Schlingnatter – Coronella austriaca

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search
Mit Formular bearbeiten
Deutscher Name: Schlingnatter
Wissensch. Name: Coronella austriaca
(Laurenti, 1768)
Weitere deutsche Namen: Glattnatter
Großgruppe: Reptilien
Taxonomie: Ordnung Squamata / Familie Colubridae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: gefährdet

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • glatte Schuppen
  • kronenartige, dunkle Zeichnung am Kopf
Die Schlingnatter ist graubraun bis rötlich-braun. An den Körperseiten verläuft ein mehr oder weniger ausgeprägtes Fleckenmuster. Sie hat runde Pupillen. Ihr Schuppen sind glatt und nicht gekielt. Auf der Kopfoberseite hat sie eine dunkle, kronenartige Zeichnung. Bei den Männchen dominieren braune bis rötliche Farbtöne. Die Weibchen sind meist eher grau. Jungtiere haben eine ziegelrote Unterseite, einen schwarzen Kopf und eine dunklere, kontrastreichere Fleckenzeichnung auf dem Rücken.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Die Schlingnatter hat eine Körperlänge von 70 bis maximal 90cm. Ihre Körperschuppen sind glatt und ungekielt und oft glänzend. An der Hinterseite des Kopfes sind diese kleiner und rundlich, zum Schwanzende hin verlaufen sie länglicher und zugespitzter. Der Kopf ist relativ klein und geht nur schwach abgesetzt in den Hals über. An den beiden Kopfseiten verläuft ein charakteristischer Seitenstreifen, welcher sich zum Schwanzende hin in ein undeutliches Fleckenmuster auflöst. Dieses Muster kann parallel oder versetzt zueinander verlaufen und verschmilzt bei manchen Unterarten zu länglichen Querbarren. Die Unterseite ist oft dunkelgrau bis schwärzlich.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Kreuzotter Die giftige Kreuzotter hat ein markantes dunkles Zickzack-Band auf dem Rücken und gekielte Schuppen. Wie bei allen Vipernarten sind ihre Pupillen senkrecht geschlitzt. Kreuzotter:  Estormiz, PD

Verhalten: Schlingnattern zeigen bei der Wahl ihres Sonnplatzes eine starke Standorttreue. Ihre Beute wird durch Würgen außer Gefecht gesetzt und lebendig verspeist.

Lebensweise und Fortpflanzung: Bei der Paarung wird das Weibchen von dem Männchen umschlungen und mit dem charakteristischen Nackenbiss festgehalten.

Lebensraum: Die Schlingnatter lebt in sonnenexponierten, trockigen Habitaten mit guten Versteckmöglichkeiten. Waldränder, vegetationsreiche Wiesen und Steinbrüche oder lichte Wälder werden bevorzugt.

Verbreitung: Die Schlingnatter hat neben der Ringelnatter und Kreuzotter die größte Verbreitung aller europäischen Schlangen. Man findet sie von Nordportugal über südliches und zentrales Europa einschließlich Skandinavien bis zum Kaukasus.

Verbreitung nach Bundesland:
BE, BB, BW, BY, HB, HE, MV, NI, NW, RP, SL, SN, ST, SH, TH

Mensch und Stadt

Die Schlingnatter lebt in sonnigen, trockenen Lebensräume mit guten Versteckmöglichkeiten. Sie bevorzugt Waldränder, pflanzenreiche Wiesen und Steinbrüche oder lichte Wälder. Gelegentlich nutzt sie auch Hausmüll als Unterschlupf.

Bei Störung verharrt sie am Fleck und setzt auf ihre gute Tarnfarbe. Oft wird diese harmlose Natter auf Grund ihrer Zeichnung mit der giftigen Kreuzotter verwechselt und erschlagen.

Wissenswertes

  • Name: Der lateinische Name "coronella" bezieht sich auf die dunkle kronenartige Zeichnung auf der Kopfoberseite.
  • Giftigkeit: Die Schlingnatter ist für den Menschen nicht giftig.
  • Sie ist nach der Ringelnatter die am weitesten verbreitete Schlange in Deutschland. Trotzdem ist sie durch ihre unauffällige Erscheinung wenig bekannt.
  • Sie gebärt ihre voll entwickelten Jungen in einer dünnen Eihülle, die vom Jungtier nach der Geburt durchbissen wird.
  • Schlingnattern zeigen bei der Wahl ihres Sonnplatzes eine starke Standorttreue.
  • Ihre Beute wird durch Würgen außer Gefecht gesetzt und lebendig verspeist.
  • Alle europäischen Reptilien sind besonders geschützt und dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/amphibien-und-reptilien/reptilien/12588.html
  • http://www.reptilien-brauchen-freunde.de/blinds.html
  • A. Kwet „Reptilien und Amphibien Europas“, KOSMOS-Verlag 2015
  • J. Blab, H. Vogel „Amphibien und Reptilien erkennen und schützen“, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 2002
  • D. Glandt „Die Amphibien und Reptilien Europas“, Quelle & Meyer 2015
  • KÜHNEL,K.-D.,SCHARON,J.,KITZMANN,B.&SCHONERT,B.(2017): Rote Liste und Gesamtartenliste der Kriechtiere (Reptilia) von Berlin. In:DER LANDESBEAUFTRAGTE FÜR NATURSCHUTZ UND LANDSCHAFTSPFLEGE / SENATSVERWALTUNG FÜR UMWELT,VERKEHRUND KLIMASCHUTZ (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen, Pilze und Tiere von Berlin, 20 S. doi: 10.14279/depositonce-5846