Schwarzmilan – Milvus migrans

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Deutscher Name: Schwarzmilan
Wissensch. Name: Milvus migrans
(Boddaert, 1783)
Großgruppe: Vögel
Taxonomie: Ordnung Accipitriformes / Familie Accipitridae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: stark gefährdet
Status: Brutvogel, Zugvogel

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • leicht gegabelter Schwanz
  • kontrastarme Zeichnung
Der Schwarzmilan ist dunkelbraun mit einem leicht gegabelten Schwanz, der ausgefächert dreieckig erscheint. Ihr Gefieder ist nur schwach gebändert, der Kopf, die Kehle und der Nacken sind etwas heller.

Bilder

Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Kein Geschlechtsdimorphismus Hat eine Größe von 56-64 cm, eine Flügellänge von 45-53 cm, eine Schnabellänge von 2,5-3 cm und ein Gewicht von 950-1400 g. Die Schwanzfedern sind leicht gegabelt, unterseitig grau, oberseitig braun. Die Körperoberseite ist graubraun mit leichter schwarzer Strichelung. Kopf und Teile der Brust sind hellgrau bis braun mit leichter schwarzer Strichelung, die übrige Körperunterseite ist graubraun nur die Unterarmdecken können sich rotbraun abheben. Die gesamte Unterseite Großgefieders weist eine undeutliche breite Querbänderung auf, die Handschwingen sind nur minimal heller als der übrige Unterflügel, daher kaum auffällig.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Rotmilan Der Rotmilan hat einen stärker gegabelten Schwanz und ist heller rotbraun. Rotmilan:  Thomas Kraft (CC BY-SA 2.5)

Laute: Laute trillernde hühihühihühi-Rufe, die in Lautstärke und Tonhöhe erst ansteigen und dann wieder abfallen während des Gleitfluges. Die Rufe von Schwarzmilanen sind lauter, als die von Rotmilanen

Datei „Milvus_migrans_TSA_medium.mp3“ herunterladen (?/i)
Lebensweise und Fortpflanzung: Der Horst von Schwarzmilanen wird in Bäumen aus toten Ästen und Zweigen, Treibholz, wie auch Lehm gebaut. Dabei werden Bäume in der Nähe von Gewässern bevorzugt, es werden aber auch verlassene Nester anderer Greifvögel genutzt. Das Weibchen legt ende April bis Anfang Mai 2-3 weiße Eier, die teilweise braun gefleckt oder “brekritzelt” sind und brütet diese 30 Tage lang aus. Die Jungtiere werden von beiden Elterteilen gefüttert und sind nach 40-50 Tagen flügge, werden aber teilweise noch wochenlang von den Eltern mitversorgt. Schwarzmilane ernähren sich unter anderem von alten, kranken und toten Fischen, die sie von der Wasseroberfläche auflesen, aber auch von Aas, kleineren Säugetieren und Vögeln. Häufig werden auch überfahrende Tiere von Straßen gefressen, weshalb sie sich in der Nähe von Autobahnen aufhalten und dort von Autos und LKWs bedroht werden, da sie nicht steil aufsteigen, sondern über eine lange Distanz an Höhe gewinnen. Zugverhalten: Zugvogel, der von Mitte September bis Anfang April ins tropische oder südliche Afrika zieht, häufig in Kleingruppen.

Mensch und Stadt

Der Schwarzmilan kommt meist in der Nähe von Gewässern, die von Bäumen umgeben sind, vor. Er ist kein typischer Stadtvogel und eher am Stadtrand zu finden. Da er auch Aas und Abfälle frisst, kommt es z.B. in Afrika teilweise vor, dass eine engere Bindung an den Menschen auftritt und er in der Nähe von Schlachthäusern und Mülldeponien vorkommt.

Er ist gegenüber Menschen sehr scheu und wird schnell aufgeschreckt.

Wissenswertes

  • Name: Im Lateinischen steht der Gattungsname "Milvus" für einen größeren Greifvogel und das Artepitheton "migrans" ist mit "wandernd" übersetzbar.
  • Der Schwarzmilan jagt anderen Vögeln ihre Beute ab. Er gehört damit zu den Kleptoparasiten.
  • Er ist in Berlin sehr selten und stark gefährdet.
  • Häufig werden auch überfahrene Tiere von Straßen und Autobahnen gefressen. Dort sind sie vor allem von Autos und LKWs bedroht.
  • Der Schwarzmilan ist ein Zugvogel. Man kann ihn von Anfang April bis Mitte September in Deutschland beobachten. Für den Winter zieht er ins tropische oder südliche Afrika.

Quellen, Literatur, Weblinks