Arznei-Engelwurz – Angelica archangelica

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Deutscher Name: Arznei-Engelwurz
Wissensch. Name: Angelica archangelica
(L.)
Weitere deutsche Namen: Echte Engelwurz
Großgruppe: krautige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Apiales / Familie Apiaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: nicht gefährdet
Status: Einheimisch

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • schwach giftig
  • aufgeblasene Blattscheiden
  • würziger Geruch
Die Arznei-Engelwurz kann bis zu drei Meter hoch werden. Blatt: Die hellgrünen Blätter sind zwei- bis dreifach in kleinere Blätter aufgeteilt (gefiedert). Die Teilblättchen sind breit eiförmig und haben einen gesägten Rand. Das Teilblättchen an der Blattspitze ist immer dreigeteilt. Am Ansatz jedes Blattes umfasst eine große, aufgeblasene Blattscheide den Stängel. Sprossachse: Der Stängel wächst aufrecht und kann armdick werden. Er ist rund, hohl und schwach gerillt. Er schmeckt und riecht würzig. Blüte: Die eher unscheinbaren, kleinen Blüten sind gelb bis grünlich. Sie stehen gemeinsam in einem großen doppeldoldigen Blütenstand. Dabei endet jeder Seitenzweig einer Dolde (schirmartige Verzweigung) wiederum mit einer kleineren Dolde. Frucht: Die Früchte sind hellgelbe, ovale Spaltfrüchte mit flügelförmigen Rändern.

Bilder


Beschreibung

Verwechslungsmöglichkeiten:

Wald-Engelwurz Die Blätter sind dunkelgrün und die Endfieder ist nicht dreigeteilt. Die Blüten sind weiß. Sie verströmen kaum oder gar keinen Duft.
Riesen-Bärenklau Achtung: Giftig! Der Riesen-Bärenklau ist in der Regel größer. Die Früchte haben borstig behaarte Ränder. Er verströmt keinen Duft.

Biologie: Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt. Blütezeit: Juli bis August Lebensraum: Sie kommt hauptsächlich auf nassen, zeitweise überschwemmten, nährstoffreichen Tonböden vor. Verbreitung: Sie ist in Nord- und Osteuropa, sowie in Mitteleuropa an den Nord- und Ostseeküsten verbreitet. Sie kommt außerdem im Himalaya, im südlichen Grönland und in Nordamerika vor. Sie wird aber auch angebaut und konnte so vielerorts verwildern.

Verbreitung nach Bundesland:
BE, BB, BW, BY, HB, HH, HE, MV, NI, NW, RP, SN, ST, SH, TH

Mensch und Stadt

Die Arznei-Engelwurz braucht feuchte und nährstoffreiche Böden und wächst bevorzugt auf feuchten Wiesen und an Flussufern. Sie ist in Deutschland selten wild anzutreffen und hat hohe Standortansprüche. Daher ist sie auch in der Stadt selten zu finden.

Wissenswertes

  • Herkunft: Die Arznei-Engelwurz wird kommerziell angebaut und konnte so vielerorts verwildern.
  • Giftigkeit oder Verwendung: Besonders die Wurzel und der Pflanzensaft sind schwach giftig. Hautkontakt kann unter Sonnenbestrahlung zu teils sehr schmerzhaften Hautentzündungen führen. In der Pflanzenheilkunde wird sie aber auch zur Linderung von leichten Magen- und Darmbeschwerden, Schlaflosigkeit und Rheuma verwendet. Teile der Pflanze werden als Süßigkeiten, in Schnäpsen und sogar in Schnupftabak verwendet.
  • Die Samen, die Urbevölkerung Lapplands, fertigen aus dem grünen Stängel ein traditionelles Rohrblasinstrument namens "Fadno".
  • Sie blüht und fruchtet nur einmal in ihrem Leben und stirbt danach komplett ab.
  • Die Blütezeit ist von Juli bis August.
  • Die Blüten duften nach Honig und werden durch Insekten bestäubt.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Roth, L., Daunderer, M., Kormann, K. (2008): Giftpflanzen - Pflanzengifte : Vorkommen, Wirkung, Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. Hamburg: Nikol.
  • Schönfelder, Ingrid und Schönfelder, Peter (2010): Der Kosmos-Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas. Stuttgart: Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.
  • Seite „Arznei-Engelwurz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Dezember 2017, 00:03 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Arznei-Engelwurz&oldid=171793796 (Abgerufen: 14. Dezember 2017, 14:35 UTC)