Stachys palustris – Sumpf-Ziest (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Stachys palustris, der Sumpf-Ziest, auch Schweinsrübe genannt, gehört zur Familie der Lamiaceae (Lippenblütler). Die englischen Namen sind Marsh Woundwort, Marsh Hedgenettle. EPPO-Code STAPA.

Der Sumpf-Ziest ist weit verbreitet, so in ganz Deutschland, in ganz Mitteleuropa, während er in Nordamerika nur im Nordosten und in Alaska zu finden ist. Es wächst bis hoch zum 64sten Breitengrad, vereinzelt aber auch am Polarkreis. Südlich des Äquators kommt er in Tasmanien vor, nur wenig in Neuseeland. Er wächst an feuchten Stellen, auch wenn sie luftarm sind, und er überlebt Trockenheit. Auf nährstoffreiche Böden an Ufern und auf feuchten Feldern und Wiesen gedeiht er gut.

Die mehrjährige Pflanze überwintert in Rhizomen, die bis 1 m Tiefe reichen können. Sie treibt im späten Frühjahr aus. Die Blätter sind gegenständig, bis zu 8 cm lang und lanzettlich mit fein gesägtem oder gekerbtem Rand. Die ganze Pflanze ist behaart. Die violetten Blüten haben eine große Unterlippe, die dunkel violette Flecken aufweist: Sie ist getigert.

Die fleischigen Rhizome des Sumpf-Ziests wurden früher gesammelt, entweder frisch gegessen oder getrocknet und gemahlen anderen Speisen zugesetzt. Man versuchte vor 150 Jahren sogar, ihn zu kultivieren. Schweine fraßen gerne die Wurzeln, daher der Name Schweinsrübe. Auch in der Medizin wurde er verwendet. Der übersetzte englische Name Wundpflanze weist darauf hin. Heute wird er als Zierpflanze für Teichränder etc. verkauft.

Verfasser: Wohlert Wohlers. Mai 2018.

Eine detaillierte Beschreibung mit schönen Fotos gibt es beim finnischen NatureGate.

Viele Bilder vom Pollen des Sumpfziest, die sehr in die Details gehen, siehe bei PalDat, einer palynologischen Datenbank.