Plantago coronopus – Krähenfuß-Wegerich (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
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(Bild: W. Wohlers, JKI)

Plantago coronopus L., der Krähenfuß-, Hirschhorn- oder Schlitzblatt-Wegerich, auch Kapuzinerbart genannt, obwohl auch eine andere Pflanze so heißt, gehört zur Familie der Plantaginaceae (Wegerichgewächse). Die englischen Namen sind Buckhorn Plantain, Starweed. EPPO-Code PLACO.

Der Krähenfuß-Wegerich ist vor allem im Mittelmeerraum in Meeresnähe heimisch. In Deutschland ist er nur an den Küsten zu finden. Nach Nordamerika wurde er verschleppt, ebenso nach [https://bie.ala.org.au/species/https://id.biodiversity.org.au/node/apni/2888507 Australien und Neuseeland. Im Norden wächst er noch an der Westküste Schwedens und auf Öland. Er gedeiht gut an sonnigen Standorten und liebt salzhaltige Böden bzw. Luft und wird daher kaum zum Unkraut, zumindest nicht in Mitteleuropa. Anders ist dies am Mittelmeer, wo er aber gesammelt und gegessen wird.

Die ein- oder mehrjährige Pflanze kann ohne Konkurrenz 20 cm hoch werden, die Samenstände auch 30 cm. Sie bildet in viel betretenen Rasen eine flachliegende Rosette. Die Blätter sind krähenfußförmig, d.h. sie sind grob gefiedert, man kann auch geschlitzt sagen. Die Ähren sind meistens kurz, es sei denn, er wird als Kulturpflanze angebaut – der Samen ist käuflich zu haben – dann sind sie bis 7 cm lang. Die Antheren sind gelb.

Der Krähenfuß-Wegerich ist eine alte Kulturpflanze, die zudem in der Naturheilkunde eingesetzt wurde, im Mittelalter lateinisch herba stella genannt. Ihre Blätter kann man roh essen. Auch gedünstet können sie verzehrt werden. Auf einem Triptychon von Hieronymus Bosch ist er eine Verzierung am Mantel einer der Heiligen Drei Könige. Es soll wohl darstellen, das er bei Lepra-Erkrankungen eingesetzt wurde, denn darum geht es in dem Altarbild.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Juli 2017.