Biesenhorster Sand (Berlin)

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Biesenhorster Sand

Großgruppe: Grünfläche (wie Parks oder Friedhöfe)
Schutzstatus: nicht geschützt
Ortsangabe: Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf

Was gibt es hier zu entdecken?
Der Biesenhorster Sand besteht aus einem Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen. Zwischen stillgelegten Gleisen und sonnenbeschienenen Bahndämmen kennzeichnen ausgedehnte Sandflächen und trockene, nährstoffarme Rasen (Trockenrasen) das Gebiet. Diese wertvollen Bereiche bieten einen Lebensraum für eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten, wie die streng geschützte Zauneidechse. Auch Arten die bereits als in Berlin ausgestorben galten, unter anderem zahlreiche Großschmetterlinge, wurden hier gefunden.

Im Gebiet vorkommende Farn- und krautige Blütenpflanzen
Gemeiner Wundklee – Anthyllis vulneraria, Kleines Mädesüß – Filipendula vulgaris, Finger-Steinbrech – Saxifraga tridactylites, Gemeiner Steinquendel – Acinos arvensis, Gemüselauch – Allium olerceum
Im Gebiet vorkommende holzige Blütenpflanzen
Zitterpappel – Populus tremula
Im Gebiet vorkommende Vogelarten
Haubenlerche – Galerida cristata, Steinschmätzer – Oenanthe oenanthe, Neuntöter – Lanius collurio, Bluthänfling – Carduelis cannabina
Im Gebiet vorkommende Schmetterlinge
Schachbrett – Melanargia galathea, Kleines Ochsenauge – Hyponephele lycaon
Im Gebiet vorkommende Heuschrecken
Italienische Schönschrecke – Calliptamus italicus, Blauflüglige Ödlandschrecke – Oedipoda caerulescens, Gefleckte Keulenschrecke – Myrmeleotettix maculatus
Im Gebiet vorkommende Reptilien
Zauneidechse – Lacerta agilis
Beschreibung des Gebietes, Naturdenkmales etc.:
Seit 2015 findet neben der ehrenamtlichen Pflege durch den NABU Berlin auch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen auf dem Gelände statt. In diesem Zuge wurde auch ein Wegenetz für Besucher angelegt.
Entstehungsgeschichte:
Im Berlin-Warschauer Urstromtal gelegen, haben sich nach der letzten Eiszeit bis zu 10 Meter mächtige Schmelzwassersande hier abgelagert. Für die Errichtung des Rangierbahnhofes Wuhlheide wurden weitere Flächen mit Sand aufgefüllt. Dadurch wurden die für das Urstromtal typischen Strukturen und charakteristische Pflanzenzusammensetzung überdeckt. Sie ist heute nur noch auf Restflächen zu finden.
Nutzungs- und Kulturgeschichte:Das Gelände unterlag in der Vergangenheit vielfältiger Nutzung. Die Fläche diente bereits als Acker, Flugplatz, Militärgelände und Rangierbahnhof. Diese Nutzung führte zu der heutigen Vielzahl an schützenswerten Lebensräumen auf dem Gelände. Für den Erhalt dieser Vielfalt ist eine kontinuierliche Pflege notwendig, um die Ausbreitung von Sträuchern und Bäumen (Verbuschung) zu verhindern. Daher wird eine etwa 20ha große Fläche mit Schafen und Ziegen beweidet und so offen gehalten. Sonstiges:
Als Beitrag zum Erhalt des Gebietes sind Besucher aufgefordert, die vorhandenen Wege zu nutzen und Hunde an der Leine zu führen. Auch soll der eigene Müll wieder mitgenommen werden. Dazu gehören auch organische Abfälle, da sie zu Nährstoffanreicherungen führen und das Gleichgewicht der nährstoffarmen Trocken- und Halbtrockenrasen stören. Einschränkung der Zugänglichkeit:
keine Einschränkung

Bilder

Quellen und Weblinks