Primulaceae s.l. – Schlüsselblumengewächse (Deutschland und Österreich)

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Primulaceae s.l. (Schlüsselblumengewächse; Ericales)
By: Jürgen Klotz
Geographic Scope: Deutschland und Österreich — Source: Abgeleitet vom Schlüssel zu den Primulaceae – Schlüsselblumengewächsen in Deutschland_und_Österreich (Jürgen Klotz); die hier vorliegende Fassung darf verändert und illustriert werden. Verwendete Literatur: Jäger et al. (2011), Fischer et al. (2008), Oberdorfer (1983). — Collaboration: openContributors: Jürgen Klotz
1
Sumpf- oder Wasserpflanze, Blätter kammförmig-fiederschnittig, Abschnitte nur 1–1,5 mm breit, schmal linealisch, untergetaucht bis flutend oder dem trockengefallenen Schlammboden schlaff aufliegend bis etwas aufsteigend, Schaft des Blütenstands aufrecht über der Wasseroberfläche, Blüten in quirligen Trauben 
 Wasserfeder  –  Hottonia
1*
Land- oder Sumpfpflanzen, nicht untergetaucht oder flutend, Blätter ungeteilt und ohne feine Fiederabschnitte, Schaft des Blütenstands nicht im Wasser stehend, Blüten nicht in quirligen Trauben   ► 2
2
Blätter grundständig, rosettig, ganzrandig, gekerbt, gezähnt oder gesägt, Blüten in Dolden auf blattlosem Schaft oder grundständig   ► 3
2*
Stängel beblättert, Blätter ganzrandig, Blüten achselständig oder in end- oder achselständigen Trauben oder Rispen   ► 7
3
Blattspreite länglich, verkehrt eiförmig, lanzettlich, linealisch oder pfriemlich, ganzrandig oder gekerbt bis gezähnt, Blüten aufrecht, seitliche auch nickend, Schlund meist andersfarbig (oft gelb) als die Kronzipfel   ► 4
3*
Blattspreite rundlich-herzförmig bis nierenförmig (Haselwurz-ähnlich), ganzrandig oder gelappt und gesägt, alle offenen Blüten nickend bis hängend, wenn Schlund (bzw. Auge) andersfarbig als die Kronzipfel, dann nicht gelb   ► 5
4
Kronröhre länger als der Kronsaum, walzig, oben nicht verengt, Krone purpurrot oder gelb, bei (verwilderten) Zierpflanzen auch andersfarbig, Schlund oft gelb oder weiß, ohne Schlundschuppen, Blüten meist verschiedengriffelig, Blätter (verkehrt) ei- bis spatelförmig, lanzettlich oder breit keilförmig, Spreite oft undeutlich abgesetzt und in einen geflügelten Blattstiel übergehend, meist über 3 cm lang (bei Alpenpflanzen auch kleiner) 
 Primel  –  Primula
4*
Kronröhre so lang wie der Kronsaum oder kürzer, glockig, oben verengt, Krone weiß oder rötlich, oft mit gelbem Schlund, mit kurzen gelben (beim Verblühen meist rötlichen) Schlundschuppen, selten auch Krone ganz gelb, Blüten nicht verschiedengriffelig, wenn doch, dann ganze Krone gelb, Blätter schmal bis breit lanzettlich oder lineal-lanzettlich bis pfriemlich, meist nur 0,5–2,5 cm lang 
 Mannsschild  –  Androsace
5
Blätter weich, sommergrün, handförmig 7–13-lappig, Lappen scharf gesägt, Pflanze zottig und drüsig behaart, Krone rosarot bis purpurrot, mit weißlichem, scharf abgesetzten Auge 
  Primula matthioli – Heilglöckchen
5*
Blätter ledrig, wintergrün, nicht oder nur sehr schwach gelappt, ganzrandig oder gekerbt, rundlich bis nierenförmig (oft Haselwurz-ähnlich), Pflanze kahl, Krone violett bis weiß, wenn rosa, dann mit dunklerem Auge   ► 6
6
Krone (blau- oder rot)violett bis weiß, aber nicht rosa, ohne dunkleres Auge, weitröhrig oder glocken- bis trichterförmig, Zipfel reichlich fransig zerschlitzt, Blätter unterseits wie oberseits grün, Pflanze mit Rhizom oder Ausläufern, ohne Knolle, Blütenstiele drüsig, Frucht eine Deckelkapsel, 5-zähnig, Fruchtstiel nicht liegend oder eingerollt 
 Alpenglöckchen  –  Soldanella
6*
Krone rosarot mit dunklerem Auge, Zipfel ganzrandig, stark zurückgeschlagen, daher Blüte wie umgestülpt aussehend, Blätter unterseits meist rotviolett, oberseits mit silbrigem Fleckenmuster, Pflanze mit breit kugeliger bis brotlaibförmiger Hypokotylknolle, Blütenstiele nicht drüsig, Frucht eine Kapsel ohne Deckel, 5- oder 10-zähnig, Fruchtstiel liegend und schraubenförmig eingerollt 
 Alpenveilchen  –  Cyclamen
7 (2)
Blätter wechselständig oder scheinquirlig, Krone weiß (oder rötlich)   ► 8
7*
Wenigstens die unteren Blätter gegenständig oder quirlig, Krone (oder kronenartiger Kelch) weiß, rötlich, rot, blau oder gelb   ► 10
8
Blüten meist 7-zählig, obere Blätter auffällig größer als untere (diese zu 2–3 weit am Stängel verstreut), scheinquirlig zusammengerückt 
 Siebenstern  –  Trientalis
8*
Blüten 4- oder 5-zählig, obere Blätter nicht größer, gleichmäßig am Stängel verteilt   ► 9
9
Blüten 5-zählig, Blütenstiele lang, Krone weiß, Fruchtknoten halbunterständig, Pflanze 10–50 cm hoch, mehrjährig 
 Salzbunge  –  Samolus
9*
Blüten 4(–5)-zählig, Blütenstiele sehr kurz, Krone weiß bis rötlich, Fruchtknoten oberständig, Pflanze winzig, nur 2–8 cm hoch, einjährig 
 Kleinling  –  Centunculus
10 (7)
Blüten sitzend, 5-zählig, Krone fehlend, Kelch glockig, rosa, kronenartig, Blätter dicklich-fleischig, untere gegen-, obere wechselständig, dicht stehend (sich teilweise überdeckend), an Salzstandorten wachsend 
 Milchkraut  –  Glaux
10*
Blüten gestielt, 5–7-zählig, Krone gelb, mennigrot oder blau, Kelch normal entwickelt, grün, Blätter nicht fleischig, gegenständig oder quirlig, locker stehend (sich nicht überdeckend), nicht oder nur ausnahmsweise an Salzstandorten wachsend   ► 11
11
Krone kräftig gelb, Kapsel mit 5 Klappen aufspringend, Pflanzen aufrecht und über 50 cm hoch oder niederliegend 
 Gilbweiderich  –  Lysimachia
11*
Krone mennigrot oder blau (bis violett oder weiß), Kapsel mit Deckel aufspringend, Pflanze höchstens 20 cm hoch und nie aufrecht 
 Gauchheil  –  Anagallis