Giersch – Aegopodium podagraria

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Deutscher Name: Gewöhnlicher Giersch
Wissensch. Name: Aegopodium podagraria
(L.)
Großgruppe: krautige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Apiales / Familie Apiaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: nicht gefährdet

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • große, dreiteilige Blätter
  • rundliche, kahle Früchte
Der Giersch ist eine unterirdisch kriechende Pflanze, die bis zu einen Meter hoch werden kann. Blatt: Die Blätter sind doppelt dreiteilig. Das bedeutet das Blatt ist zunächst in drei Teile gliedert, von denen sich jedes Teilblatt nochmals in drei Teile aufteilt. Sprossachse: Die Staude hat einen aufrechten, hohlen Stängel. Er ist gefurcht und hat lange, unterirdische Ausläufer. Blüte: Die Blütenstände (Doppeldolden) können unter guten Bedingungen bis zu einen Meter hoch werden. Sie setzten sich aus mehreren schirmartigen Verzweigungen (Einzeldolden) zusammen, die ihrerseits aus bis zu 20 weißen Einzelblüten bestehen. Frucht: Die Früchte sind zweiteilige Spaltfruchte. Sie sind rundlich, kahl. Ihr Aussehen erinnert an Kümmel.

Bilder


Beschreibung

Ausführliche Beschreibung: Der Blattstiel ist im Querschnitt dreieckig. Die unteren Blätter sind doppelt dreiteilig gelappt, am Rand scharf gesägt, vorne spitz und bis 30 cm lang. Die Blätter erreichen durchaus eine Länge von 30 cm. Die Stängel wachsen aufrecht und sind meistens ästig verzweigt.

Verwechslungsmöglichkeiten:

Wiesen-Kerbel Die Früchte sind schmal, lang und nicht gefurcht.
Wilde Möhre Der ganze Fruchtstand ist nestartig nach innen gekrümmt. Die Einzelfrüchte sind rundlich mit einer borstig-stacheligen Oberfläche.
Gewöhnliche Bärenklau Die Blätter sind einfach gefiedert. Der Stängel ist steifborstig. Die Dolden sind groß.

Biologie: Wie alle Doldenblütler wird Giersch während der Blüte viel von Wildbienen, Schwebfliegen und anderen Fliegen und Käfern aufgesucht. Blütezeit: Juni - Juli Lebensraum: Giersch bevorzugt feuchte, halbschattige Standorte auf kalkarmen, nährstoffreichen Böden. Verbreitung: Er ist in den gemäßigten Zonen Europas und Westasien heimisch und in Deutschland überall verbreitet. Nach Nordamerika wurde er verschleppt.

Mensch und Stadt

In der Stadt ist Giersch in Laubwäldern, an Flussufern sowie in Gärten sehr häufig. Er bevorzugt feuchte, halbschattige Standorte auf kalkarmen, nährstoffreichen Böden.

Für Gärtner gilt der Giersch auf Grund seiner raschen Ausbreitung und unterirdischer Triebe meist als hartnäckiges Unkraut.

Wissenswertes

  • Name: In England heißt er aufgrund der Ähnlichkeit des Blattes mit dem Holunder „Groundelder“, also Bodenholunder. Der deutsche Alternativname „Geißfuß“ kommt von den sich entfaltenden Blättern, die den Hufen von Ziegen ähneln.
  • Giftigkeit oder Verwendung: In der Kräuterküche wird empfohlen ihn frisch zu pflücken und als Salat oder wie Spinat zuzubereiten. Die Blätter schmecken sehr kräftig. Giersch wurde früher medizinisch verwendet, daher auch der lateinische Name: Podagra – Gicht, gegen die er wirken soll.
  • Der Pflanzensaft bzw. die zerdrückten Blätter wirken bei Insektenstichen kühlend und schmerzstillend.
  • Wie alle Doldenblütler wird der Giersch während der Blüte häufig von Wildbienen, Schwebfliegen und anderen Fliegen und Käfern aufgesucht.
  • Er blüht von Juni bis Juli.

Quellen, Literatur, Weblinks