Springfrosch – Rana dalmatina

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Deutscher Name: Springfrosch
Wissensch. Name: Rana dalmatina
(Fitzinger in Bonaparte, 1839)
Großgruppe: Amphibien
Taxonomie: Ordnung Anura / Familie Ranidae
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: extrem selten

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • großes, nah am Auge liegendes Trommelfell
  • lange Hinterbeine
Der Springfrosch ist ein relativ schlanker Braunforsch mit langen Hinterbeinen und einer mäßig zugespitzten Schnauze. Meist hat er laubähnliche Farben, wie gelbbraun, rotbraun, sandfarben oder graubraun mit keinen oder verwaschenen Flecken. Seine Kehle ist im Gegensatz zu vielen anderen Braunfröschen unbefleckt. Charakteristisch für die Art ist das große, nah am Auge liegende Trommelfell. Männchen können eine Länge von 6,5 cm erreichen. Die Weibchen sind deutlich größer und werden bis 9 cm lang.

Bilder

Beschreibung

Verwechslungsmöglichkeiten:

Weitere Braunfroscharten Springfrösche können z.B. mit dem Grasfrosch, Moorfrosch, Italienischen Springfrosch, Griechischen Frosch oder Spanischen Frosch verwechselt werden. Besondere Merkmale beim Springfrosch ist das große Trommelfell, welches fast den Augendurchmesser erreicht und näher am Auge liegt, die unbefleckte Kehle sowie die langen Beine. Letzteres kann gut mit der Fersenprobe überprüft werden. Streckt man das Hinterbein des Springfrosches vorsichtig nach vorne, überragt es bei einem adulten Tier deutlich die Schnauzenspitze.

Verhalten: Springfrösche sind vorwiegend nachtaktiv. Nach der Winterruhe läuten sie sozusagen die Amphibiensaison ein. Geschlechtsreife Tiere sind im zeitigen Frühjahr die ersten Frösche am Laichgewässer. Über den Sommer wandern die Tiere in trockenere Habitate, relativ weit vom Laichgewässer, ab. Im Herbst wandern die Tiere erneut zu ihren Winterquartieren, welche oft in der Nähe der Laichgewässer liegen. Die Rufe der Männchen sind sehr leise, da sie keine Schallblase besitzen und werden meist unter Wasser abgegeben.

Laute:

Datei „Rana-dalmatina-chorus_K2N_TTrilar-PMSL.mp3“ herunterladen (?/i)
Lebensweise und Fortpflanzung: Sind die klimatischen Bedingungen günstig, findet die Laichzeit schon Ende Februar statt. Die Weibchen heften unter Wasser einzelne Laichballen mit 400-1800 Eiern an Äste, Wurzeln oder diverse Pflanzenstängel, sodass sie wie „aufgespießt“ aussehen. Nach ca. 3 Wochen schlüpfen die Kaulquappen und verlassen in den Monaten Juni bis Juli das Gewässer. Nach zwei bis drei Überwinterungen erreichen sie ihre Geschlechtsreife. Lebensraum: Der wärmeliebende Springfrosch bevorzugt lichte, trockene und krautreiche Misch- und Laubwälder sowie deren Randbereiche. Zum Laichen werden unterschiedliche Standgewässer, z.B. Waldtümpel, Weiher, kleine Teiche, Wassergräben und Kanäle besiedelt. Gewässertypen mit flachen Uferzonen und keinem Fischbestand sind ideal. Als Winterquartier sucht der Frosch Ende Oktober Moospolster, herumliegende Wurzeln, Baumstämme oder verlassene Bauten von Kleinsäugern auf. Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet reicht im Westen bis an die französische Atlantikküste und ins Baskenland und im Osten bis an die türkische Schwarzmeerküste, während das Areal in Richtung Norden stark zersplittert. So gibt es z.B. isolierte Vorkommen in der Lüneburger Heide, auf Rügen und auf dem Darß. Häufig trifft man ihn im Flachland in Höhenlagen unter 400 m, in südlichen Arealen aber auch bis zu 2000 m.

Mensch und Stadt

Der Springfrosch ist in Deutschland als gefährdete Art einzustufen. Die Zerstörung und Beeinträchtigung seiner Lebensräume durch den Eintrag von Müll, Dünger und Umweltgiften gefährden seine Bestände. Vor allem die Verinselung der Lebensräume einhergehend mit der Zerschneidung der Wanderstrecken und Habitate wirkt sich auf seine Populationsdichte aus. Umso wichtiger ist es Maßnahmen voran zu treiben die dieser Zerschneidung entgegen wirken. Dazu gehören z.B. das Errichten von Grünbrücken, Amphibientunneln und das Sicherstellen neuer ökologischer Trittsteine, um verinselte Habitate wieder miteinander zu vernetzen.

Wissenswertes

  • Name: Sein großes Springvermögen, mit bis zu 2 m weiten und 75 cm hohen Fluchtsprüngen, ist auf den deutschen Artennamen zurückzuführen.
  • Springfrösche sind gut mit der Fersenprobe zu bestimmen. Dabei streckt man das Hinterbein vorsichtig nach vorne. Bei einem adulten Tier überragt es deutlich die Schnauzenspitze.
  • Nach der Winterruhe läuten Springfrösche sozusagen die Amphibiensaison ein. Geschlechtsreife Tiere sind im zeitigen Frühjahr, oft auch schon im Februar die ersten Frösche am Laichgewässer.
  • Die Rufe der Männchen sind sehr leise, da sie keine Schallblase besitzen und werden meist unter Wasser abgegeben.
  • Die Weibchen heften einzelne Laichballen mit 400-1800 Eiern an Äste, Wurzeln oder diverse Pflanzenstängel unter Wasser, sodass sie wie „aufgespießt“ aussehen.

Quellen, Literatur, Weblinks