Schlüssel zum Bestimmen von dreizeilig beblätterten Riedgräsern des nordwestdeutschen Flachlandes nach vorwiegend vegetativen Merkmalen (Ekkehard Foerster 1982)

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Quelle: Foerster, E. 1982. Schlüssel zum Bestimmen von dreizeilig beblätterten Riedgräsern des nordwestdeutschen Flachlandes nach vorwiegend vegetativen Merkmalen. Göttinger floristische Rundbriefe (Heft 1), 3–21. (Die Arbeit liegt auch als PDF-Datei vor.) (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit dem Autornamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf Ekkehard Foerster beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Dieser Beitrag stammt von einem Mitglied der Gesellschaft zur Erforschung der Flora Deutschlands (GEFD).
Hinweis: Der vorliegende Artikel wird unverändert bereit gestellt. Bei älteren Arbeiten ist zu beachten, dass unter Umständen neuere Erkenntnisse zum Thema vorliegen!

Siehe auch "Seggen, Binsen, Simsen und andere Scheingräser des Grünlandes" vom gleichen Autor aus dem Jahr 2008.

Vorbemerkung

Der vorliegende Schlüssel enthält die dreizeilig beblätterten Riedgräser des nordwestdeutschen Flachlandes mit Ausnahme von Carex atherodes, digitata, praecox (einschl. curvata) und strigosa, die in diesem Gebiet nur im Elbtal oder Ostholstein einzelne Vorkommen besitzen. Er enthält aber alle häufigen und weit verbreiteten Arten und kann in der ganzen Bundesrepublik verwendet werden. Er ist so abgefasst, dass bei sorgfältiger Arbeit Arten, die nicht im Schlüssel enthalten sind, als unbestimmbar erkannt werden können und nicht einer im Schlüssel enthaltenen Art zugeschlagen werden. Auch die Gattung Cyperus blieb unberücksichtigt.

Die Gattung Carex (Segge) ist im generativen Bereich gekennzeichnet durch den Fruchtschlauch, ein umgebildetes Tragblatt, das die weibliche Blüte krug- oder flaschenförmig umgibt. Aus der Öffnung des Fruchtschlauches, die oft als schmale Röhre ausgebildet ist (Flaschenhals) und dann als "Schnabel" bezeichnet wird, treten die zwei oder drei Narbenäste aus. Durch den Fruchtschlauch ist die Gattung Carex eindeutig gekennzeichnet. Im vegetativen Bereich sind die Seggen durch die dreizeilige Blattstellung (Abb. 1) gekennzeichnet. Dieses Merkmal teilen sie allerdings mit einigen anderen Gattungen aus der Familie Cyperaceae (Riedgrasgewächse). Damit erklärt sich der Titel dieses Schlüssels.

Die dreizeilige Blattstellung ist an den sterilen Trieben der relativ breitblättrigen Arten leicht zu erkennen; schwieriger ist es bei den schmalblättrigen Arten, hier wird man anfangs Triebquerschnitte machen bis man in der Beurteilung sicher ist. Zur Unterscheidung von den echten Gräsern kann auch das "Spreitengelenk" dienen, das diese besitzen, während es unseren Arten wie auch den Binsen (Juncaceae) fehlt (Abb. 2).

Einige weitere Merkmale werden anschließend in alphabetischer Reihenfolge erläutert:

Begriffserklärungen

Ausgraben
Ob man es mit einer horstwüchsigen (vgl. dort) oder einer Ausläufer bildenden Pflanze zu tun hat, ist im Gelände i. a. ohne Ausgraben zu erkennen. Herbarexemplare sollten stets die unterirdischen Organe mit umfassen.
Ausläufer = Rhizom
Als Ausläufer gelten nur unterirdische (ausnahmsweise auch oberirdische) Triebe, die von einem lebenden Trieb ausgehen und Tochtertriebe bilden. Horstwüchsige Arten (vgl. dort) hinterlassen bei einseitig fortschreitendem Wachstum zuweilen Reste, die bei oberflächlicher Betrachtung als Ausläufer angesehen werden können. Solche Ausbildungen werden hier nicht als Ausläufer bezeichnet. Das gleiche gilt für gestreckte basale Internodien, die in dichten Horsten (besonders bei Carex elata und Carex echinata) die Wuchsbasis von Jungtrieben ± senkrecht nach oben verlegen. Es kommen zwei verschiedene Rhizomausbildungen vor:
Monopodiales Rhizom
Die Triebspitze bleibt immer unterirdisch, sie ist die "Gispelknospe" des Rhizoms. Die grünen Triebe werden als Seitenzweige des Rhizoms in regelmäßigen Abständen gebildet. Nur bei gleichährigen Seggen (Abb. 3).
Sympodiales Rhizom
Die gewöhnliche Form der Rhizome bei einährigen und verschiedenährigen Seggen, sowie bei anderen Cyperaceen-Gattungen. Die Triebspitze der Ausläufer bildet den Tochtertrieb, an dessen Grund werden eine oder mehrere Seitenknospen wieder zu Ausläufern (Abb. 4).
Der Querschnitt der Ausläufer weist in der Ausbildung der "Innenrinde" brauchbare Merkmale auf. Diese kann kompakt (Abb. 5a), radial gekammert (Abb. 5b) oder vergänglich sein. Im letzten Fall ergibt sich eine lose Außenrinde (Abb. 5c). Der von der Außen- und Innenrinde umgebene Zentralzylinder ist i. a. kompakt mit auf dem Querschnitt diffus verteilten Gefäßbündeln. Er kann auch von einem einfachen oder zuweilen zusammengesetzten zentralen Hohlraum durchzogen sein.
Blatthäutchen (Abb. 7)
Ein schmaler Hautsaum der die Grenze der Spreitenoberseite zur Scheide bildet. Von Bedeutung ist vor allem der Verlauf der Grenzlinie; dieser ist i. a. gemeint, wenn vom "Blatthäutchen" die Rede ist. In bestimmten Fällen sind aber auch die Breite des freien Saumes oder seine Konsistenz (häutig/knorpelig) zu beachten. Ausnahmsweise bildet das Blatthäutchen mit der Scheidenhaut (vgl. dort) zusammen eine kurze Röhre, die an die Tute (Ochrea) der Knöterich (Polygonum)-Arten erinnert.
Blattspitze (Abb. 8)
Bei vielen Arten ist die Blattspitze zu einem kompakten Gebilde von dreieckigem Querschnitt zusammengezogen. Wo dies mit dem bloßen Auge zu erkennen ist, wird im Schlüssel von einer deutlich dreikantigen Blattspitze gesprochen. Die Ausbildung einer dreikantigen Blattspitze kann auch undeutlich sein, dann ist eine Lupe erforderlich; dies ist besonders der Fall, wenn die dreikantige Spitze sehr dünn und lang ist. Auch das Fehlen einer dreikantigen Blattspitze ist i.a. nur mit der Lupe sicher erkennbar.
Glanz
vgl. Matt.
Horst
Die Wuchsform der Pflanzen ohne Ausläufer (vgl. dort). Vgl. auch unter Ausgraben.
Innenrinde
vgl. Ausläufer.
Kiel
Auf der Unterseite der Blattspreite deutlich hervortretende Mittelrippe. Auch die Falzkante eines deutlich gefalteten Blattes.
Kurzscheidig
Scheiden im Verhältnis zur Spreite kurz, Blätter der sterilen Triebe daher ± rosettig angeordnet (Abb. 4).
Langscheidig
Scheiden im Verhältnis zur Blattspreite lang. Basis der sterilen Triebe daher von halmähnlichem Aussehen. Blätter ± locker verteilt oder eine "gestielte Rosette" bildend (Abb.6).
Matt
Von der Farbe der Blätter unabhängige Eigenschaft der Oberfläche sowohl der Blattoberseite als auch der -Unterseite. Die Oberfläche soll deutlich matt sein, auch keinen schwachen Glanz aufweisen; zuweilen wird eine matte Oberfläche durch den Kontrast zu den die Flächen durchziehenden ± glänzenden Nerven deutlich. Vorsicht vor Glanz, der durch anhaftendes Wasser hervorgerufen wird.
Nervenlinien, Nervenstreifen
Vor allem bei Niederblättern am Triebgrund vorkommendes Merkmal; zwischen der Farbe und des dazwischenliegenden Gewebes besteht ein deutlicher Farbkontrast.
Niederblätter
Als Schuppen oder spreitenlose Scheiden ausgebildete Blätter des Triebgrundes. Auch die Schuppen der Rhizome.
Rhizom
vgl. Ausläufer.
Scheide geschlossen/offen
Die Blattscheide ist bei den eigentlichen Seggen geschlossen, d.h. sie bildet zunächst eine Röhre. Später kann sie durch das Triebwachstum aufreißen. Von den hier behandelten Arten hat nur Cladium mariscus eine offene Scheide, diese besitzt also von Anfang an freie Ränder.
Scheidenhaut
Die Scheiden der hier behandelten Pflanzen sind i.a. nicht allseitig gleichartig gebaut, sondern der die Spreite fortsetzende Teil ist der Spreitenunterseite ähnlich, während die Scheide "vorn" meistens durch ein häutiges, nicht grünes Gewebe verschlossen ist. Vorsicht vor durchscheinenden Unterseiten eingeschlossener Blätter! Von Bedeutung ist 1. der obere Rand der Scheidenhaut an der Scheidenmündung (Abb. 9). 2. die Auflösungserscheinungen, die beim Altern des Blattes eintreten. Dabei kann die Scheidenhaut einfach unregelmäßig einreißen, sie kann sich spalten und ggf. gefärbte Säume hinterlassen oder das flächige Gewebe löst sich auf und die vorher unsichtbaren Gefäßbündel der Scheidenhaut treten als "Fasernetz" in Erscheinung (Abb. 10). Das Fasernetz ist häufig am besten an den Triebknospen erkennbar. Wichtig ist die netzförmige Struktur aus verbundenen Fasern, einzelne Fasern an den Rändern gespaltener Scheiden sind nicht gemeint. Der Vorgang, der schließlich zur Auflösung der Scheidenhaut führt, wird im Schlüssel wie auch in der Literatur nicht ganz glücklich als "Aufreißen" bezeichnet. Gemeint ist immer der natürliche, altersbedingte Vorgang; beim gewaltsamen Aufreißen intakter Scheiden entsteht nie ein Fasernetz.
Spaltöffnungen
Bei Lupenvergrößerung sind diese als in Reihen angeordnete Punkte auf der Blattoberfläche zwischen den Nerven sichtbar. Einige Arten sind am besten daran zu unterscheiden, dass sich die Spaltöffnungen entweder auf der Blattober- oder Unterseite befinden.
steril
Nicht fruchtend. Bei den Seggen sind die Früchte vom Fruchtschlauch umgeben, der sich auch bei sterilen Pflanzen normal entwickelt, daher kann man Sterilität nur durch Fühlen oder Öffnen der Fruchtschläuche feststellen.
Zentralzylinder
vgl. Ausläufer.

Bestimmungsschlüssel

Schlüssel zum Bestimmen dreizeilig beblätterter Riedgräser nach vorwiegend vegetativen Merkmalen
By: Ekkehard Foerster
Geographic Scope: nordwestdeutsches Flachland — Source: Foerster, E. 1982. Schlüssel zum Bestimmen von dreizeilig beblätterten Riedgräsern des nordwestdeutschen Flachlandes nach vorwiegend vegetativen Merkmalen. Göttinger floristische Rundbriefe (Heft 1), 3 – 21. — Audience: Experten • Interessierte — Collaboration limited to: Ekkehard Foerster — Status: in ArbeitContributors: J. Homberg, S. v. Mering
1
Blattspreite flächig, meist gefaltet oder rinnig (Abb. 11)   ► 4
1
Blattspreite borstlich, im Querschnitt dreieckig oder halbrund, wenn annähernd flächig bis ca. 1 mm breit (Abb. 12)   ► 2
2
Pflanzen mit kurzen oder längeren Ausläufern, Triebe einzeln oder als ± lockerer Rasen und dann oft den Raum zwischen anderen Pflanzen ausfüllend   ► 3
2
Dichte Horste. Triebe unten ± dreikantig, Niederblätter rotnervig, Blätter wenigstens unten dreikantig, oft mit stark unsymmetrischem Querschnitt, Blatthäutchen spitzwinklig.
Wollgras mit einer endständigen Ähre und mit bauchig aufgetriebener Halmscheide 
  Eriophorum vaginatum L.
Blütenstand
Blütenstand
Frucht
Frucht
Horst in Torfmoosdecke
Horst in Torfmoosdecke
Eriophorum vaginatum Standort.jpg
3
Ausläufer lang, Triebe ± einzeln stehend, Zentralzylinder hohl (starke Lupe), Blätter im Querschnitt halbrund, bis 1 mm breit, Blatthäutchen flachbogig.
Einährig, zweihäusig; weibliche Ähre 0,5-2 cm lang, Fruchtschläuche ca. 3 mm lang, aufrecht abstehend 
  Carex dioica L.
3
Ausläufer kurz, oft aus jedem Knoten austreibend, lockere bis ziemlich dichte Rasen bildend; Blätter ca. 0,5 mm dick, im Querschnitt rinnig-dreieckig; äußere Scheiden bräunlich, bei der Zersetzung spärlich helle Fasern bildend.
Einährig, Ähre oben männlich, unten weiblich; Spelzen der Fruchtschläuche bei der Reife abfallend, Fruchtschläuche 4-6 mm lang, glänzend schwarzbraun, zurückgeschlagen 
  Carex pulicaris L.
Blütenstand
Blütenstand
4 (1)
Blatthäutchen vorhanden, selten an Halmblättern fehlend   ► 8
4
Blatthäutchen fehlend   ► 5
5
Kleine Pflanzen der Hoch- und Heidemoore   ► 7
5
Große Pflanzen mit Ausläufern, in Röhrichten und Großseggenrieden   ► 6
6
Scheiden offen, Blätter graugrün, durch mit bloßem Auge sichtbare Zähne des Blattrandes ungewöhnlich rauh.
Blütenstand eine umfangreiche Spirre mit zahlreichen kleinen Ähren 
  Cladium mariscus (L.) Pohl
Cladium kz1.jpg
6
Scheiden hoch geschlossen, Scheidenhaut grünnervig, Blätter frischgrün, Triebe unten zwiebelig verdickt. Blütenstand eine Spirre mit wenigen großen, 1-5 cm langen Ähren 
  ▼▼ a  –    Bolboschoenus maritimus (L.) Palla
Zwei Unterarten von unvollständig bekannter Verbreitung:
BolboschoenusMaritimus2.jpg
a
Blütenstand mit 4-6 gestielten Köpfchen; Frucht im Umriss verkehrt lanzettlich, größte Breite im oberen Drittel; Rücken stets kantig (3 Narben), grau-schwarz-braun, ohne Wabenmuster. Süßwassergebiet. 
  Bolboschoenus maritimus subsp. maritimus
a
Blütenstand mit 0-2 (-4) gestielten Köpfchen; Frucht im Umriss verkehrt eiförmig bis breit elliptisch, größte Breite knapp über der Mitte, Rücken rund (2 Narben), gelbbraun bis braun, mit feinem Wabenmuster. Salz- und Brackwassergebiet, auch im Binnenland 
  Bolboschoenus maritimus subsp. compactus (Hoffm.) Hejný
7 (5)
Blatthäutchen völlig fehlend, Ausläufer vorhanden 
  Rhynchospora fusca (L.) W.T.Aiton
7
Anstelle des Blatthäutchens ein schmaler Wulst, kleine Horste 
  Rhynchospora alba (L.) Vahl
Blütenstand
Blütenstand
fruchtend
fruchtend
Rhynchosporaalba1.jpg
8 (2)
Scheidenhaut grünnervig, derb, nur oben mit häutigem Saum, Pflanzen mit monopodialem Rhizom, Triebe aus jeden 5. Rhizomknoten.
Gleichährig, Blütenstand dicht, mit zahlreichen Ähren, die oberen und unteren überwiegend weiblich, die mittleren überwiegend männlich; Fruchtschlauch 4-5 mm lang, lanzettlich, Schnabel ca. 1 mm lang 
  Carex disticha Huds.
Anmerkung: Schwach grünnervige Scheidenhaut findet sich bisweilen auch bei Blysmus compressus, vgl. Schlüssel Nr. 51 und bei den Halmblättern von Eriophorum latifolium vgl. Schlüssel Nr. 56 .
Carex disticha.jpeg
8
Scheidenhaut häutig, meist zart, milchig oder durchscheinend (auch grüne Nerven eingeschlossener Blätter zuweilen durchscheinend), selten mit feinen rötlichen oder braunen Nervenlinien bei Arten deren Scheiden mit Fasernetz aufreißen, oder wie die stark gefärbten Scheiden gefärbt, jedoch nicht grün   ► 9
9
Pflanzen völlig kahl   ► 11
9
Pflanzen behaart, Haare manchmal unauffällig, z.T. auf bestimmte Stellen beschränkt, z.B. die Ober- oder Unterseite der Spreite oder die Umgebung der Scheidenmündung (Lupe !)   ► 10
10
Pflanzen mit Ausläufern, meist ganze Pflanze auffällig behaart, mitunter auch nur einzelne Stellen, vor allem die Umgebung der Scheidenmündung, äußere Scheiden oft gerötet, beim Aufreißen mit oft nur wenig ausgeprägtem Fasernetz, Blatthäutchen flachbogig.
Männliche Ähren 2-3, 1-2,5 cm lang, weibliche Ähren 2-3, 1-5 cm lang, zylindrisch, ziemlich lockerblütig, Fruchtschlauch 5-7 mm lang, behaart, selten kahl, Schnabel 2 mm lang 
  Carex hirta L.
Trieb
Trieb
weiblicher Teilblütenstand
weiblicher Teilblütenstand
Rhizom
Rhizom
10
Haare nur an den Scheiden, der Blattunterseite und den Blatträndern, Scheidenhaut spitzwinklig ausgeschnitten, Blatthäutchen spitzwinklig, mit breitem Saum. Horst, Scheiden braunrot, beim Aufreißen kaum fasernd.
Männliche Ähre 1, ca. 1 cm lang, weibliche Ähren 2-3, genähert, 1-2 cm lang ± eiförmig, Fruchtschlauch ca. 4 mm lang, schnabellos, grün, glänzend, ausgeprägt eichelförmig; Blütenstand von breiten, laubigen Tragblättern überragt 
  Carex pallescens L.
Carex pallescens 4.jpg
11 (9)
Kleine, untergrasartige Arten, hierher auch alle mit unter 3 mm breiten Blättern und alle Arten trockener und wechseltrockener Standorte. Wenn Blätter ausnahmsweise über 6 mm breit, nie langscheidig und aufrecht   ► 26
11
Große, obergrasartige, meist breitblättrige Arten, Blätter über 6 mm breit, wenn schmaler, mit langen Scheiden und ± aufrechten Spreiten, ausnahmslos auf nassen Standorten, aber nach Austrocknung des Standortes oft noch in ± kümmernder Form vorhanden   ► 12
12
Auch junge Blätter frischgrün bis trübgrün, beiderseits glänzend   ► 18
12
Wenigstens die jüngsten Blätter beiderseits matt, später oft entweder die Oberseite oder die Unterseite glänzend   ► 13
13
Äußere Scheiden rot, rotviolett oder z.T. nur schwach rötlich überlaufen, beim Aufreißen mit Fasernetz (Ausnahme: Carex aquatilis), Pflanzen mit Ausläufern   ► 15
13
Äußere Scheiden gelbbraun oder braun   ► 14
14
Horste, Scheiden beim Aufreißen mit Fasernetz. Männliche Ähren 1-3, bis 5 cm lang, weibliche Ähren 2-3, 2-4 cm lang, zylindrisch, aufrecht, 2 Narben, Fruchtschlauch 3-4 mm lang, elliptisch, nervig, fast schnabellos 
  Carex elata All.
Polska Rezerwat Wysokie Bagno 002.jpg
14
Pflanzen mit Ausläufern, selten scheinbar horstig, Scheidenhaut beim Aufreißen lappig zerreißend, äußere Scheiden braun mit dünnen hellen Nervenlinien.
Männliche Ähren 1-3, bis 6 cm lang, weibliche Ähren 2-4, bis 10 cm lang, zylindrisch, am Grund oft lockerblütig, aufrecht; Fruchtschlauch 2-3,5 mm lang, schwach nervig, fast schnabellos, 2 Narben 
  Carex gracilis Curt.
(= Carex acuta)
15 (13)
Blätter wenigstens in der oberen Hälfte doppelt gefaltet, später Blattoberseite glänzend, Spaltöffnungen nur auf der Blattunterseite, Scheiden stets mit Fasernetz aufreißend, Triebgrund ± dreikantig, nicht besonders weich   ► 17
15
Blätter rinnig-einfach gefaltet, später Blattunterseite glänzend, Spaltöffnungen nur auf der Oberseite   ► 16
16
Triebgrund rund, weich, Blattspitze in eine lange, dreikantige Spitze zusammengezogen, Scheiden mit Fasernetz aufreißend, Rhizom mit hohlem Zentralzylinder.
Männliche Ähren 2-4, bis 7 cm lang, weibliche Ähren 2-5, untere oft entfernt, bis 8 cm lang, zylindrisch, aufrecht, Fruchtschlauch 4,5-6 mm lang, eiförmig, aufgeblasen, Schnabel 1-1,5 mm lang, zweizähnig 
  Carex rostrata Stokes ex With.
weiblicher Teilblütenstand
weiblicher Teilblütenstand
männlicher Teilblütenstand
männlicher Teilblütenstand
16
Triebgrund nicht auffallend weich, Blattspreite mit undeutlich dreikantiger Spitze, Scheiden ohne Fasernetz aufreißend.
Hüllblätter des Blütenstandes groß, straff aufrecht, männliche Ähren 2-3, weibliche Ähren 3-5, sehr dichtblütig und oft an der Seite männlich, 2 Narben, Fruchtschlauch 2,5 mm lang, bis auf die Randnerven nervenlos, bei uns wohl immer steril 
  Carex aquatilis Wahlenb.
Carexaquatilis.jpg
17 (15)
Blätter vom Blatthäutchen an deutlich doppelt gefaltet, Blatthäutchen häutig, spitzbogig, Blattnerven etwa 0,2 mm voneinander entfernt.
Männliche Ähren 2-3, ziemlich dick spindelförmig, unterste mit borstlichem Tragblatt, weibliche Ähren 3-4, bis 5 cm lang, zylindrisch, aufrecht, Fruchtschlauch 3-5 mm lang, elliptisch, nervig, mit kurzem gekerbtem Schnabel 
  Carex acutiformis Ehrh.
17
Blätter über dem Blatthäutchen einfach gefaltet, erst weiter oben doppelt gefaltet, Blatthäutchen flachbogig, derb-knorpelig, Blattnerven ca. 0,5 mm voneinander entfernt. Männliche Ähren 3-5, ziemlich dick spindelförmig, untere mit kurzen Tragblättern, bis 6 cm lang, weibliche Ähren 1-6, dick zylindrisch-spindelförmig, bis 10 cm lang, Fruchtschlauch 5-8 mm lang, krugförmig, Schnabel undeutlich abgesetzt, 1,5 mm lang, zweizähnig 
  Carex riparia Curt.
18 (9)
Scheiden beim Aufreißen mit Fasernetz, meist schwach bis stark gerötet   ► 23
18
Scheiden ohne Fasernetz, die äußeren braun oder bleich, immer ohne flächenhafte Rötungen, höchstens mit schwach blassrosa Nerven bei der folgenden Art   ► 19
19
Pflanzen mit Ausläufern, Blätter meist sehr breit, Triebe dick, Triebgrund rund, sehr weich, ohne derbe umhüllende Niederblätter; Gefäßbündel auf dem Querschnitt der Spreite der Oberseite genähert (Lupe !) (Abb. 13a), Blütenstand eine ± scheindoldige Spirre mit zahlreichen kleinen gebüschelten Ähren 
  Scirpus sylvaticus L.
Scirpus sylvaticus (Leningrad oblast).jpg
ScirpusSylvaticus2.jpg
19
Horste, Gefäßbündel auf dem Querschnitt der Spreite der Unterseite genähert (Abb. 13b)   ► 20
20
Äußere Scheiden ohne Nervenlinien, mittelgroße oder kleine Horste, Triebe unten abgerundet dreikantig, Blätter deutlich doppelt gefaltet, Blatthäutchen häutig, flach winkelig (vgl. Schlüssel Nr. 57
  Carex flava L.
Carex flava.jpg
20
Äußere Scheiden, besonders die Triebknospen, mit kräftigen braunen bis schwarzbraunen Nervenlinien   ► 21
21
Triebgrund rund, sehr fest, Blattränder schneidend rauh, Blätter rinnig-einfach gefaltet, bis 6 mm breit, bei ungestörtem Wachstum mächtige Horste bildend.
Gleichährig, Blütenstand rispig verzweigt, mit zahlreichen, 5-8 mm langen Ähren; Fruchtschlauch 3-4 mm lang, mit 1-1,5 mm langem Schnabel, am Grund bauchig, gerippt, oben mit Flügelrand 
  Carex paniculata L.
Carex paniculata rispe.jpg
21
Triebgrund (abgerundet) dreikantig, Blattränder mäßig rau, Blätter doppelt gefaltet (Carex vulpina agg.)   ► 22
22
Blatthäutchen meist spitzwinklig, Scheiden mit braunen Nervenlinien bei der Zersetzung sehr spärlich Fasern bildend.
Gleichährige Art mit dichtem oder unten aufgelockertem Blütenstand, Hüllblätter des Blütenstandes ± borstlich, lang, am Grund mit unauffälligen hellen Öhrchen; Fruchtschlauch glänzend, allmählich in den Schnabel verschmälert, auf der flachen Seite mit deutlichen Nerven, nach der Reife noch längere Zeit hängen bleibend, Blütezeit von Juni bis in den Herbst 
  Carex otrubae Podp.
Blütenstand
Blütenstand
22
Blatthäutchen flachwinkelig, Scheiden mit breiten, schwarzbraunen Nervenstreifen, bei der Zersetzung ziemlich reichlich schwarze Fasern bildend.
Gleichährig, Blütenstand dicht, Hüllblätter im Blütenstand borstlich, kurz und unauffällig, mit deutlichen braunen Öhrchen am Grund; Fruchtschlauch matt, plötzlich in den Schnabel verschmälert, auf der flachen Seite kaum nervig, bei der Reife rasch ausfallend, Blütezeit Mai-Juni, nicht nachblühend 
  Carex vulpina L.
23 (18)
Blätter schmal, bis 4 mm breit, trübgrün aber glänzend, einfach gefaltet, hohlraumreich und zusammendrückbar, Spaltöffnungen nur auf der Blattunterseite (Lupe !), Triebgrund rund, Ausläufer vorhanden, ihr Zentralzylinder nicht hohl.
Männliche Ähren 1-3, bis 7 cm lang, weibliche Ähren 1-3, bis 3 cm lang, ± entfernt, aufrecht; Fruchtschlauch ca. 4 mm lang, dicht behaart, mit 0,5-1 mm langem, zweizähnigem Schnabel 
  Carex lasiocarpa Ehrh.
Vgl. auch die am gleichen Standort vorkommende und bisweilen steril täuschend ähnliche Carex rostrata Schlüssel Nr. 16 , die auf der Blattunterseite keine Spaltöffnungen hat.
weiblicher Teilblütenstand
23
Blätter über 4 mm breit, doppelt gefaltet   ► 24
24
Äußere Scheiden meist stark gerötet, Ausläufer vorhanden, Triebgrund scharf dreikantig, Blatthäutchen spitzwinklig.
Männliche Ähren 2-4, bis 4 cm lang, weibliche Ähren 2-3, von den männlichen abgerückt, aufrecht bis abstehend; Fruchtschlauch 6-8 mm lang, krugförmig, in den ca. 2 mm langen zweizähnigen Schnabel verschmälert, aufgeblasen 
  Carex vesicaria L.
weiblich
weiblich
24
Äußere Scheiden nicht oder nur schwach gerötet   ► 25
25
Pflanzen mit Ausläufern, Triebgrund abgerundet dreikantig, an der Scheidenmündung fast immer behaart, Blatthäutchen flach bis spitzbogig (vgl. Schlüssel Nr. 10
  Carex hirta L.
25
Horste, Triebgrund scharf dreikantig, Scheiden höchstens sehr schwach gerötet, Blätter oft über 1 cm breit.
Männliche Ähre 1, bis 6 cm lang, weibliche Ähren 3-5, überhängend, 2-10 cm lang, die unteren lang gestielt. Fruchtschlauch 4-5 mm lang schmal spindelförmig, mit 2 mm langem Schnabel, bei Reife rasch ausfallend 
  Carex pseudocyperus L.
Carex pseudocyperus.jpeg
26 (11)
Auch jüngste Blätter beiderseits glänzend, frischgrün, seltener dunkel- oder trübgrün   ► 37
26
Jüngste Blätter meist beiderseits matt, oft graugrün bis blaugrün, später kann entweder die Ober- oder Unterseite glänzend werden, seltener eine Seite von Anfang an glänzend   ► 27
27
Äußere Scheiden rot, rotbraun oder violett   ► 33
27
Äußere Scheiden braun, gelbbraun oder bleich   ► 28
28
Pflanzen mit Ausläufern   ► 30
28
Horste   ► 29
29
Blätter beiderseits bleibend matt, graugrün, Spaltöffnungen auf beiden Seiten (Lupe !), Scheiden bleich, mit braunen Nervenlinien, ohne Fasernetz aufreißend.
Gleichährig, Ähren 4-8, 5-8 mm lang, Fruchtschlauch 2-3 mm lang, mit kurzem, gekerbtem Schnabel 
  Carex canescens L.
(= Carex curia)
Bei Carex nigra (Schlüssel Nr. 30 ) treten gelegentlich horstige Formen auf; sie unterscheiden sich durch später unterseits glänzende Blätter, meist nur auf der Oberseite vorhandene Spaltöffnungen, braune Scheiden mit dünnen hellen Nervenlinien, sowie die beim Ausgraben aufzufindenden Ausläufer.
29
Pflanzen im Bereich der Salzvegetation. Blätter schmal, einfach gefaltet. Blütenstand mit langen Tragblättern, männliche Ähre 1, selten 2-3, bis 2 cm lang, weibliche Ähren 2-4, die unterste zuweilen weit herabgerückt, bis 2 cm, 2 Narben, Fruchtschlauch ca. 2,5 mm lang nervenlos und fast ungeschnäbelt 
  Carex extensa Gooden.
30 (28)
Blätter oberseits mit Spaltöffnungen (Lupe !), später meist unterseits glänzend, Scheiden braun mit dünnen hellen Nervenlinien, ohne Fasernetz aufreißend, Blattspitze nicht oder nur sehr undeutlich dreikantig, sommergrün. Außerordentlich formenreiche Art, aber durch die auf der Blattoberseite vorhandenen Spaltöffnungen von fast allen anderen Arten unterschieden.
Männliche Ähre 1(-2), weibliche Ähren 1-4, bis 5 cm lang, zylindrisch, aufrecht, 2 Narben, Fruchtschlauch ca. 3 mm lang, breit elliptisch, fast schnabellos 
  Carex nigra (L.) Reich.
(= Carex fusca)
Carex nigra.JPG
30
Eine nahe verwandte Art kommt in Dünentälern der ost- und nordfriesischen Inseln vor. Sie unterscheidet sich durch schmale, starre, nach oben eingerollte Blätter, die an Ammophila (Strandhafer) erinnern; im Blütenbereich durch die großen, 3,5 -5 mm langen Fruchtschläuche und mehr spindelförmige weibliche Ähren 
  Carex trinervis Degl.
30’’
Blätter oberseits ohne Spaltöffnungen, später oberseits glänzend oder beiderseits bleibend matt   ► 31
31
Scheiden braun mit dünnen, hellen Nervenlinien, Blätter doppelt gefaltet ohne dreikantige Spitze, Blattränder unten abwärts rauh, Wuchs locker bis dichtgrasig, lange schuppige Ausläufer vorhanden. Kümmerformen von Carex gracilis (Schlüssel Nr. 14'
  Carex gracilis Curt.
Carex acuta2.JPG
CarexAcuta.jpg
31
Scheiden bleich, Blätter mit deutlicher dreikantiger Spitze, Blattränder unten oft glatt   ► 32
32
Pflanzen mit langen Ausläufern, Scheidenhaut der inneren Scheiden bogig ausgeschnitten.
Männliche Ähre 1, bis 2 cm lang, weibliche Ähren 1-3, bis 3 cm lang, vor allem unten lockerblütig, Fruchtschlauch 3-4 mm lang, breit verkehrt eiförmig, mit sehr kurzem, abgeschnittenem Schnabel 
  Carex panicea L.
Carex panicea 1.jpg
32
Pflanzen dichtrasig, Ausläufer oft sehr kurz, Scheiden¬haut der inneren Scheiden bogig überstehend, Blatthäutchen an Halmblättern fehlend.
Männliche Ähren 1-2, bis 2 cm lang, weibliche Ähren 1-3, entfernt, bis 2 cm lang, kurzzylindrisch, Fruchtschlauch 4-5 mm lang, mit deutlich abgesetztem, tief zweizähnigem Schnabel, Schnabelzähne innen glatt (Lupe!) 
  Carex hostiana DC.
33 (27)
Scheiden ohne Fasernetz aufreißend, zuweilen am Rand schwach fasernd, ohne dreikantige Blättspitze   ► 36
33
Scheiden mit Fasernetz aufreißend   ► 34
34
Pflanzen mit dichten Horsten, Scheiden dunkelrot bis dunkelbraunrot, Blattoberseite glänzend grün.
Männliche Ähre 1, weibliche Ähren fast immer 2, bis 2 cm lang, 2 Narben, Fruchtschlauch ca. 2,5 mm lang nervenlos und fast ungeschnäbelt 
  Carex caespitosa L.
34
Pflanzen mit Ausläufern   ► 35
35
Triebgrund fast rund, weich, Blätter schmal, mit langer dreikantiger Spitze, Spaltöffnungen auf der Blattoberseite, später unterseits glänzend, einfach gefaltet (vgl. Schl. Nr. 16
  Carex rostrata Stokes ex With.
Diese Beschreibung bezieht sich auf die Kümmerformen der angegebenen Art
35
Triebgrund abgerundet dreikantig, Spaltöffnungen nur auf der Blattunterseite, Blätter breiter als 5 mm, von unten an deutlich doppelt gefaltet, ohne deutliche dreikantige Spitze; Rhizom mindestens 3 mm dick, mit eng gekammerter Innenrinde. Kümmerformen von Carex acutiformis (vgl. Schlüssel Nr. 17
  Carex acutiformis Ehrh.
36 (33)
Ziemlich derbe Pflanzen mit kräftigen unterirdischen Ausläufern, Blätter bis über 6 mm breit, am Grund mit aufwärts rauen Rändern.
Männliche Ähren 1-3, bis 3 cm lang, weibliche Ähren 1-5, aufrecht oder überhängend, bis ca. 5 cm lang; Fruchtschlauch 2-3 mm lang, breit elliptisch, mit sehr kurzem gestutztem Schnabel 
  Carex flacca Schreb.
Carex flacca 1.jpg
36
Zarte Pflanzen intakter Zwischenmoore, Ausläufer wenigstens z.T. annähernd oberirdisch, beblättert, Blätter kaum 2 mm breit.
Männliche Ähren 1-3, bis 2,5 cm lang, weibliche Ähren 1-3, bis 2 cm lang, eiförmig, hängend, bis 20-blütig; Fruchtschlauch ca. 3 mm lang, verkehrt eiförmig mit kurzem, gestutztem Schnabel, gerippt 
  Carex limosa L.
Carex limosa inflorescence kz.jpg
37 (26)
Scheiden braun oder bleich, auch braun oder schwarz, in einem Fall auch schwarzviolett gestreift oder Triebe unten durchgehend hellrosa gefärbt, stets ohne Fasernetz aufreißend   ► 46
37
Scheiden rot, rotbraun oder rotviolett oder so gestreift, hierher alle mit Fasernetz (sorgfältig untersuchen, mitunter sehr undeutlich)   ► 38
38
Blätter doppelt gefaltet, bisweilen undeutlich, wenigstens in der oberen Hälfte mit einem eben erkennbaren Längsknick auf der Blattoberseite beiderseits der Blattmitte; Triebe dreikantig bis abgerundet dreikantig   ► 40
38
Blätter deutlich einfach gefaltet oder rinnig, Triebgrund rund oder fast rund   ► 39
39
Scheiden ohne Fasernetz aufreißend, Scheidenhaut bisweilen schwach grünnervig, Pflanzen mit dickem Rhizom lockerrasig wachsend, Triebe unten mit fühlbaren Knoten (vgl. Schlüssel Nr. 51
  Blysmus compressus (L.) Panz. ex Link
Blysmus compressus.jpeg
39
Scheiden mit Fasernetz aufreißend, Pflanzen sehr nasser Standorte, mit Ausläufern, Blätter aufrecht, schmal und lang, steifrinnig (vgl. Schlüssel Nr. 23
  Carex lasiocarpa Ehrh.
Carex lasiocarpa famale spike kz.jpg
40 (38)
Horste   ► 43
40
Pflanzen mit Ausläufern   ► 41
41
Scheiden beim Aufreißen ohne Fasernetz, Scheidenhaut ausgerandet, Blatthäutchen gestreckt bis flachbogig, Scheiden bei der Zersetzung helle Fasern bildend, Triebe kurz, Blätter derb, Ausläufer kurz, Pflanzen daher dichtrasig, ältere Wurzeln kantig (vgl. Schlüssel Nr. 49'
  Carex ericetorum Pollich
41
Scheiden beim Aufreißen mit Fasernetz   ► 42
42
Blatthäutchen flachbogig, Rötung und Fasernetz der Scheiden oft undeutlich, Triebe nur schwach dreikantig, Blätter nicht immer deutlich doppelt gefaltet, bei genauer Prüfung schwache Behaarung, vor allem in der Umgebung der Scheidenmündung aufzufinden, Triebe meist mit fühlbaren Knoten, Ausläufer lang, Wurzeln rund. Kahle Formen von Carex hirta (vgl. Schlüssel Nr. 10
  Carex hirta L.
42
Blatthäutchen spitzwinklig, Scheiden stark gerötet, beim Aufreißen mit deutlichem Fasernetz, Triebe scharf dreikantig, Pflanzen immer völlig kahl. Kümmerformen von Carex vesicaria (vgl. Schlüssel Nr. 24
  Carex vesicaria L.
43 (40)
Scheidenhaut ohne Fasernetz aufreißend, Blätter meist deutlich doppelt gefaltet   ► 45
43
Scheidenhaut mit Fasernetz aufreißend, bei Pflanzen nasser Standorte oft undeutlich, Blätter zuweilen undeutlich doppelt gefaltet (vgl. Schlüssel Nr. 38)   ► 44
44
Pflanzen nasser Wälder, Scheiden mit sehr schwacher Rötung, beim Aufreißen mit sehr undeutlichem Fasernetz, Blätter aufrecht, schwach doppelt gefaltet, in eine lange, wenig deutliche dreikantige Spitze auslaufend.
Gleichährig, Ähren 5-18, bis 1,5 cm lang; Fruchtschlauch ca. 4 mm lang, schmal elliptisch, mit kurzem Schnabel, deutlich gerippt 
  Carex elongata L.
44
Pflanzen trockener bis wechselfeuchter Standorte, Scheiden rotbraun, innere auf dem Rücken mit deutlichen rotbraunen Nervenlinien, bei der Zersetzung reichlich Fasern bildend, Blätter in eine ziemlich lange dreikantige Spitze auslaufend.
Männliche Ähre 1, ca. 1 cm lang, weibliche Ähren 2-4, kaum 1 cm lang, fast kugelig, aufrecht; Fruchtschlauch 2-3,5 mm, verkehrt eiförmig, mit kurzem, gekerbtem Schnabel, dicht behaart 
  Carex pilulifera L.
45 (43)
Scheidenhaut an der Mündung der inneren Scheiden bogig überstehend, äußere Scheiden rotbraun, selten rot, ohne farbige Nervenlinien, Wurzeln braunrot, bis über 1 mm dick.
Männliche Ähre 1, bis 3 cm lang, weibliche Ähren 2-3, entfernt, bis 2 cm lang, aufrecht; Fruchtschlauch ca. 4 mm lang, elliptisch, in den knapp 1 mm langen tief zweizähnigen Schnabel verschmälert, Schnabelzähne innen mit Zähnchen (Lupe !), Spelzen der weibliche Blüten stachelspitzig 
  Carex distans L.
45
Blatthäutchen mit der Scheidenhaut eine kurze Röhre bildend, ähnlich der Tute (Ochrea) der Knöterich (Polygonum)-Arten, Scheidenhaut ausgerandet.
Blütenstand ähnlich Carex distans, doch von wenigstens einem Tragblatt überragt, was bei Carex distans nicht der Fall ist; Fruchtschlauch fein rotbraun punktiert 
  Carex punctata Gaudin
46 (37)
Horste, hierher alle mit deutlichen dunklen Nervenstreifen   ► 52
46
Pflanzen mit Ausläufern, höchstens undeutliche Nervenstreifen   ► 47
47
Pflanzen nasser Standorte   ► 50
47
Pflanzen trockener bis wechselfeuchter Standorte   ► 48
48
Blätter rinnig-einfach gefaltet, dreikantige Blattspitze dünn, undeutlich Scheidenhaut an der Mündung etwas verdickt und später gelb gefärbt, Fruchtschlauch in der oberen Hälfte mit breitem, nach oben verschmälertem Flügelrand 4,5-5 mm lang. Drei nah verwandte gleichährige Arten mit monopodialem Rhizom, Triebe aus jedem 4. Rhizomknoten: 
  ▼▼ a  –    
a
Rhizom 2-3 mm dick, meterlang kriechend; Blätter 2-4 mm breit, Blütenstand meist verlängert, Ähren 6 bis zahlreich, die untersten ± entfernt, braun; männliche Blüten an der Spitze der Ähren, daher zur Fruchtzeit am Ährengrund alle Spelzen mit Fruchtschläuchen, obere Ähren oft ganz männlich; Fruchtschlauch mit unterhalb der Mitte beginnendem Flügelrand; das im Fruchtschlauch eingeschlossene Nüsschen etwa 2 nun lang und 1,5-1,7 mm breit, etwa trapezförmig. Die häufigste Sippe 
  Carex arenaria L.
a
im blütenlosen Zustand kaum unterscheidbar. Rhizom um 2 mm dick. Blätter meist 2-2,5 mm breit; Ähren 6-12, die unteren oft etwas entfernt, meist bleich, wenigstens einige ± auffällig gekrümmt, männliche Blüten am Grund der Ähren, daher zur Fruchtzeit der Ährengrund von leeren Spelzen umgeben, obere Ähren oft ganz männlich; Fruchtschlauch schmal lanzettlich, mit ziemlich schmalem, unter der Mitte beginnenden Flügelrand; Frucht ca. 2 mm lang, 1 mm breit, schmal trapezförmig bis lanzettlich. Waldart, bisher nur aus Sachsen, vereinzelt in Niedersachsen, dem Elbetal, Brandenburg und dem Rheinland bekannt, doch auch in den Niederlanden; in der norddeutschen Tiefebene vielleicht übersehen, jedenfalls viel seltener als Carex arenaria 
  Carex pseudobrizoides Clavaud
(= Carex reichenbachii)
a’’
Rhizom 1-1,5 mm dick; Blätter 1-2 mm breit; Ähren zu 4-8, selten mehr, einen dichten Blütenstand bildend, männliche Blüten am Grund der Ähren (vgl. 48' ); Fruchtschlauch mit breitem, etwa in der Mitte beginnenden Flügelrand; Frucht ca. 2 mm lang, 1,3 mm breit, ± elliptisch. Auf nährstoffreichem jungdiluvialem und alluvialem Sand in der norddeutschen Tiefebene, Verbreitung ungenau bekannt, auch mit kleinen Formen von Carex arenaria verwechselt 
  Carex ligerica J.Gay
48
Blätter schwach doppelt gefaltet, in meist deutliche dreikantige Spitze auslaufend, kurzscheidig; verschiedenährige Arten mit sympodialem Rhizom   ► 49
49
Blatthäutchen stumpf- bis spitzbogig, Scheiden braun; Ausläufer viel dünner als die aus ihnen entspringenden Triebe; Wurzeln rund, junge mit intensiv gelber Spitze.
Männliche Ähre 1, 1-2 cm lang, keulig, weibliche Ähren 1-3, ca. 1 cm lang, eiförmig, Fruchtschlauch 2-3 mm lang, dicht behaart 
  Carex caryophyllea Latourr.
49
Blatthäutchen sehr flachbogig, Blätter steif, derb, Scheiden rotbraun mit hellen Nervenlinien; Ausläufer nur wenig dünner als die Triebe, kurz, daher Pflanzen dichtrasig; junge Wurzeln mit weißer Spitze, ältere kantig.
Männliche Ähre 1-2 cm lang, keulig; weibliche Ähren 1-3, ca. 1 cm lang, ihre Spelzen fein gewimpert, Fruchtschlauch 2-2,5 mm lang, behaart 
  Carex ericetorum Pollich
50 (47)
Triebe unten weich, rund, oft durchgehend hellrosa gefärbt, nie mit Knoten, Blätter derb, dunkelgrün, rinnig-einfach gefaltet, in eine lange dreikantige Spitze zusammengezogen, absterbendes Gewebe der Blätter zunächst kupferrot, abgestorbene Stellen daher mit kupferrotem Saum.
Wollgras mit ca. 5 Ähren 
  Eriophorum angustifolium Honck.
50
Triebgrund nicht besonders weich, nie durchgehend hellrosa, fast rund, Blätter rinnig oder eingerollt   ► 51
51
Blätter rinnig, gekielt, Triebe mit fühlbaren Knoten, Scheidenhaut mitunter schwach grünnervig.
Blütenstand mit in 2 dichten Reihen angeordneten 10-18 gleichartigen Ähren 
  Blysmus compressus (L.) Panz. ex Link
51
Blätter rinnig bis eingerollt, nicht gekielt, graugrün, aber nicht eigentlich matt, Triebe ohne Knoten.
Blütenstand mit 2 dichten Reihen angeordneten 4-8 gleichartigen Ähren. Nur im Bereich der Salzvegetation 
  Blysmus rufus (Huds.) Link
52 (46)
Scheiden mit deutlichen dunklen Nervenlinien, sämtlich gleichährige Arten, hierher alle mit ± kräftigem Faserschopf am Grund der Horste   ► 61
52
Scheiden braun oder bleich, ohne deutliche Nervenlinien   ► 53
53
Blätter einfach gefaltet, bis 3 mm breit, in eine ziemlich kurze dreikantige Spitze zusammengezogen, Blatthäutchen flachbogig, sehr schmal, Scheiden kurz,vgl. Schlüssel Nr. 60 Carex oederi und Carex scandinavica.
Ähnlich, aber meist mit braunen Nervenlinien; Triebe unten durch lange Scheiden zusammengehalten, Blatthäutchen stumpf- bis spitzwinklig, mittelbreit, häutig (vgl. Schlüssel Nr. 63
  Carex echinata Murr.
53
Blätter doppelt gefaltet   ► 54
54
Scheidenhaut wenigstens bei den inneren Blättern an der Mündung deutlich bogig überstehend, Blätter ohne dreikantige Spitze, Scheiden meist etwas rotbraun, Wurzeln rotbraun, bis über 1 mm dick (vgl. Schlüssel Nr. 45
  Carex distans L.
54
Scheidenhaut flachbogig ausgeschnitten, Blätter in eine deutliche dreikantige Spitze zusammengezogen, nicht bei der folgenden Art   ► 55
55
Waldart; Blätter ohne dreikantige Spitze, Scheidenhaut bald spaltend und hellbraune Säume an scheinbar offenen Scheiden bildend.
Männliche Ähre 1, weibliche Ähren 3-5, untere überhängend, lockerblütig, bis ca. 6 cm lang; Fruchtschlauch 4-5 mm lang, schmal elliptisch mit ca. 1 mm langem Schnabel 
  Carex sylvatica Huds.
55
Arten offener Standorte, Blätter mit dreikantiger Spitze, Scheidenhaut bleibend   ► 56
56
Triebe fast rund, Blattrand am Grund aufwärts rau, Blätter schwach doppelt gefaltet, wenigstens 4 mm breit, sehr derb, abgestorbene Scheiden schwarzbraun, Gefäßbündel auf dem Querschnitt der Spreite in der Mitte oder der Oberseite genähert (Lupe !) (Abb. 13).
Wollgras mit 4-12 Ähren 
  Eriophorum latifolium Hoppe
56
Triebe abgerundet dreikantig, Blattrand glatt oder abwärts rau, Blätter deutlich doppelt gefaltet, schmal bis breit, oder bis 3,5 mm breit und dann nur spitzenwärts schwach doppelt gefaltet, Carex flava-Gruppe   ► 57
Die zur Carex flava-Gruppe gehörenden Arten lassen sich ohne fast reife Fruchtstände nicht immer sicher unterscheiden. Sie werden oft miteinander verwechselt. Bastarde sind relativ häufig, im Gegensatz zu den immer gut fruchtenden Arten bilden sie zwar einen normalen Fruchtschlauch aus, jedoch keine Nüsschen.
57
Blatthäutchen schmal bis breit, deutlich häutig, an Halmblättern viel breiter als an Grundblättern, Blätter 4-8 mm breit, doppelt gefaltet, Pflanzen mit kurzer Blühperiode im Mai-Juni.
Männliche Ähre 1, ungestielt, weibliche meist 3, dicht beieinander, Fruchtschlauch bis 6 mm lang, mit abwärtsgekrümmtem Schnabel. Grund- und Halmblätter lang, den Blütenstand oft überragend 
  Carex flava L.
57
Blatthäutchen sehr schmal, fast nur als Linie angedeutet   ► 58
58
Pflanzen mit kurzer Blühperiode im Mai-Juni, Blätter 2,5-6 mm breit, meist deutlich doppelt gefaltet.
Männliche Ähre 1, gestielt, weibliche meist 2, voneinander entfernt, Fruchtschlauch bis ca. 4 mm lang, mit abwärtsgekrümmtem Schnabel; Grundblätter nur etwa so lang wie Halme 
  Carex lepidocarpa Tausch
58
Pflanzen mit langer Blühperiode vom Mai bis Herbst, Fruchtschlauch mit geradem Schnabel   ► 59
59
Blätter vom Grund an deutlich doppelt gefaltet, 3-5(-7) mm breit, männliche Ähre 1, gestielt, weibliche meist 3-4, das unterste meist weit herabgerückt; Fruchtschlauch etwa 4 mm lang. In Nordwestdeutschland die häufigste Art der Gruppe 
  Carex tumidicarpa Andersson
(= Carex demissa)
59
Blätter nur in der oberen Hälfte und meist undeutlich doppelt gefaltet, bis 3,5 mm breit, männliche Ähre 1, meist ungestielt, weibliche meist 2-4, dicht beieinander, Fruchtschlauch kaum über 3 mm lang   ► 60
60
Fruchtschlauch 2-3,5 mm lang, mit kaum 1 mm langem Schnabel, die Frucht locker umschließend.
Binnenland und Küstenbereich, auch auf Salz beeinflussten Standorten 
  Carex oederi Retz.
(= Carex serotina)
60
Fruchtschlauch 1,7-2 mm lang, Schnabel unter 0,5 mm lang, Frucht vom Fruchtschlauch eng umschlossen.
Küstensippe, nur im Bereich der Salzvegetation 
  Carex scandinavica E.W.Davies
(= Carex oederi subsp. pulchella)
61 (52)
Triebe unten abgerundet dreikantig, 3-6 mm dick, Blätter von unten an deutlich gefaltet (Schlüssel Nr. 21'
  Carex vulpina agg.
61
Triebe unten rund oder stark abgerundet dreikantig, wenn deutlicher dreikantig dünner als 3 mm, Blätter einfach oder nur undeutlich doppelt gefaltet. Wenn Blätter deutlich doppelt gefaltet, mit kräftiger dreikantiger Spitze. Vgl. Eriophorum latifolium (Schlüssel Nr. 56  ► 62
62
Nervenstreifen dunkelbraun oder blauviolett, Blätter ohne oder mit einer undeutlichen dreikantigen Spitze   ► 65
62
Nervenstreifen hellbraun, Blätter in eine deutliche, meist lange dreikantige Spitze auslaufend   ► 63
63
Triebgrund ohne fühlbare Knoten (im Frühjahr abgestorbene Vorjahrestriebe untersuchen), Blätter dunkelgrün, derb, steifrinnig, Horste beim Auseinandernehmen locker zerfallend, oft mit Stockwerkwuchs, Jungtriebe oft bogig aufsteigend.
Gleichährig, Blütenstand mit 2-5 Ähren, Fruchtschläuche zur Reifezeit sternförmig abgespreizt, 3-4 mm lang, mit 1 mm langem, tief zweizähnigem Schnabel 
  Carex echinata Murray
(= Carex stellulata)
63
Triebgrund mit fühlbaren Knoten   ► 64
64
Triebe meist 2-3 mm dick, Blätter hellgrün bis gelb- grün, innere in der oberen Hälfte doppelt gefaltet,Horste nicht zerfallend.
Gleichährig, Blütenstand sehr dicht, mit 2-9 Ähren, Ähren 5-15 mm lang, Fruchtschläuche zur Reifezeit kaum spreizend, 4-5 mm lang, mit ca. 1 mm langem geflügeltem Schnabel. 
  Carex leporina L.
(= Carex ovalis)
64
Triebe 1-2 mm dick, alle Blätter rinnig-einfach gefaltet, in eine undeutliche, lange dreikantige Spitze auslaufend, auch innere mit ziemlich flachbogigen Blatthäutchen. Triebe unten durch lange Scheiden zusammengehalten, die Spreiten daher in einer gestielten Rosette angeordnet, der Carex echinata ähnlich, aber straffer und durch die am Grunde fühlbaren Knoten davon unterschieden.
Gleichährig, Blütenstand mit 4-9 Ähren, die unteren weit voneinander entfernt in den Achseln laubblattähnlicher Tragblätter, dadurch unverkennbar. Waldart 
  Carex remota L.
65 (62)
Blätter rinnig, Triebe rund, Pflanzen nasser Standorte, Wurzeln ohne Terpentingeruch, z.T. mit kräftigem schwarzem Faserschopf am Triebgrund   ► 67
65
Blätter undeutlich doppelt gefaltet. Pflanzen trockener und wechselfeuchter Standorte, Wurzeln mit Terpentingeruch, ± spärlicher Faserschopf am Triebgrund stets vorhanden   ► 66
66
Blatthäutchen wenigstens bei einem Teil der Blätter hochbogig, schmal bis breit, häutig, ältere Wurzeln mit leuchtend blauvioletter Innenrinde, Färbung auch von außen erkennbar und beim Trocknen erhalten bleibend, oft auch Nervenlinien blauviolett und Scheiden mit blauvioletten Flecken.
Gleichährig, Blütenstand dicht oder unten etwas aufgelockert, mit 3-8 Ähren, Fruchtschlauch 4-5,5 mm lang, mit ca. 1,5 mm langem Schnabel, am Grund durch schwammiges Korkgewebe verdickt, das besonders auf der flachen Seite gut erkennbar ist. 
  Carex spicata Huds.
(= Carex contigua)
66
Blatthäutchen sehr schmal, kaum häutig erscheinend, flachbogig, Wurzeln und Nervenstreifen braun.
Gleichährig, Blütenstand dicht bis stark auseinandergezogen, Fruchtschlauch 3-4 mm lang, mit kaum 1 mm langem Schnabel, am Grund nicht verdickt 
  Carex muricata-Gruppe
Zu dieser Gruppe zählen vermutlich bei uns 5 Arten, die noch nicht befriedigend voneinander abzugrenzen sind: Carex muricata L., Carex divulsa Stokes, Carex pairae F.W.Schult, Carex chaberti F.W.Schult, Carex leersii F.W.Schultz; die letztere wird mitunter für synonym mit Carex polyphylla Kar. & Kir. gehalten. Es ist jedoch fraglich, ob dies zutrifft und ob die zuletzt genannte zentralasiatische Art im Gebiet überhaupt vorkommt.
67 (65)
Blatthäutchen mit der Scheidenhaut eine oben gerade abgeschnittene kurze Röhre bildend, ähnlich der Tute (Ochrea) der Knöterich(Polygonum)- Arten, Ansatzlinie des Blatthäutchens hochbogig, Triebe kaum über 1 mm dick, Blätter bis 2 mm breit, mit fein abwärts rauen Rändern, Horste meist klein, oft locker, Wurzeln bis 1 mm dick.
Gleichährig, Blütenstand dicht, mit 6-10 kaum 1 cm langen Ähren, Fruchtschlauch 3-4 mm lang mit 1,5-2 mm langem Schnabel, gerippt 
  Carex diandra Schrank
67
Blatthäutchen sehr schmal, flachbogig, Horste oft groß, sehr dicht, stärkste Wurzeln 2-3 mm dick, Blätter scharf rau, gleichährige Arten mit rispigem Blütenstand   ► 68
68
Blätter 3-6 mm breit, derb, mit schneidend scharfen Rändern, Niederblätter nicht in Fasern aufgelöst, lange erhalten bleibend, stärkere Wurzeln deutlich etwas dünner als der Triebgrund (vgl. Schlüssel Nr. 21
  Carex paniculata L.
68
Blätter schmaler als 3 mm, weniger scharfrandig, Niederblätter bei der Zersetzung einen schwarzbraunen Faserschopf bildend (beim Ausreißen meist oberhalb des Faserschopfes abreißend), stärkste Wurzeln so dick wie der Triebgrund.
Blütenstand nicht immer auffällig rispig, Fruchtschlauch 3-4 mm lang mit 1-1,5 mm langem Schnabel, oben nicht geflügelt 
  Carex appropinquata Schum.