Difference between revisions of "Über einige kleine Potamogeton-Arten (D. W. Weber-Oldecop 1972)"

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{{DISPLAYTITLE:Über einige kleine ''Potamogeton''-Arten (D. W. Weber-Oldecop 1972)}}{{DEFAULTSORT:Ueber einige kleine Potamogeton-Arten (D. W. Weber-Oldecop 1972)}}
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| Formatierter Haupttitel = Über einige kleine ''Potamogeton''-Arten  
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| Autor = D. W. Weber-Oldecop
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Die Gattung ''Potamogeton'' stellt die größte Gruppe unter den Wasserpflanzen dar. Die Bestimmung der kleinsten in Niedersachsen vorkommenden Laichkräuter, nämlich ''Potamogeton friesii'', ''P. berchtoldii'', ''P. panormitanus'' und ''P. trichoides'', ist oft selbst unter Zuhilfenahme der Arbeiten von {{smallcaps|HAGSTRÖM}} (1916), {{smallcaps|GLÜCK}} (1936) und {{smallcaps|CLASON}} (1958, 1964) nicht möglich. Deshalb seien die wichtigsten Merkmale, die sich mir zum Erkennen unserer vier kleinsten Laichkräuter bewährt haben, hier kurz dargelegt. Dem Vorschlag von {{smallcaps|LUDWIG}} (1965) folgend, wird ''P. pusillus'' als nomen ambiguum fallengelassen und nur noch die Bezeichnung ''P. berchtoldii'' bzw. ''P. panormitanus'' verwandt.
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Ein Kennzeichen von hervorragender Bedeutung sind die Nebenblätter (Stipulae). Sie sind bei ''P. friesii'' und ''P. panormitanus'' röhrig verwachsen, also geschlossen, dagegen bei ''P. berchtoldii'' und ''P. trichoides'' bis zum Grunde offen. Um dieses Merkmal erkennen zu können, muß man vorsichtig die Stengel mit den jungen Blättern aus den Stipulae herausziehen. Da diese oftmals leicht zusammenfallen, sollte man unter dem Binokular mit der Präpariernadel in sie hineinfahren, um feststellen zu können, ob sie geschlossen oder offen sind. Bei ''P. trichoides'' sind die Stipulae nämlich so weit übereinandergeschlagen, daß sie als engröhrig geschlossen erscheinen. Andererseits können die Stipulae bei ''P. friesii'' und ''P. panormitanus'' leicht aufreißen, so daß man sie fälschlich als offen ansehen kann. Wie ersichtlich, ist dieses wichtige Merkmal nur bei einiger Erfahrung und Geschicklichkeit klar zu erkennen. Daher ist das Bild, das die Seitennerven bieten, so bedeutsam (vgl. FIG. 4). Diese münden bei ''P. friesii'' und ''P. berchtoldii'' kurz unterhalb der Blattspitze in den Mittelnerv. ''P. friesii'' hat jedoch auf jeder Blatthälfte noch einen zweiten Seitennerv, der in den ersten übergeht. Bei ''P. panormitanus'' und ''P. trichoides'' vereinigen sich die Seitennerven erst mehrere Blattbreiten unterhalb der Spitze mit dem Mittelnerv. Bei ''P. panormitanus'' findet sich manchmal in jeder Blatthälfte neben dem ersten Seitennerv ein zweiter, der aber nicht, wie bei ''P. friesii'', in jenen eintritt. Nach {{smallcaps|CHAMISSO}} und {{smallcaps|v. SCHLECHTENDAL}} (1827) hat ''P. trichoides'' angeblich keine Seitennerven. Unter dem Mikroskop sind solche jedoch wahrzunehmen, wenn auch manchmal schwach, weil das Blatt schlecht durchsichtig ist. Quernerven konnte ich hingegen noch nicht feststellen. ''P. trichoides'' hat ein dunkles Aussehen, wird beim Trocknen schwärzlich, und die Blätter drehen sich korkenzieherartig. Der Mittelnerv ist sehr dick. Am Blattgrunde ist keine Blattspreite mehr vorhanden. Der Mittelnerv hat dort einen halbkreisförmigen Querschnitt.
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''P. friesii'' und breitblättrige Formen von ''P. panormitanus'' ähneln einander durch die helle gelbgrüne Farbe. ''P. berchtoldii'' hingegen hat bräunlich dunkelgrüne Blätter. Aufallend bei ''P. friesii'' und ''P. berchtoldii'' ist ein System großer Luftzellen (Lacunae), das sich zu beiden Seiten des Mittelnervs hinzieht, ja diesen selbst auflockert (= Mittelstreifennetz, vgl. {{smallcaps|GRAEBNER}} 1907, S. 12).
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So gute Bestimmungsmerkmale {{smallcaps|CLASON}} (1964) anhand der Früchte, Ähren und Ährenstiele aufzeigt, so wenig praktischen Wert besitzen diese insofern, als die kleinen Laichkräuter sehr oft steril bleiben.
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Den Wasserpflanzengesellschaften, den Hydrophyten und der Feststellung ihrer Verbreitung kommt in dieser Zeit, die sich endlich ökologischer Zusammenhänge bewußt zu werden anschickt (Umweltschutz!) eine besondere Bedeutung zu. Ein Ergebnis steht und fällt allerdings mit der genauen floristischen Analyse. Wie äußerst schwierig diese ist, mag daran deutlich werden, daß beispielsweise {{smallcaps|CARSTENSEN}} (1955) oder {{smallcaps|HEJNY}} (1960) nur ''P. pusillus'' nennen, also nicht zwischen ''P. berchtoldii'' und ''P. panormitanus'' unterscheiden. {{smallcaps|SAUER}} (1937) gibt für Ostholstein an einer Stelle ''P. panormitanus'' an; {{smallcaps|CHRISTIANSEN}} (1953) bezweifelt das Vorkommen der Art. Sie wurde inzwischen von mir in Schleswig-Holstein an vielen Stellen gefunden, wie auch {{smallcaps|LUDWIG}} (1965) ''P. panormitanus'' als "eine übersehene Art der hessischen Flora" melden konnte. {{smallcaps|GRAEBNER}} und {{smallcaps|HUECK}} (1931) geben für das Dümmer-Gebiet neben ''P. friesii'' und ''P. trichoides'' auch ''P. pusillus'' an. Eigene Nachprüfungen konnten, z.B. in der Alten Hunte nördlich des Dümmer, die beiden erstgenannten Arten bestätigen und aufklären, daß es sich bei letzterer um ''P. panormitanus'' handelt. Dieses scheint in Niedersachsen, wie in den Niederlanden ({{smallcaps|CLASON}} 1958, 1964), aber ganz anders als in Hessen ({{smallcaps|LUDWIG}} 1965) und in Nordbaden ({{smallcaps|PHILIPPI}} 1971), gegenüber ''P. berchtoldii'' völlig zu überwiegen. ''P. friesii'' ist im Gegensatz zu den Angaben in älteren Floren-Werken eine weitverbreitete Art unserer niedersächsischen Flora (vgl. {{smallcaps|WEBER-OLDECOP}} 1969). Im mittleren und östlichen Niedersachsen wurde ''P. trichoides'' neuerdings von mir an einer Reihe von Stellen gefunden, wo die Art oft, wie am Dümmer, zusammen mit ''P. friesii'' und ''P. panormitanus'' denselben Standort teilt, so in der Oker bei Braunschweig-Ölper (3729/1), in der Sohlriethe (3428/3) und in Gräben w Meinersen. (3528/1) im unteren Okergebiet, im Okeraltwasser in Klein Stöckheim (3729/3), in Gräben des Großen Bruchs bei Hornburg (3929/4), im Fuhse-Kanal w Broitzem (3728/4), in Aller-Altwassern n Hannover(?) und in der oberen Wietze bei Altwarmbüchen (3525/3). Weiter unterhalb wird die Wietze (3524/4) durch Massenvorkommen von ''P. pectinatus'' geprägt, wie auch die Nebenflüsse der Oker, die Fuhse, Leine, Ihme, Innerste und Weser. Diese auffallende Erscheinung, die auch anderenorts beobachtet wird und auf die Gewässerverschmutzung zurückzuführen ist, hat {{smallcaps|HILBIG}} (1971) dazu bewogen, derartige Bestände nicht mehr dem ''Ranunculetum fluitantis'' zuzuordnen, sondern sie als ''Sparganium emersum''-''Potamogeton pectinatus''-Gesellschaft zu bezeichnen. In ihr tritt keinesfalls nur ''P. pectinatus'' f. ''interruptus'', sondern auch die f. ''vulgaris'' auf (vgl. {{smallcaps|SPANJER}} 1939).
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Ein weiteres kleines Laichkraut, nämlich ''P. rutilus'', kommt zwar in Schleswig-Holstein und Mecklenburg vor, ist aber aus Niedersachsen und Westfalen nicht bekanntgeworden. Jedenfalls sind die Angaben von Funden am Jadebusen und bei Münster/Westfalen, die noch {{smallcaps|HERMANN}} (1956) bzw. {{smallcaps|CLASON}} (1964) übernehmen, unrichtig, wie {{smallcaps|LUDWIG}} (1965) nachweisen konnte.
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==Literatur==
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*{{smallcaps|CARSTENSEN, U.}}, 1955:: Laichkrautgesellschaften an Kleingewässern Schleswig-Holsteins. - Schr. naturw. Ver. Schlesw.-Holst. '''27''', 144-170.
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*{{smallcaps|CHAMISSO, A.}} u. {{smallcaps|D.F.L. v. SCHLECHTENDAL}}, 1827:.De plantis in expeditione speculatoria Romanzoffiana observatis. - Linnaea '''2''', 157-233, Gattung ''Potamogeton''.
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*{{smallcaps|CHRISTIANSEN, W.}}, 1953: Neue Kritische Flora von Schleswig-Holstein. - Rendsburg.
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*{{smallcaps|CLASON, E.W.}}, 1958: ''Potamogeton pusillus'' {{smallcaps|L.}} en ''P. berchtoldi'' Fbr. in Nederland. - Acta Bbt. Neerl. '''7''', 250-264.
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* - 1964: ''Potamogetonaceae'' in: Flora Neerlandica I (6), 37-79.
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*{{smallcaps|GLÜCK, H.}}, 1936: Pteridophyten und Phanerogamen in: {{smallcaps|A. PASCHER}}: Die Süßwasserflora Mitteleuropas '''15'''. - Jena.
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*{{smallcaps|GRAEBNER, P.}}, 1907: '''Potamogetonaceae''' in: {{smallcaps|A. ENGLER}}: Das Pflanzenreich IV, 2.
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* - u. {{smallcaps|K. HUECK}}, 1931: Die Vegetationsverhältnisse des Dümmergebietes. - Abh. Mus. Naturkde. Münster '''2''', 59-83.
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*{{smallcaps|HAGSTRÖM, J.O.}}, 1916: Critical Researches on the ''Potamogetons''. Kungl. Svenska Vetenskapsakad. Handlingar '''55''', No. 5, 1-281.
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*{{smallcaps|HEJNY, S.}}, 1960: Ökologische Charakteristik der Wasser- und Sumpfpflanzen in den slowakischen Tiefebenen (Donau- und Theissgebiet). - Preßburg.
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*{{smallcaps|HERMANN, F.}}, 1956: Flora von Nord- und Mitteleuropa. - Stuttgart.
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*{{smallcaps|HILBIG, W.}}, 1971: Übersicht über die Pflanzengesellschaften des südlichen Teiles der DDR. I. Die Wasserpflanzengesellschaften. Hercynia N.F. '''8''', 4-33.
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*{{smallcaps|LUDWIG, W.}}, 1965: ''Potamogeton panormitanus'', eine übersehene Art der hessischen Flora. - Hess. Flor. Briefe '''14''' (167), 55-58.
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*{{smallcaps|PHILIPFI, G.}}, 1971: Beiträge zur Flora der nordbadischen Rheinebene und der angrenzenden Gebiete. - Beitr. naturk. Forschg. SW-Deutschld. '''30''', 9-47. .
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*{{smallcaps|SAUER, F.}}, 1937: Die Makrophytenvegetation ostholsteinischer Seen und Teiche. - Arch. Hydrobiol. Suppl. '''6''', 431-592.
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*{{smallcaps|SPANJER, G.}}, 1939: Ist das Kammförmige Laichkraut (''Potamogeton pectinatus'' {{smallcaps|L.}}) eine pflanzensoziologische Charakterart? Natur u. Heimat '''6''', 3-6.
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*{{smallcaps|WEBER-OLDECOP, D.W.}}, 1969: Wasserpflanzengesellschaften im östlichen Niedersacheen. - Diss. TU Hannover.
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Latest revision as of 02:27, 5 November 2021

Quelle: Weber-Oldecop, D.W. 1972: Über einige kleine Potamogeton-Arten . Flor. Rundbr. 6,7-10. (Die Arbeit liegt auch als PDF-Datei vor.) (Autorisierte Zweitpublikation)
Hinweis: Dieser Schlüssel ist mit dem Autornamen gekennzeichnet und die Mitarbeit ist auf D. W. Weber-Oldecop beschränkt. Auf der Diskussionsseite sind Kritik und Verbesserungsvorschläge willkommen!
Hinweis: Der vorliegende Artikel wird unverändert bereit gestellt. Bei älteren Arbeiten ist zu beachten, dass unter Umständen neuere Erkenntnisse zum Thema vorliegen!

Die Gattung Potamogeton stellt die größte Gruppe unter den Wasserpflanzen dar. Die Bestimmung der kleinsten in Niedersachsen vorkommenden Laichkräuter, nämlich Potamogeton friesii, P. berchtoldii, P. panormitanus und P. trichoides, ist oft selbst unter Zuhilfenahme der Arbeiten von HAGSTRÖM (1916), GLÜCK (1936) und CLASON (1958, 1964) nicht möglich. Deshalb seien die wichtigsten Merkmale, die sich mir zum Erkennen unserer vier kleinsten Laichkräuter bewährt haben, hier kurz dargelegt. Dem Vorschlag von LUDWIG (1965) folgend, wird P. pusillus als nomen ambiguum fallengelassen und nur noch die Bezeichnung P. berchtoldii bzw. P. panormitanus verwandt.

Ein Kennzeichen von hervorragender Bedeutung sind die Nebenblätter (Stipulae). Sie sind bei P. friesii und P. panormitanus röhrig verwachsen, also geschlossen, dagegen bei P. berchtoldii und P. trichoides bis zum Grunde offen. Um dieses Merkmal erkennen zu können, muß man vorsichtig die Stengel mit den jungen Blättern aus den Stipulae herausziehen. Da diese oftmals leicht zusammenfallen, sollte man unter dem Binokular mit der Präpariernadel in sie hineinfahren, um feststellen zu können, ob sie geschlossen oder offen sind. Bei P. trichoides sind die Stipulae nämlich so weit übereinandergeschlagen, daß sie als engröhrig geschlossen erscheinen. Andererseits können die Stipulae bei P. friesii und P. panormitanus leicht aufreißen, so daß man sie fälschlich als offen ansehen kann. Wie ersichtlich, ist dieses wichtige Merkmal nur bei einiger Erfahrung und Geschicklichkeit klar zu erkennen. Daher ist das Bild, das die Seitennerven bieten, so bedeutsam (vgl. FIG. 4). Diese münden bei P. friesii und P. berchtoldii kurz unterhalb der Blattspitze in den Mittelnerv. P. friesii hat jedoch auf jeder Blatthälfte noch einen zweiten Seitennerv, der in den ersten übergeht. Bei P. panormitanus und P. trichoides vereinigen sich die Seitennerven erst mehrere Blattbreiten unterhalb der Spitze mit dem Mittelnerv. Bei P. panormitanus findet sich manchmal in jeder Blatthälfte neben dem ersten Seitennerv ein zweiter, der aber nicht, wie bei P. friesii, in jenen eintritt. Nach CHAMISSO und v. SCHLECHTENDAL (1827) hat P. trichoides angeblich keine Seitennerven. Unter dem Mikroskop sind solche jedoch wahrzunehmen, wenn auch manchmal schwach, weil das Blatt schlecht durchsichtig ist. Quernerven konnte ich hingegen noch nicht feststellen. P. trichoides hat ein dunkles Aussehen, wird beim Trocknen schwärzlich, und die Blätter drehen sich korkenzieherartig. Der Mittelnerv ist sehr dick. Am Blattgrunde ist keine Blattspreite mehr vorhanden. Der Mittelnerv hat dort einen halbkreisförmigen Querschnitt.

P. friesii und breitblättrige Formen von P. panormitanus ähneln einander durch die helle gelbgrüne Farbe. P. berchtoldii hingegen hat bräunlich dunkelgrüne Blätter. Aufallend bei P. friesii und P. berchtoldii ist ein System großer Luftzellen (Lacunae), das sich zu beiden Seiten des Mittelnervs hinzieht, ja diesen selbst auflockert (= Mittelstreifennetz, vgl. GRAEBNER 1907, S. 12).

So gute Bestimmungsmerkmale CLASON (1964) anhand der Früchte, Ähren und Ährenstiele aufzeigt, so wenig praktischen Wert besitzen diese insofern, als die kleinen Laichkräuter sehr oft steril bleiben.

Den Wasserpflanzengesellschaften, den Hydrophyten und der Feststellung ihrer Verbreitung kommt in dieser Zeit, die sich endlich ökologischer Zusammenhänge bewußt zu werden anschickt (Umweltschutz!) eine besondere Bedeutung zu. Ein Ergebnis steht und fällt allerdings mit der genauen floristischen Analyse. Wie äußerst schwierig diese ist, mag daran deutlich werden, daß beispielsweise CARSTENSEN (1955) oder HEJNY (1960) nur P. pusillus nennen, also nicht zwischen P. berchtoldii und P. panormitanus unterscheiden. SAUER (1937) gibt für Ostholstein an einer Stelle P. panormitanus an; CHRISTIANSEN (1953) bezweifelt das Vorkommen der Art. Sie wurde inzwischen von mir in Schleswig-Holstein an vielen Stellen gefunden, wie auch LUDWIG (1965) P. panormitanus als "eine übersehene Art der hessischen Flora" melden konnte. GRAEBNER und HUECK (1931) geben für das Dümmer-Gebiet neben P. friesii und P. trichoides auch P. pusillus an. Eigene Nachprüfungen konnten, z.B. in der Alten Hunte nördlich des Dümmer, die beiden erstgenannten Arten bestätigen und aufklären, daß es sich bei letzterer um P. panormitanus handelt. Dieses scheint in Niedersachsen, wie in den Niederlanden (CLASON 1958, 1964), aber ganz anders als in Hessen (LUDWIG 1965) und in Nordbaden (PHILIPPI 1971), gegenüber P. berchtoldii völlig zu überwiegen. P. friesii ist im Gegensatz zu den Angaben in älteren Floren-Werken eine weitverbreitete Art unserer niedersächsischen Flora (vgl. WEBER-OLDECOP 1969). Im mittleren und östlichen Niedersachsen wurde P. trichoides neuerdings von mir an einer Reihe von Stellen gefunden, wo die Art oft, wie am Dümmer, zusammen mit P. friesii und P. panormitanus denselben Standort teilt, so in der Oker bei Braunschweig-Ölper (3729/1), in der Sohlriethe (3428/3) und in Gräben w Meinersen. (3528/1) im unteren Okergebiet, im Okeraltwasser in Klein Stöckheim (3729/3), in Gräben des Großen Bruchs bei Hornburg (3929/4), im Fuhse-Kanal w Broitzem (3728/4), in Aller-Altwassern n Hannover(?) und in der oberen Wietze bei Altwarmbüchen (3525/3). Weiter unterhalb wird die Wietze (3524/4) durch Massenvorkommen von P. pectinatus geprägt, wie auch die Nebenflüsse der Oker, die Fuhse, Leine, Ihme, Innerste und Weser. Diese auffallende Erscheinung, die auch anderenorts beobachtet wird und auf die Gewässerverschmutzung zurückzuführen ist, hat HILBIG (1971) dazu bewogen, derartige Bestände nicht mehr dem Ranunculetum fluitantis zuzuordnen, sondern sie als Sparganium emersum-Potamogeton pectinatus-Gesellschaft zu bezeichnen. In ihr tritt keinesfalls nur P. pectinatus f. interruptus, sondern auch die f. vulgaris auf (vgl. SPANJER 1939).

Ein weiteres kleines Laichkraut, nämlich P. rutilus, kommt zwar in Schleswig-Holstein und Mecklenburg vor, ist aber aus Niedersachsen und Westfalen nicht bekanntgeworden. Jedenfalls sind die Angaben von Funden am Jadebusen und bei Münster/Westfalen, die noch HERMANN (1956) bzw. CLASON (1964) übernehmen, unrichtig, wie LUDWIG (1965) nachweisen konnte.

Literatur

  • CARSTENSEN, U., 1955:: Laichkrautgesellschaften an Kleingewässern Schleswig-Holsteins. - Schr. naturw. Ver. Schlesw.-Holst. 27, 144-170.
  • CHAMISSO, A. u. D.F.L. v. SCHLECHTENDAL, 1827:.De plantis in expeditione speculatoria Romanzoffiana observatis. - Linnaea 2, 157-233, Gattung Potamogeton.
  • CHRISTIANSEN, W., 1953: Neue Kritische Flora von Schleswig-Holstein. - Rendsburg.
  • CLASON, E.W., 1958: Potamogeton pusillus L. en P. berchtoldi Fbr. in Nederland. - Acta Bbt. Neerl. 7, 250-264.
  • - 1964: Potamogetonaceae in: Flora Neerlandica I (6), 37-79.
  • GLÜCK, H., 1936: Pteridophyten und Phanerogamen in: A. PASCHER: Die Süßwasserflora Mitteleuropas 15. - Jena.
  • GRAEBNER, P., 1907: Potamogetonaceae in: A. ENGLER: Das Pflanzenreich IV, 2.
  • - u. K. HUECK, 1931: Die Vegetationsverhältnisse des Dümmergebietes. - Abh. Mus. Naturkde. Münster 2, 59-83.
  • HAGSTRÖM, J.O., 1916: Critical Researches on the Potamogetons. Kungl. Svenska Vetenskapsakad. Handlingar 55, No. 5, 1-281.
  • HEJNY, S., 1960: Ökologische Charakteristik der Wasser- und Sumpfpflanzen in den slowakischen Tiefebenen (Donau- und Theissgebiet). - Preßburg.
  • HERMANN, F., 1956: Flora von Nord- und Mitteleuropa. - Stuttgart.
  • HILBIG, W., 1971: Übersicht über die Pflanzengesellschaften des südlichen Teiles der DDR. I. Die Wasserpflanzengesellschaften. Hercynia N.F. 8, 4-33.
  • LUDWIG, W., 1965: Potamogeton panormitanus, eine übersehene Art der hessischen Flora. - Hess. Flor. Briefe 14 (167), 55-58.
  • PHILIPFI, G., 1971: Beiträge zur Flora der nordbadischen Rheinebene und der angrenzenden Gebiete. - Beitr. naturk. Forschg. SW-Deutschld. 30, 9-47. .
  • SAUER, F., 1937: Die Makrophytenvegetation ostholsteinischer Seen und Teiche. - Arch. Hydrobiol. Suppl. 6, 431-592.
  • SPANJER, G., 1939: Ist das Kammförmige Laichkraut (Potamogeton pectinatus L.) eine pflanzensoziologische Charakterart? Natur u. Heimat 6, 3-6.
  • WEBER-OLDECOP, D.W., 1969: Wasserpflanzengesellschaften im östlichen Niedersacheen. - Diss. TU Hannover.