Liponeura brevirostris

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Taxon-Baum

Liponeura brevirostris Loew 1877
(Blephariceridae)

Synonyme: Liponeura sudetica Bischoff 1930; Liponeura vogesiaca Hubault 1927   Diagnose: Aus Loew 1877:67
: Erheblich kleiner und viel dunkler gefärbt, als es selbst die dunkelsten Exemplare von Liponeura cinerascens je sind. Die Fühler und die breite Stirn schwarz, letztere mit dünner weisslicher Bestäubung, welche nicht bei jeder Betrachtungsweise wahrnehmbar ist. Gesicht bald mehr schmutzig weisslich, bald schwärzlich mit nur schwer bemerkbarer weisslicher Bestäubung. Der Rüssel auffallend viel kürzer als bei Liponeura cinerascens. Die Taster schwarz oder doch braunschwarz, höchstens die Basis des ersten Glieds heller. Thoraxrücken schwarz, schwach gleissend, am Seitenrande vor der Flügelwurzel mit einer weisslichen Stelle; bei gut erhaltenen Stücken zeigt der Thoraxrücken drei weissbestäubte Längslinien, welche auf dem Hinterende des Thoraxrückens durch sich zwischen ihnen ausbreitende weisse Bestäubung mit einander verbunden sind; die mittelste derselben beginnt bereits am Vorderrande des Thoraxrückens, die seitlichen dagegen viel später. Der Prothorax ist auffallend weniger entwickelt, als derjenige der Liponeura cinerascens, so dass das Collare nicht selten zwischen Kopf und Mesothorax versteckt ist, und der Kopf dann vollkommen sitzend erscheint; die Färbung des Prothorax ist eine sehr veränderliche, bald eine weissliche, bald eine schmutzig-schwärzliche, oder gar schwarze. Dasselbe gilt von der Färbung des Schildchens. Brustseiten schwärzlich, von weisslicher Bestäubung gräulich. Hinterleib oberseits mattschwarz mit feinen, schmutzig weisslichen oder gelblich weissen Hinterrandsäumen der einzelnen Segmente, von denen der des ersten Segments etwas breiter und stets deutlich wahrnehmbar ist, während bei getrockneten Exemplaren die übrigen zuweilen nicht deutlich wahrzunehmen sind. Der Bauch ist sammt dem Seitenrande des Hinterleibs weiss, bei getrockneten Stücken oft mehr gelblichweiss, nicht selten überall schwärzlich gefleckt, ja zuweilen mit alleiniger Ausnahme der Hinterränder der einzelnen Abschnitte schwärzlich gefärbt. Das Haltorgan des Männchens ist von ähnlicher Bildung wie bei den Gattungsgenossen, doch in der Form der einzelnen Theile merklich verschieden; es ist schwarz, doch hat das letzte Glied der Haltzange eine hellere, übrigens recht veränderliche Färbung; die kurzen, am Ende völlig abgerundeten Anallamellen des Weibchens pflegen eine gelbbräunliche Färbung zu haben. Alle Hüften und die Basis der Schenkel bleich; sonst bei ausgefärbteren Stücken die ganzen Beine dunkelbraun oder braunschwarz. Schwinger mit blassem Stiele und schwarzem Knopfe. Die Flügel stimmen im Umrisse und im Geäder mit dem der Liponeura cinerascens überein, zeigen aber eine eigenthümliche tintenschwärzliche Trübung, welche ihnen ein florartiges Ansehen giebt, und haben im Leben einen schönen, fast veilchenblauen Schimmer, welcher nach dem Trockenwerden viel matter und mehr purpurfarbig wird; beim Aelterwerden der Exemplare verlischt er fast ganz. Anmerkung. Von den Grössenangaben, welche oben notirt sind, bezieht sich das geringere Maass vom Körper und vom Flügel auf das männliche, das grössere Maass beider aber auf das weibliche Geschlecht. Die von Herrn Hensel im Juli in Schlesien, theils in der Nähe von Salzbrunn, theils bei Flinsberg gefangenen Exemplare zeichnen sich durch viel geringere Grösse auffallend aus; die kleinsten Männchen unter ihnen haben nur etwa 1 ½ Lin. Körpergrösse und kaum mehr als 2 ½ Lin. Flügellänge. Ich habe mich lange Zeit nicht recht überzeugen können, dass sie nicht einer eigenen, selbstständigen Art angehören, vermag aber keinen genügenden Unterschied zwischen ihnen und zwischen den von Herrn Kowarz bei Commotau gefangenen Exemplaren zu entdecken.
Bauchseite des letzten Abdominalsegmentes (=Hypopygium), ♂ (Komárek & Vimmer 1934)
Bauchseite des letzten Abdominalsegmentes (=Hypopygium), ♂ (Komárek & Vimmer 1934
Dorsalplatte am Abdomen, ♂ (Komárek & Vimmer 1934)
Dorsalplatte am Abdomen, ♂ (Komárek & Vimmer 1934
Flügel mit Abk. für Flügelgeäder (Bezzi 1913)
Flügel mit Abk. für Flügelgeäder (Bezzi 1913

Vorkommen

Geographische Karten  Geographische Verbreitung: Deutschland (Zwick 1978
)

Vorkommen im deutschsprachigen Gebiet:

Vorkommen in den deutschsprachigen Ländern: Deutschland, Österreich und Schweiz
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Deutsche Bundesländer:
Baden-Württemberg (BW) • Bayern (BY) • Nordrhein-Westfalen (NW) • Rheinland-Pfalz (RP) • Sachsen (SN)


Buch/Veröffentlichung Literatur

Bezzi, M. 1913: Blefaroceridi italiani con descrizione di una nuova forma e di due specie esotiche. In: Bullettino della Società Entomologica Italiana. 44, S. 3-113 (http://www.biodiversitylibrary.org/item/41140#page/4/mode/2up, abgerufen am 23. August 2012).
Komárek, J. M. & Vimmer, A. 1907: Blepharoceridae Balkanicae (Dipt.). In: Mitteilungen aus den Königl. naturwissenschaftlichen Instituten in Sofia, Bulgarien (ИЗВЕСТИЯ HA ЦАРСКИТЪ ПРИРОДОНАУЧНИ ИНСТИТУТИ ВЪ СОФИЯ). 7, S. 1-35 (Mit 11 Abb – http://archive.org/stream/izvestiianatsars78193435tsar#page/n13/mode/2up, abgerufen am 19. August 2012).
Loew, H. 1877: Revision der Blepharoceridae. In: Zeitschrift für Entomologie. 6, S. 54-98 (http://www.biodiversitylibrary.org/page/31571367#page/74/mode/2up, abgerufen am 19. August 2012).
Zwick, P. 1978: Beitrag zur Kenntnis europäischer Blephariceridae (Diptera). In: Bonner Zoologische Beiträge. 29, Nr. 1-3, ISSN 00067172, S. 242-266 (http://zfmk.de/BZB/1978/1978%20Zwick%20P.%20p242%20orginal.pdf, abgerufen am 5. September 2012).