Schlüssel zu den Familien der Bärlappartigen und Farne in Deutschland (H.W. Bennert & K. Horn)

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Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit den Autorennamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf H. Wilfried Bennert, Karsten Horn beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen! Direkte Verbesserungen und Illustrationen sind insbesondere in der frei veränderlichen Version in offener Zusammenarbeit erwünscht: Familien der Bärlapppflanzen und Farne (Deutschland).
Diese Arbeit ist eine Originalarbeit, die erstmalig hier publiziert ist.
Zitiervorschlag: Bennert, H. W. & Horn, K. 2011. Schlüssel zu den Familien der Bärlappartigen und Farne in Deutschland.http:/​/​offene-naturfuehrer.​de/​wiki/​Schlüssel_​zu_​den_​Familien_​der_​Bärlappartigen_​und_​Farne_​in_​Deutschland_​(H.​W.​_​Bennert_​%26_​K.​_​Horn)

(Siehe auch den Schlüssel zu den Gattungen der Bärlappartigen und Farne in Deutschland.)

Einleitung

Nach neueren phylogenetischen Studien, die vor allem auf molekularbiologischen Daten fußen, gilt die klassische Gliederung der Höheren Pflanzen (Gefäßpflanzen) in die Abteilungen der Farnpflanzen (Pteridophyta) und der Samenpflanzen (Spermatophyta) als überholt, und die Farnpflanzen selber werden als eine phylogenetisch nicht einheitliche Gruppe angesehen. Die entsprechende formale Gliederung und Nomenklatur der höheren taxonomischen Einheiten ist derzeit noch stark in Fluss und ungefestigt. Als gesichert gilt, dass die Bärlappartigen (Unterabteilung Lycophytina, Klasse Lycopsida) eine Schwestergruppe bilden, welche sich bereits im ausklingenden Silur von den übrigen Gefäßpflanzen getrennt hat. Diese Gruppe umfasst (wie im alten Gliederungskonzept) drei rezente Familien, die Isoëtaceae (Brachsenkrautgewächse), Lycopodiaceae (Bärlappgewächse) und Selaginellaceae (Moosfarngewächse), die auch in Deutschland vorkommen. Alle übrigen Gruppen, die zu den ehemaligen Pteridophyta gehören, werden als Farne bezeichnet. Damit zählen nach heutiger Auffassung auch die Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse) und Psilotaceae (Gabelblattgewächse; diese kommen in Deutschland nicht vor) zu den Farnen. In den neueren Systemen werden die Farne zumeist in der Gruppe der „Moniliformopses“ vereinigt (welche formal wohl eine Klasse darstellen soll) und zusammen mit den Samenpflanzen zu der Unterabteilung Euphyllophytina gestellt.

Hauptschlüssel

Schlüssel zu den Familien der Bärlapppflanzen und Farne (früher "Farnpflanzen"; Gefäßpflanzen)
Von: H. Wilfried Bennert, Karsten Horn
Geographischer Geltungsbereich: Deutschland — Zusammenarbeit: offenBisherige Koautoren: H. Wilfried Bennert & Karsten Horn
1
Wasserpflanze (frei schwimmend oder im Sediment wurzelnd)   ► 2
Land- oder Sumpfpflanze   ► 5
2
Frei schwimmende Wasserpflanze   ► 3
im Sediment wurzelnde Wasserpflanze   ► 4
3
Blätter gegenständig, ausgewachsen länger als 1 cm, oberseits mit zahlreichen pinselförmig zusammen neigenden Haaren 
 Schwimmfarngewächse  –  Salviniaceae
Blätter wechselständig, kleiner als 1 cm, sich dachziegelartig überdeckend, ohne pinselförmig zusammen neigende Haare 
 Algenfarngewächse  –  Azollaceae
4
Pflanze mit dünnem, kriechendem Rhizom, Blätter nicht rosettig angeordnet 
 Kleefarngewächse  –  Marsileaceae Wasserform
Pflanze mit knollig verdicktem, nicht kriechendem Rhizom, Blätter rosettig angeordnet 
 Brachsenkrautgewächse  –  Isoëtaceae
5
Blätter mit 4 genäherten Fiedern, kleeartig oder Blätter dünn fadenförmig 
 Kleefarngewächse  –  Marsileaceae Landform
Blätter nicht kleeartig oder dünn fadenförmig   ► 6
6
Blätter stark reduziert, in Quirlen angeordnet und zu stängelumfassenden Blattscheiden verwachsen, Sprossachse deutlich gegliedert, Internodien mit einem zentralen Hohlraum 
 Schachtelhalmgewächse  –  Equisetaceae
Pflanze anders gestaltet   ► 7
7
Blätter kürzer als 1 cm   ► 8
Blätter länger als 1 cm   ► 9
8
Blätter 3–4 mm lang, flach, sehr dünn; Sporen unterschiedlich groß (Pflanze heterospor
 Moosfarngewächse  –  Selaginellaceae
Blätter länger als 4 mm, lineal-lanzettlich, nadelartig, wenn kürzer als 4 mm, dann schuppenförmig, Sporen gleich groß (Pflanze isospor
 Bärlappgewächse  –  Lycopodiaceae
9
Blätter in einen deutlich verschieden gestalteten fertilen und sterilen Abschnitt gegliedert   ► 10
Blätter nicht in einen deutlich verschieden gestalteten fertilen und sterilen Abschnitt gegliedert   ► 11
10
Blätter bis 40 cm groß, steriler Abschnitt ungeteilt, eilanzettlich bis eiförmig oder einfach bis mehrfach gefiedert oder fiederspaltig 
 Natternfarngewächse  –  Ophioglossaceae
Blätter 50–180 cm groß, steriler Abschnitt doppelt gefiedert, fertiler Abschnitt an der Spitze der Blätter 
 Rispenfarngewächse  –  Osmundaceae
11
Rhizom ± auf der Oberfläche des Wuchssubstrates kriechend   ► 12
Rhizom nicht auf der Oberfläche des Wuchssubstrates kriechend, im Boden wurzelnd   ► 13
12
Rhizom sehr schlank (Durchmesser kleiner als 4 mm), Spreite sehr dünn, überwiegend aus nur einer Zelllage bestehend 
 Hautfarngewächse  –  Hymenophyllaceae
Rhizom dicker (Durchmesser größer als 4 mm), Spreite dick, aus mehreren Zelllagen bestehend 
 Tüpfelfarngewächse  –  Polypodiaceae
13
Blätter sehr groß (bis 2 m), einzeln stehend 
 Adlerfarngewächse  –  Dennstaedtiaceae
Blätter kleiner, oft in Trichtern oder Gruppen zusammenstehend   ► 14
14
Sori kreisrund, mit nieren- oder schildförmigem Schleier oder Schleier fehlend, dann Spreite breit dreieckig, das unterste Fiederpaar deutlich größer als die folgenden und Wedelstiel 1,5- bis 3-mal so lang wie die Spreite 
 Wurmfarngewächse  –  Dryopteridaceae
Schleier anders gestaltet, nicht nieren- oder schildförmig, wenn Schleier fehlend, dann Spreite nicht breit dreieckig und das unterste Fiederpaar nicht deutlich größer als die folgenden   ► 15
15
Sterile und fertile Wedel verschieden gestaltet, Sori länglich bis strichförmig   ► 16
Fertile und sterile Blätter nicht verschieden gestaltet oder, wenn doch verschieden, dann Sori rund   ► 17
16
Wedel fiederschnittig bis einfach gefiedert 
 Rippenfarngewächse  –  Blechnaceae
Wedel 3-fach gefiedert 
 Rollfarngewächse  –  Cryptogrammaceae
17
Sori rundlich bis oval oder wenn einige länglich, dann diese auf die obere Wedelhälfte beschränkt und zusätzlich haken- bis nierenförmige Sori in der unteren Wedelhälfte vorhanden   ► 18
Sori länglich, streifenförmig, mit ebenfalls länglichem, seitlich angehefteten Schleier 
 Streifenfarngewächse  –  Aspleniaceae
18
Blattstiel rundlich, mit 3–7 Leitbündeln 
 Sumpffarngewächse  –  Thelypteridaceae
Blattstiel oberseits rinnig, mit 2 Leitbündeln 
 Wimperfarngewächse  –  Woodsiaceae




Siehe auch den Schlüssel zu den Gattungen der Bärlapppflanzen und Farne in Deutschland (H.W. Bennert & K. Horn).




Es folgen die Familien, wo nötig mit Schlüsseln zu den Gattungen, in alphabetischer Reihenfolge:

Aspleniaceae (Streifenfarngewächse)

Die Familie Aspleniaceae (Streifenfarngewächse, Blechnales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Streifenfarn    Asplenium

Azollaceae (Algenfarngewächse)

Die Familie Azollaceae (Algenfarngewächse, Salviniales) ist weltweit nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Algenfarn    Azolla

Blechnaceae (Rippenfarngewächse)

Die Familie Blechnaceae (Rippenfarngewächse, Blechnales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Rippenfarn    Blechnum

Cryptogrammaceae (Rollfarngewächse)

Die Familie Cryptogrammaceae (Rollfarngewächse, Pteridales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Rollfarn    Cryptogramma

Dennstaedtiaceae (Adlerfarngewächse)

Die Familie Dennstaedtiaceae (Adlerfarngewächse, Polypodiales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Adlerfarn    Pteridium

Dryopteridaceae (Wurmfarngewächse)

Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse)

Die Familie Equisetaceae (Schachtelhalmgewächse, Equisetales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Schachtelhalm    Equisetum

Hymenophyllaceae (Hautfarngewächse)

Isoëtaceae (Brachsenkrautgewächse)

Die Familie Isoëtaceae (Brachsenkrautgewächse, Isoëtales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Brachsenkraut    Isoëtes

Lycopodiaceae (Bärlappgewächse)

Marsileaceae (Kleefarngewächse)

Ophioglossaceae (Natternfarngewächse)

Osmundaceae (Rispenfarngewächse)

Die Familie Osmundaceae (Rispenfarngewächse, Königsfarngewächse, Osmundales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Rispenfarn, Königsfarn    Osmunda

Polypodiaceae (Tüpfelfarngewächse)

Die Familie Polypodiaceae (Tüpfelfarngewächse, Polypodiales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Tüpfelfarn    Polypodium

Salviniaceae (Schwimmfarngewächse)

Die Familie Salviniaceae (Schwimmfarngewächse, Salviniales) ist weltweit nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Schwimmfarn    Salvinia

Selaginellaceae (Moosfarngewächse)

Die Familie Selaginellaceae (Moosfarngewächse, Selaginellales) ist in Deutschland nur mit einer Gattung vertreten:
 →  Moosfarn    Selaginella

Thelypteridaceae (Sumpffarngewächse)

Woodsiaceae (Wimperfarngewächse)

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Schlüssel zu den Familien der Bärlappartigen und Farne in Deutschland (H.W. Bennert & K. Horn) (Zuletzt geändert:
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11 März 2011 20:54:04). Abgerufen am 24. April 2017, 15:14 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Schlüssel_zu_den_Familien_der_Bärlappartigen_und_Farne_in_Deutschland_(H.W._Bennert_&_K._Horn)