zu manchen Drepanocladus aduncus-Formen kritisch.
Drepanocladus sendtneri
72
Pflanzen meist einseitswendig beblättert, selten gänzlich mit aufrecht abstehenden Blättern, zweihäusig 
  Drepanocladus aduncus (Hedw.) Warnst.
(= Drepanocladus kneiffii (Schimp.) Warnst., Drepanocladus polycarpus (Voit) Warnst., Drepanocladus simplicissimus Warnst., Drepanocladus stagnatus Żarnieowiec)
Es handelt sich um eines der formenreichsten einheimischen Wassermoose. Die taxonomische Handhabung der Formenvielfalt differiert entsprechend von Autor zu Autor (vgl. die Liste der Synonyme). Da eine eindeutige Abgrenzung der verschiedenen beteiligten Taxa kaum möglich erscheint, wird hier in Anlehnung an Hedenäs (2003) ein sehr breites Artkonzept vertreten. Eine besonders stark vom Typ abweichende Form ist als D. simplicissimus Warnst. beschrieben worden. Sie bildet kaum verzweigte, aufrecht wachsende, rein grüne Pflanzen, deren Blätter überhaupt nicht einseitswendig sind und nur in eine kurze Spitze auslaufen; ferner ist die Blattflügelzellgruppe oft nicht scharf abgegrenzt. Solche Pflanzen werden leicht für ein Brachythecium gehalten, zumal sie vornehmlich im Feuchtgrünland vorkommen. Es lässt sich aber zeigen, dass sie mit D. aduncus durch Übergangsformen verbunden sind.
Drepanocladus aduncus
72*
Pflanzen meist mit aufrecht abstehenden Blättern, abschnittsweise manchmal auch mit sternförmig abstehenden oder einseitswendig gebogenen Blättern, einhäusig 
  Drepanocladus polygamus (Schimp.) Hedenäs
(= Campylium polygamum (Schimp.) C.E.O.Jensen)
Während D. aduncus nur selten Gametangien bildet, sind sie bei D. polygamus oftmals reichlich vorhanden. Der Nachweis, dass die Pflanze einhäusig ist, gelingt dann meist leicht.

Manche sterile Wasserformen von D. polygamus sind dagegen, wenn überhaupt, dann nur mit viel Erfahrung von entsprechenden Drepanocladus aduncus-Formen zu unterscheiden.

Drepanocladus polygamus
Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Moose in Stillgewässern und Quellfluren im Offenland (Carsten Schmidt) (Zuletzt geändert:
Dieses Attribut ist ein Spezialattribut in diesem Wiki.
30 Oktober 2012 15:05:49). Abgerufen am 15. November 2017, 09:50 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Moose_in_Stillgewässern_und_Quellfluren_im_Offenland_(Carsten_Schmidt)