Neophyten

From Offene Naturführer
Jump to: navigation, search

Neophyten sind Pflanzen, die bewusst oder unbewusst durch Mithilfe des Menschen in ein Gebiet gelangt sind, in dem sie nicht natürlich vorkommen. Dabei gelten nur Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus eingeschleppt wurden als Neophyten. Vor 1492 eingeführte Pflanzen werden als Archäophyten bezeichnet. In Deutschland gibt es eine große Anzahl von Neophyten, von denen aber nur ein geringer Bruchteil problematisch und invasiv ist.

Neophyten haben in neu erschlossenen Lebensräumen häufig keine Konkurrenten, so dass sie in verschiedener Hinsicht einheimischen Pflanzen überlegen sein können. Es kann zur Verdrängung einheimischer Arten und damit zur Veränderung von Ökosystemen kommen. Neben Problemen im Naturschutz kann es auch zu großen wirtschaftlichen Problemen, etwas in der Landwirtschaft, kommen. Einige invasive Arten stellen auch eine Gefährdung für die menschliche Gesundheit dar. Hier sind z. B. der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, Hautverbrennungen und Photodermatitis) und die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia, allergieauslösend) zu nennen.

Invasive Arten werden inzwischen weltweit als Umweltproblem und Bedrohungsfaktor für die Biodiversität anerkannt. In Artikel 8h der Biodiversitätskonvention wird die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, „die Einbringung nichtheimischer Arten, welche Ökosysteme, Lebensräume oder Arten gefährden, [zu] verhindern, diese Arten [zu] kontrollieren oder [zu] beseitigen“.


Ausführliche Informationen zu Neophyten in Deutschland finden Sie unter NeoFlora - Invasive gebietsfremde Pflanzen in Deutschland.

Einige Bilder und eine virtuelle Exkursion zu neuartigen Ruderalstandorten von Dietmar Brandes finden Sie auf dieser Seite.