Urtica dioica – Große Brenn-Nessel (JKI-Pflanzenportraits)

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Unkrautgarten
Aus dem Unkrautgarten des Julius Kühn-Institutes
Logo des Julius Kühn-Instituts (c) JKI
(Bild: W. Wohlers, JKI)

Urtica dioica, die Große Brenn-Nessel oder Faser-Nessel, gehört zur Familie der Urticaceae (Brennnesselgewächse). Der englische Name ist Stinging Nettle. EPPO-Code URTDI.

Die Große Brenn-Nessel ist eines der häufigsten und auffallendsten wildwachsenden Kräuter in Mitteleuropa und gleichzeitig auch eine alte Kulturpflanze. Sie ist nicht nur in Europa und Asien, sondern auch in Nordamerika und fast überall in ihr angenehmen, d.h. nicht zu heißen Klimaten zu finden. In Deutschland ist sie weit verbreitet.. Eigentlich eine Halbschattenpflanze, wächst sie auch in der prallen Sonne an Wegrändern und auf Ödland, außerdem in Weinbergen und Obstanlagen, im Grünland und im wenig gemähten Rasen, da sie sehr schnittfest ist. Sie braucht aber genügend Wasser.

Die mehrjährige Pflanze kann bis zu 2 m hoch werden. Sie überdauert mit Rhizomen, aus denen sie im Frühjahr ab März austreibt. Die Blätter sind gegenständig, schmal oder breit lanzettlich und können 12 cm breit sein und bis zur Spitze 18 cm messen. Am Stielgrund sitzen zwei kleine Nebenblätter. Seitentriebe werden unten und nur wenig gebildet. Die Große Brenn-Nessel ist zweihäusig, die männlichen und weiblichen Blüten befinden sich an verschiedenen Pflanzen.

Bekannt und gefürchtet ist die Pflanze aufgrund ihrer Brennhaare, die an Stängeln und Blättern sitzen und deren Spitze bei Berührung abbricht und in die nur kleine Hautwunde ein Gemisch von Stoffen entlässt, vor allem Histamin, das mehrere Stunden ein Gefühl des Brennens hervorruft. Bei den verschiedenen Unterarten gibt es aber auch welche ohne Brennhaare. Die Brennhaare werden zur Behandlung von Rheuma eingesetzt.

Ansonsten ist die Große Brenn-Nessel in der Medizin gegen verschiedene, vor allem chronische Krankheiten bekannt, wird aber unter anderem spinatähnlich als Nahrungsmittel und als Tee verwendet, selbst im Pflanzenschutz vergoren gegen Blattläuse. In Europa wurde sie früher viel zur Fasergewinnung angebaut, seit Import von Baumwolle im 18. Jahrhundert aber immer weniger. Der Stoff daraus heißt auch Nessel. Im Jahr 2000 waren drei Sorten beim Bundessortenamt in Hannover zugelassen. Siehe auch das Anbautelegramm der Thüringischen Landesanstalt für Landwirtschaft..

Verfasser: Wohlert Wohlers, JKI. August 2014.

Quelle: Offene Naturführer, Das Wiki zu Bestimmungsfragen: Urtica dioica – Große Brenn-Nessel (JKI-Pflanzenportraits) (Zuletzt geändert:
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27 Dezember 2015 12:06:21). Abgerufen am 17. Juli 2018, 06:14 von http://offene-naturfuehrer.de/web/Urtica_dioica_–_Große_Brenn-Nessel_(JKI-Pflanzenportraits)