Sinapis arvensis – Acker-Senf (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Sinapis arvensis, der Acker-Senf, gehört zur Familie der Brassicaceae oder Cruciferae (Kreuzblütler). Die englischen Namen sind Wild Mustard, Yellow Charlock. EPPO-Code SINAR.

Acker-Senf ist heute weltweit verbreitet. Er wuchs in Mitteleuropa schon in der Jungsteinzeit. In Deutschland kommt er fast überall vor. Nach Nordamerika wurde er verschleppt, ebenso nach Australien und Neuseeland. Im Norden kommt er bis zum 61sten Breitengrad noch häufig vor, nur selten weiter nördlich, aber auch noch am Polarkreis, in Finnland viel auf dem südwestlichsten Gebiet. Seine Heimat ist wohl der Mittelmeerraum. Er wächst an Wegen und auf Grasflächen, aber auch in Gärten und auf Äckern. Er gedeiht in vielen Ackerkulturen, im Sommergetreide und insbesondere in Hackfrüchten. Er ist in Sommerkulturen oder in lückigen Winterungsbeständen zu finden. Im ökologischen Landbau tritt er viel auf. Acker-Senf bevorzugt nährstoff- und meist kalkreiche Böden.

Der Acker-Senf ist einjährig und nicht winterhart. Die Stängel sind aufrecht und besonders im oberen Teil stark verzweigt. Sie sind dicht borstig behaart und an der Basis der Seitensprosse violett gefärbt. Sie können eine Höhe von 60 cm erreichen. Die Laubblätter sind sehr variabel geformt, jedoch immer zugespitzt. Alle Blätter sind mehr oder weniger gezähnt und behaart und häufig asymmetrisch gebuchtet, gelappt oder gefiedert. Obere Blätter sind kleiner, oft ungeteilt und fast sitzend.

Blüten erscheinen vom Frühsommer bis in den Herbst. Ihre Kelchblätter stehen fast waagerecht ab. Dies ist eine wichtige Unterscheidung zum Hederich: Senf senkt (S s), Hederich hebt (H h) die Kelchblätter. Die halbkugelig doldentraubigen Blütenstände mit zahlreichen, goldgelben Blüten an den Enden der Haupt- und Seitensprossen sind typisch. In den Schoten befinden sich jederseits der Mittellamelle ca. fünf der schwarzen Samen. Die Samen sind im Boden über vierzig Jahre lebensfähig. Sie keimen im Frühjahr, auch wenn es noch recht kalt ist, aus bis zu 2 cm Tiefe. Die Keimblätter sind kräftig, verkehrt herzförmig, gestielt und an der Spitze stark ausgebuchtet.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.

Zu Gegenmaßnahmen im Ackerbau siehe die Website im Oekolandbau.de von B. Jüttersonke, B. Pallut, P. Marx, S. Kühne, alle JKI.

Herbizide schauen Sie bitte im aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis des BVL nach, Schadorganismus Acker-Senf.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.