Kriechender Günsel – Ajuga reptans

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Deutscher Name: Kriechender Günsel
Wissensch. Name: Ajuga reptans
(L.)
Großgruppe: krautige Blütenpflanzen
Taxonomie: Ordnung Lamiales / Familie Lamiaceae
Deutsche Wikipedia-Seite
Rote Liste Deutschland: nicht gefährdet
Rote Liste Berlin: vom Erlöschen bedroht
Status: Einheimisch

Merkmale

Besondere Merkmale:
  • gemusterte, blaue Blüten
  • glatter Blattrand
Der Kriechende Günsel kann bis zu 30 cm hoch werden. Blatt: Die Blätter sind eiförmig und zerstreut behaart. Sie stehen in einer Rosette direkt über dem Boden oder sitzen einander gegenüber am Stängel (gegenständig). Die oberen Blätter sind oft rotviolett überlaufen. Der Blattrand ist leicht gezähnt oder glatt. Sprossachse: Der Stängel wächst aufrecht. Er ist vierkantig und ebenfalls behaart. Blüte: Die Blüten sitzen stockwerkartig kreisförmig oberhalb der Blätter. Sie sind blau und oft hell gemustert. Die Blütenkrone besteht aus zwei Lippen. Die Oberlippe ist winzig und scheint daher zu fehlen. Die Unterlippe ist dreilappig. Frucht: Die Pflanze bildet kleine, einsamige, nussähnliche Teilfrüchte (Klausen). Sie sitzen immer zu viert im Kelch der Blüte.

Bilder


Beschreibung

Verwechslungsmöglichkeiten:

Heide-Günsel Die Blätter sind grob gekerbt bis dreilappig. Die Blüten sind dunkelblau und einfarbig.

Biologie: Die Blüten werden von Insekten bestäubt. Die Samen werden über Ameisen bzw. Tierausbreitung verteilt. Blütezeit: Mai bis August Lebensraum: Der Kriechende Günsel bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und neutrale bis saure Böden. Verbreitung: Das Hauptverbreitungsgebiet des Kriechenden Günsels erstreckt sich von Europa und Nordafrika bis zum Iran. In Nordamerika ist er eine nicht-einheimische Pflanze (Neophyt).

Mensch und Stadt

In der Stadt wächst der Kriechende Günsel auf Wiesen und Rasenflächen, unter Gebüschen und in Wäldern. Er wird auch als Zierpflanze unter Bäumen und lichten Sträuchern angepflanzt. Er bevorzugt feuchte, nährstoffreiche und neutrale bis saure Böden.

Wissenswertes

  • Herkunft: Er ist in Europa einheimisch.
  • Giftigkeit oder Verwendung: Im Mittelalter diente die Pflanze zur Wundheilung. Heute wird er in der Homöopathie bei Stoffwechselerkrankungen angewendet. Die Wirkung ist allerdings nicht bewiesen.
  • Die Pflanze enthält Substanzen, die die hormongesteuerte Häutung verschiedener Insektenlarven stören. Diese Stoffe können zur Schädlingsbekämpfung genutzt werden.
  • Die Blütezeit ist von Mai bis August.
  • Er wird mehrere Jahre alt und blüht und fruchtet im Allgemeinen jährlich (ausdauernde Pflanze).
  • Die Blüten werden von Insekten bestäubt.
  • Die Samen werden von Ameisen ausgebreitet.

Quellen, Literatur, Weblinks

  • Kammer, Peter M. (2016): Pflanzen einfach bestimmen. Schritt für Schritt einheimische Arten kennenlernen. Bern: Haupt Verlag.
  • Schönfelder, Ingrid, Schönfelder, Peter (2010): Der Kosmos Heilpflanzenführer. Über 600 Heil- und Giftpflanzen Europas. Stuttgart: Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.
  • Spohn, Margot, Golte-Bechtle, Marianne, Spohn, Roland (2015): Was blüht denn da? Stuttgart: Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG.
  • Seite „Kriechender Günsel“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 22. Januar 2018, 22:02 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kriechender_G%C3%BCnsel&oldid=173223220 (Abgerufen: 17. April 2018, 10:22 UTC)
  • http://floraweb.de/pflanzenarten/artenhome.xsql?suchnr=141&